In der Offensive – Magdeburger Nazis
So oder so ähnlich könnte man die derzeitige Lage der Magdeburger Nazis beschreiben, wenn man von außerhalb guckt und die letzten Monate mal Revue passieren lässt. Ob dem wirklich so ist, soll dieser Artikel beleuchten und er soll die Frage aufstellen, inwiefern haben Stadt, Antifas und zivilgesellschaftliche Kräfte eben jenen Eindruck begünstigt.
Ein Artikel auch zum Anlass des 10. Todestages von Frank Böttcher
Ein Artikel auch zum Anlass des 10. Todestages von Frank Böttcher
Magdeburg – eine ostdeutsche Provinz mitten an der Elbe
Magdeburg, ehemalige Arbeiterstadt welche im Zuge der Wende mehr und mehr im kapitalistischen Wandel den Spielregeln von Einfluss, Geld und Standortfaktoren unterlag, kämpft seit Jahren um eine „Wiederauferstehung“. Während vor 1990 tagtäglich 1000e in den Süden der Stadt fuhren, um dort ihr täglich Brot zu erarbeiten, macht sich heute Verfall und Abrissstimmung breit. Während ehemalige Randbezirke verfallen bzw. abgerissen werden, zieht das Jobcenter der Arge in einen Palast, um den Ansturm der Hiergebliebenen zu bewältigen – traurige Realität. Massenabwanderung von Jugendlichen, Arbeitslosigkeit und stetige Durchhalteparolen säumen den Weg der Ortsansässigen. Während in Halle/Leipzig oder Regionen wie Dresden scheinbar blühende Landschaften doch irgendwie das Leben erwecken, erstickt die Region Magdeburg im tristen Grau-in-Grau. Anfang der Neunziger nutzen rechte Schlägertrupps im Skinheadlook die allgemeine Desillusion und Desorentierung um Gewalt und Terror zu schüren. Ob 92 der Mord an Thorsten Lamprecht, 1994 die Herrentagskrawalle oder 1997 der Mord an Frank Böttcher, die Magdeburger schienen nie Herr der Lage zu werden, und so wurde auch offen über eine UN-Blauhelm-Truppe in Magdeburg nachgedacht.
Mit Aufkeimen der ersten nicht linken Alternativkulturen wie dem Techno oder HipHop entfloh der Nachwuchs den braunen Schlägern aus den Plattenbauten und in der rechten Szene machte sich ein Umstrukturierung breit. Die Antifa, welche in den späten 90ern eine strukturstarke Phase erwischte konnte somit den Nazis in jeglicher Hinsicht Parolie bieten und so wurde es Still um den braunen Pöbel. Mit der Besetzung des Hauses der Großen Diesdorfer Str. 15 (der „Ulrike“) im Jahr 2000 wurde dann auch ein Rückzugsraum für linke und alternative Jugendliche geschaffen, welches jeglichen Schutz vor nazistischen Angriffen bot. Die Nazis, welche sich erstmals versuchten mit ihrer Umstrukturierung zu politischen Klüngeln statt schlagender Kahlköpfe umzuinterpretieren, waren in jener Zeit ein ums ander Mal diejenigen, die die Lehrstunden erhielten. Doch ihr Wandel hin zu „nicht wahrnehmenbaren“ Nazis im „Autonomenlook“ sollte noch gewinnbringend werden.
Als einer der ersten Querfrontaktivisten, welcher unter anderem auch Antifademos in Berlin abfilmten machte sich der Magdeburger Anti-Antifaschist Florian Fuhrmann verdient. Mit Schottenrock und Irokesenschnitt suchte er auch in Magdeburg bis zu seiner „Enttarnung“ linke Diskotheken auf, um dort Anti-Antifa Recherche zu betreiben. Da dieser Florian aber, wie nahezu alle Magdeburger Neonazis unter einem permanenten Selbstdarstellungsdrang, leidet, war die Erkennung des Feindes in der eigenen Disko schnell vollzogen und andere Personen traten auf den Plan.
Während man sich langsam aber sicher im Strukturwandel vom damaligen „sachsen-anhaltinischem“ Kadernazi Hupka lossagte, wurde in Magdeburg die „Pseudokameradschaft“ Festungsstadt gegründet. Ein lustiger Haufen, welcher sich im Internet breit machte und das eigene Label als Marke versuchte zu etablieren. So konnte man in rechten Lifestyleshops eben jene von Bennet Schulz entwurfenen Sachen kaufen, was jedoch anscheinend nicht genug Gewinn brachte, woraufhin der Szeneshop sein Szenedasein aufgab. Ein weiteres kurzes Dasein fristete auch die Szenekneipe Reinheitsgebot mitten in der Magdeburger Innenstadt. Ins Auge gefallen war dieser eklige Schuppen immer wieder durch Angriffe von Nazis auf Antifas, deren Ursprung dieses jämmerlich wirkende Lokal darstellte. Anfang Januar des Jahres 2002 wurde, so zumindest ließ es sich aus einem Bekennerschreiben im Magdeburger Szeneblatt „Sündenbock“ entnehmen, das Reinheitsgebot als Reaktion auf vermehrte Naziaktivitäten „entschärft“. Das Brisante zu damaligem Zeitpunkt war, dass es sich um eine konkrete, zeitliche Reaktion auf einen Brandanschlag in Magdeburg gehandelt hat. (In gleicher Nacht wurde von bisher noch Unbekannten – die Polizei hat das Verfahren eingestellt – das alternative Wohnprojekt Thiembuktu in MD-Buckau angezündet). Dem Bekennerschreiben war damals auch zu entnehmen, dass es sich um eine direkte Reaktion auf diesen Brandanschlag handelt. Die Nazis bekamen das erste Mal Muffensausen und so wurde es still um dieses häufchen Elend. Ein halbes Jahr später hingegen, haben dann in Sachsen-Anhalt rechte Brandstifter vermehrt linke Jugendclubs und Treffpunkte mit Molotowcocktails angezündet. und wieder musste das Reinheitsgebot dran glauben. Als damalige Reaktion haben bisher unbekannte Täter erneut das gerade wieder hergerichtete Nazilokal dem Erdboden gleich gemacht, ein Bekennerschreiben tauchte zwar nie auf stattdessen stand an einer Wand des Gebäudes „Antifa-heißt-Angriff“. Aufgrund der damaligen finanziellen Situation des Betreibers Matthias Güttler kam auch eine Diskussion um möglichen Versicherungsbetrug auf, was jedoch bis zum heutigen Zeitpunkt unbestätigt blieb. Der Laden hingegen eröffnete nie wieder und die Spuren sind bis heute noch sichtbar.
Von damals:
http://venceremos.antifa.net/regional/magdeburg/index.html
Nach diesem doppelten Tiefschlag gegen Magdeburger Neonazis wurde es um diese etwas stiller und ihr trostloses Dasein artikulierte sich nur noch im Zusammenhang mit der Antifa. Fortan bemühten sich die unter dem Label „Festungsstadt“ formierten Trantüten um den Widerstand gegen das linke Wohnprojekt „Ulrike“. Während sich die Nazis also im Jahr 2002 genauer am 06.07. nun mit großem Geheule auf den Weg machten, um die Räumung der „Ulrike“ zu fordern, fing das BKA in Magdeburg mit dem allseits bekannten 129a Verfahren an (
http://soligruppe.de ). Am 01. September 2002 war es dann soweit, unter einem eher eigenartigem Grund, wurde die Räumung der Ulrike vollzogen.
In der Vornacht hatten sich 2 Neonazis (oder was auch immer) vor die Ulrike gestellt und Naziparolen skandiert. Die damalige Reaktion der Hausbewohner gab der Stadt unter Lutz Trümper und dem Polizeipräsidium nun den „Scheingrund“ für eine Räumung. Erst ein dreiviertel Jahr später ließ dann das Magdeburger Tagesblättchen Volksstimme verlauten, dass bei der durchgeführten Räumung weder Sprengstoff noch andere Mittel zum Bau von Bomben gefunden wurden sein und der Anschein, dass die Nazipöbelei gefaked war um eben den ermittelnen Behörden den Zugang zu eventuellen Sprengstoffverstecken in der Ulrike zu erleichtern, ließ sich eben nicht mehr von der Hand weisen.
( Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung befand sich das 129a Verfahren im Höhepunkt.)
Das §129a Verfahren hat aber nicht nur so sein Zeil erfüllt. Das willkürliche Vorgehen der Bundesbehörde gepaart mit „eher unlustigen, dafür wahnwitzigen Richtersprüchen“ ließen die Linke in Magdeburg und somit den antifaschistischen Widerstand merklich erstarren. Fast jedeR Aktive hätte in die Fänge der ermittelnen Behörden gelangen können, wie das spätere Beispiel von Carsten zeigte. Hinzu kamen die Bemühungen um eine gut funktionierende Soliarbeit, welche somit Antifaschistinnen band. Der Lage nicht wirklich bewusst, schienen die Nazis in die gleiche Lethargie zu verfallen und so blieb es in den Jahren der Ermittlungen augenscheinlich eher ruhig.
So zumindest waren keinerlei größeren Aktionen der Nazis zu vernehmen, was in einer Nachbetrachtung aber als falsch gesehen werden muss. Statt eines offenen Kampfes um die Straße vollzog sich ein schleichender Wandel hin zu einer festen Struktur, welche in gewisser Hinsicht linke Strukturen kopierte und was sich bishin zur teilweisen Unterwanderung vollzog.
Ehemals linke Diskos und Veranstaltungsorte wurden nunmehr von Nazis besucht und der Widerstand hielt sich in Grenzen. Ob die Großdisko Factory (
http://dominion-club.de), dass C7 oder der Studentenclub Baracke, Nazis sind im abendlichen Bild der Stadft oftmals anzutreffen und wie im Fall der Factory als Teil der Gäste bereits anerkannt. Aber auch das Umfeld der Magdeburger hat sich grundlegend verändert. Während viele „Nationalisten“ darum bemüht sind den alternativen, autonomen Touch zu übernehmen, hat sich vor allem auch eine breite Hatecore-Szene entwickelt. Federführend dürfte dabei die Band „Race-Riot“ aus dem nahegelegenen Barleben sein, welche nunmehr mit ihrem eigenen Label „until the end“ sich bundesweit einen Namen machte. In Zusammarbeit mit dem Nazilabel „Final Stand“ enstand aus den Bands „Teardown“ (Nachfolge-Projekt der Naziband „Blue Eyed Devils“ aus den USA) , „Race Riot“ (Barleben) und „Path of Resistance“ (Rostock) ein eher skuriles, hochgelobtes Deutsch-Amerikanisches Bandprojekt namens „Fear Rains Down“. Als Registrator für die Domain des UTE Records firmiert im Übrigen Matthias Dolge, ein bekannter Anti-Antifaschist aus den Reihen der Festungsstadt.
Aber nicht nur das Label „Until the End-Records“ mit Shop und allem was das Hatecore-Herz begehrt lässt die Kassen der Magdeburger Nazis gewaltig klingeln. So war auch die Internetdomain des mittlerweile abgeschalteten „revolution mailorders“ von Nico Zimmermann aus Wellen sicher immer eine gewinnbringende Quelle für den Magdeburger Nazimob.
Aber auch so gelingt es den Magdeburgern aus Ihrer Subkulutr genügend Kapital zu schlagen. Nach dem Reinheitsgebot-Brand nutzt Jens Bauer, seineszeichens JN-Vorsitzender der Stadt die Möglichkeit die entstandene Lücke zu schließen. Im Magdeburger Satdtteil Kannenstieg eröffnete er den noch immer aktuellen Nazitreff „Standarte26“. Ein ehemaliger Schlecker welcher nunmehr Ort für Konzerte und Kameradschaftstreffen ist.
Und heute?
Mittlerweile hat sich die Kameradschaft „Festungsstadt“, welche es nach Eigenangaben nie gab, umbenannt in „Nationale Sozialisten Magdeburg“. Unter der Führung des Nicht-Magdeburger Neonazis Andreas Biere versuchen sie sich mit allen Mitteln Gehör zu schaffen. Ob Telefonanrufe, Transpi-Aktionen, Hausbesuche beim Oberbürgermeister, den jährlich stattfindenen Naziaufmärschen um den 16. Januar oder Bombendrohungen, alle Mittel werden mal mehr und mal weniger ausgepackt. Da sich das Kameradschaftsumfeld eben nicht erweitert, leider aber auch nicht wirklich zurückgeht, ist davon auszugehen, dass ihre Art zu intervenieren, wohl weniger beliebt ist.
Stattdessen ernten Sie ein fürs andere Mal Spott, Anzeigen und Bewährungsstrafen oder einfach nur den Zorn so gehasster Minderheiten.
Der Fall erster Mai 2006:
1. Mai 2006 – während Nazizirkusdirektor Worch mit dem wieder aus der Gosse hervorgekrochenem Hupka versucht endlich mal in Leipzig aufmarschieren zu können, macht die Magdeburger Kameradschaftsszene einen auf „Halbstark“. Sie entern die Menschenleere Innenstadt mit Ihrer mitinitierten Antikap-Kampagne und ernten den Spott und Hohn Worchs. So lässt dieser verlauten:
„Vielleicht haben die Magdeburg-Anmelder sich gedacht, daß sie in ihrer Stadt völlige Ruhe haben werden, weil die Linken seit Wochen oder eher seit Monaten nach Leipzig mobilisierten und weil gerade aufgrund de dichten Nähe beider Städte auch die Antifa nicht imstande ist, zwei zeitgleiche Demonstrationen beide wirksam zu behindern.
Das Problem mit dieser Denkweise ist nur folgendes: Wenn wir immer nur da demonstrieren, wo wir meinen, leichtes Spiel zu haben, wird uns die Antifa im unausgesprochene Bündnis mit Behörden und Polizei immer weiter zurückdrängen. Wenn wir uns aus den Städten mit kritischem Antifa-Potential verdränden lassen, wird die Antifa uns bald auch in die eher ruhigen Städte nachrücken, dann auch in die Kleinstädte, bis hin in die Dörfer. Und wenn wir letztlich, nur um unsere Ruhe zu haben, auf der berühmten „Grünen Wiese“ demonstrieren, werden wir auch dort behördlich-polizeiliche Repressalien erleben; UND wir werden erleben, daß die Antifa uns auch dorthin nachrückt und im Gras nach Steinen buddelt, um uns damit zu bewerfen...
Rückzug ist feige; das als kleinen Gruß nach Magdeburg.“
Dieses Grußwort sollte noch Widerhall erzeugen und so trafen sich zum diesjährigen Gedenkmarsch gerade einmal 300 Personen. Mit lautem Getöse und schwarzen Fahnen zog man durchs alternative Stadtfeld und keinen lockte es hinterm Ofen vor – nicht mal die Antifa. Diesen Umstand betrachtet man wohl sogleich als Siegeszug und so kam der unerhoffte Fall schon vor dem Höhenflug.
13. Januar 2007 – oh oh der Griff ins Klo
Nachdem unser OB Lutz Trümper, welcher sonst eher für ein legeres Verhältnis zu den Neonazis steht, nicht nur die Friedhofssatzung änderte, woraufhin den Nazis das Betreten des Friedhofes untersagt wurde, ließ er unerhörter Weise auch noch den abgelegten Kranz entfernen. Dass unsere Magdeburger Nazis sich dies nicht gefallen lassen, ist hinsichtlich schon mehrfacher Drohanrufe und Bombendrohungen ja selbstverständlich und so besuchte man den OB. Die Reaktion war durchaus nicht die Gewollte. Nachdem Herr Trümper schon den Webseitenbetreiber dieser Freizeitmöchtergern-Revolutionäre anzeigte wegen Bedrohung, daraufhin aber das Gespräch unter vier Augen suchte, schien man sich bei den Nazis eben an jenen Wunsch Trümpers zu erinnern, vergaß aber die Medienschälte inklusive Riesenecho. Ein sogenannter Griff ins Klo. Und das, obwohl man sich doch ansonsten mit dem OB eher gut versteht. Erinnern wir uns an die Symbiose zwischen Nazis und Stadt bei der Räumung der Ulrike.
Auch ein weiterer Vorfall (
http://gruppe45.blogsport.de/2006/08/25/das-grose-heulen/ ) dürfte für Gelächter bei den Betrachtern neonazistischer Umtriebe in Magdeburg gesorgt haben. Die dem „Selbstschutz Sachsen Anhalt“ angehörigen „Volksbefreier“ haben eben nicht nur jenen Feind in der Antifa, sondern auch in benachbarten Wohnungen. Mit dem Stadtumbau Ost und der damit einhergehenden „Umsiedlung“ von sozial Schwachen in Randgebiete der Stadt musste sich das Nazimilieu nun mit eher ungeliebten Nachbarn anfreuden. Russische Spätaussiedler. Da man mit diesen wohl eher unschöne Erfahrungen machen durfte, zog es die Magdeburger Nazis gleich wieder in Richtung OB, diesmal forderte man nicht die Räumung der Ulrike, sondern die Abschiebung der „Störer im Plattenbau“. Peinlich, da die Magdeburger Kameradschaft doch ansonsten stets um Ihr „hartes Image“ bemüht ist. Treten doch immer wieder Magdeburger Nazis als Ordner bei bundesweiten Nazievents auf und auch beim „großmäulig“ angekündigtem Verhindern der Antifademo in Wernigerode ließen sie sich am Rande blicken.
Magdeburg und die Nazis
Noch immer herrscht in Magdeburg aber eine Tristesse im Bezug auf den Umgang mit Nazis. Während es schon immer an der Tagesordnung war, Nazis in Magdeburg als nicht vorhandes Phänomen darzustellen und Konflikte auf Jugendsünden herunter zu spielen, machten sich diese wie oben erwähnt breit. Wo die Rettung des Schiffshebewerkes Rothensee noch einige Renter aus den Wohnungen zottelt, macht sich Antifaschismus oder eine Antinazihaltung nur darin sichtbar, wenn der Ruf der Stadt gefährdet scheint. Ob der Vorschlag der Stationierung von UN-Truppen in MD oder das 1200 jährige Jubiläum- die Reaktionen auf Nazis scheint nur dann gegeben, wenn der Hausfrieden bedroht scheint. Stattdessen werden in Magdeburg immer wieder Antifaschisten kriminalisiert, verfolgt und beiweilen auch missahndelt. Spielt man sich auf Seiten des FK 4 (Fachkommisariat Staatsschutz) stets als Freund der Kameradschaft auf – Händedruck bei Begrüßung – machen die Kollegen von der Landesbereitschaftspolizei einen auf weniger zimperlich und schlagen wahllos auf Demonstranten gegen Rechts ein.
Dazu gesellen sich dann bürgerliche Kräfte wie irgendwelche Pfarrer, die „auch auf die bösen Linken“ im Zusammenhang bei Nazidemos hinweisen und meinen, die seien doch zumindest genauso schlimm. Hinzu kommt ein Bürgermeister, der nichtmal versucht eine Nazidemo zu verhindern und der sich dann wundert, wie es ist, wenn diese Gestalten dann vor der eigenen Haustür stehen. Nun könnte man hoffen, dass sich der Oberbürgermeister einmal in die Lage von denen hinein versetzt, welche täglich die Gefahr laufen, nicht nur von Nazis besucht, sondern auch von diesen verprügelt zu werden. Und wenn sich der Bürgermeister nur dies vorstellt, dann kann er eventuell auch mal begreifen, weshalb es Leute gibt, die sich eben „mit allen Mitteln“ den Nazis in den Weg stellen und eben nicht nur aus Prestige-Gründen. Selbst dieses Motto zog nur 200 Menschen zu den Protesten gegen den letzten Naziaufmarsch.
Und die Antifa?
Nun auch die hiesige Antifa strotz nicht gerade von Überlegenheit. Angriffe von linken Personen auf Antideutsche, Drohungen mittels Graffiti gegen eben jene „Volksfeinde“ und Prügelandrohungen gegen Auswärtige, wenn diese doch antideutsch seien und dies hier auch noch artikulierten, lassen den Nazis genügend Spielraum für ihre selbstgemalten Höhenflüge. Das diese im Endeffekt eben doch nur das selbe Häufchen Elend sind, zeigt eine Reaktion derer, die vermuten, dass in antifaschistischen WG's auf Dartscheiben geworfen wird, auf denen Magdeburger Nazik(inder)ader abgebildet sind. Hektisches Rumfragen und das Unverstehen, dass man mit Ihnen doch Spaß haben kann, scheint ihnen die Schweißperlen auf die Stirn zu treiben und es bleibt zu hoffen, dass eben solche netten Begleiterscheinungen im Anti-Nazi-Kampf wieder den Vorrang haben, als dämliche Attacken auf Antideutsche.
Mal noch ne kleine Zusammenfassung von Naziaktivitäten aus MD der letzten Monaten:
Nazis in der Scheisse 10.09.2005
http://www.de.indymedia.org/2005/09/127639.shtml
15.01.2006 – Geschichtsstunde beendet
http://www.fau.org/ortsgruppen/magdeburg/art_060116-155457
http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_3915158.html rbb zu eigenartigen Machtspielen zwischen Nazis und Polizei
Angriffe auf Antifa-Demo in SBK
http://germany.indymedia.org/2006/02/140039.shtml
Bennet Schulz Webseitenbetreiber der Nazis schafft es in die Tagespresse
http://antifainfoportal.an.ohost.de/presse/presse8.html
10.März 2006 - Bombendrohung
Am 10. März 2006 fand in dem Club „Factory“ in Magdeburg das Festival „Bunt statt Braun“ statt, zu dem 7 Bands angetreten waren. Das Festival begann 19 Uhr. Eine halbe Stunde später tauchte unerwünschter Besuch auf – 11 Neonazis, davon ein Großteil Mitglieder der Kameradschaft Magdeburg, hatten versucht, in die „Factory“ zu gelangen, wurden jedoch von den Veranstaltern des Raumes verwiesen. Der Deutsche Unfug wusste mit dem Abend dann wohl nichts Besseres anzufangen und drohte per Telefon, eine Bombe im Gebäude versteckt zu haben. Die etwa 300 Gäste mussten das Gebäude verlassen. Die Polizei bestätigte später den Fehlalarm und das Festival wurde fortgesetzt. Quelle
http://a-i-p.tk
Nazianwalt Rieger in MD vor Gericht
http://de.indymedia.org//2005/01/104069.shtml
1. Mai 2006 MD-Naziensemble macht sich zum Kasper
http://gruppe45.blogsport.de/2006/05/03/01-mai-2006-pappkameraden-unter-sich/
4. Juni 2006 Nazis machen sich zum Deppen
http://gruppe45.blogsport.de/2006/06/06/wenn-der-bauer-wird-zum-esel/
24. Juni 2006 Bücherverbrennung bei Magdeburg
http://antifainfoportal.an.ohost.de/texte/heimatbund.html
20. Juli 2006 Antisemiten gestört
http://antifainfoportal.an.ohost.de/texte/antisemitengestoert.html
Angeblich in Stadtfeld gegründet – JN Magdeburg
http://antifainfoportal.an.ohost.de/2006_10_01_antifainfoportal_archive.html
03.10.2006 Auch die „Freien“ waren da – nur kurz Nazidemo in MD ;-)
http://antifainfoportal.an.ohost.de/texte/03106magdeburg.html
Nazis protestieren am Landtag
http://antifainfoportal.an.ohost.de/2006/12/neonazis-protestieren-am-landtag.html
Da sie keine Bildung ertragen blieben sie draußen – Hannes Heer in Magdeburg
http://antifainfoportal.an.ohost.de/texte/lesunghannesheer.html
Lächerliche 300 „Mann“
http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokales/magdeburg/?em_cnt=221712
Besuch beim OB 16. Januar 2007
http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokales/magdeburg/?em_cnt=222891
der Besuch als Griff ins Klo - so war das nicht geplant
http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokales/magdeburg/?em_cnt=223534
andere Presseberichte:
http://myblog.de/presseverwertung/
Magdeburger Gruppen:
http://a-i-p.tk – Antifa-Info-Portal
http://gruppe45.blogsport.de – Gruppe45 Magdeburg
http://www.fau.org/ortsgruppen/magdeburg/ - FAU Magdeburg
10 Jahre Mord an Frank Böttcher – Mehr unter:
http://aamd.de.md
weitere Texte:
http://de.indymedia.org/2006/05/147877.shtml - Sachsen-Anhalt biegt rechts ab I
http://de.indymedia.org/2006/10/160269.shtml - Sachsen-Anhalt biegt rechts ab Part II
http://de.indymedia.org/2007/01/166077.shtml - Nazi an der MDer Uni geoutet
Rechtschreibfehler dürfen behalten werden.
Magdeburg, ehemalige Arbeiterstadt welche im Zuge der Wende mehr und mehr im kapitalistischen Wandel den Spielregeln von Einfluss, Geld und Standortfaktoren unterlag, kämpft seit Jahren um eine „Wiederauferstehung“. Während vor 1990 tagtäglich 1000e in den Süden der Stadt fuhren, um dort ihr täglich Brot zu erarbeiten, macht sich heute Verfall und Abrissstimmung breit. Während ehemalige Randbezirke verfallen bzw. abgerissen werden, zieht das Jobcenter der Arge in einen Palast, um den Ansturm der Hiergebliebenen zu bewältigen – traurige Realität. Massenabwanderung von Jugendlichen, Arbeitslosigkeit und stetige Durchhalteparolen säumen den Weg der Ortsansässigen. Während in Halle/Leipzig oder Regionen wie Dresden scheinbar blühende Landschaften doch irgendwie das Leben erwecken, erstickt die Region Magdeburg im tristen Grau-in-Grau. Anfang der Neunziger nutzen rechte Schlägertrupps im Skinheadlook die allgemeine Desillusion und Desorentierung um Gewalt und Terror zu schüren. Ob 92 der Mord an Thorsten Lamprecht, 1994 die Herrentagskrawalle oder 1997 der Mord an Frank Böttcher, die Magdeburger schienen nie Herr der Lage zu werden, und so wurde auch offen über eine UN-Blauhelm-Truppe in Magdeburg nachgedacht.
Mit Aufkeimen der ersten nicht linken Alternativkulturen wie dem Techno oder HipHop entfloh der Nachwuchs den braunen Schlägern aus den Plattenbauten und in der rechten Szene machte sich ein Umstrukturierung breit. Die Antifa, welche in den späten 90ern eine strukturstarke Phase erwischte konnte somit den Nazis in jeglicher Hinsicht Parolie bieten und so wurde es Still um den braunen Pöbel. Mit der Besetzung des Hauses der Großen Diesdorfer Str. 15 (der „Ulrike“) im Jahr 2000 wurde dann auch ein Rückzugsraum für linke und alternative Jugendliche geschaffen, welches jeglichen Schutz vor nazistischen Angriffen bot. Die Nazis, welche sich erstmals versuchten mit ihrer Umstrukturierung zu politischen Klüngeln statt schlagender Kahlköpfe umzuinterpretieren, waren in jener Zeit ein ums ander Mal diejenigen, die die Lehrstunden erhielten. Doch ihr Wandel hin zu „nicht wahrnehmenbaren“ Nazis im „Autonomenlook“ sollte noch gewinnbringend werden.
Als einer der ersten Querfrontaktivisten, welcher unter anderem auch Antifademos in Berlin abfilmten machte sich der Magdeburger Anti-Antifaschist Florian Fuhrmann verdient. Mit Schottenrock und Irokesenschnitt suchte er auch in Magdeburg bis zu seiner „Enttarnung“ linke Diskotheken auf, um dort Anti-Antifa Recherche zu betreiben. Da dieser Florian aber, wie nahezu alle Magdeburger Neonazis unter einem permanenten Selbstdarstellungsdrang, leidet, war die Erkennung des Feindes in der eigenen Disko schnell vollzogen und andere Personen traten auf den Plan.
Während man sich langsam aber sicher im Strukturwandel vom damaligen „sachsen-anhaltinischem“ Kadernazi Hupka lossagte, wurde in Magdeburg die „Pseudokameradschaft“ Festungsstadt gegründet. Ein lustiger Haufen, welcher sich im Internet breit machte und das eigene Label als Marke versuchte zu etablieren. So konnte man in rechten Lifestyleshops eben jene von Bennet Schulz entwurfenen Sachen kaufen, was jedoch anscheinend nicht genug Gewinn brachte, woraufhin der Szeneshop sein Szenedasein aufgab. Ein weiteres kurzes Dasein fristete auch die Szenekneipe Reinheitsgebot mitten in der Magdeburger Innenstadt. Ins Auge gefallen war dieser eklige Schuppen immer wieder durch Angriffe von Nazis auf Antifas, deren Ursprung dieses jämmerlich wirkende Lokal darstellte. Anfang Januar des Jahres 2002 wurde, so zumindest ließ es sich aus einem Bekennerschreiben im Magdeburger Szeneblatt „Sündenbock“ entnehmen, das Reinheitsgebot als Reaktion auf vermehrte Naziaktivitäten „entschärft“. Das Brisante zu damaligem Zeitpunkt war, dass es sich um eine konkrete, zeitliche Reaktion auf einen Brandanschlag in Magdeburg gehandelt hat. (In gleicher Nacht wurde von bisher noch Unbekannten – die Polizei hat das Verfahren eingestellt – das alternative Wohnprojekt Thiembuktu in MD-Buckau angezündet). Dem Bekennerschreiben war damals auch zu entnehmen, dass es sich um eine direkte Reaktion auf diesen Brandanschlag handelt. Die Nazis bekamen das erste Mal Muffensausen und so wurde es still um dieses häufchen Elend. Ein halbes Jahr später hingegen, haben dann in Sachsen-Anhalt rechte Brandstifter vermehrt linke Jugendclubs und Treffpunkte mit Molotowcocktails angezündet. und wieder musste das Reinheitsgebot dran glauben. Als damalige Reaktion haben bisher unbekannte Täter erneut das gerade wieder hergerichtete Nazilokal dem Erdboden gleich gemacht, ein Bekennerschreiben tauchte zwar nie auf stattdessen stand an einer Wand des Gebäudes „Antifa-heißt-Angriff“. Aufgrund der damaligen finanziellen Situation des Betreibers Matthias Güttler kam auch eine Diskussion um möglichen Versicherungsbetrug auf, was jedoch bis zum heutigen Zeitpunkt unbestätigt blieb. Der Laden hingegen eröffnete nie wieder und die Spuren sind bis heute noch sichtbar.
Von damals:
http://venceremos.antifa.net/regional/magdeburg/index.html Nach diesem doppelten Tiefschlag gegen Magdeburger Neonazis wurde es um diese etwas stiller und ihr trostloses Dasein artikulierte sich nur noch im Zusammenhang mit der Antifa. Fortan bemühten sich die unter dem Label „Festungsstadt“ formierten Trantüten um den Widerstand gegen das linke Wohnprojekt „Ulrike“. Während sich die Nazis also im Jahr 2002 genauer am 06.07. nun mit großem Geheule auf den Weg machten, um die Räumung der „Ulrike“ zu fordern, fing das BKA in Magdeburg mit dem allseits bekannten 129a Verfahren an (
http://soligruppe.de ). Am 01. September 2002 war es dann soweit, unter einem eher eigenartigem Grund, wurde die Räumung der Ulrike vollzogen. In der Vornacht hatten sich 2 Neonazis (oder was auch immer) vor die Ulrike gestellt und Naziparolen skandiert. Die damalige Reaktion der Hausbewohner gab der Stadt unter Lutz Trümper und dem Polizeipräsidium nun den „Scheingrund“ für eine Räumung. Erst ein dreiviertel Jahr später ließ dann das Magdeburger Tagesblättchen Volksstimme verlauten, dass bei der durchgeführten Räumung weder Sprengstoff noch andere Mittel zum Bau von Bomben gefunden wurden sein und der Anschein, dass die Nazipöbelei gefaked war um eben den ermittelnen Behörden den Zugang zu eventuellen Sprengstoffverstecken in der Ulrike zu erleichtern, ließ sich eben nicht mehr von der Hand weisen.
( Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung befand sich das 129a Verfahren im Höhepunkt.)
Das §129a Verfahren hat aber nicht nur so sein Zeil erfüllt. Das willkürliche Vorgehen der Bundesbehörde gepaart mit „eher unlustigen, dafür wahnwitzigen Richtersprüchen“ ließen die Linke in Magdeburg und somit den antifaschistischen Widerstand merklich erstarren. Fast jedeR Aktive hätte in die Fänge der ermittelnen Behörden gelangen können, wie das spätere Beispiel von Carsten zeigte. Hinzu kamen die Bemühungen um eine gut funktionierende Soliarbeit, welche somit Antifaschistinnen band. Der Lage nicht wirklich bewusst, schienen die Nazis in die gleiche Lethargie zu verfallen und so blieb es in den Jahren der Ermittlungen augenscheinlich eher ruhig.
So zumindest waren keinerlei größeren Aktionen der Nazis zu vernehmen, was in einer Nachbetrachtung aber als falsch gesehen werden muss. Statt eines offenen Kampfes um die Straße vollzog sich ein schleichender Wandel hin zu einer festen Struktur, welche in gewisser Hinsicht linke Strukturen kopierte und was sich bishin zur teilweisen Unterwanderung vollzog.
Ehemals linke Diskos und Veranstaltungsorte wurden nunmehr von Nazis besucht und der Widerstand hielt sich in Grenzen. Ob die Großdisko Factory (
http://dominion-club.de), dass C7 oder der Studentenclub Baracke, Nazis sind im abendlichen Bild der Stadft oftmals anzutreffen und wie im Fall der Factory als Teil der Gäste bereits anerkannt. Aber auch das Umfeld der Magdeburger hat sich grundlegend verändert. Während viele „Nationalisten“ darum bemüht sind den alternativen, autonomen Touch zu übernehmen, hat sich vor allem auch eine breite Hatecore-Szene entwickelt. Federführend dürfte dabei die Band „Race-Riot“ aus dem nahegelegenen Barleben sein, welche nunmehr mit ihrem eigenen Label „until the end“ sich bundesweit einen Namen machte. In Zusammarbeit mit dem Nazilabel „Final Stand“ enstand aus den Bands „Teardown“ (Nachfolge-Projekt der Naziband „Blue Eyed Devils“ aus den USA) , „Race Riot“ (Barleben) und „Path of Resistance“ (Rostock) ein eher skuriles, hochgelobtes Deutsch-Amerikanisches Bandprojekt namens „Fear Rains Down“. Als Registrator für die Domain des UTE Records firmiert im Übrigen Matthias Dolge, ein bekannter Anti-Antifaschist aus den Reihen der Festungsstadt. Aber nicht nur das Label „Until the End-Records“ mit Shop und allem was das Hatecore-Herz begehrt lässt die Kassen der Magdeburger Nazis gewaltig klingeln. So war auch die Internetdomain des mittlerweile abgeschalteten „revolution mailorders“ von Nico Zimmermann aus Wellen sicher immer eine gewinnbringende Quelle für den Magdeburger Nazimob.
Aber auch so gelingt es den Magdeburgern aus Ihrer Subkulutr genügend Kapital zu schlagen. Nach dem Reinheitsgebot-Brand nutzt Jens Bauer, seineszeichens JN-Vorsitzender der Stadt die Möglichkeit die entstandene Lücke zu schließen. Im Magdeburger Satdtteil Kannenstieg eröffnete er den noch immer aktuellen Nazitreff „Standarte26“. Ein ehemaliger Schlecker welcher nunmehr Ort für Konzerte und Kameradschaftstreffen ist.
Und heute?
Mittlerweile hat sich die Kameradschaft „Festungsstadt“, welche es nach Eigenangaben nie gab, umbenannt in „Nationale Sozialisten Magdeburg“. Unter der Führung des Nicht-Magdeburger Neonazis Andreas Biere versuchen sie sich mit allen Mitteln Gehör zu schaffen. Ob Telefonanrufe, Transpi-Aktionen, Hausbesuche beim Oberbürgermeister, den jährlich stattfindenen Naziaufmärschen um den 16. Januar oder Bombendrohungen, alle Mittel werden mal mehr und mal weniger ausgepackt. Da sich das Kameradschaftsumfeld eben nicht erweitert, leider aber auch nicht wirklich zurückgeht, ist davon auszugehen, dass ihre Art zu intervenieren, wohl weniger beliebt ist.
Stattdessen ernten Sie ein fürs andere Mal Spott, Anzeigen und Bewährungsstrafen oder einfach nur den Zorn so gehasster Minderheiten.
Der Fall erster Mai 2006:
1. Mai 2006 – während Nazizirkusdirektor Worch mit dem wieder aus der Gosse hervorgekrochenem Hupka versucht endlich mal in Leipzig aufmarschieren zu können, macht die Magdeburger Kameradschaftsszene einen auf „Halbstark“. Sie entern die Menschenleere Innenstadt mit Ihrer mitinitierten Antikap-Kampagne und ernten den Spott und Hohn Worchs. So lässt dieser verlauten:
„Vielleicht haben die Magdeburg-Anmelder sich gedacht, daß sie in ihrer Stadt völlige Ruhe haben werden, weil die Linken seit Wochen oder eher seit Monaten nach Leipzig mobilisierten und weil gerade aufgrund de dichten Nähe beider Städte auch die Antifa nicht imstande ist, zwei zeitgleiche Demonstrationen beide wirksam zu behindern.
Das Problem mit dieser Denkweise ist nur folgendes: Wenn wir immer nur da demonstrieren, wo wir meinen, leichtes Spiel zu haben, wird uns die Antifa im unausgesprochene Bündnis mit Behörden und Polizei immer weiter zurückdrängen. Wenn wir uns aus den Städten mit kritischem Antifa-Potential verdränden lassen, wird die Antifa uns bald auch in die eher ruhigen Städte nachrücken, dann auch in die Kleinstädte, bis hin in die Dörfer. Und wenn wir letztlich, nur um unsere Ruhe zu haben, auf der berühmten „Grünen Wiese“ demonstrieren, werden wir auch dort behördlich-polizeiliche Repressalien erleben; UND wir werden erleben, daß die Antifa uns auch dorthin nachrückt und im Gras nach Steinen buddelt, um uns damit zu bewerfen...
Rückzug ist feige; das als kleinen Gruß nach Magdeburg.“
Dieses Grußwort sollte noch Widerhall erzeugen und so trafen sich zum diesjährigen Gedenkmarsch gerade einmal 300 Personen. Mit lautem Getöse und schwarzen Fahnen zog man durchs alternative Stadtfeld und keinen lockte es hinterm Ofen vor – nicht mal die Antifa. Diesen Umstand betrachtet man wohl sogleich als Siegeszug und so kam der unerhoffte Fall schon vor dem Höhenflug.
13. Januar 2007 – oh oh der Griff ins Klo
Nachdem unser OB Lutz Trümper, welcher sonst eher für ein legeres Verhältnis zu den Neonazis steht, nicht nur die Friedhofssatzung änderte, woraufhin den Nazis das Betreten des Friedhofes untersagt wurde, ließ er unerhörter Weise auch noch den abgelegten Kranz entfernen. Dass unsere Magdeburger Nazis sich dies nicht gefallen lassen, ist hinsichtlich schon mehrfacher Drohanrufe und Bombendrohungen ja selbstverständlich und so besuchte man den OB. Die Reaktion war durchaus nicht die Gewollte. Nachdem Herr Trümper schon den Webseitenbetreiber dieser Freizeitmöchtergern-Revolutionäre anzeigte wegen Bedrohung, daraufhin aber das Gespräch unter vier Augen suchte, schien man sich bei den Nazis eben an jenen Wunsch Trümpers zu erinnern, vergaß aber die Medienschälte inklusive Riesenecho. Ein sogenannter Griff ins Klo. Und das, obwohl man sich doch ansonsten mit dem OB eher gut versteht. Erinnern wir uns an die Symbiose zwischen Nazis und Stadt bei der Räumung der Ulrike.
Auch ein weiterer Vorfall (
http://gruppe45.blogsport.de/2006/08/25/das-grose-heulen/ ) dürfte für Gelächter bei den Betrachtern neonazistischer Umtriebe in Magdeburg gesorgt haben. Die dem „Selbstschutz Sachsen Anhalt“ angehörigen „Volksbefreier“ haben eben nicht nur jenen Feind in der Antifa, sondern auch in benachbarten Wohnungen. Mit dem Stadtumbau Ost und der damit einhergehenden „Umsiedlung“ von sozial Schwachen in Randgebiete der Stadt musste sich das Nazimilieu nun mit eher ungeliebten Nachbarn anfreuden. Russische Spätaussiedler. Da man mit diesen wohl eher unschöne Erfahrungen machen durfte, zog es die Magdeburger Nazis gleich wieder in Richtung OB, diesmal forderte man nicht die Räumung der Ulrike, sondern die Abschiebung der „Störer im Plattenbau“. Peinlich, da die Magdeburger Kameradschaft doch ansonsten stets um Ihr „hartes Image“ bemüht ist. Treten doch immer wieder Magdeburger Nazis als Ordner bei bundesweiten Nazievents auf und auch beim „großmäulig“ angekündigtem Verhindern der Antifademo in Wernigerode ließen sie sich am Rande blicken. Magdeburg und die Nazis
Noch immer herrscht in Magdeburg aber eine Tristesse im Bezug auf den Umgang mit Nazis. Während es schon immer an der Tagesordnung war, Nazis in Magdeburg als nicht vorhandes Phänomen darzustellen und Konflikte auf Jugendsünden herunter zu spielen, machten sich diese wie oben erwähnt breit. Wo die Rettung des Schiffshebewerkes Rothensee noch einige Renter aus den Wohnungen zottelt, macht sich Antifaschismus oder eine Antinazihaltung nur darin sichtbar, wenn der Ruf der Stadt gefährdet scheint. Ob der Vorschlag der Stationierung von UN-Truppen in MD oder das 1200 jährige Jubiläum- die Reaktionen auf Nazis scheint nur dann gegeben, wenn der Hausfrieden bedroht scheint. Stattdessen werden in Magdeburg immer wieder Antifaschisten kriminalisiert, verfolgt und beiweilen auch missahndelt. Spielt man sich auf Seiten des FK 4 (Fachkommisariat Staatsschutz) stets als Freund der Kameradschaft auf – Händedruck bei Begrüßung – machen die Kollegen von der Landesbereitschaftspolizei einen auf weniger zimperlich und schlagen wahllos auf Demonstranten gegen Rechts ein.
Dazu gesellen sich dann bürgerliche Kräfte wie irgendwelche Pfarrer, die „auch auf die bösen Linken“ im Zusammenhang bei Nazidemos hinweisen und meinen, die seien doch zumindest genauso schlimm. Hinzu kommt ein Bürgermeister, der nichtmal versucht eine Nazidemo zu verhindern und der sich dann wundert, wie es ist, wenn diese Gestalten dann vor der eigenen Haustür stehen. Nun könnte man hoffen, dass sich der Oberbürgermeister einmal in die Lage von denen hinein versetzt, welche täglich die Gefahr laufen, nicht nur von Nazis besucht, sondern auch von diesen verprügelt zu werden. Und wenn sich der Bürgermeister nur dies vorstellt, dann kann er eventuell auch mal begreifen, weshalb es Leute gibt, die sich eben „mit allen Mitteln“ den Nazis in den Weg stellen und eben nicht nur aus Prestige-Gründen. Selbst dieses Motto zog nur 200 Menschen zu den Protesten gegen den letzten Naziaufmarsch.
Und die Antifa?
Nun auch die hiesige Antifa strotz nicht gerade von Überlegenheit. Angriffe von linken Personen auf Antideutsche, Drohungen mittels Graffiti gegen eben jene „Volksfeinde“ und Prügelandrohungen gegen Auswärtige, wenn diese doch antideutsch seien und dies hier auch noch artikulierten, lassen den Nazis genügend Spielraum für ihre selbstgemalten Höhenflüge. Das diese im Endeffekt eben doch nur das selbe Häufchen Elend sind, zeigt eine Reaktion derer, die vermuten, dass in antifaschistischen WG's auf Dartscheiben geworfen wird, auf denen Magdeburger Nazik(inder)ader abgebildet sind. Hektisches Rumfragen und das Unverstehen, dass man mit Ihnen doch Spaß haben kann, scheint ihnen die Schweißperlen auf die Stirn zu treiben und es bleibt zu hoffen, dass eben solche netten Begleiterscheinungen im Anti-Nazi-Kampf wieder den Vorrang haben, als dämliche Attacken auf Antideutsche.
Mal noch ne kleine Zusammenfassung von Naziaktivitäten aus MD der letzten Monaten:
Nazis in der Scheisse 10.09.2005
http://www.de.indymedia.org/2005/09/127639.shtml 15.01.2006 – Geschichtsstunde beendet
http://www.fau.org/ortsgruppen/magdeburg/art_060116-155457
http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_3915158.html rbb zu eigenartigen Machtspielen zwischen Nazis und Polizei Angriffe auf Antifa-Demo in SBK
http://germany.indymedia.org/2006/02/140039.shtml Bennet Schulz Webseitenbetreiber der Nazis schafft es in die Tagespresse
http://antifainfoportal.an.ohost.de/presse/presse8.html 10.März 2006 - Bombendrohung
Am 10. März 2006 fand in dem Club „Factory“ in Magdeburg das Festival „Bunt statt Braun“ statt, zu dem 7 Bands angetreten waren. Das Festival begann 19 Uhr. Eine halbe Stunde später tauchte unerwünschter Besuch auf – 11 Neonazis, davon ein Großteil Mitglieder der Kameradschaft Magdeburg, hatten versucht, in die „Factory“ zu gelangen, wurden jedoch von den Veranstaltern des Raumes verwiesen. Der Deutsche Unfug wusste mit dem Abend dann wohl nichts Besseres anzufangen und drohte per Telefon, eine Bombe im Gebäude versteckt zu haben. Die etwa 300 Gäste mussten das Gebäude verlassen. Die Polizei bestätigte später den Fehlalarm und das Festival wurde fortgesetzt. Quelle
http://a-i-p.tk Nazianwalt Rieger in MD vor Gericht
http://de.indymedia.org//2005/01/104069.shtml 1. Mai 2006 MD-Naziensemble macht sich zum Kasper
http://gruppe45.blogsport.de/2006/05/03/01-mai-2006-pappkameraden-unter-sich/ 4. Juni 2006 Nazis machen sich zum Deppen
http://gruppe45.blogsport.de/2006/06/06/wenn-der-bauer-wird-zum-esel/ 24. Juni 2006 Bücherverbrennung bei Magdeburg
http://antifainfoportal.an.ohost.de/texte/heimatbund.html 20. Juli 2006 Antisemiten gestört
http://antifainfoportal.an.ohost.de/texte/antisemitengestoert.html Angeblich in Stadtfeld gegründet – JN Magdeburg
http://antifainfoportal.an.ohost.de/2006_10_01_antifainfoportal_archive.html 03.10.2006 Auch die „Freien“ waren da – nur kurz Nazidemo in MD ;-)
http://antifainfoportal.an.ohost.de/texte/03106magdeburg.html Nazis protestieren am Landtag
http://antifainfoportal.an.ohost.de/2006/12/neonazis-protestieren-am-landtag.html Da sie keine Bildung ertragen blieben sie draußen – Hannes Heer in Magdeburg
http://antifainfoportal.an.ohost.de/texte/lesunghannesheer.html Lächerliche 300 „Mann“
http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokales/magdeburg/?em_cnt=221712 Besuch beim OB 16. Januar 2007
http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokales/magdeburg/?em_cnt=222891 der Besuch als Griff ins Klo - so war das nicht geplant
http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokales/magdeburg/?em_cnt=223534 andere Presseberichte:
http://myblog.de/presseverwertung/ Magdeburger Gruppen:
http://a-i-p.tk – Antifa-Info-Portal
http://gruppe45.blogsport.de – Gruppe45 Magdeburg
http://www.fau.org/ortsgruppen/magdeburg/ - FAU Magdeburg 10 Jahre Mord an Frank Böttcher – Mehr unter:
http://aamd.de.md weitere Texte:
http://de.indymedia.org/2006/05/147877.shtml - Sachsen-Anhalt biegt rechts ab I
http://de.indymedia.org/2006/10/160269.shtml - Sachsen-Anhalt biegt rechts ab Part II
http://de.indymedia.org/2007/01/166077.shtml - Nazi an der MDer Uni geoutet Rechtschreibfehler dürfen behalten werden.
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Ergänzungen
MD Nazis in der JN
Auch [redok] berichtete ....
Provokation in der Staatskanzlei (14.12.2006) @
Aggressive "Spontandemo" gegen Stadtoberhaupt (18.01.2007) @
anmerkung zum text
neonazistrukturen in magdeburg und deren offensives auftreten sollten daher nicht unterschätzt werden, daran ändern auch dartscheiben recht wenig...
zu "hochphasen der antifa":
hochphasen der linken, wie das besetzte haus "ulrike", zu nennen wäre sicher auch die "u8", standen eben nicht im zeichen der antifa und waren weit mehr als rückzugsräume für opfer rechter gewalt. dies waren erkämpfte freiräume, mit denen sich die menschen gegen mieten zu wehr setzten, der gesellschaftlichen marginalisierung entgegentraten, in denen rechtsfrei und unkommerzielle räume geschaffen wurden und ein alternatives und kollektives leben erprobt wurde. diese freiräume boten die möglichkeit der entfaltung. die bewohner und bewohnerinnen formulierten eigene ziele und versuchten zu gesellschaftlichen problemen, wie wohnraum & mietwucher, ausgrenzung, obdachlosigkeit, marginalisierung, sozialabbau etc. stellung zu beziehen. es entstand eine kleine radikale gegenkultur zur gesellschaftlichen ordnung. es waren gerade diese, positiven, momente die der linken in magdeburg zu einem aufschwung verhalfen und das vorallem weil man sich nicht mit der reinen defensivhaltung begnügte und die moralkeule schwing sondern gerade weil die linke eigene akzente im gesellschaftlichen leben der stadt setzte.
dies sollte vielleicht auch eine anregung sein für all diejenigen die nach auswegen aus der perpektivlosigkeit, bzw. schwäche der linken suchen.
@anti...
Das Nazis in Magdeburg auch ein weiteres Reportoi in Sachen "Aktion" an den Tag legen, ist die eine Sache, die Zeit in der sie das taten und wo sie mit Gegenaktionen rechnen mussten, ist eine andere. Diese kann man nämlich getrost an einer Hand abzählen.
Nun könnte ich einen Vortrag halten über die Psychologie von Aktion und Reaktion im hinblick auf Personen, welche versuchen ihren Stand in der Gesellschaft durch Agressivität und Brutalität zu erhöhen, Fakt ist: sobald die Herren bemerken, da wehrt sich jemand, vergeht ihnen der Spaß.
U8 und Co
Die U8 nicht mit einzubeziehen, darf man als Fehler betrachten sollte die geschichtliche Abhandlung aber nicht Überhand nehmen. Dabei hätten man sicher auch den "erfolgreichen Kampf derPunkszene" Mitte bis Ende der 90er rechnen müssen, waren diese diejenigen, welche in diesen Jahren den Nazis die Stirn boten. Es bringt uns aber allen nichts, hier den "ach-was-waren-dies-für-tolle-Zeiten"-Film zu fahren. Klar ist, dass in der U8 sicher ein Klima herrschte, welches einem Rückhalt bot, wo man hinkam und zugehört wurde, vielleicht wäre dies ja mal ein Ansatzpunkt ;-).
Das die Ulrike als Freiraum sicher auch einen Teil Gegenkultur und -politik in dieser Stadt erwirkte war sicher auch ein Grund für das Erstärken der Antifa, sollte aber hier, wo es um die Nazis geht nicht weiter ausgeführt werden. Nur soviel, die internen Diskussionen und der zum Schluss doch recht offene Einbruch von Sympathiebekundungen durchs Umfeld ( die Gründe dafür kennen alle, die zu dieser Zeit aktiv waren ) hätten sicher auch dann und wann zu einem Bruch geführt. Deshalb ist es die Frage, ob zwangsläufig ein "Radikales Wohnprojekt" oder die Antifas ansich, diejenigen sind, welche den Karren wieder aus dem Dreck ziehen können.
Klar dürfte dabei sein, das Angriffe wie auf eine Israelfahne bei einer Gegenkundgebung vor den Nazis dabei wohl eher unhilfreiche "Antifa-Aktion" sind, denn die öffentliche Demontage (siehe z.b. unten die "Ergänzungen" ) stärkt die Nazis nur in ihren Bestrebungen. Dabei ist es nichtmal ne Frage, zu welchem Lager sich hier wer zählt.
Es fand in Magdeburg bisher nie und zu keinem Zeitpunkt eine Diskussion zum Umgang miteinander statt. Das mag daran liegen, dass der Satz aus der AZ-Selbstdarstellung, es ist das Ziel sich stets weiter zu entwickeln, zumindest bei den Jüngeren nicht wirklich Früchte trägt. Die "Alten" haben ihre festgefahrenen Denkvorgänge, und die Jungschen glauben teilweise, die Revolution hänge nur von Ihnen ab. Das sich das Blatt zumeist dann wendet, wenn die Situation die Möglichkeit lässt entweder die Beine in die Hand zu nehmen oder eben doch alle gerade zu machen, ist sicher jedem bewusst. Dabei geht es nicht darum, es abzuwerten den Dachs zu machen - denn Angst ist natürlich und kein Zeichen von Schwäche, nein das vorherige Rumgepose passt meistens jedoch weniger zum dann gewählten "Ausweg".
Jetzt ist aber genug, es gibt ne ganze Menge fitte Antifas in MD, und wenn sich die "Toleranz" untereinander mal wieder in die Gedanken begibt, dann wirds sicher auch wieder besser.
Das es dabei aber nicht einhergeht mit Antisemitismus und Antizionismus ist aber selbstverständlich, denn eine Weiterentwicklung sollte das Ziel sein. Denn wir schreiben nicht mehr das Jahr 1980 ;-)
anwort aus liese lotte
verwiesen sei auf die wachsende anzahl von aufmärschen, der ausbau der nazistrukturen - einrichten von treffpunkten, versänden, öffnung der eigenen szene für andere gruppen und kulturen (nicht-stiefelträger). offensives und selbstbewusstes auftreten und das gezielte angreifen ihrer politischen gegner etc. spricht doch für einen gestigenen organisationsgrad.
zum thema "ulrike" und "u8"
sollte eigentlich so verstanden werden, das es nicht die defensive, sich gegen nazis zu wehren, und die sache der antifa war die der linken in md vorschub gab, sondern eben eigene akzente, eigene standpunkte zu gesellschaftlichen konflikten und eigene vorstellungen darüber wie das leben, nicht nur im mikrokosmus,sondern für eine ganze gesellschaft, deren leben momentan davon abhängt die eigene arbeitskraft möglichst gut verkaufen zu können oder zu kräpieren, organisiert werden könnte.
es waren quasi die eigenen vorstellungen und ziele die die linke für andere menschen interessant machte. und nicht lediglich eine moral, gegen nazis zu sein, die jede/r teilen kann - vom punk bis zum stadtpolitiker - ohne die gesellschaftliche ordnung in frage stellen zu müssen...
zu der kritik an den zwistigkeiten zwischen "antideutschen" und "antiimps" geb ich dir in sofern recht das sie natürlich eine linke hemmen, während sich die nazis ins fäustchen lachen. doch sind diese quälerein meines erachtens eher ausdruck der eigenen ohnmacht und perspektivlosigkeit. so scheinen viele linke die gleise auf identitätspolitik umgestelllt zu haben um das eigene dasein rechtfertigen zu können, ist man doch in anbetracht gesellschaftlicher fragen und der eigenen perspektive eher ratlos. hier passt wohl der satz "stimmt das feindbild - stimmt das weltbild". so versuchen die einen alte und überholte kamellen wieder aufleben zu lassen und rackern sich an den "imperialisten" ab die dem revolutionären subjekt der 3. welt an den kragen wollen. während sich die anderen von jeder perspektive abwenden, einfluss auf die gesellschaft zu nehmen und eine bewegung bzw. gegenmacht zu formieren die sich in die lage versetzen könnte diese gesellschaftsordung zu überwinden. zur begründung wird eine kollektivschuld der deutschen (selbst jüngster generationen) am ns, ein unterstellter rassistischer konsens, sowie eine veraltete befreiungs-nationalistische politik der vergangenen linken, und deren personifizierte kapitalismuskritik angemahnt.
erstere vermögen also nicht die heutigen verhältniss objektiv einzuschätzen und treten mit überholten losungen auf den plan, während die zweiteren eine entwicklung vollzogen haben die sich von "traditionellen", und systemkritischen argumentationen abgewandt hat und mittlerweile kaum mehr als die rolle des schlechten gewissens der gesellschaft zu spielen vermag.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Keine Ergänzung — Harzer
Frage — Frager
Ergänzung — gruppe45?
antikap — jeronimo
IMMER wieder pöbeleien — sdgsgsdg
aip???? — isjaegal
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VORSICHT!!! — der wahre
Immernoch keine Ergänzung — Harzer
Wayne..? — Jugendantifa Harz
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@isjaegal — muss ausgefüllt werden
wo... — steht