Berlin: Erster Prozess wg Räumung der Yorck59
Vor über eineinhalb Jahren, am 06.06.2005 wurde – nach einem langen kreativen Hauskampf (Überblicksartikel von malegria:
http://de.indymedia.org/2005/05/117830.shtml) - das Kreuzberger Hausprojekt Yorck59 von 500 Bullen geräumt. Am morgigen Dienstag kommt es nun zum ersten Prozess wegen vermeintlichem Hausfriedensbruch gegen die ca. 150 aus dem Haus geräumten Menschen.
http://de.indymedia.org/2005/05/117830.shtml) - das Kreuzberger Hausprojekt Yorck59 von 500 Bullen geräumt. Am morgigen Dienstag kommt es nun zum ersten Prozess wegen vermeintlichem Hausfriedensbruch gegen die ca. 150 aus dem Haus geräumten Menschen.
Über die letzten Monate verteilt gingen bei den ca. 150 Leuten Strafbefehle ein, 300-700 Euro sollen sie jeweils bezahlen. Insgesamt wäre das eine Summe von über 50.000 Euro. Viele der Betroffenen haben gegen die Strafbefehle Widerspruch eingelegt, nun kommt es am Dienstag, den 13.2 zum ersten Prozess. Viele andere Prozesse werden wahrscheinlich in den nächsten Wochen und Monaten folgen. Denn um die Mobilisierung und Organisierung zu erschweren und die Arbeitsplätze bei der Berliner Staatsanwaltschaft zu sichern wird jeder Prozess einzeln geführt. Dabei dürfen Anwälte jeweils nur eine Person verteidigen. Vorgeworfener Tatbestand ist Hausfriedensbruch. Ob dies im Falle der Yorck-Räumung zu halten ist wird sich zeigen. Nach dieser Logik müssten auch alle zwangsgeräumten MieterInnen in diesem Land nach ihrer Räumung durch den Gerichtsvollzieher noch strafrechtlich belangt werden.
Zum Prozess sind als Zeugen der Hauseigentümer der Yorckstrasse 59, Marc Walter, mehrere Polizeibeamte sowie pikanterweise auch der stellvertretende Landesgeschäftsführer der SPD, Eckhart Springklee geladen.
Vorangegangen waren der Räumung viele kreative Aktionen von Yorck59-UnterstützerInnen, so z.B. die feierliche Besetzung der SPD Landeszentrale in der Müllerstrasse am 23.5.2005 (
http://de.indymedia.org/2005/05/118106.shtml sowie
http://de.indymedia.org/2005/05/118146.shtml), wo mit einem Erdbeersekt-Empfang die SPD aufgefordert wurde, sich für eine politische Lösung für den Erhalt des linken Hausprojekts einzusetzen. Die SPD rief stattdessen die Polizei, die die AktivistInnen zur erkennungsdienstlichen Behandlung ins LKA mitnahm. Die Strafbefehle gegen jene Personen, die sowohl bei der SPD-Besetzung als auch der Yorck-Räumung festgenommen wurden, vermischen dann auch beide Vorgänge: Marc Walter und Eckhart Springklee stehen nebeneinander auf der Liste der geladenen ZeugInnen. Politik und Investoren gemeinsam bei der Repression gegen linke Projekte, deutlicher geht es nicht.
Eineinhalb Jahre nach der Räumung steht das Hinterhaus der Yorckstrasse 59 immer noch leer. Doch in den letzten Monaten hat sich einiges getan: Es wird heftig gebaut und auf Immobilienseiten im Internet werden über die Immobilienfirma Select Berlin (www.selectberlin.de) 13 exklusive Luxus-Lofts angeboten mit „Bangkirai-Plantagenholz“-Balkonen und Videoüberwachungsanlage. Die bürgerliche Presse munkelt dieser Tage, dass der Schauspieler Till Schweiger bereits eines dieser Lofts gekauft habe. (So z.B.
http://www.taz.de/pt/2007/02/12/a0267.1/text.ges,1 (12.02.07)
http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=104926&IDC=5 (10.02.07))
Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Frühjahr abgeschlossen werden.
Das Hausprojekt Yorck59 ist jedoch weiter in Bewegung: Einige Yorckies haben wenige Tage nach der Räumung ihres Hauses zusammen mit vielen UnterstützerInnen den linken Seitenflügel des Bethanien am Mariannenplatz besetzt und dort das Hausprojekt New Yorck59 ins Leben gerufen. Dort haben viele Projekte ihren Platz gefunden und es finden regelmässig Veranstaltungen statt (mehr dazu unter www.yorck59.net).
Weiter geht’s gegen die hässliche Stadtumstrukturierung!
Köpi, Brunnen 183, Schwarzer Kanal, Rigaer94, NewYorck59, Ungdomhuset, LU15... und alle anderen bleiben!
MediaSpree? à Versenken!...und den G8 gleich mit dazu...
Zum Prozess sind als Zeugen der Hauseigentümer der Yorckstrasse 59, Marc Walter, mehrere Polizeibeamte sowie pikanterweise auch der stellvertretende Landesgeschäftsführer der SPD, Eckhart Springklee geladen.
Vorangegangen waren der Räumung viele kreative Aktionen von Yorck59-UnterstützerInnen, so z.B. die feierliche Besetzung der SPD Landeszentrale in der Müllerstrasse am 23.5.2005 (
http://de.indymedia.org/2005/05/118106.shtml sowie
http://de.indymedia.org/2005/05/118146.shtml), wo mit einem Erdbeersekt-Empfang die SPD aufgefordert wurde, sich für eine politische Lösung für den Erhalt des linken Hausprojekts einzusetzen. Die SPD rief stattdessen die Polizei, die die AktivistInnen zur erkennungsdienstlichen Behandlung ins LKA mitnahm. Die Strafbefehle gegen jene Personen, die sowohl bei der SPD-Besetzung als auch der Yorck-Räumung festgenommen wurden, vermischen dann auch beide Vorgänge: Marc Walter und Eckhart Springklee stehen nebeneinander auf der Liste der geladenen ZeugInnen. Politik und Investoren gemeinsam bei der Repression gegen linke Projekte, deutlicher geht es nicht. Eineinhalb Jahre nach der Räumung steht das Hinterhaus der Yorckstrasse 59 immer noch leer. Doch in den letzten Monaten hat sich einiges getan: Es wird heftig gebaut und auf Immobilienseiten im Internet werden über die Immobilienfirma Select Berlin (www.selectberlin.de) 13 exklusive Luxus-Lofts angeboten mit „Bangkirai-Plantagenholz“-Balkonen und Videoüberwachungsanlage. Die bürgerliche Presse munkelt dieser Tage, dass der Schauspieler Till Schweiger bereits eines dieser Lofts gekauft habe. (So z.B.
http://www.taz.de/pt/2007/02/12/a0267.1/text.ges,1 (12.02.07)
http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=104926&IDC=5 (10.02.07)) Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Frühjahr abgeschlossen werden.
Das Hausprojekt Yorck59 ist jedoch weiter in Bewegung: Einige Yorckies haben wenige Tage nach der Räumung ihres Hauses zusammen mit vielen UnterstützerInnen den linken Seitenflügel des Bethanien am Mariannenplatz besetzt und dort das Hausprojekt New Yorck59 ins Leben gerufen. Dort haben viele Projekte ihren Platz gefunden und es finden regelmässig Veranstaltungen statt (mehr dazu unter www.yorck59.net).
Weiter geht’s gegen die hässliche Stadtumstrukturierung!
Köpi, Brunnen 183, Schwarzer Kanal, Rigaer94, NewYorck59, Ungdomhuset, LU15... und alle anderen bleiben!
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Prozesstermin
Uhrzeit + Ort zum Prozess am Dienstag
**Dienstag, dem 13.2. um 9:45 Uhr**
**im Amtsgericht Tiergarten (Turmstr. 91, Raum 863) in Berlin.
Kommt alle und erscheint zahlreich!
Mehr Infos auf der Web-Adresse unten.
don't select berlin
der till....
der sich auf einen BZ-Artikel vom Sonntag bezieht:
Daneben gabs schon am Samstag im Tagesspiegel einen Artikel dazu, auf den komischerweise online inzwischen nicht mehr zugegriffen werden kann:
Tagesspiegel vom 10.02.07
Til Schweiger zieht es nach Kreuzberg… aber wirklich
in die einst besetzte Yorckstraße 59?
Das eine Gerücht streute dieser Tage ein
Hochglanzszenemagazin: Brad Pitt und Angelina Jolie
ziehen nach Berlin-Mitte. Das andere Gerücht streute
gestern die linke Szene: Til Schweiger zieht in die
Yorckstraße 59. Dass Schweiger nach Kreuzberg zieht,
hat er bereits vor Tagen Journalisten erzählt, dass er
jedoch in die Yorckstraße 59 ziehen soll, ist neu.
Schweigers PR-Sprecherin lehnte auf Anfrage jeglichen
Kommentar ab.
Denn die „Yorck 59“ ist kein Haus wie jedes andere,
sondern eines, das Geschichte schrieb – und mit einer
Niederlage für die linke Szene endete. Seit 1988
lebten in den alten Fabriketagen im Hinterhaus
„selbstbestimmte“ Wohngruppen, allerlei linke Projekte
waren dort zu Hause, so soll dort sogar die
linksextremistische Untergrundzeitung „interim“
produziert worden sein. Sie zahlten Miete; mit einem
neuen Hauseigentümer verkrachten sich die Bewohner
jedoch, lehnten eine Mieterhöhung ab. Im Auftrag des
Gerichtsvollziehers kam es im Juni 2005 zum Showdown:
Im Morgengrauen räumte die Polizei mit schwerem Gerät
die Barrikaden beiseite, nahm die Bewohner fest. Der
Protest war riesig, Scheiben klirrten, Autos brannten.
Til Schweiger kennt so was. Denn 2002 spielte er einen
Hausbesetzer in „Was tun, wenn’s brennt“. Kreuzbergs
Bürgermeister ist deshalb verblüfft über das Gerücht:
„Til Schweiger müsste die Geschichte des Hauses
kennen“, sagt Franz Schulz (Grüne). Ob der Schauspiler
tatsächlich dorthin ziehe, wisse er nicht. Der Umbau
des Hauses in „individuelle Loft-Wohnungen in
historischem Fabrikgebäude“ (so die Werbung) sei im
Gange, die Baugenehmigung sei schnell erteilt worden,
Schwierigkeiten habe es nicht gegeben, sagt der
Bürgermeister. Die Maklerfirma lehnte jeden Kommentar
zu Schweiger ab. Die 250-Quadratmeter-Lofts sollen 410
000 Euro kosten.
Nach Angaben der ehemaligen Yorckstraßenbewohner
versuche der Makler, die Etagen mit dem Argument „Til
Schweiger habe sich auch schon eine gekauft“, an den
Mann zu bringen. In einigen der Etagen ist die
Luxussanierung schon weit fortgeschritten, das Ende
der Arbeiten ist für Ende April terminiert, ist auf
einem Aushang im Haus zu lesen.Ha
Videos: Räumung Hausprojekt Yorck59
Länge: 55 min
Inhalt:
(01) Berlin, 2.10.2004 - Interview zur aktuellen Situation (2:35)
(02) Berlin, 1. Mai 2005 - Interview zur aktuellen Situation (6:20)
(03) Berlin, 6.6.2005, 1 Uhr - Interview zur aktuellen Situation (3:50)
(04) 2:08 Uhr - Anschlag auf Opel Gillwald (1:30)
(05) 3:15 Uhr: Interview mit Teilnehmer des Bewegungskongresses (4:30)
(06) 4 Uhr: Interview mit Unterstützer (FAU – Freie ArbeiterInnen Union, Berlin) (4:00)
(07) 4:25 Uhr: Blockade vor Hauseingang, Teil 1 (6:40)
(08) 4:45 Uhr: Blockade vor Hauseingang, Teil 2 (6:55)
(09) 5:00 Uhr: Blockade vor Hauseingang, Teil 3 (4:10)
(10) 7 Uhr: Strassenblockade (1:45)
(11) 7:30 Uhr: Räumung (7:00)
(12) 8 Uhr: Interview zur aktuellen Situation (4:30)
(13) 20 Uhr: Demo mit 2000 Leuten (2:00)
(14) 21:17 Uhr Hausbesetzung am Oranienplatz (4:40)
Zugegebenermassen...
Bei was tun wenns brennt war ich witzigerweise im Requisitestab und hab auch Motivscouting gemacht,sogar die Yorck war ins Auge gefasst wurden.Man hat sich dann einen Solitär entschieden,die Manstein musste dann herhalten...
Die erste Drehbuchfassung die ich vor die Nase bekam war richtig geil,der Rollifahrer war auch nicht als cholerischer Irrer aufgebaut und linkes Wischiwaschi sollte auch vermittelt werden.Njet sagte der Filmboard,njet sagten auch andere Investoren,also wurde gedealt und das Politische wurde wieder privat,dafür konnte man dann die kastrierte Mischung sehen.
anmerkung
Nicht der erste Prozess wegen Yorck59 Räumung
Anklagepunkt war logischerweise Hausfriedensbruch pp.
Der war Mitte Januar! Mit der Person wurde jedoch kaum Kontakt aufgenommen, obwohl sie sich mehrfach bei den Yorck-Leuten gemeldet hatte.
[Vielleicht können ja die yorck-Leute, die die Koordinierung nachher gemacht haben, nochmal was dazu sagen,warum sie nicht geantwortet haben]
Warum die Person einen eigenen Prozess bekommen hat, ist unklar. Klar scheint aber zu sein, dass bei der Verhandlung mehrere hohe Staatschutz und SEK Bullen,s owie der Hausverwalter als Zeugen dabei gewesen sein sollen.angesichts eines solchen Anlagepunkts und wegen einer Person scheint dies aber reichlich übertrieben.
Film zur Räumung
Runterladen:
Prozess vertagt
artikel über den gestrigen prozess gibts heute im neuen deutschland (leider nur in der printausgabe) und in der berliner zeitung.
Nächster Prozess
Amtsgericht Tiergarten, Wilsnackerstr. 4, 13 Uhr, Raum B 229
Angeklagt ist ein Unterstützer, der bei der Räumung zwischen 18-21 J. alt war. Da da das Jugendstrafrecht greift, hat er keinen Strafbefehl, sondern gleich einen Gerichtstermin bekommen. Marc Walter ist wieder als Zeuge geladen. Der "Angeklagte" und die UnterstützerInnengruppe freuen sich über euer zahlreiches Erscheinen.