G8 2007 - Platzverweise und Schikane

Gruppe Zauninspektion 26.03.2007 03:27 Themen: G8 G8 Heiligendamm
Platzverweise und Schikane – der etwas andere Zaunspaziergang

Verschiedene Gipfelgegner_innen wollten am gestrigen Sonntag zusammen mit Rostocker Aktivist_innen eine Besichtigung der Zaunanlagen und der Region um Heiligendamm - dem Tagungsort des G8 Gipfels 2007 durchführen. An der Galopprennbahn in Bad Doberan, wo gerade der Kontrollpunkt der „Schleuse“ (der Durchgang für die Autos) errichtet wird, wurden sie nach ca. 200 Metern von einer 30 köpfigen Polizeitruppe der Bereitschaftspolizei Schwerin eingekesselt. Die Polizei stellte von allen Anwesenden die Personalien fest und durchsuchte einige Personen. Bei dieser Maßnahme tat sich ein Großteil der Beamt_innen von Anfang an durch agressives Verhalten (Herumgeschubse und Gebrülle) und verbale Entgleisungen hervor.
Verschiedene Gipfelgegner_innen wollten am gestrigen Sonntag zusammen mit Rostocker Aktivist_innen eine Besichtigung der Zaunanlagen und der Region um Heiligendamm - dem Tagungsort des G8 Gipfels 2007 durchführen. An der Galopprennbahn in Bad Doberan, wo gerade der Kontrollpunkt der „Schleuse“ (der Durchgang für die Autos) errichtet wird, wurden sie nach ca. 200 Metern von einer 30 köpfigen Polizeitruppe der Bereitschaftspolizei Schwerin eingekesselt. Die Polizei stellte von allen Anwesenden die Personalien fest und durchsuchte einige Personen. Bei dieser Maßnahme tat sich ein Großteil der Beamt_innen von Anfang an durch agressives Verhalten (Herumgeschubse und Gebrülle) und verbale Entgleisungen hervor.

Ungewöhnlich für polizeiliche „Maßnahmen“ am Zaunbereich wurde im folgenden ein Platzverweises für Heiligendamm, das komplette Gebiet innerhalb des Zaunes und eine 2-3 km breite Zone außerhalb des Zaunes ausgesprochen. Der Einsatzleiter Kommissar Oehlert drohte eine längere kostenpflichtige Ingewahrsamnahme im Falle eines Verstoßes an. Schriftlich festlegen wollte er sich dann aber doch lieber nicht, auch verschiedene Widersprüche gegen andere „Maßnahmen“ wurden von den jeweiligen Beamt_innen ignoriert und mit Beleidigungen („Du bist zu blöd um das Gesetz zu verstehen“) beantwortet.

Nachdem der Kessel nach über einer Stunde aufgelöst war, setzten die Polizist_innen noch einen drauf und durchsuchten eines der Autos, so dass die gesamte Freiheitsberaubung insgesamt über 2 Stunden dauerte.

Die systematische Bedrohung und Schikane der Gipfelgegner_innen muss immer wieder zurückgewiesen werden! Es kann nicht sein, dass eine ganze Region zur No-Go-Area für alle wird, die nicht ins Bild der Polizei passen. Fahrt nach Heiligendamm und macht euch ein Bild von der Lage. Kuscht nicht vor den Schergen, seid kreativ und widerständig – egal ob auf der Demo oder beim spazieren gehen.

(Nicht nur) Dieser Zaun muss weg! G8 Gipfel stilllegen!


Zwei Bilder vom Zaun:
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Ergänzungen

Konkrete Bewachung

Max und Moritz 26.03.2007 - 14:15
Also, wie ja auch auf den Bildern zu sehen, ist der Zaun noch nicht an allen Stellen ganz fertig. Obenrauf soll noch NATO-Draht (was oft auch schon geschehen ist, an der Trabrennbahn noch nicht). Die Elektronik soll/ ist dann der nächste Schritt, es kann also damit gerechnet werden, das diese noch weniger fertig ist.

Ansonsten ist eben wirklich alles voller Bullen, die sich aufführen wie Besatzer_innen der übelsten Sorte und denken, sie können sich alles erlauben, was der Artikel ja auch ganz gut darstellt.

und es geht doch

zauni 26.03.2007 - 19:37
das was die Cops da aufgefahren hatten, war so ziemlich alles, was sie an Standardsonntagen dort in der Nähe des Zauns rumstehen haben(6 - 8 sixpacks + ein paar Streifenwagen + Ziviwagen). Sie wollten protzen, rumprollen, spielten mit den Muskeln und hatten alles zum Ort des Geschehens gebracht,
schien sich doch ein lohnenwertes objekt ihrer Begierde - eine unbekannte Gruppe - zum Spaziergang aufzumachen.
Das Ergebnis - Leute wurden kontrolliert, denen das Risiko kontrolliert zu werden, vorher sicher bewußt war, ein unschöner Platzverweis und infolgedessen ein hoffentlich großer politischer Flurschaden und zu erwartender Rechtfertigungsdruck für die Polizei in den nächsten Tagen und ..... eine weitere Gruppe, die zwar beobachtet aber ansonsten unbehelligt von der Polizei am Zaun hin und herspazieren konnte, weil die Cops eben nicht genug Kräfte vor Ort hatte, um 2 Gruppen auseinanderzunehmen.
Seien wir schlau und versuchen das Mögliche.

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Einschätzung

Egon 26.03.2007 - 13:55
Was sind denn die konkreten Bewachungsmaßnahmen ?
Video ? Tastsensoren ? sind die schon aktiv ?
Wie stark ist die bewachung der zaunes durch bullen ?

Überwachung

RO 26.03.2007 - 16:04
Videoüberwachung, Bewegungsmelder, Körperschallmelder am Zaun , Kapazitive Zäune sowie eine ausgedehnte Freigeländeüberwachung. Zudem natürlich wärend des G8 Gipfel Überwachung aus der Luft und Streifen am Zaun entlang.
Falls jemand mit dem Gedanken spielt da irgendwie unbemerkt reinzukommen... hahaha ausgelacht...
da kommt man nur mit ein paar hundert, sehr entschlossenen Leuten rein... und auch das ist unwarscheinlich...

rein?

Reiner Zufall 26.03.2007 - 17:45
Wenn das ein Rollenspiel wie Shadowrun wäre würde ich ja überall am Zaun sooft Alarm auslösen bis die Bewacher den richtigen Alarm nichtmehr vom Fehlalarm unterscheiden können und dann reingehen. Leider ist dies ja die Realität, also bleibt wohl nur der Protest in friedlichen demokratischen Bahnen (und weit weg vom Ort des Geschehens, nicht das das Volk noch seine Staatsgewalt ausübt).

@ reiner zufall

hase 26.03.2007 - 22:34
glücklicherweise kommt verstärkung aus dem ausland und die bullen haben mal wieda richtig zu tun...

Daueralarm

Kreativer 27.03.2007 - 19:18
Wir brauchen also Schafherden um den Zaun? Kann mir doch keiner erzählen, dass es während des Gipfels eine Ruhige Stelle um den Zaun herum gibt

kreative linke gesucht

grenzgaenger07 28.03.2007 - 16:23
schön, dass ihr das gelände inspiziert habt. ist die frage gestattet: wozu das ganze? und ich will euch auch nicht gleich was schlechtes unterstellen!! es geht nur darum, dass wir (!) also die anti-g8-aktivisten, die nicht einer der ngos oder linksparteien angehören, häufig nicht allzu kreativ mit der problematik ausgehen. kurz gesagt, gestürmt wird der gipfel nie!! das ist eine illusion. denn egal wie viele von uns versuchen "ganz nah an die schweine" heranzukommen, so nah, dass wir was verändern, kommen wir nicht. bevor das geschähe würde ,glaub ich, eher noch das militär uns alle plattmachen und durch eine manipulative presse würde sich selbst bei angenommenen hunderten von toten usererseits keine solidarisierung der normalbevölkerung ergeben. ich war selber ein jahr in chiapas und habe dort viel gelernt, doch diese strukturen sind so nicht auf den g8 zu übertragen. in genua war es wiederum was anderes, weil in der stadt ein begehren der massen symbolisiert werden konnte. auch das ist auf heiligendamm nicht zu übertragen. hier gilt es vielmehr durch kreativen protest auf den gipfel einzuwirken. nicht durch ein paar (hundert) leute die versuchen den gipfel zu stürmen im wörtlichen sinne.
in evian haben wir zum beispiel durch alternative, konsum- und
regular-gesellschaftsunabhängige lebensformen in den camps über wochen hinweg bewiesen, dass eine andere welt möglich ist und dabei auch ein statement nach aussen und an die bewohner der region gesetzt. denkt mal darüber nch und danns eid kreativ mit euren kräften, statt sie zu vergeuden.