Erfolgreicher Auftakt zum Berliner Mayday
Wie können sich Prekarisierte gegen ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen organisieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung am Sonntagabend im Berliner Stadtteilzentrum Kato.
Eingeladen war mit Holm Friebe der Autor des Buches „Wir nennen es Arbeit“, der einen Ausweg aus den Zumutungen des Kapitalismus schon mal die Flucht in die Selbstständig propagiert.
Das breite Grinsen der digitalen Boheme könnte auch für Menschen in Normalarbeitsplätzen attraktiv sein, so Friebe im Buch. Auf der Veranstaltung machte er aber eine wichtige Einschränkung. Man müsse auch der passende Typ dafür sein.
Wer es nicht ist, bleibt eben doch in Hartz IV hängen. Auch Peter Hartz hat schon mal in einen Buch die Selbstständig angepriesen. Anne Allex von der Berliner Kampagne gegen Zwangsumzüge wies darauf hin, dass viele Erwerbslose mit den Anforderungen, die von Jobcentern und Behörden an sie gestellt wurden, schlicht überfordert sind. Für sie ist die Rede über Flexibilisierung und Eigenverantwortung eher eine Drohung als eine Chance.
Eine Zwischenposition nahm Veronka Mirschel ein, die in der Dienstleistungsgewerkschaft verdi für die Selbstständigen zuständig ist. In manchen Punkten hat Mirschel Holm Friebe Recht gegeben. Andererseits hat sie auch Beispiele gezeigt, wie sich Prekäre erfolgreich gewehrt haben. So sollte die Künstlerkrankenkasse von der Politik infrage gestellt werden. Sie sichert KollegInnen aus dem Medienbereich eine Versicherung. Innerhalb kurzer Zeit gab es über das Internet so gravierende Proteste, dass der Gesetzgeber einen Rückzieher machte.
Leider ist daraus kein längerfristiger organisierter Widerstand geworden.
Was in der alten Arbeiterbewegung Sammeln von Kampferfahrungen genannt wurde, die Lust auf weitere Aktionen machten, ist unter prekären Arbeitsverhältnissen nicht mehr so einfach möglich. Die Arbeit der Arbeitsverhältnisse macht einen solchen kontinuierlichen Widerstand auch schwer.
Und der Mayday?
Da stellt sich natürlich sofort die Frage, welchen Stellenwert hier der Mayday haben kann. Für Holm Friebe und die digitale Boheme hat er wohl kaum einen Stellenwert. Die haben oft gar keine Zeit. Für die gewerkschaftlich organisierten Selbstständigen, die nicht unbedingt auf den DGB-Latschdemos mitlaufen wollen und sich auch bei der revolutionären Demo nicht unbedingt wiederfinden, könnte der Mayday eine Bedeutung haben. Bei den organisierten Erwerbslosen wurde er schon im letzten Jahr als Ort der Vernetzung, des Austausches genutzt. Das hat auch Anne Allex bestätigt. Sie sieht durchaus die Chance, dass der Mayday auch in Zukunft für mehr Menschen attraktiv wird, die sich gegen ihre Arbeits- und Lebensverhältnisse wehren. Dazu müsse allerdings der Alltagswiderstand vor den 1. Mai gestärkt werden. Dazu können soziale Zentren in denen Beratung für Erwerbslose angeboten wird, ebenso beitragen, wie Ein-Euro-Spaziergänge, wo mensch sich konkret über die Arbeitsverhältnisse von Ein-Euro-JobberInnen informiert.
Die Veranstaltung hat auch deutlich gemacht, dass es falsch ist, von einem Prekariat als neuer Klasse zu sprechen. Wer Menschen in prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen organisieren will, darf die Lohnabhängigen insgesamt nicht vergessen.
Als weitere Mobilisierungsveranstaltung vor dem Mayday wird es am Sonntag, 29.04.2007 um 20.00 Uhr an der Warschauer Brücke eine Videokundgebung "Gegen Prekarität - Für den Mayday!" geben.
Das breite Grinsen der digitalen Boheme könnte auch für Menschen in Normalarbeitsplätzen attraktiv sein, so Friebe im Buch. Auf der Veranstaltung machte er aber eine wichtige Einschränkung. Man müsse auch der passende Typ dafür sein.
Wer es nicht ist, bleibt eben doch in Hartz IV hängen. Auch Peter Hartz hat schon mal in einen Buch die Selbstständig angepriesen. Anne Allex von der Berliner Kampagne gegen Zwangsumzüge wies darauf hin, dass viele Erwerbslose mit den Anforderungen, die von Jobcentern und Behörden an sie gestellt wurden, schlicht überfordert sind. Für sie ist die Rede über Flexibilisierung und Eigenverantwortung eher eine Drohung als eine Chance.
Eine Zwischenposition nahm Veronka Mirschel ein, die in der Dienstleistungsgewerkschaft verdi für die Selbstständigen zuständig ist. In manchen Punkten hat Mirschel Holm Friebe Recht gegeben. Andererseits hat sie auch Beispiele gezeigt, wie sich Prekäre erfolgreich gewehrt haben. So sollte die Künstlerkrankenkasse von der Politik infrage gestellt werden. Sie sichert KollegInnen aus dem Medienbereich eine Versicherung. Innerhalb kurzer Zeit gab es über das Internet so gravierende Proteste, dass der Gesetzgeber einen Rückzieher machte.
Leider ist daraus kein längerfristiger organisierter Widerstand geworden.
Was in der alten Arbeiterbewegung Sammeln von Kampferfahrungen genannt wurde, die Lust auf weitere Aktionen machten, ist unter prekären Arbeitsverhältnissen nicht mehr so einfach möglich. Die Arbeit der Arbeitsverhältnisse macht einen solchen kontinuierlichen Widerstand auch schwer.
Und der Mayday?
Da stellt sich natürlich sofort die Frage, welchen Stellenwert hier der Mayday haben kann. Für Holm Friebe und die digitale Boheme hat er wohl kaum einen Stellenwert. Die haben oft gar keine Zeit. Für die gewerkschaftlich organisierten Selbstständigen, die nicht unbedingt auf den DGB-Latschdemos mitlaufen wollen und sich auch bei der revolutionären Demo nicht unbedingt wiederfinden, könnte der Mayday eine Bedeutung haben. Bei den organisierten Erwerbslosen wurde er schon im letzten Jahr als Ort der Vernetzung, des Austausches genutzt. Das hat auch Anne Allex bestätigt. Sie sieht durchaus die Chance, dass der Mayday auch in Zukunft für mehr Menschen attraktiv wird, die sich gegen ihre Arbeits- und Lebensverhältnisse wehren. Dazu müsse allerdings der Alltagswiderstand vor den 1. Mai gestärkt werden. Dazu können soziale Zentren in denen Beratung für Erwerbslose angeboten wird, ebenso beitragen, wie Ein-Euro-Spaziergänge, wo mensch sich konkret über die Arbeitsverhältnisse von Ein-Euro-JobberInnen informiert.
Die Veranstaltung hat auch deutlich gemacht, dass es falsch ist, von einem Prekariat als neuer Klasse zu sprechen. Wer Menschen in prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen organisieren will, darf die Lohnabhängigen insgesamt nicht vergessen.
Als weitere Mobilisierungsveranstaltung vor dem Mayday wird es am Sonntag, 29.04.2007 um 20.00 Uhr an der Warschauer Brücke eine Videokundgebung "Gegen Prekarität - Für den Mayday!" geben.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Die spannende Vorgeschichte zum Mayday
Stellungnahme von F.e.l.S.:
Holm Friebe und die Digitale Bohème
Friebes Sicht zu Werbung und Marketing kann man in seinem Jungle World Artikel "Branding the Revolution" lesen:
Der Mitautor Lobo, welcher den Irokesen-Haarschnitt ganz geschickt PR-mäßig vereinnahmt (
-
-
-
-
Das gemeinsame Buch "Wir nennen es Arbeit" stellt die These auf, dass die Digitale Bohème "sich dazu entschlossen haben, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, dabei die Segnungen der Technologie herzlich umarmen und die neusten Kommunikationstechnologien dazu nutzen, ihre Handlungsspielräume zu erweitern."
Kritik an dieser "neuen Form von freiem Unternehmertum" übten unter anderem:
- die konkret: "Unfreiwillig arbeiten die Autoren (...) jedoch den neoliberalen Gesellschaftsentwürfen derer in die Hände, von denen sie sich ursprünglich befreien wollten. Denn die Auftraggeber aus Verlagen und Unternehmen freuen sich am meisten über Mitarbeiter, die rund um die Uhr zur Selbstausbeutung bereitstehen. (...) Lobo und Friebe bleiben den Beweis schuldig, dass es nicht nur einer Elite, sondern einer großen Zahl von Menschen quer durch alle Branchen gelingen kann, in der digitalen Bohème ihr Auskommen zu finden." (Konkret - Heft 12 Dezember 2006 - "Frei und willig" - Tina Klopp - S. 59)
- die art: "Ihre These, dass die 'digitale Boheme' mit ihren neuen Formen der Arbeitsorganisation eine Alternative zur Krise der Angestelltenkultur bietet, muss den Test der Zeit erst noch bestehen. Auch wenn Friebe und Lobo 'kein Berlin-Buch' geschrieben haben wollen: ob es ihnen woanders gelungen wäre, darf bezweifelt werden." (art - Nr. 12 / Dezember 2006 - "Alles auf Berlin!" - Kito Nedo - S. 139)
Ob diese Einstellung zum Konzept von Mayday passt, wag ich doch zu bezweifeln.
Polizeiauflagen
Heute gefunden: Allgemeinverfügungen des Polizeipräsidenten in Berlin im Amtsblatt für Berlin vom 20.04.2007 (Nr. 17), Seite 1101:
Erste Allgemeinverfügung:
I. Hiermit ordne ich an, dass vom 30. April 2007 ab 13.00 Uhr bis zum 1. Mai 2007 um 06.00 Uhr von Personen im Bereich des „Mauerparks“ (Berlin-Pankow, Ortsteil Prenzlauer Berg), begrenzt durch die Graunstraße, Wolliner Straße, Kremmener Straße, Eberswalder Straße, Topsstraße, Cantianstraße, Am Falkplatz, Gleimstraße keine Glas- flaschen/-behältnisse oder Dosen mitgeführt werden dürfen.
II. Bei Zuwiderhandlungen gegen Nummer I wird sofort unmittelbarer Zwang angewendet.
III. Die sofortige Vollziehung wird angeordnet.
IV. Die Allgemeinverfügung gilt an dem Tag als bekannt gegeben, der auf die öffentliche Bekanntgabe folgt.
Einsichtnahme:
Die Allgemeinverfügung und ihre Begründung einschließlich Lageplan können im Vorraum der Wache der Dienststelle: Der Polizeipräsident in Berlin Direktion 1, Abschnitt 15 Eberswalder Straße 6–9, 10437 Berlin zu den nachstehend aufgeführten Geschäftszeiten eingesehen werden. Geschäftszeiten: Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr
Zweite Allgemeinverfügung:
I. Hiermit ordne ich an, dass vom 30. April 2007 ab 12.00 Uhr bis zum 1. Mai 2007 um 06.00 Uhr im Bereich des Boxhagener Platzes, begrenzt durch die Gabriel-Max-Straße/Krossener Straße, Gabriel-Max- Straße/Grünberger Straße, Grünberger Straße/Gärtnerstraße und Gärtnerstraße/ Krossener Straße jeweils einschließlich der Kreuzungsbereiche der oben genannten Straßen, keine Glasflaschen/- behältnisse oder Dosen mitgeführt werden dürfen.
II. Bei Zuwiderhandlungen gegen Nummer I wird sofort unmittelbarer Zwang angewendet.
III. Die sofortige Vollziehung wird angeordnet.
IV. Die Allgemeinverfügung gilt an dem Tag als bekannt gegeben, der auf die öffentliche Bekanntgabe folgt.
Einsichtnahme:
Die Allgemeinverfügung und ihre Begründung einschließlich Lageplan können im Vorraum der Wache der Dienststelle: Der Polizeipräsident in Berlin Direktion 5, Abschnitt 58 Wedekindstraße 10, 10243 Berlin zu den nachstehend aufgeführten Geschäftszeiten eingesehen werden.
Geschäftszeiten: Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr
Mayday! Mayday!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
KATO Stadtteilzentrum?
Die spannende Geschichte der Antifa
Informationen zur revolutionären Demo und deren Postion zu alten Vergleichen zwischen Menschen und Insekten finden sich hier:
Verhältnis zu gesundem Nationalismus auf der "REVOLUTION"-Demo gibts auf der Homepage von dem Hauptact des Auftaktkonzerts:
"Der Song ist auch als Aufruf an Ausländer sowie Deutsche zu verstehen, zusammen gegen Hass und Vorurteile gegenüber anderen Menschen vorzugehen und gemeinsam Flagge zu zeigen. Wie schon zur WM 2006 mit einem gesunden Stolz für dieses Land!"
Checkt das mal aus. Das geht ab. Wir werden ab 17 Uhr unseren Spass mit den Freunden von der Mao-Stalin-Demo und mit Colos36 haben. Seit dabei!
" Filip FelSenstein" von 11.52 uhr
es wäre richtig toll, wenn all die sektierer, spalter und stolzverletzten patzhirsche aus den vorbereitungsbeteiligten gruppen mal mit der anpisse aufhören könnten und vor allen dingen damit aufhören könnten unter fremdem namen beiträge zu posten. das ist die letzte scheiße!
und es wäre auch toll, wenn der 18-sprecherInnen aufhören könnten in ihrer pressearbeit auf den mayday einzuhacken. das ist kein guter stil und passiert anderrum auch nicht.
macht doch lieber mit eurer anbiederei ans myfest weiter...
siehe junge welt vom 23.4.
Zitat
»Die Linke ist vielfältig, aber einige sind engstirnig«
Zitat:
Während sich einige bewußt auf Themen wie »Prekarisierung« zum Beispiel bei der MayDay-Parade beschränken, favorisieren die Organisatoren der Demonstration am Abend des 1. Mai, die wir auch unterstützen, weiterhin eine vielfältige, aber deutlich antikapitalistische Ausrichtung mit kulturellen Beiträgen.
an den bullen Michael BLAUmeyer
Das von dir publizierte Plakat ist nicht das Bündnis-Plakat, da haste was falsch "gecheckt". Aber neben dem Bündnis Plakat der 18-Uhr Demo gibt es zahlreiche Plakate wie von den Autokomms, Freiräume-Block, ALB, ARAB und weitere.
Plakat gegen Privatisierungswahn und Vertreibung aus den Stadtteilen checkst du hier:
volksfront für die revolution...
fünfundzwanzig
Heuschreckenplakat das Letzte!
Freut mich, dass es an einigen Stellen von Aufrechten überklebt wurde mit "Wer Menschen mit Ungeziefer vergleicht, hat nichts aus der Geschichte gelernt." Mit gleichzeitigem Aufruf für MayDay UND 18 Uhr-Demo.
Heute zur Mittagszeit waren 2 MYFEST-Heinis in der Naunynstraße zu beobachten, die über die "Heuschrecken"-Plakate einfach MYFEST-Plakate geklebt haben (mit Klebeband).
Naunyner labert scheisse über Heuschr.-Plak
@Zähler
Unfug
Tree Strikes and you are out heisst es passenderweise,und das ist auch ok so.Niemand will mit Leuten zusammenarbeiten müssen die ständig Fehler produzieren.
Jetzt lernt auch endlich mal der Rest der Bevölkerung wie es ist Angst haben zu müssen,die Angst eint sie alle,ganz unideologisch...
Kein Alk am ersten Mai ist doch ok,Revolutionäre oder alle die sich dafür halten sollen kristallklar und präzise handeln,ganz ohne Suff,trinkt Milch,wer sich dennoch die Birne zuknallen will kann sein Bier auch aus Plastikflaschen saufen
TOP und AJAK kleben Plakate über
Ihr könnt ja Kritik an den Autokomm Plakaten haben, aber dann tragt das mit denen aus. Da seid ihr wohl zu feige zu und deswegen macht ihr Überkleber wo eure FLOP-Demo vom 30. draufsteht und ihr auch Mayday und 18 Uhr draufsetzt.
Aber leider seid ihr die einzigen, die sich in diesem Jahr wohl nicht an die Spielregeln halten und versuchen mit der geringen Plakat-Auflage die ihr habt andere zu überkleben.
GAME OVER!
@ anonymer als ihr
RIMler...
@ warhead