Anquatschversuch des VS in Berlin

Schnipp den Schlapp 03.04.2007 22:28
Am Dienstag den 3. März wurde ein linker Jugendlicher aus Charlottenburg um ca 18.05 vor seiner Arbeitsstelle auf dem Weg nach Hause von zwei Personen des Berliner Innenministeriums angesprochen. Ziel dieses Anquatschversuches war es, Einblicke in linke Strukturen zu bekommen.
Am Dienstag den 3. März wurde ein linker Jugendlicher aus Charlottenburg um ca 18.05 vor seiner Arbeitsstelle auf dem Weg nach Hause von zwei Personen angesprochen. Diese sprachen ihn erst unverfänglich an und gaben vor, eine Umfrage im Auftrag der Stadt Berlin zu machen. Auf sein Nachfragen zeigten sie ihm ihre Ausweise (Herr .... und Frau Jäger) und sagten sie seien Beamte den Bundesministeriums des Inneren. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass die beiden seinen Namen kannten, sowie seine Arbeitszeiten usw. Als der Jugendliche fragte, woher sie seine Daten hätten, sagten sie, sie hätten auch mit anderen Leuten Kontakt, wollten jedoch nicht preisgeben wer ihn da ins „Spiel“ gebracht hätte - da sie viel Wert auf Diskretion legten. Sie fragten ob er kurz Zeit hätte mit ihnen zu sprechen und er willigte ein.
Also ging es dann in ein Restaurant am Mexikoplatz. Ein angebotenes Getränk lehnte er ab. Nachdem die beiden etwas rumgdruckst hatten (sie wirkten recht unsicher) fing der Mann an den Jugendlichen zu fragen ob er schon häufiger Jugendkriminalität im Bereich Zehlendorf erlebt hätte - er verneinte diese Frage. Dann machte er einen abrupten Themenwechsel und fragte ob er nicht schon öfter auf Demonstrationen gewesen wäre. Auch das verneinte der Jungendliche. Herr Jäger meinte jedoch es besser zu wissen und wollte von dem Jugendlichen ein Meinungsbild ob die Gewalt auf Demos nicht doch öfters mal von der Polizei ausgehe usw. Der Jugendliche verneinte alles und gab sich unwissend. Auch die Frage nach Auseinandersetzungen mit Neonazis verneinte er. Da ihm die Situation zunehmend unangenehmer wurde, wollte der Jugendliche dann gehen. Als er das sagte sprang die Frau ein und meinte, da seine Zeit ja kostbar sei, könnten sie ihm auch etwas zahlen „sie hätten da gewisse Mittel“. Auf die Nachfrage, in welcher Größenordnung das laufen solle, sagte sie, er könnte so mit ca. 20 Euro für 10 Minuten Gespräch rechnen. Nun wollte der Linke aber wirklich gehen - allerdings mit der Aufforderung sich in jedem Fall bei ihnen zu melden. Dafür gab ihm die Frau dann einen Zettel mit ihrer Nummer (0172/4862162). Zum Abschluss sagten sie ihm noch, dass sie doch großen Wert auf Diskretion legten...


Beschreibung Mann:
- Kurzes Haar( dunkelblond leicht rötlich)
- Bart Oberlippe und Kinn (gleiche Farbe wie Haare)
- War nervös
- Sprach mehr als die Frau

Beschreibung Frau:
-lange dunkelbraune Haare sehr fettig
-Leberfleck auf der linken Wange
-ebenfalls sehr nervös

Beide wirkten recht schlecht angezogen so als hätten sie sich extra abgefuckte Klamotten besorgt um mehr alternativ zu wirken...

Es kann davan ausgegangen werden, dass es sich nicht um eine Umfrage des Landes Berlin gehandelt hat, sondern um den Versuch des Verfassungsschutzes Einblicke in linke Strukturen zu bekommen. Dies ist kein Einzelfall und kommt immer wieder vor. Auch wenn nicht in allen Fällen Geld angeboten wird, sollte jedeR sofort das Gespräch abbrechen, sobald klar wird, dass es sich um ein Anwerbegespräch des VS handelt. Es gibt zu keiner Zeit einen Grund mit Polizei oder Verfassungsschutz in Dialog zu treten. Ob nun gegen Geld oder Freiheit.
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Ergänzungen

Juristenbrei

Osterei 04.04.2007 - 12:04
Versucht doch mal gegen den Anquatschversuch vor dem Verwaltungsgericht vorzugehen. Interessant deshalb, weil der VS ja anscheinend deinen Namen und deine Arbeitszeiten kannte. Vielleicht wurde auch das Telefon abgehört usw. Das heisst es gab eine Beobachtung. War diese Rechtmäßig? Auf welcher Art von Verdacht basierte sie? Könnte alles in so einem Verfahren zur Sprache gebracht werden. ICh weiß nicht ob das jemand versucht hat usw. Wenn der VS keine Anhaltpunkte hatte, sondern sich auf die angeblichen Aussagen Dritter berufen hat, könnte gegen diese Ein Schadensersatzverfahren eröffnet werden. Inwiefern das alles Aussicht auf Erfolg hat, ist unklar, aber versucht hat das bisher niemand, oder?

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