Freiburg: Repression gegen 1. Mai-Mobilisierung

Einige Rebellinnen und Rebellen 22.04.2007 02:46 Themen: Freiräume Repression
In Freiburg wird zur Zeit für die Love or Hate-Parade mobilisiert. Die Bullen reagieren mit gezielten schikanösen Straßenkontrollen von Linken. Außerdem haben linke Projekte Einschüchterungsanrufe erhalten und es wurde mit Ermittlungsverfahren gedroht.
Mit bürokratischen Verordnungen versuchen die Behörden seit längerem linke Infrastruktur in Freiburg zu schwächen. Besonders betroffen sind davon linksalternative Initiativen im Grün, einem Stadtteil mit langer linker Tradition. Am 1. Mai findet hier das traditionelle Straßenfest statt, von welchem die Parade um 19 Uhr startet. Die AnwohnerInnen im Grün wurden mit einem Flugblatt zur Love or Hate-Parade eingeladen:


Love or Hate-Parade 2004

Liebe Anwohnerinnen und Anwohner,
liebe Feiernde und Empörte,
liebe Rebellinnen und Rebellen,

am 1. Mai 2007 findet wie jedes Jahr das gewohnte Straßenfest im Grün statt. In diesem Jahr haben wir beschlossen, uns mit einer Love or Hate-Parade daran zu beteiligen. Mehrere hundert Menschen werden ab 19 Uhr mit rhythmischer Samba-Band, vielfältigen Musikwägen, bunten Kostümen und schwarz-roten Fahnen feiernd und demonstrierend durch die Stadt ziehen.

Es wird das sechste Mal sein, dass in Freiburg Menschen ihren Unmut und ihre Kultur liebend und hassend auf die Straße tragen. Dieses Jahr wollen wir auf die ungewisse Zukunft der KTS hinweisen, denn zum Ende des Jahres läuft der Mietvertrag des Autonomen Zentrums aus. Bisher weigern sich Stadt und Bahn den Vertrag zu verlängern, obwohl der Bedarf an selbstverwalteten Räumen für alternative Kultur und linke Politik außer Frage steht.


Love or Hate-Parade 2005

Generell erleben wir in Freiburg in den letzten Jahren eine aggressive Stadtpolitik, die alles Unkommerzielle aus dem Stadtbild verdrängt. Die Wiesen am Dreisamufer werden privatisiert, das Konzerthaus ist trotz anhaltend hoher Subventionen für die meisten weiter unerschwinglich und an allen Ecken und Enden werden ungefragt Werbetafeln aufgestellt.

Trotz des gewonnenen Bürgerentscheids steigen die Mieten weiter an, bezahlbarer Wohnraum wird zerstört oder steht ungenutzt leer. Die Stadt hat diese unsoziale Politik zu verantworten, die im Umgang mit den Strassenpunx besonders deutlich wird, denn die Punks werden selbst unter Brücken noch geräumt. Auch am 1. Mai ist zu erwarten, dass die Behörden wieder Unsummen für Polizeieinsätze ausgeben werden.

Doch wir lassen uns nicht einschüchtern und setzen diesem rechten Trend unsere Kreativität und Eigeninitiative entgegen. Wir werden am 1. Mai die Straßen wiederbeleben – von der Parade wird keine Gewalt ausgehen, wenn die Polizei uns nicht provoziert. Schon vor der Love or Hate-Parade werden wir leckeres Essen zusammen kochen und laden Euch herzlich dazu ein. Kommt vorbei, bringt eure Instrumente mit, hängt Transparente aus den Fenstern und helft uns am Ende den Müll wieder einzusammeln.


MAKE LOVE NOT NOISE

Feiert und demonstriert mit uns am 1. Mai für autonome Freiräume und gegen Sozialkürzungen, Treffpunkt ab 19 Uhr Ecke Wilhelmstraße/Belfortstraße. See you on the streets...


Einladung (PDF, 307 KB)

Die Redaktion der Zeitschrift Sisyphos hat eine Broschüre zum 1. Mai herausgebracht. Enthalten sind Artikel zu den Themen „Die Haymarket Affäre“, und „Das Mayday Konzept“, sowie ein Gastbeitrag der Antifaschistischen Aktion zu „Die Nazis und der 1. Mai“:

Broschüre (PDF, 773 KB)

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Ergänzungen

Freiräumeblock 1.Mai Berlin

------------- 22.04.2007 - 08:49
Aufruf zum Freiräumeblock auf der revolutionären 1.Mai Demonstration um 18 Uhr



Mit dem Freiräumeblock wollen wir den vielen selbstverwalteten Initiativen, Häusern und Wagenburgen eine Möglichkeit geben, sich in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen und ihre aktuelle Situation gemeinsam im Rahmen des 1.Mai´s auf die Strasse zu tragen.
Dazu wollen wir auch auf die immer weiterreichende Stadtumstrukturierung mit ihren negativen Folgen aufmerksam machen und uns gegen diese Vertreibungspolitik zur Wehr setzen. Selbstbestimmte Freiräume stehen einerseits der Profitgier des Kapitalismus im Wege und wurden anderseits von den Regierenden schon immer als gefährlich, widerständig und das System destabilisierend erkannt und sind seit jeher staatlicher Repression ausgesetzt. Daher sind immer mehr unserer Projekte bedroht, werden zerstört und vertrieben.

Wenn wir am 1.Mai im Freiräumeblock für den Erhalt und Ausbau von linken Projekten und Freiräumen auf die Strasse gehen, dann geht es uns nicht allein um unsere eigenen Strukturen und Räume. Unser Kampf ist ein Teil des Kampfes gegen die allgegenwärtige gesellschaftliche Normierung und staatliche Kontrolle. Wir sehen uns in Zusammenhang mit allen, die sich ein Leben außerhalb von gesellschaftlicher Anpassung, allgegenwärtiger Kontrolle und kapitalistischer Verwertungslogik vorstellen. Ob im Park rumhängende Punx von Kiezbullen belästigt werden, die Alg II Empfängerin ihre Kontobewegungen für sich behalten will oder der Sprayer andere Vorstellungen von Stadtverschönerung hat – wir alle kämpfen um die letzten Reste von Freiräumen, um die Räume, die wir für eigenständiges, kreatives Leben brauchen. Unsere Vorstellungen, wie wir unseren Freiraum gestalten wollen, sind so unterschiedlich wie wir selbst und trotzdem führen wir einen gemeinsamen Kampf.

Wir sehen unseren Kampf um Freiräume auch im Kontext mit dem diesjährigen Widerstand gegen den G8 Gipfel in Heiligendamm, auf dem die wirtschaftliche Ausplünderung der Erde und die fortschreitende Privatisierung aller verfügbaren Ressourcen optimiert werden soll.
Die menschenverachtende Politik, die die 8 Regierungschefs der wirtschaftlich und militärisch führenden Staaten der Welt bei ihren jährlichen Treffen vorantreiben, zeigt sich auf allen Ebenen. Auch unsere Projekte hier sind betroffen: mehr Freiheit fürs Kapital, weniger Räume für Unkommerzielles und Selbstorganisiertes.

Und nur gemeinsam können wir diesem System die Stirn bieten und uns das recht auf Freiraum nehmen – allein machen sie dich ein! Wir werden Freiräume als Lebensraum und Widerstandsstruktur immer wieder und an allen Orten verteidigen und erkämpfen! Wir rufen deshalb alle, die in einer bunten, vielfältigen statt grauen Gesellschaft leben wollen, auf, sich an unserem Block zu beteiligen!


Freiräume werden erkämpft und nicht erbettelt!
Für die soziale Revolution – weltweit!

Lausitzer Platz: 17 Uhr Kundgebung mit Bands
18 Uhr Demonstration

Aufrufer: Rigaerstrasse-fights-back-Bündniss, Rigaerstrasse 84, Rigaerstrasse 78, Rigaerstrasse 94, Köpi, New York 59, Tommy Weissbecker Haus, Lohmühle, Ungdomshuset- Soligruppe Berlin, Wopsite, Schwarzer Kanal, Kampagne Freiräume verteidigen und erkämpfen, B.A.N.G., Sternburgbrigade, Schnarup Thumby, Zielona Gora, Brunnenstrasse 183, Jugendzentren Potse und Drugstore, Einzelpersonen Unterstützt wird der Aufruf von AktivistInnen des Ungedomshuset in Kopenhagen


1.Mai: Strasse frei in Strasburg und Freiburg

Livia 22.04.2007 - 12:12
Die Fédération Anarchiste, Strasburg und die Antifaschistische Aktion Offenburg rufen alle libertären Menschen auf, sich am schwarzroten Block der Strasbourger 1. Mai Demonstration zu beteiligen.

In Chicago kämpften die ArbeiterInnen 1886 für die Reduzierung der Arbeitszeit auf acht Stunden pro Tag. Diese Bewegung erlitt eine starke Repressionwelle : Es gab vier Todesurteile. Darum wurde der 1. Mai zum Symbol des Kampfes der internationalen ArbeiterInnenbewegung gegen Kapital und Staat.

Durch ihren Kampf haben die ArbeiterInnen soziale Fortschritte errungen. Ohne den Druck der ArbeiterInnenbewegung hätten Staat und ArbeitgeberInnen nie etwas preisgegeben. Die sozialen Fortschritte, die so erkämpft wurden, werden seit mehr als zwanzig Jahren vom Kapitalismus in Frage gestellt : Angriffe auf das Renten- und Gesundheitssystem, zunehmende Prekarisierung, usw.

Der Kampf ist nach wie vor notwendig, er bleibt das einzig brauchbare Mittel, um die Macht zum Scheitern zu bringen. Und doch bleiben wir in der Verteidigung, obwohl doch für uns der Sinn des sozialen Kampfes die Abschaffung von Kapitalismus und Staat ist.

Deswegen ist es nötig ein Kräfteverhältnis zu gestalten, das es uns ermöglicht, in die Offensive zu gehen und die Perspektive einer Gesellschaft zu erschaffen, die befreit ist von Lohnarbeit und Unterdrückung. Indem wir unseren Kampf selbst organisieren, können wir die Basis einer selbstverwalteten Gesellschaft schaffen.

Kämpfen wir weiter, ob hier oder anderswo, über die Grenzen hinweg. Behaupten wir unsere Opposition gegen den Kapitalismus und den Staat und demonstrieren wir unseren Willen, eine libertäre Gesellschaft zu gestalten.

- Strasburg : 10 Uhr place de la bourse** - Auf zum schwarzroten Block
und danach ab 13 Uhr, Vokü im Molodoï (19, rue du ban de la roche)

- Freiburg : 19 Uhr Belfortstr./ Wilhelmstr. Love or Hate Parade für autonome Freiraüme und gegen soziale Kürzungen

Antifaschistische Aktion Offenburg

Fédération Anarchiste - Strasburg

UnterstützerInnen : No Pasaran Strasburg, FAU Freiburg, La Banda Vaga Freiburg, Schattenparker Freiburg , Anarchistische Gruppe Mannheim, Forum deutschsprachiger Anarchistinnen und Anarchisten

Pressemitteilung zur 6. Love or Hate-Parade

Autonome Love or Hate-Vorbereitungsgruppe 25.04.2007 - 19:05
Pressemitteilung zur 6. Love or Hate-Parade am 1. Mai

Freiburg, den 25. April 2007

Am 1. Mai 2007 wird es um 19 Uhr ab Belfort-/Ecke Wilhelmstraße die 6. Love or Hate-Parade in Freiburg geben. Der Tag wurde von uns wegen seiner antikapitalistischen Tradition bewusst gewählt, um den politischen Charakter der Parade zu betonen. Wir wollen an diesem Tag ein kraftvolles Zeichen setzen, wenn nicht anders möglich auch gegen den Willen von Stadt und Polizei. Aber wir wollen keine gewaltsamen Auseinandersetzungen provozieren, wir suchen die politische Konfrontation. Deshalb werden wir in den letzten Aprilstunden unsere geplante Route veröffentlichen.

Wir erwarten jedoch von der Freiburger Polizei, dass sie zu einer Deeskalationsstrategie zurückkehrt. Es ist inakzeptabel, dass in letzter Zeit in Freiburg bei politischen Versammlungen, wie beispielsweise dem D.I.Y-Festival im Juli 2006, schon im Vorfeld durch Platz- oder gar Stadtverweise versucht wird, Protest zu unterbinden. Weiter wehren wir uns gegen einen neuerlichen Kessel wie bei der Love or Hate-Parade 2005, mit dem die Polizei versucht, Demonstrationen zu deligitimieren. Neuerliche Gewalttaten der Polizei, wie etwa bei der Demonstration gegen Repression im Dezember 2006 oder bei den Hausbesetzungen im Januar 2007, machen selbstverständlich jedes Zugeständnis unsererseits am 1. Mai null und nichtig.

Die fehlende Aufarbeitung der letzten Gewaltexzesse trotz unzweifelhafter Beweislage ist nicht gerade eine vertrauensbildende Maßnahme der Freiburger Polizei. Auch der vor wenigen Tagen von der lokalen Presse aufgedeckte rassistische „Gewaltmissbrauch im Dienst“ belastet eine Kooperation mit der Staatsgewalt sehr, zumal sich die Freiburger Polizei zu dem Vorfall nicht äußern will.

Wir jedenfalls laden zu einer bunten und entschlossen Parade ein. Wir wollen auf die Notwendigkeit autonomer Freiräume hinweisen und unseren Willen demonstrieren, sie gegen alle Widrigkeiten zu verteidigen. Wir wollen die vom Kapitalismus erzeugten Ungerechtigkeiten sichtbar machen und setzen nach wie vor auf die soziale Revolution als Weg zu Emanzipation und Freiheit. Heraus zum 1. Mai!

Autonome Love or Hate-Vorbereitungsgruppe

Es geht immer weiter...

Autonom@ntifA 04.05.2007 - 18:34

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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wieder vollzaehlig — die zehn kleine negerlein

Korrektur — ich

Bundesweit — xyz

Repression? — frage

Zur Frage der Repression — Einer von vielen

Nochmal zur Frage der Repression — Einer von vielen

bitte wortwahl beachten ! — antirassistIn