Irak: Botschafter von Entführern freigelassen

diplomatische Gepflogenheiten 04.04.2007 23:31 Themen: 3. Golfkrieg Militarismus Weltweit
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Im Irak wurde am 03.April 2007 Jalal Sharafi, der zweite Botschaftssekretärder des Irans im Irak von Kollaborateuren der US Besatzung freigelassen.
Sharafi war am 4. Februar 2007 von bewaffneten Männern in irakischen Militäruniformen verschleppt worden.

Ob seine Freilassung mit dem Fall der 15 britischen Soldaten in Zusammenhang stand, ist noch unklar.

Aus Regierungskreisen in Bagdad hiess es, Sharafi sei vom irakischen Geheimdienst entführt worden.

Bemühungen um Iraner in US-Haft

Die irakische Regierung bemühte sich unterdessen nach Angaben aus dem Aussenministerium intensiv um die Freilassung von fünf Iranern, die sich seit mehr als zwei Monaten in amerikanischem Gewahrsam befinden. Sie waren von US-Soldaten festgenommen worden.

Den Iranern wird vorgeworfen, den Revolutionsgarden anzugehören und im Irak militante Schiiten mit Geld und Waffen versorgt und ausgebildet zu haben. Der Iran beteuert hingegen, die fünf hätten nur konsularische Aufgaben wahrgenommen.

Ein Vertreter des irakischen Aussenministeriums sagte, eine Freilassung der Iraner würde sicher auch die Freilassung der im Iran festgehalten britischen Soldaten begünstigen.

In den frühen Morgenstunden des 11.Januar 2007 stürmten US-Soldaten das iranische Konsulat in Arbil und entführten sechs Botschaftangehörige und raubten Computer und Datenträger.

Iran reagierte verärgert auf den Vorfall. Das Außenministerium sprach von einem Verstoß gegen diplomatische Gepflogenheiten.

Es handle sich offenbar um einen gezielten Versuch, Spannungen zwischen dem Irak und seinen Nachbarländern zu schüren und Iran unter Druck zu setzen.

Die Botschafter des Iraks und der Schweiz, die die Interessen der USA in Teheran vertritt, wurden ins Außenministerium zitiert und um eine Erklärung ersucht.

Schon vor weniger als einem Monat hatten US-Soldaten eine kleine Gruppe Iraner im Irak entführt.

Die gegenwärtige US-Regierung sieht Diplomatie als Instrument zur Belohnung wohl gesonnener Staaten an.

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Ergänzungen

eine Quelle

Leser 05.04.2007 - 01:24
Hier ist ne Quelle. Tatsächlich spannend, dass auf Spiegel Online nicht ein Wort davon erwähnt wird. Bin kein Freund des Mullah-Regimes, aber die Mediendarstellung ist zumindest einseitig wenn nicht gar tendenziös. Einem tatsächlichen Verstehen (ich rede nicht von empathischem Verständnis) der iranischen Regierungshandlungen (oder der iranischen Gesellschaft) hilft das nicht.

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04.04.2007 18:55
Agentur IRNA: Iranischer Diplomat im Irak wieder frei
Möglicher Zusammenhang mit Gefangenen-Krise unklar

Teheran - Im Irak ist einem Medienbericht zufolge ein festgenommener iranischer Diplomat wieder auf freiem Fuß. Die staatliche iranische Agentur IRNA meldete am Dienstag, der hochrangige iranische Botschaftsmitarbeiter Jalal Sharafi werde noch am Nachmittag den Irak verlassen und in den Iran zurückkehren. Sharafi war vor zwei Monaten in der irakischen Hauptstadt Bagdad von einer irakischen Einheit festgenommen worden, die eng mit den US-Truppen zusammenarbeitet.

Der Iran warf den USA daraufhin vor, seinen Diplomaten neben weiteren Iranern im Irak entführt zu haben. Derzeit befinden sich noch fünf Iraner in US-Gewahrsam, die nach Darstellung der Regierung in Washington Aufständische im Irak unterstützt haben sollen.

Es blieb zunächst unklar, ob die Freilassung von Sharafi in einem Zusammenhang mit der jüngsten Gefangenenkrise zwischen dem Iran und dem US-Verbündeten Großbritannien steht. Der Iran hält seit eineinhalb Wochen 15 britische Marinesoldaten in seiner Gewalt, weil sie nach iranischer Darstellung in iranische Hoheitsgewässer vordrangen. Nach britischen Angaben befanden sich die Briten dagegen auf irakischem Seegebiet. Großbritanniens Premierminister Tony Blair äußerte sich zuletzt optimistisch, dass der Konflikt bald beigelegt werden könnte. Die nächsten 48 Stunden seien entscheidend. (APA/Reuters)
von:  http://derstandard.at/Text/?id=2830160

Tit for Tats

open your eyes 05.04.2007 - 07:13
Zu den Hintergründen empfiehlt sich die Lektüre eines aktuellen Telepolis-Artikels ( http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25007/1.html). Besonders interessant dabei sind die beiden Links im vorletzten Absatz. Der "Independent" hatte bereits vor einigen Tagen einen Zusammenhang zwischen dem versuchten Kidnapping von hochrangigen iranischen "Sicherheits"-Experten durch US-Truppen im Irak und der Festnahme der 15 britischen SoldatInnen aufgezeigt. Warum darüber in Spiegel-Online nicht berichtet wurde, darüber kann sich jedeR LeserIn jenes extrem ideologischen Mediums seine eigenen Gedanken machen...

Tit for Tat / Tititainment

-753 ovipar lactose-intoleranz 05.04.2007 - 11:21

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