"Raubkopien" auf Weihnachtsmärkten verschenkt

['solid] smash G8 24.12.2006 01:46 Themen: G8 G8 Heiligendamm Kultur Medien
In Berlin, Essen, Dresden und Bremen verschenkten Weihnachtsmänner und -frauen gestern und heute illegal gebrannte Musik-CDs, um gegen geistige Monopolrechte wie Copyright und die Kriminalisierung von InternetnutzerInnen zu protestierten.

In einer Presseerklärung zur Aktion forderte der sozialistische Jugendverband ['solid] freien Zugang zu Kultur und Wissen. Er rief zu Protesten gegen den G8-Gipfel auf, auf dem Angela Merkel den "Schutz geistigen Eigentums" weiter vorantreiben will.
Die illegalen Weihnachtsgeschenke sorgten für reges Interesse bei den BesucherInnen der Weihnachtsmärkte.

Mit der folgenden Erklärung begründeten die Weihnachtsfrauen und -männer ihre Aktion:

"Die Unterhaltungsindustrie nennt die GeschenkeverteilerInnen Verbrecher, für uns sind sie Freiheitskämpferinnen und Freiheitskämpfer!

Kopierschutz, Patente und Copyright, Digital Rights Management und die Kriminalisierung der Nutzerinnen und Nutzer von Musiktauschbörsen behindern den Zugang zu Wissen und Kultur. Sie schließen viele Menschen, die von Billiglöhnen, Hartz IV oder Studiengebühren betroffen sind, von der "Wissensgesellschaft" aus.

Der Zugang zu kulturellen Gütern, Wissen und Informationen muss als Menschenrecht für jede und jeden garantiert werden. Wir protestieren gegen seine fortschreitende Reduzierung im Interesse von Medien- und Unterhaltungsindustrie; Künstlerische Aktivität muss nicht durch geistige Monopolrechte (oder Urheberrechte), sondern durch öffentliche Förderung unterstützt werden. Dazu gehört für uns auch ein Grundeinkommen, das es Menschen ermöglicht, sich ohne Verwertungsdruck künstlerisch zu betätigen.

Dabei ist der Bereich der Musik nur ein Beispiel von vielen: Patente auf Saatgut und Medikamente gefährden die Ernährung von Menschen oder verhindern ihre medizinische Behandlung, die Patentierung von Software droht, freie Software und kleine Unternehmen zugunsten der Monopolisten aus dem Feld zu schlagen und Pharmakonzerne patentieren sich natürliche Wirkstoffe, die seit Jahrhunderten von indigenen Völkern genutzt werden. Ein Beispiel ist die US-Firma Myriad, die durch die Patentierung eines schnellen und erfolgreichen Testverfahrens für Brustkrebs dieses in Europa bereits angewandte Verfahren verbieten lassen konnte.

Wir lehnen diese Monopolisierung von Wissensgütern ab und wollen geistige Monopolrechte zurückdrängen, statt ihren immer weiteren Ausbau zu beobachten. Fortschritt soll allen Menschen zugute kommen - und dafür müssen alle neues Wissen kennen und nutzen können.

Dagegen bauen gerade die reichen Industriestaaten den Schutz geistiger Monopolrechte, die oft "geistige Eigentumsrechte" genannt werden, im Interesse transnationaler Konzerne aus. Eine besonders aktive Rolle hat dabei bisher die G8 aus USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Japan, Italien, Kanada und Russland gespielt.

Bundeskanzlerin Merkel hat bereits angekündigt, die am 1.Januar deutsche G8-Präsidentschaft zur noch weitergehenden globalen Durchsetzung geistiger Monopolrechte zu nutzen. Daher rufen wir alle, die für eine freie Wissensgesellschaft streiten, dazu auf, sich an den Protesten gegen den G8-Gipfel im Juni 2007 in Heiligendamm zu beteiligen."
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Ergänzungen

landwirtschaft

egal 24.12.2006 - 11:36
geistige eigentumsrechte sind auch ein wichtiges thema der g8-landwirtschaftsaktionen:  http://www.g8-landwirtschaft.net/

In den eigenen Reihen?

_rotfront_ 24.12.2006 - 13:05
 http://www.heise.de/newsticker/meldung/68943

"Mit einem kommen wir auf keinen Fall weiter: mit der Einführung einer Bagatellklausel", erklärte Luc Jochimsen von der Linken.PDS. Die frühere Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks betonte, dass das entsprechende Vorhaben des Bundesjustizministeriums "genau das schwäche, was unsere Gesellschaft dringend braucht: das Rechtsbewusstsein, welches geistiges Eigentum respektiert und es nicht zu einem x-beliebigen Schnäppchen degradiert, welches man sich jederzeit zum Nulltarif besorgen kann". Sollte die Bagatellklausel kommen, "könnten wir auch gleich 'Ladendiebstahl unter 20 Euro' legalisieren".


Trotzdem gute Aktion! Aber die Diskussion innerhalb der sogenannten Linkspartei scheint noch bitter notwendig.

.

. 24.12.2006 - 15:22
gerade kleinre lables und unbekannte bands haben durch nonkommerzielle vertriebswege viel bessere chancen überhaupt eine breitere öffentlichkeit zu erreichen. wieso sonst z.B. der ganze youtube-hype etc.
ausserdem sollte es bei musik/kunst etc. nicht um kommerzielle vermarktung sondern um den künstlerischen ausdruckl gehen. demgegenüber steht natürlich son doofes systeem, dass sich kapitalismus nennt, deswegen muss kritik an kunstvermarktung auch zwingend kritik am vorherrschenden system im gesamten beiinhalten. ein allgemeines kunstschaffen, dessen hauptbezugspunkt der künstlerische ausdruck ist, ist im system der totalenm vermarktung einfach nicht denkbar.
kunst für alle!musik für alle! kapitalismus in die tonne treten.

Ein paar Links zum Thema

Tux 24.12.2006 - 16:51
Softwarepatente:
Gegen den Willen des EU-Parlaments versuchen (auf Lebenszeit ernannte und nicht wählbare) EU-Kommissionsmitglieder (deren Berater in der Regel von den großen Contentfiremen stammen) die Softwarepatente in einem 2.Anlauf durchzuboxen. Damit soll verhindert werden, daß andere als die 2, 3 großen Softwarehersteller Software verbreiten dürfen. Freie Software wie Linux soll so indirekt verboten werden. Links dazu:
 http://www.nosoftwarepatents.com - Initiative
 http://de.wikipedia.org/wiki/Softwarepatent - Wikipedaeintrag
 http://www.patentschmutz.de/ - aufbereitete Sammlung von Argumenten gegen Softwarepatente

Copyrightgesetze:
Besonders was das recht auf Privatkopie oder die Freiheit der Forschung angeht, sind diese gesetze verheerend. Die EU-Richtlinie zur ersten Intellectual Property Rights Enforcement Directive
Der stammt von der Abgeordneten Fourtou, die die Ehefrau des Vivendi-Aufsichtsratchefs Jean-Rene Fourtou ist. Nebenwirkung sind unter anderem die Abschaffung der Unschuldsvermutung, Überwachungstools wie DRM und Co usw.
 http://www.heise.de/newsticker/meldung/68417 - Auskunftsansprüche gegen Provider bei Verletzungen des Urheberrechts vorgesehen
 http://netzpolitik.org/2006/europaeischer-urheberverbaende-starten-culture-first-kampagne/ - Europäischer Urheberverbände starten Culture First - Kampagne
 http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23267/1.html - Copyright-Verwirrung
 http://www.privatkopie.net/ - Rettet die Privatkopie!
 http://www.ifpi.de/recht/kopieren.htm - Rechtliches: Kopieren von Audio-CDs und Urheberrecht

Patente töten

copyrigth 24.12.2006 - 17:07
Fakt ist:
Wer Patente unterstützt behindert den freien Gedankenaustausch, sie behindern Programmierer bei der Arbeit, sie verhindern die Verbreitung von Medikamente an Menschen, sie behindern beim Anbau von Lebensmittel durch Saatgutpatente.

In dieser Konsequenz sterben Menschen weil sie die Kosten für die Patente nicht bezahlen können. Patente werden von Kapitalisten mißbraucht um mit Wissen Profit zu machen und die Urheber dieses Wissens bekommen in den meisten Fällen auch nur ein Bruchteil dieses Profits. Wer Patente unterstützt ist deshalb Reaktionär.

copyleft statt copyright

Paco Mozart 24.12.2006 - 23:31
möchte nur einige punkte klar hervorheben:
-- copyright ist eine herrschaftliche, kapitalistische erfindung um gewisse sachen zu verknappen und dadurch vermarktbar zu machen.
-- wenn es in der geschichte schon früher copyright gegeben hätte, dann gäbs gar keine geschichte! die ganze musik, kunst, literatur, aber auch handwerk und landwirtschaft, etc. bauen aufeinander auf. ohne Anna Magdalena Bach keine Nanerl Mozart, und ohne Mozart keine Clara Schuhmann. ohne Volxsmusik keine kunstmusik und ohne Mozart keine popmusik.
--copyright ist DIEBSTAHL. die leute studieren auf der uni auf kosten der allgemeinheit und lernen das geschichtlich gewachsene wissen der gesellschaft kennen, dann gehen sie hinaus, klauen im urwald irgendwelche gen-ressourcen und geben dann irgendwelche entdeckungen als ihr geistiges eigentum aus.
aber da braucht man ja gar nicht mehr argumentieren, es ist ja OFFENSICHTLICH und zeigt nur die lächerlichkeit der politischen und juristischen klasse, wenn man zb. bauern verbietet - auf grund eines ziemlich neuen patentes - etwas, das sie schon immer angebaut haben, anzupflanzen. und davon gibts genug dokumentierte beispiele.
--die gewinne durch copyright kommen selten den künstler zu gute, sondern eher den konzernen.
--copyright führt nicht zu besseren produkten (saatgut, software, etc.), sondern ist nur profitorientiert und hemmt sogar die entwicklung (wegwerfprodukte, qualität gerade sogut, daß es noch gekauft wird, möglichst teure verschleißteile, möglichst geringe lebensdauer, hoher energieverbrauch). copyleft dagegen gibt d@ entwicklerIn die gebührende anerkennung und garantiert durch mögliche partizipation der gesellschaft eine technisch höchstmögliche entwicklung des produktes UND auch die höchstmögliche ENTFALTUNG der person! das ist der wahre ansporn, kollege chavvez.
EINE INTERESSANTE DISKUSSION UND LESENSWERTE TEXTE DAZU FINDEN SICH AUF
 http://www.oekonux.de/
__________________________________________________________________________________
übrigens, warum ist die debatte um chavvez versteckt? die argumente sind falsch, aber es gibt gute antworten darauf. die leute sollen ja was lernen, manipulation - auch auf positives hin - bringt nichts! jed@ muß SELBER lernen!

Urheberrechte und Geschichtsaufriß wie Folge

Gorby 27.12.2006 - 13:29
Die Urheberrechte sind keine neue Erfindung. Sie gab es schon vor über 200 Jahren. Während einer Probe platzt plötzlich Friedrich der Große in die Proben herein. Die Sänger und Sängerinnen hielten sich nicht genau an den Texten , interpretierten frei,was im 18.Jahr- hundert allgemein üblich war.Währenddessen blätterte der Monarch die Parituren durch.Als er fertig gelesen hatte, sagte er zu den Künstlern:"Es wird so gesungen und gespielt wie es in der Paritur steht. Wozu habe ich ein Urheberrecht erlassen?" Auch Mozart wurde aus urheberrechtlichen Gründen verklagt. Der Graf v. Waldeck und Waldensee hatte sein Reqiem gekauft und betrachtete das Werk als sein Eigentum. Verlor aber ein jahr nach dem Tode Mozarts den Prozeß. Zum Glück gab es da noch kein Urheberrecht. Das kam dann in den übrigen deutschen Fürstentümern, einschl. der KuK Monarchie mit Napoleon Bonaparte.
Natütrlich würde ich nicht jeden Schrott von den Hitparaden herunterbrennen. Andere tun es aber. Es gibt aber jetzt ein andere Extrem. Gerade was Biopiraterie angeht, gibt es ein wunderschönes Beispiel.Vertreter der US FIrma Monesanto traten anfang der neunziger Jahre in Albanien auf, ließen sich von den Bauern ihr Getreidesaatgut zeigen. Die erzählten nicht ohne Stolz, daß dieses Saatgut schon von ihren Vätern und Vorvätern verwendet wurde. Monesanto kaufte von ihnen ein paar Saatproben. Als im folgendem Jahr aber die Bauern wie alljährlich, ihre Saat ausstreuen wollten, kam von Tirana ein Schreiben, daß nun den Bauer verbot , ihre eigenes Getreide anzubauen. Begründet wurde dies mit dem neuen Urheberrecht. Monesanto hatte bereits das Monopol auf dieses Saatgut sich gesichert, womit die ahnungslosen Bauern überrumpelt wurden. Als es nun im Süden Albaniens zum Aufstand kam, wäre beinahe zu dessen Niederschlagung durch Natotruppen gekommen mit deutscher Beteiligung gekommen. Im Süden wären nämlich beinahe so etwas wie Räterepubliken entstanden. Staatschef Berisha sollte mit Hilfe des Westen in Tiranna, der zu dessen Interessensvertreter mutiert war, mit allen Mitteln geschützt werden.
Diese und andere Beispiele wären endlos fortzusetzen, um zu zeigen,was passiert, wenn Urheberrechte bis ins Uferlose ausgeweitet werden. Urheberschutz oder Urheberrechte werden hier zum Synonym für Monopolsicherung, für das Anne Merkel sich stark macht. Schutz von geistigen Eigentum läßt sich auch mit weniger Gesetz schützen. Nur liegt oft das Urheberrecht noch nicht einmal bei den KünstlerInnen daselbst. Gute Texte haben es ohnehin weltweit sehr schwer sich auf dem Musikmarkt durchzusetzen, der von ein paar wenigen Musikkonzerne kontrolliert wird. ALternative Musikkombinate müssen sich besonders gegen Musikpiraterie schützen. SO gesehen war es ein schöner Zug vor Weihnachten ein paar Raubkopien zu verschenken.

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Ergänzung

J.C. 24.12.2006 - 12:40
Ihr habt vollkommen recht! Bevor es Computer und Internet gab wussten wir gar nicht wie man an günstige Musik rankommt! Das war ein Leben vollkommen ohne jede Unterhaltung.

(ps: das war sarkasmus)

Geistiges Eigentum wichtig!

nonkonfomist 24.12.2006 - 12:58
Versuch du mal in den Kreisen unserer Theorieszene ohne geistiges Eigentum voranzukommen! Wehe, du zollst einer wie der ollen Wagenkecht nicht ihren Tribut! Die halbe Szene lebt von ihren Heftchenverkauf, also aufpassen. Wer denkt, soll belohnt werden, hier und anderswo !

@ nonkonformist

ich 24.12.2006 - 13:37
was ist denn bitteschön, die "theorieszene"? du meinst wohl die konservativen mittelkalssespinner, die sich eine scheinlinke attitüde aufsetzen, sich ansonsten aber genauso reaktionär wie ihre cdu-eltern geben?

besser Differenzieren

chavezz 24.12.2006 - 15:06
Dass die Patente auf Saatgut oder auf Wirkstoffe in Medikamenten nicht positiv sind ist klar. Aber das es bei Computerspielen/Programmen/CD etc Eigentumsrechte geben muss ist selbstverständlich, denn ohne wirst du bald nichts mehr spielen/hören können. Ein tip: erstmal nachdenken und dann Aktionen planen. Oder meinst du irgendeine Firma/ Musikgruppe wird noch weiter machen wenn sie kein Geld mehr verdienen können ? Weil irgendwelche Idioten nicht mehr bereit sind für Arbeit von anderen Menschen zu zahlen ?

@ chavazz

ich 24.12.2006 - 15:30
spinn mal bitte nicht rum. ist ja wohl tatsache, daß gerade im softwarebreich patente jede entwicklung hemmen. warum sonst ist linux um jahre windows vorraus?

ochnö

ah 24.12.2006 - 15:40
die haben keine cdu eltern, sondern 68 eltern.
irgendwie muss man ja rebellieren.

"Oder meinst du irgendeine Firma/ Musikgruppe wird noch weiter machen wenn sie kein Geld mehr verdienen können?"

diy till the fucking day I die!

@ ah

ich 24.12.2006 - 15:48
Aha, deswegen also jetzt Hunge Union und Anhänger totalitärer Zwangssysteme. Na gut, dein Ding.



"Oder meinst du irgendeine Firma/ Musikgruppe wird noch weiter machen wenn sie kein Geld mehr verdienen können?"

Genau deswegen sind auch kleine Labels gegen diesen Copyrightwahn, der daraus hinausläuft, daß eine Handvoll Großkonzerne die gesamte Kultur der Menschheit als ihr Eigentum behandeln darf. Kleine Labels profitieren von künstlererischer Freiheit.

Musik und Kapitalismuskritik

chavezz 24.12.2006 - 16:02
also mir ging es ja nicht nur um Musik sondern auch um Urheberechte für Computersoftware. Und Fakt ist doch niemand wird mehr Software herrstellen wenn dort kein Schutz mehr drauf ist und jeder Mensch diese legal kopieren kann. Das müsste dir doch eigentlich einleuchten oder ?
Jetzt zur Musik, vielleicht haben kleine Bands bessere Möglichkeiten wenn sie auf independent Labels sind, aber die Bands wollen doch trotzdem Geld verdienen und das können sie nicht, wenn jeder die Musik kopieren kann.
Auf die naiven Kapitalismus abschaffen Parolen muss hier ja nicht eingegangen werden, denn jedem Menschen mit Realitätssinn sollte klar seien, dass der Sozialismus gescheitert ist und die Utopie Kommunismus nicht in den nächsten hunderten von Jahren verwirklicht werden wird. Ob sie überhaupt funktionieren wird, lass ich mal so stehen.

@ chavezz: wieder falsch!

ich 24.12.2006 - 16:33
die meiste entwicklung findet im bereich der freien software statt, während sich die "closed"-software im kreis dreht. das geht so peinlich, daß balmer entwicklungen anderer als eigene entwicklungen ausgibt (z.b. 3-d-effekte auf dem desktop, die er als eigene entwicklung bezeichnet, obwohl es die in der linux-welt schon seit jahren gibt).
und zur musik: bands verdienen nicht mehr geld, wenn es einen megaakonzern gibt, der sich bereichert und ihnen ein paar krümel abgibt. musiker verdienen geld, wenn sie frei musik machen dürfen und es schaffen, bekannt zu werden.
naja, alles im allem ist das ziemlich unreife fdp-propaganda, die du ablässt.

chaavez ist ein cdu Troll, also nicht wundern

(muss ausgefüllt werden) 24.12.2006 - 17:50
, der "ergänzt" hier auf inydmedia immer.

Patentfrei

copyrigth 24.12.2006 - 18:31
Ich sehe schon die ganzen Programierer verhungen wenn es keine Patente mehr gibt.....
@lol
Lies dir mal die link-liste durch bevor du so einen "dünnschiß" schreibst. Im übrigen verschwendest du deine Zeit momentan unentgenlich dafür so einen scheiß zu schreiben. Du solltest dir schnell die Patente dafür sichern, ansonsten endest du auch noch mit einem "Genickbruch".

Freie Information für alle!!!

@ Paco Mozart

sachverstöhndiger 25.12.2006 - 00:28
"-- wenn es in der geschichte schon früher copyright gegeben hätte, dann gäbs gar keine geschichte! die ganze musik, kunst, literatur, aber auch handwerk und landwirtschaft, etc. bauen aufeinander auf. ohne Anna Magdalena Bach keine Nanerl Mozart, und ohne Mozart keine Clara Schuhmann. ohne Volxsmusik keine kunstmusik und ohne Mozart keine popmusik."

Du weißt aber schon, dass Patente und Co. zeitlich befristet sind? Und das für künstlerische/wissenschaftliche/ausbildungszwecke eh sehr viele Freiheiten gelten? Lese mal fürn Anfang das Patent oder Gebrachsmustergesetz durch bevor du losheulst !

"--copyright ist DIEBSTAHL. die leute studieren auf der uni auf kosten der allgemeinheit und lernen das geschichtlich gewachsene wissen der gesellschaft kennen, dann gehen sie hinaus, klauen im urwald irgendwelche gen-ressourcen und geben dann irgendwelche entdeckungen als ihr geistiges eigentum aus."

Das beste Argument für Studiengebühren! Klasse gemacht von dir. Weiter so. Übrigens gibts fürs pure Erfinden keine Patente, musst schon was erfinden. Und Gene kannst erst (in manchen Ländern) schützen lassen, wenn du sie ganz annotierst (was wirkt wie, Heidenarbeit), pure Nukleinsäuresequenz reicht nicht.

"--die gewinne durch copyright kommen selten den künstler zu gute, sondern eher den konzernen. "

Endlich was Gescheites. Aber anstatt das konkret zu ändern und eine faire Entlohnung zu fordern schaffst du lieber das Ganze ab. Nach der LOgik ist der Sozialismus/Anachismus/bla-ismus auch abschaffenswert, weil auch hier Teile teuflisch funktionieren können. Aber soweit will doch keiner gehen, oder?

"--copyright führt nicht zu besseren produkten (saatgut, software, etc.), sondern ist nur profitorientiert und hemmt sogar die entwicklung (wegwerfprodukte, qualität gerade sogut, daß es noch gekauft wird, möglichst teure verschleißteile, möglichst geringe lebensdauer, hoher energieverbrauch). copyleft dagegen gibt d@ entwicklerIn die gebührende anerkennung und garantiert durch mögliche partizipation der gesellschaft eine technisch höchstmögliche entwicklung des produktes UND auch die höchstmögliche ENTFALTUNG der person!"

Für jedes Beispiel das dafür spricht gibts eins wo es funzt. Es kann in Softwarebereich funktionieren aber sonst? Ich sehe schon alternative Workshops kollektiv an Halbleiter basteln...klar. Nicht alles ist Software, mein lieber.

Frohe Weihnacht übrigens allen und den nimmermüden Indymods!

Urheberrechte und Geschichtsaufriß wie Folge

Gorby 27.12.2006 - 13:28
Die Urheberrechte sind keine neue Erfindung. Sie gab es schon vor über 200 Jahren. Während einer Probe platzt plötzlich Friedrich der Große in die Proben herein. Die Sänger und Sängerinnen hielten sich nicht genau an den Texten , interpretierten frei,was im 18.Jahr- hundert allgemein üblich war.Währenddessen blätterte der Monarch die Parituren durch.Als er fertig gelesen hatte, sagte er zu den Künstlern:"Es wird so gesungen und gespielt wie es in der Paritur steht. Wozu habe ich ein Urheberrecht erlassen?" Auch Mozart wurde aus urheberrechtlichen Gründen verklagt. Der Graf v. Waldeck und Waldensee hatte sein Reqiem gekauft und betrachtete das Werk als sein Eigentum. Verlor aber ein jahr nach dem Tode Mozarts den Prozeß. Zum Glück gab es da noch kein Urheberrecht. Das kam dann in den übrigen deutschen Fürstentümern, einschl. der KuK Monarchie mit Napoleon Bonaparte.
Natütrlich würde ich nicht jeden Schrott von den Hitparaden herunterbrennen. Andere tun es aber. Es gibt aber jetzt ein andere Extrem. Gerade was Biopiraterie angeht, gibt es ein wunderschönes Beispiel.Vertreter der US FIrma Monesanto traten anfang der neunziger Jahre in Albanien auf, ließen sich von den Bauern ihr Getreidesaatgut zeigen. Die erzählten nicht ohne Stolz, daß dieses Saatgut schon von ihren Vätern und Vorvätern verwendet wurde. Monesanto kaufte von ihnen ein paar Saatproben. Als im folgendem Jahr aber die Bauern wie alljährlich, ihre Saat ausstreuen wollten, kam von Tirana ein Schreiben, daß nun den Bauer verbot , ihre eigenes Getreide anzubauen. Begründet wurde dies mit dem neuen Urheberrecht. Monesanto hatte bereits das Monopol auf dieses Saatgut sich gesichert, womit die ahnungslosen Bauern überrumpelt wurden. Als es nun im Süden Albaniens zum Aufstand kam, wäre beinahe zu dessen Niederschlagung durch Natotruppen gekommen mit deutscher Beteiligung gekommen. Im Süden wären nämlich beinahe so etwas wie Räterepubliken entstanden. Staatschef Berisha sollte mit Hilfe des Westen in Tiranna, der zu dessen Interessensvertreter mutiert war, mit allen Mitteln geschützt werden.
Diese und andere Beispiele wären endlos fortzusetzen, um zu zeigen,was passiert, wenn Urheberrechte bis ins Uferlose ausgeweitet werden. Urheberschutz oder Urheberrechte werden hier zum Synonym für Monopolsicherung, für das Anne Merkel sich stark macht. Schutz von geistigen Eigentum läßt sich auch mit weniger Gesetz schützen. Nur liegt oft das Urheberrecht noch nicht einmal bei den KünstlerInnen daselbst. Gute Texte haben es ohnehin weltweit sehr schwer sich auf dem Musikmarkt durchzusetzen, der von ein paar wenigen Musikkonzerne kontrolliert wird. ALternative Musikkombinate müssen sich besonders gegen Musikpiraterie schützen. SO gesehen war es ein schöner Zug vor Weihnachten ein paar Raubkopien zu verschenken.

Die goldene Mitte finden

--- 29.12.2006 - 05:45
Ich denke einfach, dass die optimale Lösung wäre, wenn sich das ganze irgendwann (wie so häufig) irgendwo in der Mitte zwischen totalem Chaos und totaler Kontrolle einpendeln würde.

Deswegen sind Befürworter jeder "Fraktion" notwendig. Ich hoffe nur, dass keine von denen "siegt" sondern eben beide einen Konsens finden.

Parallel existierende Bereiche wie z.B. Linux & Windows können häufig die Lösung sein, auch bei Musik, aber schwierig gestaltet sich das z.B. bei Großindustriellen Technologien, welche eher als Luxusgüter zu beurteilen sind, z.B. Privatfahrzeuge. Ein PKW zu entwickeln kostet Unsummen und lässt sich nicht als Hobby "nebenbei machen", es ist eine Investition die sich auszahlen muss.
Und neuartige Autos haben häufig auch sinnvolle Neuerungen wie mehr Sicherheit oder geringeren Verbrauch. Nur welche Firma ist bereit Millionen auszulegen, wenn danach jeder ihre neuartige Technik kopieren darf?
Dies wäre einzig in einem Staatsbetrieb in einer Planwirtschaft möglich.
Leider scheiterten diese meist langfristig...