Uni Frankfurt: Senatssitzung gesprengt.

studentin 15.02.2007 12:26 Themen: Bildung
Am Mittwoch, den 14.o2.2007 wurde die Sitzung des Senats der Uni Frankfurt am Main von ca. 200 Studierenden nach Tumulten gesprengt. Die für diesen Tag geplante Abstimmung zur Umwandlung der Uni Frankfurt von der Körperschaft des öffentlichen Rechts in eine Stiftung fand dennoch zu einem späteren Zeitpunkt unter Ausschluss der Öffentlichkeit und Polizeischutz statt.
„Stiftungsuni verhindern!“ lautete die Ansage für die 80 Studierenden, die sich bereits ab 11.oo im Café KoZ am Unicampus Bockenheim zum Frühstück versammelt hatten. Gegen 12.3o machten sie sich zum Ort der Senatssitzung auf dem relativ ausserhalb gelegenen naturwissenschaftlichen Campus am Riedberg.
Hier wollte der Senat unter Vorsitz von Präsident Steinberg darüber befinden die Uni in eine Stiftung nach „us-amerikanischem Modell“ zu überführen von der sich mehr „Autonomie“ versprochen werde.
Tatsächlich bedeutet aber dieser Schritt einen weiteren in Richtung Entdemokratisierung und „Privatisierung von Bildung“. Am Morgen hatte das Präsidium noch die Personalratsvorsitzende mit ins Boot geholt, obwohl sich auf einer eigens dafür einberufenen uniweiten Personalversammlung die überwältigende Mehrheitt der Beschäftigten gegen „eine Umwandlung ohne konkrete Zusagen“ ausgesprochen hatten. Die Zusagen blieben aus.

Am Campus angekommen waren ca. 200 Studierende zusammengekommen.
Der Tagungsort, ein Physikhörsaal, schien aber nicht in Frage zu kommen, da Unbekannte ihn mit Buttersäure präpariert hatten. Die Senator_innen betraten aber dennoch den Saal und Steinberg eröffnete die Sitzung. Vermutlich war der Gestank im unteren Teil des Raumes nicht so stark, in dem der Senat umringt von Sicherheitsleuten Platz nahm. Nachdem der „Plan A“ offenbar gescheitert war, wurde mit Redebeiträgen seitens der Studierenden versucht Einfluss auf das Geschehen zu nehmen. Als Steinberg völlig unvermittelt eine „sofortige Abstimmung“ forderte stürmten die Studierenden nach vorne. Es gab Rangeleien und Übergriffe seitens der Senator_innen und Securities. Eine Rauchbombe wurde gezündet und das Licht ging aus. Ein Rauchmelder löste daraufhin den Feueralarm aus. Die Sitzung war gesprengt.
Das bislang in der Seitenstrasse postierte Polizeiaufgebot, nach Informationen ca. 20 Wagen inkl. Überfallkommando, rückte nun an und sperrte den Tagungsraum ab. Dennoch konnten offenbar alle den Raum problemlos verlassen. Die Sitzung wurde daraufhin für nicht öffentlich erklärt und in einen anderen Raum verlegt zu dem die Senator_innen über Umwege gelangt sein müssen.. In diesem schloss sich der Senat dann ein, die Studierenden auf den Gängen wurden von den mitgelaufenen Polizist_innen mit Platzverweisen bedroht. Man werde auch „das Gebäude räumen“ hiess es. Die Studierenden mussten daraufhin gegen 17.3o abziehen. Der Senat beschloss hinter verschlossenen Türen die Stiftungsuni.

Festnahmen gab es wohl keine.
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Ergänzungen

abstimmung

zur 18.02.2007 - 17:01
stiftungsuni wurde durchgeführt und zwar im sinne des präsidiums..dh es wird die stiftungsuni geben..

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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verdammt — jesus

auf zum Opernball — es geht weiter