1. Mai: Widerstand in Istanbul

Feda 01.05.2007 15:05 Themen: Repression Soziale Kämpfe Weltweit
1. Mai 1977; 500.000 Menschen begehen in der Türkei den 1. Mai am Istanbuler Taksim-Platz. Heckenschützen schießen in die Menge: 36 Tote.

Das war vor 30 Jahren. Seit 30 Jahren ist der Istanbuler Taksim-Platz ein verbotenes Pflaster am 1. Mai. Seit 30 Jahren wurde versucht, den Taksim-PLatz für den 1. Mai zurückzuerobern.
Heute, am 1. Mai 2007, fand seit 30 Jahren wieder die 1. Mai-Kundgebung am Taksim-PLatz statt. Der Bürgermeister und der Polizeipräsident von Istanbul hatten enorme Vorkehrungen getroffen, um eine Kundgebung am Taksim PLatz zu unterbinden. Sämtliche Busse, die aus Anatolien angereist kamen, wurden von der Polizei kontrolliert. Den TV-Sendern wurde es untersagt, live von den 1. Mai-Ereignissen zu berichten und Bilder zu übertragen. Neben der Pressezensur sorgte die Polizei dafür, dass Istanbul einer belagerten Stadt ähnelte. 17.000 Polizisten wurden eingesetzt, um den 1. Mai zu verhindern.

Taksim-Platz zurückerobert
Die Anstrengungen von Seiten der Gewerkschaften, allen voran der revolutionären Gewerkschaft DISK, der NGOs und mehrerer revolutionärer und reformistischer Parteien, in den Taksim-Platz zu gelangen, führten aufgrund der massiven Repression dazu, dass 580 Festnahmen gemacht wurden. Es gibt etliche Verletzte. Die Polizei ging äußerst brutal vor und setzte viel Pfefferspray ein, was dazu führte, dass ganze Stadtteile davon beeinträchtigt waren. Trotz dessen schaffte es zunächst eine Gruppe von ca. 3000 Menschen, den Taksim-Platz zu betreten und eine Kundgebung abzuhalten. Die Polizei griff daraufhin die Menge an und zerschlug die Kundgebung. Rund 1000 weitere Personen, die den Taksim-Platz bertreten wollten, gerieten mit der Polizei in eine Straßenschlacht an der Istiklal Straße.

Widerstand in Okmeydani
Weitere 1000 Personenen führten im Stadtteil Okmeydani einen Barrikadenkampf gegen die Polizei, die verhindern wollte, dass diese Gruppen ebenfalls zum Taksim-PLatz marschieren. Hierbei setzte die Polizei Pfefferspray und Gummigeschosse ein. Aufgrund des Widerstandes zog sich die Polizei aus dem Stadtteil zurück.

Die Straßenschlachten dauern in verschiedenen Stadtteilen Istanbuls an. Neben Pfeffergas und Gummigeschossen werden Polizeipanzer und Wasserwerfer eingesetzt. Dazu stehen verschiedene Einheiten der Gendarmerie bereit, um die Polizei zu unterstützen.

Von vielen der Festgenommen ist bislang nicht bekannt, wo sie hingebracht wurden.
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Ergänzungen

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tingeltangelbob 01.05.2007 - 20:50
soeben habe ich aus den nachrichten erfahren , dass neben gummigeschossen auch ECHTE schusswaffen in istanbul gegen demonstranten eingesetzt wurden

Übersetzen bitte...

... 02.05.2007 - 16:53
irgendjemand der türkisch spricht möge doch bitte mal übersetzen was wie genau passiert ist und weiter passiert - was war in der nacht los - sind die verhafteten wieder draußen oder gab es noch mehr verhaftungen ? - danke

weitere bilder

Boran 03.05.2007 - 21:19
Der Widerstand hat in Istanbul gesiegt
Es Lebe der revolutionäre Kampf

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