Coke Side Of Life
Wisst ihr noch im Sommer 2006? Ja genau richtig! Da war ja diese Fußball WM und mit ihr ein haufen Sponsoren. Einer der größten überhaupt war Coca Cola. Überall begegnete uns Werbung für die schwarze Brause und der ein oder andere fühlte sich sicher voll und ganz auf der "best side of life". Doch während uns der Konzern in Europa das Cokelebensgefühl vermittelt, sterben auf anderen Teilen der Welt Menschen an der unmenschlichen Firmenpolitik und Vorgehensweise. Kommt einfach mit auf unserer kleine Reise um den Globalplayer in Indien und Kolumbien zu besuchen.
Jeder kennt es. Sicher, es ist ja auch nicht umsonst nach „okay“ das bekannteste Wort der Erde. Coca Cola hat schon längst die Welt mit seiner schwarzen Brause erobert. Coca Cola ist der globale Markenartikel schlechthin.
Täglich fließen mehr als eine Milliarde Coca-Cola-Getränke die Kehlen hinab und jährlich gibt die Coca-Cola-Company über eine Milliarde Dollar für die Werbung aus!
In Deutschland konnten wir im Sommer 2006 von der „coke side of life“ während der Fußball-WM hautnah erleben. Egal ob es in Kneipen, Restaurants, Getränkeläden oder beim grinsenden Würstchenverkäufer im Stadion.
Coca Cola ist nicht nur Hauptsponsor der deutschen Fußball-WM, sondern auch exklusiver Partner des Deutschen Fußball Bundes (DFB).
Für die meisten Deutschen war es sicherlich ein Erlebnis: Gute Fußballstimmung, halbnackte Mädels und in der Hand die rote Blechdose mit der weißen Aufschrift „Coca Cola“, der sich gern jeder Schwitzende in der Hitze als Erfrischungsgetränk bedient.
Dies wurde uns von dem imperialistischen Konzern präsentiert:
Die wunderbare „coke side of life“ !
Doch wir wollen uns mal auf eine kleine Reise begeben, um zu sehen, was es sich mit dem hochgelobten (jedenfalls von der ahnungslosen Menschenmasse) Erfrischungsgetränk auf sich hat bzw. um die „another coke side of life“ kennen zulernen.
Unser Trip führt uns hauptsächlich nach Kolumbien, doch es gibt vorher einen Zwischenstopp in Indien, genauer gesagt in den Gebieten, in denen sich Coca-Cola-Werke angesiedelt haben.
Wir blicken auf ein Dorf in Südindien, genauer gesagt in Kerala. Dorfbewohner schildern ihre Lage in Bezug auf den Großkonzern und wie dieser ihr Leben veränderte.
Es herrschte in damaliger Zeit nie Wasserknappheit in dem Staat Kerala, da dieser einer der wasserreichsten Staaten in Indien war. Von dem Status „wasserreich“ konnte man nur solange davon ausgehen, bis Coca Cola im Jahr 2001 mit den regionalen Politikern geheime Deals vereinbarte um sich an dem vorhandenem Grundwasser zu bereichern. Wasserreiche Gebiete wurden an Coca Cola verkauft und somit privatisiert.
Die Strategie lag darin, dass man das Grundwasser nutzte um es in Flaschen zu füllen, die dann später unter dem verdeckten Markennamen „Kinley“ verkauft wurden.
Dieses Grundwasser war wesentlicher Bestandteil der Cola-Herstellung.
In Regionen Keralas werden 1,5 Millionen Liter Wasser täglich gepumpt, sodass folglich der Grundwasserpegel anfing zu sinken. In vielen Regionen ist er in der heutigen Zeit bereits um 40 m gesunken. Die Brunnen sind leer und die Flüsse sind ausgetrocknet, und das innerhalb von 2 Meilen.
In Indien findet die Wasserversorgung bei der ländlichen Bevölkerung nicht etwa durch ein ausgelegtes Wasserleitungssystem, sondern weitgehend direkt durch die Flüsse statt. Der Fluss Sheonath in der Provinz Chattisgarh ist der erste von Coca Cola privatisierte Fluss, an welchem sogar die Polizei auf und ab fährt, damit ja niemand sich an ein paar Tropfen aus dem Fluss vergreifen kann. Die Brunnen dürfen nicht benutzt werden, falls diese 1 km von diesem Fluss entfernt sind. In Bolivien ging es eine Stufe härter zu: Die Brunnen durften nach der Privatisierung nicht mehr benutzt werden und die Bewohner sollten sogar nicht einmal Regenwasser sammeln dürfen, da alles Wasser privat angeeignet werden sollte.
Große landwirtschaftliche Flächen wurden im Jahre 2003 durch krebserregende Chemikalien wie Blei oder Cadmium verschmutzt.
Die Bevölkerung ist mehr als wütend. Der Konzern nimmt sich Rechte heraus, indem er in das Naturgeschehen eingreift und dieses mit seiner imperialistischen Betriebspolitik zugrunde richtet. Die Wasservorräte sind aufgebraucht und/oder werden verschmutzt.
Doch was hat das für Auswirkungen auf die Umwelt in Bezug auf die Inder?
Die Wasserbeschaffung gestaltet sich als sehr schwieriges Problem. Schockierende Bilder belegen dies: Frauen und Mädchen sind 12 Stunden am Tag unterwegs um Wasser zu beschaffen. Aufgrund der niedrigen Wasserreservoirs ist nicht genügend Grünfutter vorhanden um Zuchttiere zu versorgen. Somit ist die Produktion von Milch geringer und der aus ihr gewonnene Kuhfladen, der als Brennstoff und Düngemittel für die Landwirtschaft benötigt wird. Dass mit dieser Tatsache die Erträge geringer sind und die Qualität der Nahrung und Ernährung weitaus schlecht ist, müsste jedem klar sein.
Der Zugang zum sauberen Wasser fehlt, was zur Folge hat, dass die Gesundheit stark beeinträchtigt wird sowie die Krankenfürsorge in sanitären Einrichtungen.
Die Frauen und Mädchen müssen sich beispielsweise somit um kranke Angehörige kümmern, was bedeutet, dass der Schulbesuch vernachlässigt wird und der Zugang zur Bildung schlechter wird.
Man kann sagen, dass mit der Privatisierung des Wassers bzw. mit dem „Wasserraub“ gravierende soziale und Umweltprobleme auftreten.
Es gibt Widerstandsbewegungen in Indien, wo sich GewerkschafterInnen zusammengeschlossen haben um gegen die derzeitige Lage zu protestieren. Doch dieser Widerstand wird durch das Paramilitär unterdrückt, welches von Coca Cola bezahlt wird.
Falls jemandem schon der Durst vergangen ist, sollte sich zur Endstation nach Kolumbien begeben, bei der es dem Magen schon flau werden kann.
In Kolumbien angekommen, hören wir uns eine Geschichte aus der Vergangenheit an. Die Geschichte handelt von einer Coca-Cola-Abfüllanlage in Carepa:
Der Gewerkschaftsführer Isidro Segundo Gil wird 1996 von Paramilitärs auf dem Werksgelände der Abfüllanlage von Coca Cola erschossen. Kurz darauf brannte das Paramilitär den Sitz der örtlichen Gewerkschaft nieder und zwang alle GewerkschafterInnen, die in diesem Abfüllwerk tätig waren, unter Todesdrohungen zum Austritt aus ihrer Organisation.
80% aller weltweit verübten Morde an GewerkschafterInnen geschehen in Kolumbien. In den letzten 19 Jahren wurden 4.000 gewerkschaftlich engagierte Arbeiter und Arbeiterinnen von Paramilitärs oder von Armeeangehörigen getötet. Coca-Cola alleine ist verantwortlich für 9 Morde an Gewerkschaftern seit 1996.
Beschäftigte der Abfüllanlagen in Kolumbien, die sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und für ihre Rechte einsetzen, werden noch bis heute terrorisiert. Familienangehörige und die Betroffenen selbst leiden unter den Morddrohungen und viele Gewerkschafter mussten fliehen.
Der Präsident der Lebensmittelgewerkschaft SINALTRAINAL, die Coca-Cola den Kampf gegen Ausbeutung ansagt, hatte bereits negative Erfahrungen gemacht. Er arbeitet schon seit über 20 Jahren bei Coca-Cola:
„An den Schwarzen Brettern des Unternehmens wurden Artikel ausgehängt, in denen stand wir [Sinaltrainal] seien Guerillos, weil wir die Reform des Arbeitsgesetzes ablehnten. Zudem hat das Unternehmen eine ziemlich schmutzige Kampagne gegen meine Person gestartet, indem sie bekannt gaben: Jede Person, die im Unternehmen beschäftigt werden möchte, wird daraufhin untersucht, ob sie irgendeine Beziehung zu mir besitzt. Wenn das der Fall ist, wird sie nicht eingestellt. Aus die selbe Weise wird meine Familie bearbeitet: Sie schicken Zeitungen, Artikel und Videos, sie schicken Psychologen und versuchen auf jede Weise Druck auszuüben. Zudem erhalten sie Morddrohungen. Das Unternehmen versucht die Arbeiter davon zu überzeugen, dass ich sie in eine totale Krise führe. 2003 zeigte mich der Geschäftsführer Carlos Gaia an, weil ich mich angeblich illegal mit anderen Gewerkschaftsmitglieder zusammenschließe, um Straftaten gegen das Unternehmen vorzubereiten.
Das hat mein Leben gezeichnet, die beiden Attentate, die sie auf mich verübt haben, in erster Linie war es die Entführung von meinen Kindern, die versuchte Entführung von meiner Mutter und meiner Frau und eine Kampagne, die letztlich dazu geführt hat, dass die Leute an den Orten, die mit vertraut sind, mich ansprechen und sagen: „Sich mit Dir zu treffen ist lebensgefährlich!““
Nach dem Mord an Isidro Gil im Jahre 1996 wollte Coca-Cola im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Turin/Italien 2006 ihr „gutes“ Image aufrechterhalten. Der Konzern sah sich gezwungen einer unabhängigen Untersuchung über die Umstände des Todes vom Gewerkschaftsführer Isidro Gil zuzustimmen. Selbst zu diesem Anlass will Coca-Cola auf einer speziell eingerichteten Website als umwelt- und arbeiterfreundliches Unternehmen erscheinen.
Doch kaum als die Olympischen Winterspiele beendet waren, sprach man plötzlich nur noch von einem Delegationsbesuch in Carepa, nicht von einer Untersuchung ! Selbst die Gewerkschaft SINALTRAINAL, die sozusagen das zentrale Opfer der Gewalt darstellt und im Visier des Unternehmens Coca-Cola steht, wird als Delegationsmitglied von Coca-Cola nicht erwünscht und ausgeschlossen!
Dies ist ein Beispiel, dass der Konzern in keinster Weise darum bemüht ist, über die Umstände der ermordeten Gewerkschafter Aufklärungsarbeit zu leisten, insbesondere dann nicht, wenn dem Konzern vorgeworfen wird, für diese Morde verantwortlich zu sein.
Es findet auch keine öffentliche Verurteilung paramilitärischer Gewalt in den kolumbianischen Abfüllwerken statt bzw. die Forderung nach Wiedereinstellung der geflohenen Arbeiter sowie Entschädigungsleistungen für die Opfer von SINALTRAINAL wird seit Jahren abgeschmettert.
NEIN! Stattdessen wird von Coca-Cola ausgehend die Gewerkschaft SINALTRAINAL mit Verleumdungsklagen, Terrorismusvorwürfen und Erpressungs- und Kriminalisierungs- versuchen überzogen!
Selbst die ArbeiterInnen werden nicht nach den Vorfällen der Gewalt etwa geschützt, sondern eher zusätzlich bestraft:
Die Arbeitsverhältnisse werden entgarantiert, Stellen gestrichen, und Arbeitsrechte mit Füßen getreten. Noch heute besitzen die wenigsten ArbeiterInnen von Coca-Cola feste Arbeitsverträge. Der Kündigungsschutz wurde aufgehoben, die Krankenversicherung wurde gestrichen und die Monatsgehälter wurden um 2/3 von 380 $ auf 130 $ gesenkt.
Coca-Cola profitiert von der Gewalt der paramilitärischen Kräfte, da die GewerkschafterInnen gehindert werden einen Widerstand zu formieren, der letztendlich zu Umstrukturierungen des Konzerns führt sowie zu „Aufwandserhebungen“ in Bezug auf die Arbeitsverhältnisse in den Coca-Cola-Abfüllanlagen von Kolumbien.
Nach all den Sachen ist man schon dem Erbrechen nahe, jedoch sind diese Vorwürfe noch längst nicht das gewesen, was den Rahmen der Ausmaße und des Schreckens kennzeichnet.
Es fing schon damit an, dass Coca-Cola damals versuchte, seine Produkte im Zweiten Weltkrieg zu vermarkten, indem es mehr als 5 Milliarden Flaschen Coca-Cola an die Soldaten verkaufte. Die schwarze Brause war in allen Teilen der Welt stationiert und folgte den Soldaten auf Schritt und Tritt. Auch im jetzigen Irak-Krieg versorgte der Konzern alle US-Soldaten mit Sonnenbrillen. Hätte keiner gedacht, dass ein Unternehmen wie Coca-Cola im Kriegsgeschehen drastisch mitwirken kann!
Der Zweite Weltkrieg war somit ein Glücksfall für diese Marke und somit begann der Prozess des Aufschwunges. Heute alleine ist der Markenname schon 56 Mrd. $ wert und der Umsatz im Jahre 2005 lag bei 23,1 Mrd. $ bei einem Nettoergebnis von 4,9 Mrd. $ und einer Abfüllmenge von 110 Mrd. Liter.
Coca-Cola stellt ein Monopol dar, welches mit seinem Produkt eine sehr große Menge an Geld erwirtschaftet, jedoch gehören die Arbeitsbedingungen zu den schlechtesten. Das Beispiel wird in Brasilien deutlich, bei denen Orangenplantagearbeiter oft weniger als 12€ am Tag verdienen und die Kinder somit zur Arbeit gezwungen werden, weil die Eltern nicht mal genügend Geld verdienen um Lebensmittel zu kaufen.
Im August 2001 wurde Coca-Cola in den USA wegen rassistischer Diskriminierung an Afro-Amerikanern verurteilt.
In Panama wurde das Unternehmen zu einer Geldstrafe von 300.000 $ verurteilt, da es im Jahre die Bucht vom Panama sowie die Schlucht von Vista Hermosa mit Färbemitteln verschmutzt hat und musste für die aufkommenden Schäden gerade stehen.
Coca-Cola verkauft Produkte wie z.B. Coca Cola, Fanta, Sprite, Nestea, Almdudler, Lift Apfelsaftschorle, Aquarius, Bonaqua, MezzoMix, Minute Maid, Kinley, Powerade, Römerquelle und wir nehmen das Beispiel Bonaqua heraus:
Die Hersteller in Deutschland versprechen, dass das Mineralwasser Bonaqua eine Hochqualität sei, wie es der Name nach ihrer Meinung sagen sollte (lat.: bonus – gut; aqua – Wasser). Doch dies stellt sich als große Lüge heraus, da es sich bei diesem „begehrten“ Mineralwasser um stinknormales Leitungswasser handelt, welches zu überteuerten Preisen an Kunden verkauft wird, die keine Ahnung haben, was sie in Wirklichkeit konsumieren.
In Deutschland droht den Angestellten der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG der „Abbau“ von etwa 3.000 Stellen in der Region Berlin-Brandenburg und das bei einem Reingewinn von 4.9 Mrd. $ ! Dazu müsste man bedenken, welcher Gewinn während der gesamten WM-Phase erzielt wurde:
Die Coca-Cola-Company war offizieller Sponsor der Fußball-WM und ist außerdem offizieller Partner des DFB. In der Nähe von Schauplätzen der WM, egal ob als Stadion oder als Leinwand, durften sämtliche Kneipen und Läden NUR Produkte der Coca-Cola-Company verkaufen! Diese Tatsache sollte einem zu denken geben, warum gerade in dieser Phase mehrere Tausende Angestellte um ihren Job bangen müssen!
Wer in der WM-Zeit und auch außerhalb der WM den Inhalt der rot-weißen Flasche „genossen“ hatte, sollte sich spätestens an dieser Stelle wünschen, dass er den Inhalt ausgespuckt und die Flasche weggeworfen hätte!
Es gibt tatsächlich Leute, die der Meinung sind, dass die Welt zwar böse und ungerecht sei, doch man an der Situation sowieso nichts ändern könnte. Doch diese Behauptung ist falsch!
Es sind zwar kleine Schritte, doch wenn viele Menschen diese kleinen Schritte begehen, entsteht ein Massenstrom, dem Coca-Cola letztendlich ausgeliefert wäre.
Was kann man tun?
keine Coca-Cola-Produkte mehr kaufen oder trinken
-lokale Anbieter unterstützen (ihr wisst schon welche) oder nur fair gehandelte Produkte konsumieren (ihr wisst schon welche :-) )
-befreundete Gastronomie betriebe bitten, keine Coca-Cola-Produkte mehr zu verkaufen
-Infomaterial auslegen und bei Events auslegen (z.B. WM) oder verteilen und somit Leute auf sich aufmerksam machen
-Eine öffentliche Veranstaltung organisieren
-Eine Initiative gegen Coca-Cola starten
-Den Boykott veröffentlichen
Freunde und Bekannte informieren oder sogar zum Boykott überreden
SINALTRAINAL hatte schon bereits nach jahrelanger Aktivität weltweites Aufsehen erregt und somit andere Interessengruppen aus sich aufmerksam gemacht!
In den letzten Monaten kündigten in den USA, Kanada, Großbritannien und Irland über 20 angesehen Universitäten ihre millionenschwere Verträge mit Coca-Cola. Auch die Universität von Köln lässt keine Produkte der Coca-Cola-Company auf ihrem Gelände zu.
Hier in Deutschland sind eine Reihe von Kneipen dem Boykottaufruf von ver.di gefolgt. Doch Coca-Cola selbst ist sehr bemüht ihre Kunden wieder einzufangen, indem es z.B. in Wuppertal den Kneipen jeweils 5.000€ anbot, damit sie wieder Produkte der Coca-Cola-Company aufnehmen würden.
Der Gemeinderat von Turin (Italien) hatte bei den vom Konzern gesponserten Olympischen Winterspielen sich auch dem Boykott angeschlossen. Der olympische Fackellauf musste über 40 mal durch Proteste gegen das Unternehmen unterbrochen werden.
Täglich fließen mehr als eine Milliarde Coca-Cola-Getränke die Kehlen hinab und jährlich gibt die Coca-Cola-Company über eine Milliarde Dollar für die Werbung aus!
In Deutschland konnten wir im Sommer 2006 von der „coke side of life“ während der Fußball-WM hautnah erleben. Egal ob es in Kneipen, Restaurants, Getränkeläden oder beim grinsenden Würstchenverkäufer im Stadion.
Coca Cola ist nicht nur Hauptsponsor der deutschen Fußball-WM, sondern auch exklusiver Partner des Deutschen Fußball Bundes (DFB).
Für die meisten Deutschen war es sicherlich ein Erlebnis: Gute Fußballstimmung, halbnackte Mädels und in der Hand die rote Blechdose mit der weißen Aufschrift „Coca Cola“, der sich gern jeder Schwitzende in der Hitze als Erfrischungsgetränk bedient.
Dies wurde uns von dem imperialistischen Konzern präsentiert:
Die wunderbare „coke side of life“ !
Doch wir wollen uns mal auf eine kleine Reise begeben, um zu sehen, was es sich mit dem hochgelobten (jedenfalls von der ahnungslosen Menschenmasse) Erfrischungsgetränk auf sich hat bzw. um die „another coke side of life“ kennen zulernen.
Unser Trip führt uns hauptsächlich nach Kolumbien, doch es gibt vorher einen Zwischenstopp in Indien, genauer gesagt in den Gebieten, in denen sich Coca-Cola-Werke angesiedelt haben.
Wir blicken auf ein Dorf in Südindien, genauer gesagt in Kerala. Dorfbewohner schildern ihre Lage in Bezug auf den Großkonzern und wie dieser ihr Leben veränderte.
Es herrschte in damaliger Zeit nie Wasserknappheit in dem Staat Kerala, da dieser einer der wasserreichsten Staaten in Indien war. Von dem Status „wasserreich“ konnte man nur solange davon ausgehen, bis Coca Cola im Jahr 2001 mit den regionalen Politikern geheime Deals vereinbarte um sich an dem vorhandenem Grundwasser zu bereichern. Wasserreiche Gebiete wurden an Coca Cola verkauft und somit privatisiert.
Die Strategie lag darin, dass man das Grundwasser nutzte um es in Flaschen zu füllen, die dann später unter dem verdeckten Markennamen „Kinley“ verkauft wurden.
Dieses Grundwasser war wesentlicher Bestandteil der Cola-Herstellung.
In Regionen Keralas werden 1,5 Millionen Liter Wasser täglich gepumpt, sodass folglich der Grundwasserpegel anfing zu sinken. In vielen Regionen ist er in der heutigen Zeit bereits um 40 m gesunken. Die Brunnen sind leer und die Flüsse sind ausgetrocknet, und das innerhalb von 2 Meilen.
In Indien findet die Wasserversorgung bei der ländlichen Bevölkerung nicht etwa durch ein ausgelegtes Wasserleitungssystem, sondern weitgehend direkt durch die Flüsse statt. Der Fluss Sheonath in der Provinz Chattisgarh ist der erste von Coca Cola privatisierte Fluss, an welchem sogar die Polizei auf und ab fährt, damit ja niemand sich an ein paar Tropfen aus dem Fluss vergreifen kann. Die Brunnen dürfen nicht benutzt werden, falls diese 1 km von diesem Fluss entfernt sind. In Bolivien ging es eine Stufe härter zu: Die Brunnen durften nach der Privatisierung nicht mehr benutzt werden und die Bewohner sollten sogar nicht einmal Regenwasser sammeln dürfen, da alles Wasser privat angeeignet werden sollte.
Große landwirtschaftliche Flächen wurden im Jahre 2003 durch krebserregende Chemikalien wie Blei oder Cadmium verschmutzt.
Die Bevölkerung ist mehr als wütend. Der Konzern nimmt sich Rechte heraus, indem er in das Naturgeschehen eingreift und dieses mit seiner imperialistischen Betriebspolitik zugrunde richtet. Die Wasservorräte sind aufgebraucht und/oder werden verschmutzt.
Doch was hat das für Auswirkungen auf die Umwelt in Bezug auf die Inder?
Die Wasserbeschaffung gestaltet sich als sehr schwieriges Problem. Schockierende Bilder belegen dies: Frauen und Mädchen sind 12 Stunden am Tag unterwegs um Wasser zu beschaffen. Aufgrund der niedrigen Wasserreservoirs ist nicht genügend Grünfutter vorhanden um Zuchttiere zu versorgen. Somit ist die Produktion von Milch geringer und der aus ihr gewonnene Kuhfladen, der als Brennstoff und Düngemittel für die Landwirtschaft benötigt wird. Dass mit dieser Tatsache die Erträge geringer sind und die Qualität der Nahrung und Ernährung weitaus schlecht ist, müsste jedem klar sein.
Der Zugang zum sauberen Wasser fehlt, was zur Folge hat, dass die Gesundheit stark beeinträchtigt wird sowie die Krankenfürsorge in sanitären Einrichtungen.
Die Frauen und Mädchen müssen sich beispielsweise somit um kranke Angehörige kümmern, was bedeutet, dass der Schulbesuch vernachlässigt wird und der Zugang zur Bildung schlechter wird.
Man kann sagen, dass mit der Privatisierung des Wassers bzw. mit dem „Wasserraub“ gravierende soziale und Umweltprobleme auftreten.
Es gibt Widerstandsbewegungen in Indien, wo sich GewerkschafterInnen zusammengeschlossen haben um gegen die derzeitige Lage zu protestieren. Doch dieser Widerstand wird durch das Paramilitär unterdrückt, welches von Coca Cola bezahlt wird.
Falls jemandem schon der Durst vergangen ist, sollte sich zur Endstation nach Kolumbien begeben, bei der es dem Magen schon flau werden kann.
In Kolumbien angekommen, hören wir uns eine Geschichte aus der Vergangenheit an. Die Geschichte handelt von einer Coca-Cola-Abfüllanlage in Carepa:
Der Gewerkschaftsführer Isidro Segundo Gil wird 1996 von Paramilitärs auf dem Werksgelände der Abfüllanlage von Coca Cola erschossen. Kurz darauf brannte das Paramilitär den Sitz der örtlichen Gewerkschaft nieder und zwang alle GewerkschafterInnen, die in diesem Abfüllwerk tätig waren, unter Todesdrohungen zum Austritt aus ihrer Organisation.
80% aller weltweit verübten Morde an GewerkschafterInnen geschehen in Kolumbien. In den letzten 19 Jahren wurden 4.000 gewerkschaftlich engagierte Arbeiter und Arbeiterinnen von Paramilitärs oder von Armeeangehörigen getötet. Coca-Cola alleine ist verantwortlich für 9 Morde an Gewerkschaftern seit 1996.
Beschäftigte der Abfüllanlagen in Kolumbien, die sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und für ihre Rechte einsetzen, werden noch bis heute terrorisiert. Familienangehörige und die Betroffenen selbst leiden unter den Morddrohungen und viele Gewerkschafter mussten fliehen.
Der Präsident der Lebensmittelgewerkschaft SINALTRAINAL, die Coca-Cola den Kampf gegen Ausbeutung ansagt, hatte bereits negative Erfahrungen gemacht. Er arbeitet schon seit über 20 Jahren bei Coca-Cola:
„An den Schwarzen Brettern des Unternehmens wurden Artikel ausgehängt, in denen stand wir [Sinaltrainal] seien Guerillos, weil wir die Reform des Arbeitsgesetzes ablehnten. Zudem hat das Unternehmen eine ziemlich schmutzige Kampagne gegen meine Person gestartet, indem sie bekannt gaben: Jede Person, die im Unternehmen beschäftigt werden möchte, wird daraufhin untersucht, ob sie irgendeine Beziehung zu mir besitzt. Wenn das der Fall ist, wird sie nicht eingestellt. Aus die selbe Weise wird meine Familie bearbeitet: Sie schicken Zeitungen, Artikel und Videos, sie schicken Psychologen und versuchen auf jede Weise Druck auszuüben. Zudem erhalten sie Morddrohungen. Das Unternehmen versucht die Arbeiter davon zu überzeugen, dass ich sie in eine totale Krise führe. 2003 zeigte mich der Geschäftsführer Carlos Gaia an, weil ich mich angeblich illegal mit anderen Gewerkschaftsmitglieder zusammenschließe, um Straftaten gegen das Unternehmen vorzubereiten.
Das hat mein Leben gezeichnet, die beiden Attentate, die sie auf mich verübt haben, in erster Linie war es die Entführung von meinen Kindern, die versuchte Entführung von meiner Mutter und meiner Frau und eine Kampagne, die letztlich dazu geführt hat, dass die Leute an den Orten, die mit vertraut sind, mich ansprechen und sagen: „Sich mit Dir zu treffen ist lebensgefährlich!““
Nach dem Mord an Isidro Gil im Jahre 1996 wollte Coca-Cola im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Turin/Italien 2006 ihr „gutes“ Image aufrechterhalten. Der Konzern sah sich gezwungen einer unabhängigen Untersuchung über die Umstände des Todes vom Gewerkschaftsführer Isidro Gil zuzustimmen. Selbst zu diesem Anlass will Coca-Cola auf einer speziell eingerichteten Website als umwelt- und arbeiterfreundliches Unternehmen erscheinen.
Doch kaum als die Olympischen Winterspiele beendet waren, sprach man plötzlich nur noch von einem Delegationsbesuch in Carepa, nicht von einer Untersuchung ! Selbst die Gewerkschaft SINALTRAINAL, die sozusagen das zentrale Opfer der Gewalt darstellt und im Visier des Unternehmens Coca-Cola steht, wird als Delegationsmitglied von Coca-Cola nicht erwünscht und ausgeschlossen!
Dies ist ein Beispiel, dass der Konzern in keinster Weise darum bemüht ist, über die Umstände der ermordeten Gewerkschafter Aufklärungsarbeit zu leisten, insbesondere dann nicht, wenn dem Konzern vorgeworfen wird, für diese Morde verantwortlich zu sein.
Es findet auch keine öffentliche Verurteilung paramilitärischer Gewalt in den kolumbianischen Abfüllwerken statt bzw. die Forderung nach Wiedereinstellung der geflohenen Arbeiter sowie Entschädigungsleistungen für die Opfer von SINALTRAINAL wird seit Jahren abgeschmettert.
NEIN! Stattdessen wird von Coca-Cola ausgehend die Gewerkschaft SINALTRAINAL mit Verleumdungsklagen, Terrorismusvorwürfen und Erpressungs- und Kriminalisierungs- versuchen überzogen!
Selbst die ArbeiterInnen werden nicht nach den Vorfällen der Gewalt etwa geschützt, sondern eher zusätzlich bestraft:
Die Arbeitsverhältnisse werden entgarantiert, Stellen gestrichen, und Arbeitsrechte mit Füßen getreten. Noch heute besitzen die wenigsten ArbeiterInnen von Coca-Cola feste Arbeitsverträge. Der Kündigungsschutz wurde aufgehoben, die Krankenversicherung wurde gestrichen und die Monatsgehälter wurden um 2/3 von 380 $ auf 130 $ gesenkt.
Coca-Cola profitiert von der Gewalt der paramilitärischen Kräfte, da die GewerkschafterInnen gehindert werden einen Widerstand zu formieren, der letztendlich zu Umstrukturierungen des Konzerns führt sowie zu „Aufwandserhebungen“ in Bezug auf die Arbeitsverhältnisse in den Coca-Cola-Abfüllanlagen von Kolumbien.
Nach all den Sachen ist man schon dem Erbrechen nahe, jedoch sind diese Vorwürfe noch längst nicht das gewesen, was den Rahmen der Ausmaße und des Schreckens kennzeichnet.
Es fing schon damit an, dass Coca-Cola damals versuchte, seine Produkte im Zweiten Weltkrieg zu vermarkten, indem es mehr als 5 Milliarden Flaschen Coca-Cola an die Soldaten verkaufte. Die schwarze Brause war in allen Teilen der Welt stationiert und folgte den Soldaten auf Schritt und Tritt. Auch im jetzigen Irak-Krieg versorgte der Konzern alle US-Soldaten mit Sonnenbrillen. Hätte keiner gedacht, dass ein Unternehmen wie Coca-Cola im Kriegsgeschehen drastisch mitwirken kann!
Der Zweite Weltkrieg war somit ein Glücksfall für diese Marke und somit begann der Prozess des Aufschwunges. Heute alleine ist der Markenname schon 56 Mrd. $ wert und der Umsatz im Jahre 2005 lag bei 23,1 Mrd. $ bei einem Nettoergebnis von 4,9 Mrd. $ und einer Abfüllmenge von 110 Mrd. Liter.
Coca-Cola stellt ein Monopol dar, welches mit seinem Produkt eine sehr große Menge an Geld erwirtschaftet, jedoch gehören die Arbeitsbedingungen zu den schlechtesten. Das Beispiel wird in Brasilien deutlich, bei denen Orangenplantagearbeiter oft weniger als 12€ am Tag verdienen und die Kinder somit zur Arbeit gezwungen werden, weil die Eltern nicht mal genügend Geld verdienen um Lebensmittel zu kaufen.
Im August 2001 wurde Coca-Cola in den USA wegen rassistischer Diskriminierung an Afro-Amerikanern verurteilt.
In Panama wurde das Unternehmen zu einer Geldstrafe von 300.000 $ verurteilt, da es im Jahre die Bucht vom Panama sowie die Schlucht von Vista Hermosa mit Färbemitteln verschmutzt hat und musste für die aufkommenden Schäden gerade stehen.
Coca-Cola verkauft Produkte wie z.B. Coca Cola, Fanta, Sprite, Nestea, Almdudler, Lift Apfelsaftschorle, Aquarius, Bonaqua, MezzoMix, Minute Maid, Kinley, Powerade, Römerquelle und wir nehmen das Beispiel Bonaqua heraus:
Die Hersteller in Deutschland versprechen, dass das Mineralwasser Bonaqua eine Hochqualität sei, wie es der Name nach ihrer Meinung sagen sollte (lat.: bonus – gut; aqua – Wasser). Doch dies stellt sich als große Lüge heraus, da es sich bei diesem „begehrten“ Mineralwasser um stinknormales Leitungswasser handelt, welches zu überteuerten Preisen an Kunden verkauft wird, die keine Ahnung haben, was sie in Wirklichkeit konsumieren.
In Deutschland droht den Angestellten der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG der „Abbau“ von etwa 3.000 Stellen in der Region Berlin-Brandenburg und das bei einem Reingewinn von 4.9 Mrd. $ ! Dazu müsste man bedenken, welcher Gewinn während der gesamten WM-Phase erzielt wurde:
Die Coca-Cola-Company war offizieller Sponsor der Fußball-WM und ist außerdem offizieller Partner des DFB. In der Nähe von Schauplätzen der WM, egal ob als Stadion oder als Leinwand, durften sämtliche Kneipen und Läden NUR Produkte der Coca-Cola-Company verkaufen! Diese Tatsache sollte einem zu denken geben, warum gerade in dieser Phase mehrere Tausende Angestellte um ihren Job bangen müssen!
Wer in der WM-Zeit und auch außerhalb der WM den Inhalt der rot-weißen Flasche „genossen“ hatte, sollte sich spätestens an dieser Stelle wünschen, dass er den Inhalt ausgespuckt und die Flasche weggeworfen hätte!
Es gibt tatsächlich Leute, die der Meinung sind, dass die Welt zwar böse und ungerecht sei, doch man an der Situation sowieso nichts ändern könnte. Doch diese Behauptung ist falsch!
Es sind zwar kleine Schritte, doch wenn viele Menschen diese kleinen Schritte begehen, entsteht ein Massenstrom, dem Coca-Cola letztendlich ausgeliefert wäre.
Was kann man tun?
keine Coca-Cola-Produkte mehr kaufen oder trinken
-lokale Anbieter unterstützen (ihr wisst schon welche) oder nur fair gehandelte Produkte konsumieren (ihr wisst schon welche :-) )
-befreundete Gastronomie betriebe bitten, keine Coca-Cola-Produkte mehr zu verkaufen
-Infomaterial auslegen und bei Events auslegen (z.B. WM) oder verteilen und somit Leute auf sich aufmerksam machen
-Eine öffentliche Veranstaltung organisieren
-Eine Initiative gegen Coca-Cola starten
-Den Boykott veröffentlichen
Freunde und Bekannte informieren oder sogar zum Boykott überreden
SINALTRAINAL hatte schon bereits nach jahrelanger Aktivität weltweites Aufsehen erregt und somit andere Interessengruppen aus sich aufmerksam gemacht!
In den letzten Monaten kündigten in den USA, Kanada, Großbritannien und Irland über 20 angesehen Universitäten ihre millionenschwere Verträge mit Coca-Cola. Auch die Universität von Köln lässt keine Produkte der Coca-Cola-Company auf ihrem Gelände zu.
Hier in Deutschland sind eine Reihe von Kneipen dem Boykottaufruf von ver.di gefolgt. Doch Coca-Cola selbst ist sehr bemüht ihre Kunden wieder einzufangen, indem es z.B. in Wuppertal den Kneipen jeweils 5.000€ anbot, damit sie wieder Produkte der Coca-Cola-Company aufnehmen würden.
Der Gemeinderat von Turin (Italien) hatte bei den vom Konzern gesponserten Olympischen Winterspielen sich auch dem Boykott angeschlossen. Der olympische Fackellauf musste über 40 mal durch Proteste gegen das Unternehmen unterbrochen werden.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Quellenangaben
Que va
tägliche Rebellion
LINKSAMMLUNG zu Coca Cola
www.cokewatch.org
www.kolumbienkampagne.de
www.nuevacolombia.de
Morddrohungen gegen Coca-Cola Gewerkschafter
von kanalB
Neue Cola-Front : USA / México
Coca Cola- Boykott in ChIAPAS
Cola in IINDIEN
Die Aktien stehen schlecht für Coca Cola
Nazi-Cola - internationale Ausstellung
Forum internationle Anklage Coca Cola in Mumbai:
video: ermordete Coca Cola Gewerkschafter
Coca Killer
Ergänzende Links:
EM 2008
Coca Cola wird neben weiteren Global Playern Sponsor sein.
Wie bei der WM in Deutschland werden diese Sponsoren wieder steuerliche Begünstigungen bekommen, obwohl sie weder mittel- bzw. langfristig Arbeitsplätze schaffen. Werbung und Ausschank anderer Getränkehersteller im Stadionbereich werden verboten.
Dagegen sollten jetzt schon Proteste und Aktionen überlegt werden.
Im Zuge dessen sollten auch gegen den korrupten FIFA Boss Sepp Blatter Aktionen unternommen werden.
Die EM gehört unbedingt sabotiert!
love consume love coke
ich trinke eh fast nie cola, geschweige denn dass ich sie kaufe (zu teuer!).
aber leute, vergesst nicht, der konsum ist nicht böse. der konsum an sich ist für jeden da.
ich weiß zwar dass es nicht so ist, aber wenn es so wäre: coca cola verlangt kein geld für sein produkt, nervt keine menschen mit wasserabpumpen, lässt keinen umbringen und tut statt zucker einen unbedenklichen süßstoff rein. was wäre dann, hm?
her mit dem schönen leben.
COMMUNISM!
Eben deshalb ja!
make capitalism history!
Niemand kann einen zwingen
nicht Grund hätten ,ssich zu beschweren oder zu protestieren .Ein Aperitif :auf einer Party für die EZLN gab es ausschließlich Getränke der Firma Coca-Cola ,Fanta und sowas ,und ganz viele junge schweigende Gäste habne das getrunken ,wie gleichgeschaltet ,etwas gespenstisch ,um ihre Abgrenzung auszudrücken ,ihre Zuordnung und trotzdem ihren Protest :für die EZLN ,offensichtlich nicht gegen Coca-Cola.Unheimlich war ,wie sie in der Falle sitzen zwischen Einsichten und wie sie ,wie formiert ,ihre Brause getrunken haben .Was für ein reifer ,abgeklärter Jahrgang . Spiele nach Foucault ,das Spiel heißt :Soft -Drinks .
Cola Köhler Paraguay Brasilien Kolumbien
Komparativ 02.03.2007 (Besondere Proben) - Deutschtumstraditionen und Ressourcenkonkurrenz gehören zu den ersten Themen des am kommenden Sonntag beginnenden Südamerika-Aufenthalts des Bundespräsidenten. Vier Tage lang besucht Horst Köhler Paraguay, bevor er nach Brasilien und Kolumbien weiterreist. In dem Land, dem die Berliner Außenpolitik in den vergangenen Jahren keine außergewöhnliche Bedeutung zumaß, wird Köhler die Kontakte zur deutschsprachigen Minderheit intensivieren und sich um einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen bemühen. Paraguay lockt deutsche Investoren mit Steuergeschenken und billigen Löhnen. Zudem verfügt es über die weltweit drittgrößten Süßwasservorkommen. Trinkwasser wird in wenigen Jahrzehnten zu den umkämpftesten Ressourcen gehören; die westlichen Industriestaaten beginnen um die paraguayischen Vorräte zu konkurrieren. Berlin lässt den Wasserspeicher "Acuífero Guaraní" derzeit von Fachpersonal einer Bundesbehörde untersuchen. Beobachter bringen den Aufbau eines US-Militärstützpunkts in Paraguay mit zukünftigen Ressourcenkämpfen in Verbindung. Bundespräsident Köhler bemüht sich um eine Stärkung der deutschen Ausgangspositionen.
Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen boten dafür bisher nur wenig Ansatzpunkte. Nach Auskunft der Bundesagentur für Außenwirtschaft ist das deutsche Investitionsaufkommen "fast vernachlässigbar gering"; auch der Handel bewegt sich auf niedrigem Niveau.[1] Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) hat derzeit drei Experten in Paraguay stationiert, doch gilt es als nicht ausgeschlossen, dass sie im Zuge einer möglichen Umstrukturierung abgezogen werden. Lediglich die "konsularische Betreuungsarbeit" sei "besonders intensiv", heißt es im Auswärtigen Amt. Die Behörde nennt als Ursache die "relativ hohe(...) Zahl deutscher Staatsangehöriger (ca. 10.000) und Deutschstämmiger (ca. 120.000) im Lande".[2]
Kolonien
Die Berliner Kontakte zur deutschsprachigen Minderheit Paraguays sollen während der Anwesenheit des Bundespräsidenten und seiner Begleitdelegation gefestigt werden. Wie in anderen südamerikanischen Ländern bietet das sogenannte Deutschtum dem Auswärtigen Amt ein hervorragendes Umfeld, in dem die Berliner Einflussarbeit gedeiht. Sämtliche Vorgängerstaaten der Bundesrepublik haben sich der Minderheit erfolgreich bedient. Bereits 1887 gründeten deutsche Einwanderer die Kolonie "Nueva Germania", die unter Leitung eines "glühenden Judenhassers" stand.[3] Eine neue Einwanderungswelle folgte nach dem Ersten Weltkrieg (Siedlungen "Independencia", "Villa Alborado") und nährte Kolonialvisionen des damaligen Außenministers Stresemann. Kongenial behandelten seine Nachfolger die paraguayischen Neubürger ("Glieder des nationalsozialistischen Reiches") [4], die sich erst im "Deutschen Volksbund für Paraguay", dann in der "Landesgruppe Paraguay" der NSDAP organisierten.
Proteste
Erben der "Volksgruppe" gehören heute zu den einflussreichen Großgrundbesitzern, denen sich Köhler für ausführliche Gespräche zur Verfügung stellt. Paraguay, das südamerikanische Land mit der größten Konzentration privaten Landbesitzes, erlebt in jüngster Zeit massive Proteste besitzloser Bauern. "Seit 1989 kam es zeitweilig immer wieder zu Besetzungen auch deutschen Grundbesitzes", beklagt das Auswärtige Amt: Die Regierung habe Schwierigkeiten, "für umfassenden Schutz von Landinvestitionen zu sorgen".[5] In den vergangenen Jahren gerieten deutsche Großgrundbesitzer mehrfach in die Schlagzeilen, weil sie sich weigerten, den paraguayischen Gesetzen über die Landreform Genüge zu tun. Sie konnten sich dabei auf ein bilaterales Investitionsschutzabkommen zwischen Asunción und Berlin berufen.
Besonders beliebt
Der Einfluss der deutschstämmigen Minderheit ist ungebrochen. Ihr entstammt der frühere Militärherrscher Alfred Stroessner, der das Land von 1954 bis 1989 diktatorisch regierte. Während seiner Amtszeit wurde dem NS-Massenmörder Josef Mengele die paraguayische Staatsbürgerschaft verliehen - er war einer von vielen Kriegsverbrechern, die in Südamerika Unterschlupf fanden. Stroessner habe "die deutschfreundliche Einstellung seines Volkes" geteilt und sich stets "um ein gutes, freundschaftliches Verhältnis zur Bundesrepublik Deutschland" bemüht, lobt ein ehemaliger Botschafter der Bundesrepublik in Asunción.[6] Bei der deutschstämmigen Minderheit habe sich der Putschist "ganz besonderer Beliebtheit" erfreut.
Militär
Der Besuch des Berliner Staatsoberhaupts lässt Interessen erkennen, für die sich das "Deutschtum" als Kulisse anbietet - die perspektivischen Ziele liegen dahinter. Zu diesen Bereichen gehören auch militärische Erwägungen, seitdem die USA in Paraguay ihr Personal verstärken. Washington behauptet, im Dreiländereck zwischen Paraguay, Brasilien und Argentinien drohten sich islamistische Terrorgruppen festzusetzen. Unter diesem Vorwand wird den Vereinigten Staaten erlaubt, Soldaten zu entsenden. Die amerikanischen Militärs genießen Immunität und haben im Norden Paraguays einen Truppenstützpunkt errichtet. Nach dem Urteil von Fachleuten verfolgt Washington mit seiner Militärpräsenz mehrere Interessen. Demnach dient die Stationierung dem Kampf gegen mögliche Aufstandsbewegungen, wie sie in Argentinien (Arbeitslosenunruhen) und Brasilien (Landlosenproteste) zeitweise zu drohen schienen; die USA würden es nicht zulassen, dass in den beiden größten südamerikanischen Staaten illoyale Regierungen wie in Venezuela oder Bolivien an die Macht kämen.[7]
200 Bohrungen
Außerdem ziele die Militärpräsenz der USA auf die weltweit drittgrößten Süßwasservorkommen ("Acuífero Guaraní") in Paraguay. Über die Weltbank haben die westlichen Industriestaaten inzwischen begonnen, die Wasserreserven zu erforschen. Es wird mit nachfolgenden Einflusskämpfen um den Zugriff auf den Rohstoff gerechnet.[8] Berlin bereitet sich seit Jahren auf diese künftigen Auseinandersetzungen vor. Mitte der 1980er Jahre - damals herrschte noch der deutschstämmige Stroessner - gelang es der Bundesrepublik im Rahmen ihrer Entwicklungshilfe, Mitarbeiter der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Paraguay zu stationieren. Seitdem arbeitet die deutsche Seite unmittelbar mit paraguayischen Regierungsstellen zusammen. "Langjährige Partner" seien "die für Hydrogeologie, Geologie und Bergbau sowie Landwirtschaft und Umwelt zuständigen Ministerien und deren nachgeordnete Behörden", teilt die BGR mit.[9] Mehr als 200 Bohrungen in den "Acuífero Guaraní" hat die Bundesanstalt inzwischen durchgeführt. "Offiziell geht es um die Analyse der Wasserqualität", heißt es in einem kürzlich ausgestrahlten Rundfunkbeitrag: Tatsächlich werden "besondere Proben" entnommen, die exklusive Aufschlüsse über die Ressourcenlage ermöglichen.[10]
Weiterentwicklung
Wasser ist nicht nur für den Export interessant, sondern lässt auch wasserintensive Wirtschaftsbranchen in Paraguay nach Standorten suchen.[11] Die Bedingungen für deutsche Interessenten sind derzeit günstig. Die Regierung in Asunción fühlt sich der brasilianisch-argentinischen Übermacht im Wirtschaftsbündnis Mercosur [12] unterlegen und bemüht sich daher verstärkt um ausländische Investoren. Erste Sonderregelungen für Industriebetriebe ("Maquiladora-Programm", Freihandelszonen) sind inzwischen in Kraft und wurden vom paraguayischen Vizepräsident bei einem Deutschland-Besuch im vergangenen Herbst beworben. Dabei geht es den Investoren vor allem um Rechtssicherheit, damit Enteignungen wie derzeit in Venezuela und Bolivien [13] möglichst unterbleiben. Der entsprechenden Problematik hat sich das deutsche Staatsoberhaupt bei dem bevorstehenden Aufenthalt in Asunción verschrieben: Unter dem blumigen Titel "Weiterentwicklung des Rechtsstaats" will Köhler die Perspektiven deutscher Anleger verbessern - um die Landarmut kümmern sich andere.
[1] Paraguays Wirtschaft kommt nur langsam wieder auf die Beine; www.bfai.de 05.09.2005
[2] Beziehungen zwischen Paraguay und Deutschland; Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amts
[3], [4] Wir Deutsche in der Welt, Berlin 1937
[5] Beziehungen zwischen Paraguay und Deutschland; Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amts
[6] Hubert Krier: Tapferes Paraguay, Würzburg 1973 [7], [8] "Ganz Paraguay verwandelte sich in eine Art Militärbasis". Geostrategische Punkte und Militarisierung in Lateinamerika. Interview mit Ana Esther Ceceña; Poonal Nr. 718. Paraguay concedió inmunidad a las tropas de Estados Unidos; Clarín.com 13.06.2005
[9] Technische Zusammenarbeit mit Paraguay; www.bgr.bund.de [10], [11] "Das blaue Gold der Guaraní". Kampf ums Wasser in Lateinamerika; Deutschlandfunk 09.01.2007
[12] Mitglieder sind Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela.
[13] s. dazu Eigentum verpflichtet und Top down, bottom up
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