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Minden-Westfalen: Erfolgreich gegen Nazis

Minden's Best 17.03.2007 17:20
Bericht des Mindener-Tageblatts zur Neonazi-Demo vom 17.03. in Mindens Innenstadt
Taktik des "aktiven Ignorierens" ist aufgegangen
Neonazi-Demo weitgehend friedlich verlaufen / 175 Rechtsextreme in Minden / 100 Gegendemonstranten eingeschlossen
Minden (mt). Die vom Bündnis gegen Neonazis mit der Polizei abgesprochene Taktik des "aktiven Ignorierens" ist bei der Neonazi-Demonstration am Samstagmittag in Minden weitgehend aufgegangen.
Von Hans-Jürgen Amtage

175 Neonazis, überwiegend aus dem niedersächsischen Raum, zählte die Polizei gegen 11 Uhr beim Auftakt der Demonstration am Mindener Bahnhof. Bereits seit den frühen Morgenstunden sicherten insgesamt rund 850 Einsatzkräfte von Hundertschaften aus dem Ruhrgebiet und die Minden-Lübbecker Polizei die geplante Marschroute der Rechtsextremisten ab. Teils weiträumige Absperrungen entlang der Kaiserstraße, am Wesertor, Grimpenwall, Hermannstraße und Brühlstraße sollten verhindern, dass Neonazis und Gegendemonstranten aufeinander stießen.

Gegen 14.30 Uhr konnte der Mindener Polizeipressesprecher Ralf Steinmeyer in einer ersten Stellungnahme vermelden, dass die mit dem Mindener Bündnis gegen Neonazis besprochene Taktik weitgehend aufgegangen sei. Mit Mahnwachen am Wesertor, an der Hermannstraße und an der Brühlstraße demonstrierten die Neonazigegener und machten deutlich, dass in Minden für Rechtsextremisten kein Platz sei.



Die 175 Neonazis konnten weitgehend ungestört ihren Marsch auf dem vorgeschriebenen Weg antreten, unterbrochen von Kundgebungen, bei denen unter anderem die Neonazi-Größe Thomas "Steiner" Wulf sprach. Den freien neonationalsozialistischen Kameradschaften hatten sich auch NPD-Gruppen angeschlossen. Zu einem kurzen Zwischenfall kam es, als die Rechtsextremen den Grimpenwall passierten und vermummte Gegendemonstranten Steine und Flaschen warfen.

Von der geplanten Marschroute abgeleitet werden mussten die Neonazis in Höhe der Fischerstadt, weil Einsatzkräfte der Polizei etwa 100 Gegendemonstranten, die versucht hatten die Absperrungen zu durchbrechen, auf der Hermannstraße eingeschlossen worden waren. Einige der Demonstranten wurden zwischendurch in einem bereit gestellten Bus in Gewahrsam genommen. Bis etwa 15.30 Uhr stellte die Polizei die Personalien der Gegendemonstranten fest, dann machte die Polizei den "Kessel" auf, die Straße wurde für den Durchgangsverkehr freigegeben.

Auf dem Rückmarsch der Neonazis, hatte sich die Zahl der Gegendemonstranten am Grimpenwall und Wesertor von insgesamt rund 900 auf etwa 100 reduziert. Die Hundertschaften geleiteten die Rechtsextremen zügig über die Weserbrücke in Richtung Bahnhof, wo der Marcus Winter von der Nationalen Offensive Schaumburg gegen 14.20 Uhr die Kundgebung für beendet erklärte. Die Neonazis wurden daraufhin zu den Gleisen geleitet und in Züge in Richtung Hannover und Bielefeld gesetzt, begleitet von der Bundespolizei.

Während des gesamten Rechtsextremen-Marsches mieden es Anwohner und Passanten, die Neonazi-Zug zu betrachten. Mit zugehängten Fenstern und Plakaten folgten viele Anwohner dem Aufruf der Stadt und des Bündnisses gegen Neonazis, den Aufmarsch "aktiv zu ignorieren". Und auch einige braune Mülltonnen "zierten" den Weg der Nationalen Offensive und ihrer Anhänger.

Vermutlich als Versuch eines Störmanövers entzündeten Gegendemonstranten zwei Müllcontainer an einem Industriegashandel in der Straße Am Bahnhof Minden-Stadt. Nachdem es auf Grund der umfangreichen Absperrungen der Polizei für die Feuerwehr zunächst schwierig war, den Brandherd zu erreichen, konnten das Feuer schließlich dennoch schnell unter Kontrolle gebracht werden. Zu eine Rangelei kam es am Vormittag auch am Wesertor als autonome Gegendemonstranten bemerkten, dass sich unter ihnen Neonazis befanden. Die versuchten schließlich bei der Polizei Schutz zu suchen.

Für den Samstagabend kündigte Polizeipressesprecher Steinmeyer einen abschließende Zusammenfassung des Demonstrationstages an. Das Mindener Tageblatt berichtet am Montag ausführlich.
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Ergänzungen

Zusammen mehr erreichen!!!

Krokow Dil 18.03.2007 - 21:19
Ich finde es schade, wie wenig manche Menschen anscheinend nachdenken und recherchieren, bevor sie etwas veröffentlichen!
Was über die Blockade auf der Hermannstraße zu lesen ist stimmt eifach komplett nicht!
Davon, dass es in dem Kessel zu völlig überzogenen Ingewahrsamnahmen(fast alle Menschen im Kessel!) und damit zu Repressionen kam, ist nichts zu lesen!
Die Polizei kesselte sofort nach dem die Freunde und Freundinnen die Straße blockiert hatten massiv, kündigte sofort an, dass wir alle in Gewahrsam gennommen werden und fing auch kurz danach damit an. Der Großteil der Blockierer, die wohl immer noch an das Gute in Staat und Polizei glauben, stellte sich dann auch brav bei der Polizei an um eineR nach dem anderen abgeführt, durchsucht, gefesselt und in den Bus gebracht zu werden, als der dann voll war wurden "Zellenwannen" eingesetzt.
Es waren schon 3 Stunden vergangen, als wir im Kessel noch etwa 30 Freunde und Freundinnen waren, die sich bis zum Schluss, trotz mangelndem Klo, im strömenden Regen mit denen solidarisch zeigten, denen die Bullen etwas anhängen wollten, und nicht mit der Polizei.
Da bekamen wir Hilfe von einem Anwalt der Szene in Minden. Er erklärte uns-oder vor allem wohl den Bullen- dass der Kessel illegal würde, wenn die Nazis die Stadt verlassen haben. Das war zu der Zeit in etwa zehn Minuten. Da die Polizei gerne noch ein paar Namen haben wollte und sich so recht keiner mehr freiwillig verschleppen lassen wollte, fingen sie jetzt damit an die verbleibenden Menschen abzuführen.
Auf dem Parkplatz der Wache angekommen sah ich den Bus dann wieder, die Freunde und Freundinnen saßen immer noch (gefesselt!!!) im Bus, viele wohl schon seit zwei Stunden!!!
Das ist Schikane und Repression!!!
Aber schlimmer noch als das war mal wieder die Solidarität unter uns! Wie kann mensch nur freiwillig mit diesen repressiven Organen zusammenarbeiten? Was treibt einen dazu Freunde und Freundinnen im Stich zu lassen, die Anzeigen fürchten müssen, wenn die Polizei sie in die Finger kriegt (warum ist da mal egal!)? Es gibt genug Fälle die zeigen, dass es möglich ist, so etwas zu vermeiden, wenn mensch Ketten bildet und entschlossen zusammensteht und jede Kooperation verweigert! Zusammen sind wir stark! Zusammen meht erreichen!

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Erfolgreich?

einer 17.03.2007 - 17:37
Und was ist daran jetzte erfolgreich? Bei allen 3 Aufzügen zuvor sind die Nazis nach wenigen Metern wieder umgekehrt...diesmal haben sie ihren Marsch durchziehen können! Unverständlich für mich ist es, weshalb die soviel Fahnen genehmigt bekommen hatten, bzw. mitgeführt haben, waren bestimmt 50!!! Stück.

Du Depp!

Dorf = dumm 17.03.2007 - 17:38
Meinst du ich besuche Indymedia, um zu lesen, was in der Mainstream-Journallie steht?