1 Mai in Berlin: Kindergarten für Möchtegerne

war bei 02.05.2007 02:36
Fangen wir mal mit der 13 Uhr Demo an. Die was sau gut "revolutionär", das Wort kam so häufig vor, das muss doch was bewirken. Entpuppte sich als Latschdemo von 6000 am Anfang und 600 am Ende. Dann kam die 18 Uhr Demo. Irre großer LKW von Antifa. War bestimmt nicht billig. Von Love-Parade lernen heißt siegen lernen. Dann das waren wirklich so an die 10 000 Leute, auch alle so irre revolutionär alltäglich und banal in ihrem Verhalten. Aber eben ein geiles Wort.
War aber genau so ne Latschdemo und langweilig hoch zehn.
So jetzt denkste ist Schluß? Nein da gab es doch tatsächlich einige kleine Scharmützel auf dem Fest. Es war so schön wir konnten echt buh schreien und weglaufen. Einige hats dann erwischt. Ja irgendwie revolutionär!
So einige Bilder vorab.
Leute denkt mal nach was revolutionär überhaupt ist. Und dann denkt mal über Strategie und Taktik nach. Und habt ihr gemerkt die Bullen sind euch nicht nur organisatorisch sondern auch konzeptionell überlegen. Dabei waren die früher mal so dumm.
Früher waren auch Demonstanten intelligenter sie bauten Barrikaden die das Wort auch wert waren. Die hatten eine Funktion weil sie nicht nur symbolisch waren.
Symbolisch war an diesem ersten Mai alles. Das betonen einer Tradition. Das Feuer im Ausmaß von einem Meter, der Widerstand im Ausmaß von Plastikflaschen und Wasser. Das sich herausgreifen lassen, das Wegrennen. Also echt diese Generation von heute ist schlicht und einfach ne Generation von Versagern.
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Ergänzungen

Macker

Superheld 02.05.2007 - 08:09
Als ob der Barrikadenbau und das Anzünden irgendwelcher Autos nur durch "strategischeres Handeln" oder weniger Weglaufen irgendetwas mit Revolution zu tun bekäme. So lange am ersten Mai fast ausschließlich pubertierende Macker die Szenerie prägen, die Revolution auf (meist ziemlich hirnlose) Sachbeschädigungen reduzieren, so lange werden wir nicht vorankommen. Revolution ist vor allem erst einmal Inhalt. Davon scheinen sich die Vorgänge in Berlin jedes Jahr mehr zu entfernen. Und der hier von "Kindergarten für Möchtegerne" schreibt, geht doch tatsächlich nur in die Parallelklasse.

Notwendige Richtigstellungen

gegen Faker 02.05.2007 - 13:47
1. Es gab eine 13.00-Demo der RIM und es gab ab 15.00 die Mayday-Parade (ab 14.00 Kundgebung).
2. Das Konzept des Mayday scheinst du wohl mit Absicht nicht zu "verstanden".
3. Du widersprichst dir selbst: erst sind Riots doof und dann doch wieder gut.
4. Das Feuer in O-Straße (heute auf jeder deutschen Zeitung zu sehen) war wohl eher von der Presse bestellt. Die Leute haben Show für die Pressefotographen gemacht, mehr nicht.

Ich weiß nicht, was du mit diesem Bullshit erreichen möchtest und was du für einer bist. Ist mir auch egal.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Realistisch

Baberg 02.05.2007 - 02:56
Ich staune! Es gibt bei indymedia noch Realisten! Ringelpiez mit Anfassen macht keine Revolution. Nebenbei: Gottseidank ist das so!

hey vorsicht mit deinen sprüchen

g^ 02.05.2007 - 03:52
warte warte das wird sich noch ändern. irgendwann hilft gar nichts mehr außer rebellion, da werden strategie und taktik schon funktionieren. du provozierst hier nur blöde rum. niemand wird dich ernst nehmen. bla.

@autor

bleibt nur zu sagen: 02.05.2007 - 04:05
mach mit, mach's besser..!

Nett

Felix 02.05.2007 - 07:49
Sehr schöner Text!

Autor hat recht!

Demomeider 02.05.2007 - 08:19
Den Artikel könnte ich geschrieben haben. Zwar nicht für Berlin, aber das Bild dürfte fast überall ähnlich sein. Endlich mal eine realistische Einschätzung in knappen Worten.
Das ist auch der Grund, warum sich ältere von den Demos zurückziehen und die nachfolgenden Generationen dumm bleiben. Zu überlegen ist immer, ob sich bestimmte Rituale nicht überlebt haben: Eine Demo mit Ketten von 4 oder 5 Leuten, keine Masse, sondern Transpihalter in Ringform - sorry, das ist lächerlich!
Die offene Konfrontation suchen in gesellschaftlicher Isolation und bei einem bei weitem in jeder Hinsicht überlegenen polizeilichen Militärapparat - Was soll das? Jugend verheizen, fällt mir dazu ein. Diese Jugendlichen geben noch schneller auf, als ihre Demovorgänger vor 20 Jahren und ziehen sich ins Private zurück.
Bei uns in Bremen schreien sie aber nicht nur "Buh", wenn die Bullen böse werden, hier schreiben sie noch "EEY!", werden richtig ärgerlich und rennen dann erst weg! So nach dem Motto: Mit dem "EEY" haben wir es denen jetzt aber richtig gegeben!
Der dümmlichst Ausdruck findet sich im Einkesseln wieder. Warum lassen die das mit sich seit inzwischen über 20 Jahren mit sich machen?
Solange es gegen den (inzwischen!) leider wirklich auch in geistigen Belangen überlegenen Staatsapparat samt Polizei keine wirksameren Mittel gibt, werde ich mich nicht verheizen.
Der Autor des Artikals oben spricht nur das aus, was seit Generationen diejenigen denken, die nicht mehr auf Demos gehen!
Darüber sollten sich alle mal Gedanken machen, denn mit diesen fortwährenden Durchhalteparolen wird das nichts. Und bedenkt: Es sind keine Feiglinge, die von den Demos wegbleiben, denn ansonsten wärt ihr jetzt nicht in diesem Dilemma!

Einer aus der Massenbewegung der Demomeider

profilierungskünstler

muss ausgefüllt werden 02.05.2007 - 09:00
richtiiiiig!der oder die autorIn hat doch eigentlich echt nur recht.
na keine wunder dass rebellion,protest und eventueller widerstand nur noch zur kindergarten-pose verkommen ist(thinking of bremen...);aber oft scheint es auch so als ob es den jüngeren nachwuchs-"autonomen"eh nur noch auf hirnloses rumgemackere geht...so ala
kompensation für selbstunterdrücktes sexualverhalten?ähm,huch,nee aber wirklich,SO kommen wir garantiert nicht weiter!naja,ich bin auch ein daheimgebliebener,macht echt nicht mehr so richtig spass mit wochenend-revoluzzern was zu unternehmen und sich dafür auch noch einsacken zu lassen.selbstreflektion ist gerade bei so vielen jüngeren konsorten irgendwie ein tabu...na dann prost!

jawoll

kein name 02.05.2007 - 09:11
ja genau,live it or leave it!sandkastenautonome solln sich ne grössere festplatte zutun.is doch wahr!

Ronny aus Luckenwalde spielt Revolution

dieses Jahr ausgefallen 02.05.2007 - 11:18
Ja ganz super! Das Anzünden von Autos, Zerstören von Läden und Kiosken ist ja auch so wunderbar revolutionär. Überhaupt ist ja das gegenseitige Katz-und-Maus-Spiel zwischen Polizei und schwarzen Kindern unheimlich progressiv, das ändert die Verhältnisse ganz sicher.
Übrigens war die größte Demo in Kreuzberg an diesem Tag der internationale Mayday und von diesem Konzept sollten sich Menschen, wie der ganz doll revolutionäre Autor mal ne Scheibe abschneiden. Da hat man nämlich die eher autonom angehauchte Klientel endlich mal für echte Probleme sensibilisieren können. Vielleicht erkennen ja einige, daß der Einsatz für Mindestlöhne, ordentliche Arbeitsverhältnisse, Einhaltung der Grundrechte usw. viel progressiver und tatsächlich langfristig revolutionärer ist, als das Zerstören des Eigentums der Menschen, die genauso wie die meisten anderen unter dem Kapitalismus leiden.