Rinteln: Aktion gegen Nazi-Treff "Dark Image"
Antifaschistischer Protest in Rinteln: Neonazi-Treffpunkt "Dark Image" schließen!
Im Vorfeld der geplanten Nazi-Kundgebungen am Samstag, 28. April in Paderborn und anderen Städten, fand heute in der Fußgängerzone von Rinteln eine antifaschistische Protestaktion statt.
In unmittelbaren Nähe befindet sich in der Mühlenstraße 16 das Tattoo & Piercing-Studio "Dark Image", ein regelmäßiger Anlaufpunkt für militante Neonazis aus dem Kreis Schaumburg und Umgebung.
Im Vorfeld der geplanten Nazi-Kundgebungen am Samstag, 28. April in Paderborn und anderen Städten, fand heute in der Fußgängerzone von Rinteln eine antifaschistische Protestaktion statt.
In unmittelbaren Nähe befindet sich in der Mühlenstraße 16 das Tattoo & Piercing-Studio "Dark Image", ein regelmäßiger Anlaufpunkt für militante Neonazis aus dem Kreis Schaumburg und Umgebung.
Im "Dark Image" arbeitet zum Beispiel der einschlägig vorbestrafte Arwid Strelow. Andere bekannte Neonazischläger wie Marcus Winter, Marco Siedbürger oder Jan Neumann geben sich dort die Klinke in die Hand. Acht Monate Haft ohne Bewährung kassierte erst gestern, am 25. April, Arwid Strelow im Amtsgericht Stolzenau wegen gefährlicher Körperverletzung. Der Prozess ist nur ein vorläufiger Abschluss in einer ganzen Reihe von Strafverfahren gegen eine Gruppe von gewalttätigen Neonazis in dieser Region.
Die verhängte Haftstrafe bekam Strelow, weil er am 5. August 2006 den Hausherrn einer Geburtstagsfeier in Rehburg-Loccum mit einer leeren Flasche geschlagen hatte. Das Opfer erlitt eine zwei Zentimeter lange Platzwunde.
Als Zeugen sollten Marcus Winter und Marco Siedbürger für Entlastung sorgen, doch mit ihren offenkundig abgesprochenen Aussagen konnten sie nicht einmal Strelows Anwalt überzeugen.
Strelow und seine Kameraden bilden den Kern der "Nationalen Offensive Schaumburg" (NOS), haben aber auch enge Verbindungen zur NPD und deren Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN). Früher firmierten sie auch als "Kameradschaft Weserbergland". Die Vorstrafenlisten sind lang:
- Am 13.03.2004 schlug Strelow einem Jugendlichen bei einer NPD-Demonstration in Rotenburg (Niedersachsen) mit einer Holzlatte ins Gesicht und zertrümmerte ihm das Jochbein. Der schwer verletzte Jugendliche musste mehrere Monate lang eine Metallplatte im Gesicht tragen und hätte beinahe sein Augenlicht verloren. Vom Jugendschöffengericht Stadthagen wurde Strelow wegen der Tat zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt.
- Im April 2006 schlug er vor seiner Wohnung einen Passanten, schoss mit einer Gaspistole in die Luft und beleidigte er einen Polizeibeamten. Dafür bekam er vom Amtsgericht Stadthagen eine sechsmonatige Haftstrafe, erneut auf Bewährung.
- Erneut stand er am 12.03.2007 vor dem Amtsgericht Stadthagen und wurde erstmals zu einer Strafe ohne Bewährung verurteilt. Wegen Sachbeschädigung, Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Körperverletzung, Missbrauch des Notrufes sowie eine falsche Verdächtigung gegen den NOS-"Kameraden" Garry Hann bekam er 9 Monate Haft.
In Kürze wird sich Strelow erneut vor Gericht verantworten müssen: diesmal wegen einer Schlägerei unter Neonazis in Lindhorst.
Prozess-Serie gegen Schläger und Hetzer
Anfang 2007 nahm die Justiz Fahrt auf: nun ermittelten gleich drei Staatsanwaltschaften aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gegen Mitglieder der Schaumburger Neonazi-Szene.
Vor dem Amtsgericht Minden müssen sich Marcus Winter (Minden), Marco Siedbürger (Nienburg) und Jan Neumann (Obernkirchen) wegen einer Schützenfest-Schlägerei in Porta Westfalica am 02.07.2005 wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Sie sollen laut Anklage einen Festteilnehmer angegriffen haben, der ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Gegen Nazis" trug. Mit Fausthieben und Bierkrügen schlugen sie auf den Mann ein und verletzten ihn am Kopf. Auch zwei herbeieilende Helfer sollen mit Bierkrügen am Kopf getroffen, ein am Boden liegendes Opfer mit Reizgas besprüht, geschlagen und getreten worden sein. Zur Tatzeit stand Winter unter Bewährung; auch er muss wie Strelow für einige Zeit mit Freiheitsentzug rechnen.
Strelows zweiter Zeuge im gestrigen Prozess, Marco Siedbürger, hatte 1999 als junger Skinhead mit einem Kameraden in Eschede den 44-jährigen Peter Deutschmann so schwer verletzt, dass das Opfer einen Tag später qualvoll erstickte. Im August 1999 überfielen sie Deutschmann in dessen Wohnung und traten mit ihren schweren Springerstiefeln auf ihr Opfer ein. "Das Blut war bis zu 1,80 Meter Höhe an die Wände gespritzt", hatte vor Gericht ein Polizeibeamter berichtet. Dafür musste Siedbürger eine fünfjährige Haftstrafe absitzen.
Im Februar 2007 ließ die Staatsanwaltschaft Bückeburg die Wohnung von Strelow und Winter in Lindhorst sowie eine weitere Wohnung im Landkreis Nienburg durchsuchen. Auf der NOS-Internetseite war ein antisemitischer Hetzartikel veröffentlicht worden, in dem Holocaust-Überlebende im NS-Jargon als "Volksschädlinge" verunglimpft wurden. Computer wurden beschlagnahmt, und dann ging alles ziemlich schnell: Bereits Anfang März - genau einen Monat nach der Durchsuchung - stand Winter in Stadthagen wegen Volksverhetzung vor Gericht.
Winter - noch unter Bewährung stehend - hatte in diesem Prozess die Verantwortung für die Webseite auf Jan Neumann geschoben. Diesem Strohmann glaubte das Gericht jedoch nicht und verurteilte Winter zu neun Monaten Haft ohne Bewährung. Sein Anwalt Böhmer setzte seine aus Nürnberg bekannten Tiraden fort und bezeichnete in seinem Plädoyer Holocaustüberlebende, die keine seien, als "Sozialschmarotzer", die den deutschen Staat erpressten.
Die Aktivitäten, nicht nur dieser Führungskader, zeigen überdeutlich, dass die Weltanschauung der NOS per se gewalttätig ist. Die Taten reichen dabei von Schändungen jüdischer und sowjetischer Friedhöfe, Körperverletzung mit Todesfolge, Freiheitsberaubung und Entführung, Führens und Gebrauchs einer Schusswaffe, Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz, gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzungen, Morddrohungen, Bedrohungen, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigungen, Beleidigung von Polizeibeamten, räuberischer Erpressung, falsche Verdächtigungen, Volksverhetzung, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Betruges, Missbrauch des Notrufes, Urkundenfälschung bis hin zu Diebstahl.
Aber auch der Tätowierer von "Dark Image" ist kein unbeschriebenes Blatt: Am 25. Juni letzten Jahres löste er zum Beispiel einen Polizeieinsatz aus, weil er nach einer Neonazi-Demonstration der NOS mit einem Morgenstern bewaffnet durch die Straßen lief.
Auf der Internetseite von "Dark Image" können einige seiner Tattoos betrachtet werden, so zum Beispiel das Symbol des verbotenen "Blood and Honour"-Netzwerkes. Der Name hat eindeutigen NS-Bezug. Die Worte "Blut und Ehre" waren auf den Fahrtenmessern der Hitler-Jugend eingraviert, die 'Nürnberger Rassengesetze' hießen offiziell "Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre".
"Blood and Honour" hat es sich zur Aufgabe gemacht, Nazi-Bands miteinander zu koordinieren und die nationalsozialistische Ideologie in die Skinhead-Bewegung zu tragen. Personen aus dem Blood-and-Honour-Umfeld sind besonders aktiv bei der zumeist konspirativen Organisation von Konzerten und bei der Herstellung und Verbreitung von Tonträgern mit neonazistischen Inhalten.
So wundert es denn auch nicht, dass “Dark Image“ eng mit dem sich offen zum Neonazimus bekennenden Tätowierstudio "Excalibur" in Bad Salzuflen zusammen arbeitet, in dem unter anderem auch der Sänger der Rechtsrock-Band "Sleipnier" als Piercer arbeitet.
Wir meinen, dass Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen ist. Deshalb wollen wir den Neonazi-Schlägern ihre Räume nehmen, damit sie ihre rassistische und antisemitische, kurz: menschenverachtende, Politik - ob im "Dark Image" oder anderswo - nicht betreiben können.
Die verhängte Haftstrafe bekam Strelow, weil er am 5. August 2006 den Hausherrn einer Geburtstagsfeier in Rehburg-Loccum mit einer leeren Flasche geschlagen hatte. Das Opfer erlitt eine zwei Zentimeter lange Platzwunde.
Als Zeugen sollten Marcus Winter und Marco Siedbürger für Entlastung sorgen, doch mit ihren offenkundig abgesprochenen Aussagen konnten sie nicht einmal Strelows Anwalt überzeugen.
Strelow und seine Kameraden bilden den Kern der "Nationalen Offensive Schaumburg" (NOS), haben aber auch enge Verbindungen zur NPD und deren Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN). Früher firmierten sie auch als "Kameradschaft Weserbergland". Die Vorstrafenlisten sind lang:
- Am 13.03.2004 schlug Strelow einem Jugendlichen bei einer NPD-Demonstration in Rotenburg (Niedersachsen) mit einer Holzlatte ins Gesicht und zertrümmerte ihm das Jochbein. Der schwer verletzte Jugendliche musste mehrere Monate lang eine Metallplatte im Gesicht tragen und hätte beinahe sein Augenlicht verloren. Vom Jugendschöffengericht Stadthagen wurde Strelow wegen der Tat zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt.
- Im April 2006 schlug er vor seiner Wohnung einen Passanten, schoss mit einer Gaspistole in die Luft und beleidigte er einen Polizeibeamten. Dafür bekam er vom Amtsgericht Stadthagen eine sechsmonatige Haftstrafe, erneut auf Bewährung.
- Erneut stand er am 12.03.2007 vor dem Amtsgericht Stadthagen und wurde erstmals zu einer Strafe ohne Bewährung verurteilt. Wegen Sachbeschädigung, Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Körperverletzung, Missbrauch des Notrufes sowie eine falsche Verdächtigung gegen den NOS-"Kameraden" Garry Hann bekam er 9 Monate Haft.
In Kürze wird sich Strelow erneut vor Gericht verantworten müssen: diesmal wegen einer Schlägerei unter Neonazis in Lindhorst.
Prozess-Serie gegen Schläger und Hetzer
Anfang 2007 nahm die Justiz Fahrt auf: nun ermittelten gleich drei Staatsanwaltschaften aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gegen Mitglieder der Schaumburger Neonazi-Szene.
Vor dem Amtsgericht Minden müssen sich Marcus Winter (Minden), Marco Siedbürger (Nienburg) und Jan Neumann (Obernkirchen) wegen einer Schützenfest-Schlägerei in Porta Westfalica am 02.07.2005 wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Sie sollen laut Anklage einen Festteilnehmer angegriffen haben, der ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Gegen Nazis" trug. Mit Fausthieben und Bierkrügen schlugen sie auf den Mann ein und verletzten ihn am Kopf. Auch zwei herbeieilende Helfer sollen mit Bierkrügen am Kopf getroffen, ein am Boden liegendes Opfer mit Reizgas besprüht, geschlagen und getreten worden sein. Zur Tatzeit stand Winter unter Bewährung; auch er muss wie Strelow für einige Zeit mit Freiheitsentzug rechnen.
Strelows zweiter Zeuge im gestrigen Prozess, Marco Siedbürger, hatte 1999 als junger Skinhead mit einem Kameraden in Eschede den 44-jährigen Peter Deutschmann so schwer verletzt, dass das Opfer einen Tag später qualvoll erstickte. Im August 1999 überfielen sie Deutschmann in dessen Wohnung und traten mit ihren schweren Springerstiefeln auf ihr Opfer ein. "Das Blut war bis zu 1,80 Meter Höhe an die Wände gespritzt", hatte vor Gericht ein Polizeibeamter berichtet. Dafür musste Siedbürger eine fünfjährige Haftstrafe absitzen.
Im Februar 2007 ließ die Staatsanwaltschaft Bückeburg die Wohnung von Strelow und Winter in Lindhorst sowie eine weitere Wohnung im Landkreis Nienburg durchsuchen. Auf der NOS-Internetseite war ein antisemitischer Hetzartikel veröffentlicht worden, in dem Holocaust-Überlebende im NS-Jargon als "Volksschädlinge" verunglimpft wurden. Computer wurden beschlagnahmt, und dann ging alles ziemlich schnell: Bereits Anfang März - genau einen Monat nach der Durchsuchung - stand Winter in Stadthagen wegen Volksverhetzung vor Gericht.
Winter - noch unter Bewährung stehend - hatte in diesem Prozess die Verantwortung für die Webseite auf Jan Neumann geschoben. Diesem Strohmann glaubte das Gericht jedoch nicht und verurteilte Winter zu neun Monaten Haft ohne Bewährung. Sein Anwalt Böhmer setzte seine aus Nürnberg bekannten Tiraden fort und bezeichnete in seinem Plädoyer Holocaustüberlebende, die keine seien, als "Sozialschmarotzer", die den deutschen Staat erpressten.
Die Aktivitäten, nicht nur dieser Führungskader, zeigen überdeutlich, dass die Weltanschauung der NOS per se gewalttätig ist. Die Taten reichen dabei von Schändungen jüdischer und sowjetischer Friedhöfe, Körperverletzung mit Todesfolge, Freiheitsberaubung und Entführung, Führens und Gebrauchs einer Schusswaffe, Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz, gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzungen, Morddrohungen, Bedrohungen, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigungen, Beleidigung von Polizeibeamten, räuberischer Erpressung, falsche Verdächtigungen, Volksverhetzung, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Betruges, Missbrauch des Notrufes, Urkundenfälschung bis hin zu Diebstahl.
Aber auch der Tätowierer von "Dark Image" ist kein unbeschriebenes Blatt: Am 25. Juni letzten Jahres löste er zum Beispiel einen Polizeieinsatz aus, weil er nach einer Neonazi-Demonstration der NOS mit einem Morgenstern bewaffnet durch die Straßen lief.
Auf der Internetseite von "Dark Image" können einige seiner Tattoos betrachtet werden, so zum Beispiel das Symbol des verbotenen "Blood and Honour"-Netzwerkes. Der Name hat eindeutigen NS-Bezug. Die Worte "Blut und Ehre" waren auf den Fahrtenmessern der Hitler-Jugend eingraviert, die 'Nürnberger Rassengesetze' hießen offiziell "Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre".
"Blood and Honour" hat es sich zur Aufgabe gemacht, Nazi-Bands miteinander zu koordinieren und die nationalsozialistische Ideologie in die Skinhead-Bewegung zu tragen. Personen aus dem Blood-and-Honour-Umfeld sind besonders aktiv bei der zumeist konspirativen Organisation von Konzerten und bei der Herstellung und Verbreitung von Tonträgern mit neonazistischen Inhalten.
So wundert es denn auch nicht, dass “Dark Image“ eng mit dem sich offen zum Neonazimus bekennenden Tätowierstudio "Excalibur" in Bad Salzuflen zusammen arbeitet, in dem unter anderem auch der Sänger der Rechtsrock-Band "Sleipnier" als Piercer arbeitet.
Wir meinen, dass Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen ist. Deshalb wollen wir den Neonazi-Schlägern ihre Räume nehmen, damit sie ihre rassistische und antisemitische, kurz: menschenverachtende, Politik - ob im "Dark Image" oder anderswo - nicht betreiben können.
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Ergänzungen
Korr.
Info
Nazis
da haben woll die nazis schiß bekommen :-)
Excalibur Tattoo / Bernd Peruch Pernod
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
LOL — ??????????
habe noch nazis in rinteln gesehen! — antifaschistin
DARK IMAGE GESCHLOSSEN!!!! — tina