Get a haircut and get a real job.
Lang und breit angekündigt, fast bis zum Medienhype fand in Mainz heute die Rasur und Haarschneideaktion statt um so einen Job zu erhalten. Etwa 50 beteiligten sich an der Aktion, und damit doch enttäuschend wenig. Hier noch einige Fotos.
Entschuldigung für die lausigen Bilder, war eben etwas spät da. Da war der größte Teil des Presseauftriebs wohl schon weg und das Material aufbereiten. Die habens eben eilig, ich weniger und außerdem war ich in Mainz noch anderweitig beschäftigt. Hat eh schon überlegt, wenn eh die Medien alle dabei sind und fett berichten, was soll ich da noch Indy nerven? Doch ich war ja nicht nur deswegen in Mainz und wenn schon, dann schau ich auch grad mal da vorbei. Nun schade, es hätt ne nette Aktion werden können wenn nur mehr Leut gekommen wären. Klar haben sich diejenigen die dabei waren alle Mühe gegeben was zu liefern, sogar n Frisiersessel mitgebracht. Die Mainstreammedien bekamen jedenfalls ihre Bilder und immerhin wird drüber berichtet. Meine Pics sind etwas unspäktakulärer geraten und etwas positiver würd ich auch gern drüber schreiben. War aber nicht viel und erinnerte irgendwie an Montagsdemo. In Mainz ging das Leben unbeeindruckt weiter, da merkte man nix davon.
Denke bei so ner Aktion muß ich die Gesichter nicht schwärzen oder will wieder jemand rumspinnen?
Links:
http://www.netzeitung.de/deutschland/486333.html
http://www.ftd.de/politik/deutschland/146337.html
http://www.mz-web.de/servlet/
ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1166654851793&
openMenu=1013016724320&calledPageId=1013016724320&listid=1018881578370
http://www.n-tv.de/749182.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,457426,00.html
Denke bei so ner Aktion muß ich die Gesichter nicht schwärzen oder will wieder jemand rumspinnen?
Links:
http://www.netzeitung.de/deutschland/486333.html
http://www.ftd.de/politik/deutschland/146337.html
http://www.mz-web.de/servlet/ ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1166654851793&
openMenu=1013016724320&calledPageId=1013016724320&listid=1018881578370
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http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,457426,00.html
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
weiterer Bericht
Obdachlosen Protest in Frankreich
Hilfe für Frankreichs viele Obdachlose - die Organisation "Les Enfants die Don Quichotte". macht in immer mehr Städten mit medienwirksamen Aktionen auf das Problem aufmerksam. In Paris, Nizza, jetzt auch in Lyon und bald in Toulouse haben die Kinder Don Quichottes Zeltlager aufgebaut. Schauspieler und andere Prominente dort und Mitarbeiter der Organisation sind im Hungerstreik, um ihrer Forderung nach mehr staatlicher Unterstützung Nachdruck zu verleihen.
Eine Millionen Menschen leben landesweit ohne festen Wohnsitz - die Zahl ist in den letzten Jahren rasant gestiegen, vor allem wegen steigender Mieten. Frankreichs Präsident Jacques Chirac hatte in sich seiner Neujahrsansprache für ein "ein echtes, einklagbares Recht auf Wohnung" angesprochen. Er verlangte von der Regierung Vorschläge für einen "Marshall-Plan" für Obdachlose in den kommenden Wochen.
Mit Blick auf die nahende Präsidentschaftswahl hoffen die Enfants de Don Quichotte, dass sie nicht einmal mehr gegen Windmühlen kämpfen: Die Sozialisten kritisieren bereits, Chirac habe sich schon mehrfach für dieses Recht ausgesprochen - ohne Taten. Seit 2000 müssen Kommunen außerdem theoretisch eine bestimmte Zahl von günstigen Sozialwohnungen bereitstellen. Hunderte Städte erfüllen dies nicht.
Was ist ein zumutbarer Job?
nicht diskriminiert weil er konsumiert, jedenfalls soll er/sie
das...
Wer aber hinterfrägt am Industriestandort Deutschland den Sinn und
die Verantwortbarkeit der Produktion und Produkte des militärisch-industriellen Zivilkomplexes, der derart ineinander verkorrumpiert ist,
dass es quasi unmöglich ist mit keiner noch so idiotischen Erwerbstätigkeit, nicht an Waffenschieberei, Umweltverschmutzung, Wohlstandmüllgesaue ( sei es vor der Haustür oder über Grenzen und Meere hinweg), Tierversuchen und sonstigen "Zivilisiertheiten" Mitschuld zu tragen.
Gewissen, Verantwortung für eine global gerechte und menschenwürdige Zukunft sind hierzulande keine Kriterien die bei einer Berurteilung von Zumutbarkeit geltend gemacht werden dürfen und deshalb gerät dieser ganze Moralquatsch ausser zu unerträglichen Assimilierungszwängen, zu einer Verurteilung zur Zumutbarkeitsempfindung von Barbarei, Gleichgültigkeit, Ignoranz und KonsumentInnenidiotie; bestes Clockwork Orange.
Anstatt uns erpressen zu lassen, sollten wir eine andere Arbeitsmarktpolitik und eine andere Produktion und würdige Produkte FORDERN, die uns nicht vergiften und verblöden und zu einer profunden Kritik dieses Systems, das uns tagtäglich zu vergewaltigen versucht, offen und gerade stehen - ALLE - und nicht zusehen, wie Einzelne, die sich zu ihrerm Contra-Masse bekennen, in Pudel verwandelt werden.
WO BLEIBT HIER DIE BEWEGUNG DER ARBEITSLOSEN, DIE EINEN KRITISCHEN INHALT ZU TRANSFORMIEREN IMSTANDE IST, anstatt darum zu betteln, bei dieser Schundauflage einer Dreigroschenoper eine Nebenrolle spielen zu dürfen?!!!
Was es zu FORDERN gilt ist nicht eine Quantität von Arbeitsplätzen und Produkten sondern deren Qualität: LEBENSQUALITÄT im Sinne von MENSCHENWÜRDE, und zwar GRENZENLOSE
@ tierr
Dumm, dümmer, Martin !!!
Der gesamte Beitrag ist hier nachzulesen:
bjk
ALG II-Unterschichtler
Forum:
weitere Links zur gestrigen "hab-Spaß"-Aktion:
Die WASG zur Aktion.
Aufgrund er diffamierenden Äußerungen des SPD Parteivorsitzenden Kurt Beck gegenüber einem Erwerbslosen riefen das Erwerbslosen Forum Deutschland und die Montagsdemo Dortmund für gestern, den 02.01.07 zu einem gemeinsamen Happening vor der Mainzer Staatskanzlei auf. Trotz einer intensiven Mobilisierungskampagne gelang es nicht, mehr als ca. 50 Mitstreiter für die Aktion zu gewinnen. Vertreter der WASG, Linkspartei und Solid aus Koblenz, Mainz (unter anderem mit dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der WASG Hans Werner Jung), und dem Saarland, vertreten durch Hans Kurt Hill (MdB Linkspartei) zeugten (mit einem gemeinsamen Stand und der aktiven Teilnahme) immerhin von Präsenz und Existenz der neuen Linken. Insgesamt ist die Beteiligung aber als sehr enttäuschend zu werten.
Ebenfalls schienen nur wenige Vertreter anderer linksorientierter Organisationen (positive Ausnahme war u.a. der RSB) die Gunst der Stunde nutzen zu wollen um ihre Interessen für eine gerechtere Verteilung der existentiellen Ressourcen und der Verbesserung der am Rande stehenden Menschen in Deutschland zu bekunden.
Die überraschend niedrige Beteiligung an der Demonstration bezeichnete Martin Behrsing, Sprecher des Erwebslosen Forums Deutschland, als einen unsolidarischen Akt der Erwerbslosen untereinander und derer, die für sie eintreten.
Dieser "verlorene Haufen" von Sozialprotestlern wurde umgeben von einer Phalanx von Reportern und Kamerateams u.a. von N24, ARD, ZDF, Deutscher Welle und anderen medialen Repräsentanten.
Selbstkritisch betonte dann auch Karl-Heinz Strohmeier von der Freien Wählergemeinschaft Gelsenkirchen bei seiner Anmoderation, wo sie denn seien, diejenigen, denen man jede Chance nimmt ein menschenwürdiges Dasein zu führen. Fühlen sie sich eigentlich noch für ihr eigenes Schicksal verantwortlich oder haben sie es schon in der Hände derjenigen gegeben, die eine modernisierte Form der Leib-(oder Seelen) eigenschaft geschaffen haben.
Ein Vertreterin der WASG Mainz konstatierte lakonisch, dass das Bewußtsein der Menschen in diesem unserem Lande auf ein Niveau retardiert sei, dass dem des katholizierten Mittelalters entspräche.
Peter Grottian, Hochschulprofessor für Politikwissenschaft an der FU in Berlin und Mitglied des Aktionsbündnisses Sozialproteste (ABSP) sieht aus diesem Grunde die Form des profanen Sozialprotestes überholt und fordert eine Radikalisierung der Maßnahmen. Er ist ein Befürworter des Hungerstreiks und sieht nur noch in spektakulären Aktionen die Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen, in den Medien präsent zu sein und die breite Masse über die sozialen Mißstände in unserem Lande aufzuklären.
Sozial pervertierte Saubermänner wie Clement, welcher Arbeitslose abfällig als Parasiten bezeichnete, Müntefering der mit alt hergebrachten Phrasen fordert, nur wer arbeite, (was dies auch immer heißen mag), solle essen dürfen und Beck, der wieder den reinen Deutschen (wenn auch nur äußerlich) fordert, erinnern doch mit ihren Parolen an eine Zeit die schon einige Jahrzehnte zurückliegt und die gleichsam in gewisser Hinsicht neuen Wind auf die Mühlen der Rechten weht.
Anna Fleischer, vom ver.di Bezirkslosenausschuß Wiesbaden, kritisierte die Aushungerungspolitik unseres Sozialstaates. Der Erwerbslose sei so sehr mit seinen existentiellen Bemühungen beschäftigt, die sich nur noch ums nackte Überleben drehen, dass ein wirklicher Sozialprotest immer schwieriger würde.
Ein Rentner aus Mainz meinte resignierend: "Ich weiß nicht in welcher Zeit die Menschen innerlich versklavter waren, im Terrorregime des dritten Reiches oder im Reich des Konsumterrors."
Ein Konsumterror, der den Menschen nur noch als zu vermarktendes Objekt akzeptiert und Menschen mit niedrigem Einkommen, Erwerbslosigkeit oder alternativen Lebenseinstellungen als unerwünschte Außenseiter brandmarkt und diesen sogar noch die Schuld für die angeblich so prekäre Finanzsituation der deutschen Gesellschaft zuschreibt.
Die ALG II Empfänger seien also diejenigen, die dieses Sozialsystem monetär belasten würden. Das aber alleine die sogenannten von den ARGEn engagierten Sozialschnüffler, die in deutscher Gründlichkeit auflisten, ob in einem Haushalt ein oder zwei Zahnbürsten vorhanden sind, um daraus schließen zu können, ob es sich in einem Haushalt um eine versteckte eheähnliche Gemeinschaft handeln könnte und man aus diesem Faktum heraus die Hartz IV-Bezüge kürzen könne, dem Steuerzahler jährlich mehr als 250 Millionen kosten, eine von Anbeginn fehlerhafte Software der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg, die dem Steuerzahler mittlerweile annähernd 100 Millionen gekostet hat und immer wieder für verspätete Überweisungen der Hartz IV-Bezüge verantwortlich ist, sind dann wohl Kollateralschäden.
Und das eine (zweite) Mauer um den "Naturschutzort" Heiligendamm für ca. 20 Millionen errichtet wird um dann ein Großprojekt mit Namen G8 zu starten, welches dem Steuerzahler dann weit über 100 Millionen kosten wird, nur zum Wohle des Artenschutzes bestimmter elitärer Politiker, läßt sehr an den Rechenexempeln unser regierenden Politiker zweifeln. Ausgrenzung des abgehängten Prekariats, der neuen Unterschicht, ist das Gebot der Stunde in unserem so geliebten Vaterlande. Diejenigen, die einfach nicht mehr zu vermarkten sind werden auch nicht mehr gebraucht.
Das dabei auch noch die Gewaltenteilung zwischen Exekutive, Judikative und Legislative immer mehr verwischt verschärft die Situation der Unterprivilegierten noch. Auch diese Gewaltenteilung unterliegt dem Diktat des Kapitals. Sozialgerichte, die vollkommen überfordert nur noch die kritiklosen willfährigen Vollstrecker der von der Wirtschaft abhängigen, gesetzgebenden Macht sind und exekutive Befugnisse an einfache Sachbearbeiter der ARGEn weitergeben, welche dann z.B. die nach § 11des Grundgesetzes freie Beweglichkeit eines jeden Deutschen nach persönlichem Gutdünken einschränken können, so wie es das Hartz IV Optimierungsgesetz vorsieht.
Dieser Sozialstaat ist vollkommen aus den Fugen geraten, und das nicht aufgrund unrasierter Arbeitsloser, sondern der lebensbedrohenden und krankhaften Gier des Kapitals nach einem quantitativen Mehr, dass aber keinen Deut an Qualität in sich birgt.
Dennoch zeigt sich, dass auch 2 Jahre nach Einführung von Hartz IV der Wille der sozialen Protestbewegung nicht gebrochen ist. So wurden in der Nacht vom 01.01. zum 02.01. in 31 Städten die Parteizentralen von CDU, SPD und Grünen mit dem Motto:
STOP! GROSSE KOALITION!- Von 345 Euro kann kein Mensch vernünftig leben!
zuplakatiert, unter anderem in Berlin, Hamburg, Göttingen, Osnabrück, Gera, Jüteburg, Leipzig, Aachen, Bonn und Gelsenkirchen.
Unsere Forderungen bleiben bestehen. Ein angemessener Mindestlohn, der die Möglichkeiten am politischen und kulturellen Leben in dieser Gesellschaft teilzuhaben bietet, eine entsprechende Verkürzung der Wochenarbeitszeit und eine Erhöhung der Hartz IV Bezüge als ersten Schritt zum Überdenken dieses Un-Gesetzes. Nur durch eine Realisierung dieser Triade lässt sich die sozio-ökonomische Katastrophe auf die wir uns zubewegen vermeiden. Und dieses Ziel müssen Linksparteien, soziale Protestbewegungen und Gewerkschaften gemeinsam anpacken.
Ein wichtiger Meilenstein auf diesen Weg wird der G8-Gegengipfel in Heiligendamm im Juni 2007 sein...
Michael Seeland
(LAK Soziale Bewegungen WASG/NRW)
Politiker
Menschenwürde kann m@n nicht bezahlen
80% in Deutschland lebender, als Deutsche bezeichnete Menschen, befürworten laut einem in der taz vom 29.12.-06 abgedruckten Umfrageergebniss die partizipative Demokratie. 70% sind mit der Handlungsweise der aktuellen Politik unzufrieden und etwas weniger sind davon überzeugt, dass sie über Wahlen keinen Einfluss auf dieses, als Politik bezeichnete, Geschehen ausüben können.
Wir fordern und machen eine andere Demokratie
Von: Pere Casaldáliga
Adital; 27.Dez. 06
Die letzten Auflagen unserer Agenda hatten gewagt, grössere Themen, wirklich weltweite aufzuwerfen; und auch in dieser ist die lateinamerikanische Agenda als weltweit wichtig massgebend.
Diese Auflage 2007 greift eines der wichtigsten Themen auf:
DIE DEMOKRATIE ...
herbeigezogen und benutzt, ein öffentliches Wort, fast ebenso profan geworden wie das Wort Liebe oder das Wort Gott. Ein geschriebenes Wort, das dahergeschwafelt und mit all`seinen Wahrheiten und Lügen gerechtfertigt wird. Die Zeitschrift Nuevamérica ( Neuamerika ) leitet ihre der Demokratie gewidmete Ausgabe mit dieser gezielten Rechtfertigung ein:
"Vor einem Kontext bei dem wir sehen, dass der nordamerikanische Präsident den Terminus Demokratie verwendet, um seine Politik der militärischen Intervention zu rechtfertigen, ist es ohne Zweifel nötig, dieses Konzept, dass jedesmal mehr und oft in widersprüchlicher Weise, einen polysemischen ( mehrdeutigen ) Charakter annimmt, neu zu diskutieren.
Wovon sprechen wir, wenn wir von Demokratie reden? Ist die aktuelle Demokratie, die die gemeinsame Politik des Westens ist, Dermokratie an sich oder nicht?,... "wählen, schweigen, fernsehen", wie der Humorist sagt. Die Demokratie die wir mehrheitlich kennen, ist kaum eine fundamentale der Wahl, erst recht nicht in Anbetracht sämtlicher auferzwungenen Restriktionen durch das Kapital und seine Kommunikationsmedien. Sie ist weder eine ökonomische, noch eine soziale, noch eine ethnisch-kulturelle Demokratie.
Sie ist keine partizipative Demokratie. sondern höchstens delegiert oder repräsentativ; aber repräsentativ für wessen Interessen und delegiert unter wessen Kontrolle?
Es ist eine Demokratie die einem überdrüssig macht und entrüstet. Jemand sprach von einer "anstregenden Demokratie". Die Journalistin Katrina van den Heuvel definierte sie in ihrem "Tagebuch der Republikanismen" als " Regierung der Korporationen durch die Korporationen für die Korporationen" und Pablo González Casanova als "eine Demokratie einiger Weniger, mit einigen Wenigen, für einige Wenige". Jenes "Regierung des Volkes, mit dem Volk, für das Volk" verfliegt im illusorischen Populismus und neoliberalen Sarkasmen.
Die Agenda beabsichtigt klar keine Verurteilung "der Demokratie". Sie antwortet kathegorisch auf genau "diese Demokratie", die wir haben. Und sie will mit Millionen von Personen mit denen wir einhellig sagen "eine andere Welt ist möglich", diese "andere Demokratie" fordern und dabei helfen, sie auch zu machen.
Wir reden von "einer anderen, möglichen Welt"..., aber wir glauben, dass es mehr und mehr höchste Zeit wird, Schritte zu unternehmen, um diese Möglichkeit zu bestätigen; um diese andere Welt zu fordern und sie, gemäss der gebotenen Notwendigkeit und Dringlichkeit, zu realisieren. Und dazu, proklamiert unsere Agenda 2007, "fordern wir und machen wir eine andere Demokratie".
Diese fordern wir als fundamentelles Recht aller Personen und Völker aller Breiten(grade), denn wir fordern für alle Personen und Völker die Grundrechte und die komplementären Rechte. Wir können keine Privileg-Demokratie akzeptieren, keine Erste-Welt-Demokratie und noch viel weniger eine Imperial-Demokratie des "Pistolenlaufs", wie Jesse Jackson es mit einiger Ironie ausdrückte.
Die Indigen@s, die auf dem Weltsozialforum in Caracas anwesend waren, verfochten emphatisch die "Entkolonialisierung der Demokratie". Wir brauchen und fordern eine "sozialisierte Demokratie". Wenn die Fachleute Demokratie und Sozialismus nicht zusammenfügen können, schlecht für sie... Der Historikprofessor Agustí de Semir erinnerte daran, dass die aktuelle Demokratie faktisch "die politische Form des Kapitalismus" ist und der Soziologe Herbert José de Souza - der unvergessliche Betinho - erinnerte während eines Kurses lateinamerikanischer Bischöfe an den essentiellen Antagonismus der zwischen Demokratie und Liberalismus exsistiert, zwischen Kapitalismus und Demokratie. "Weder der Liberalismus, noch der Kapitalismus, erklärte er, können eine wirkliche Demokratie des Volkes, eine partizipative, gleichheitlich geschwisaterliche, weltweite Demokratie wollen; deshalb versprechen sie ( der Kapitalismus weil er in der Ungleichheit und deren Ausbreitung verortet ist ) eine abstrakte Gleichheit, während parallel eine reale Ungleichheit herrscht ".
Die Demokratie die wir verteidigen soll nicht nur, sondern muss "sozialistisch" sein; sie muss einen Scham/Schand-freien Sozialismus beinhalten, wenngleich aus den Erfahrungen gelernt werden muss. Entweder wird die Partizipation aller Personen und Menschen an den Rechten auf Leben, Würde, Freiheit und Verschiedenheit sozialisiert oder es wird weder Demokratie noch Frieden geben. Was mit der Geschichte der Demokratie im Westen geschieht, kann als gute Lektion dafür dienen, eine demokratische Gesellschaft nicht a priori mit einer humanen Gesellschaft gleichzusetzen.
Damit die Religion nicht ein grosser Feind der Demokratie wird, wie sie es oft war und immer noch ist, müsste Gott auf andere Weise "demokratisiert" sein. Die entsprechend gelebte Religiosität des Glaubens muss sich, pluralistisch, dem Dialog öffnen und die Aktionen des Umsturzes bis hin zu den grossen gemeinsamen Grundlagen menschlichen Lebens und aller Wesen des Universums teilen.
"Wir fordern" eine andere Demokratie, postuliert die Agenda, aber sie verspricht auch, diese andere Demokratie "zu machen". Sie wird uns nicht geschenkt werden; wir müssen sie erobern. Wir müssen selbst demokratisch sein, um dabei zu helfen, diese Demokratie auf soziale Weise in eine andere zu verwandeln und dieser vitalen Regel, tagtäglich und an jedem Ort folgen. Es gilt demokratisch in der Familie zu sein, in der Nachbarschaft; auf der Strasse, bei der Arbeit; in der Glaubengemeinschaft, der Partei oder der Gewerkschaft oder sonstigen Assoziationen. Eine Agenda ist: Das was es zun gibt. Seien wir also eine demokratische Agenda, auf lokaler Ebene und weltweit. Demokratie hat in jedem menschlichen Leben und in allen Kulturen Platz. Alle Trommeln, Kampagnen; alle Gongs können und sollen den/die universellen/le Einwohner/in zur integralen Demokratie aufrufen.
In dieser Agenda 2007 sprechen verschiedene SpezialistInnen in qualifizierter Weise über die diversen Aspekte der Demokratie und ihre Implikationen. Ausserdem bietet die Agenda Erfahrungen realer und alltäglicher Demokratisierung.
Freidenkend, kritisch, selbstkritisch und in übereinstimmender Praxis handelnd geben wir unserer Überzeugung Glaubwürdigkeit: "Eine andere Demokratie ist möglich", damit diese misshandelte, verwirrte und noch immer unverbesserlich erscheinende Welt, ein tatsächlich glückliches zu Hause einer geschwisterlichen Menschheit wird.
Entnommen aus: Rebelión
( frei übersetzt von tierr@ )
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Rant — Rant