Morddrohung durch Kassler Faschisten

Tobi 24.12.2006 01:15 Themen: Antifa
Die Freie Kameradschaft Kassel hat vor kurzem Fotos, meine Handynummer sowie meinen alten Wohnort veröffentlicht und eine Morddrohung ausgesprochen. Das kann so nicht stehen bleiben und wir werden aktiv nicht nur gegen diese Morddrohung sondern allgemein gegen den Aufbau einer Faschistischen Gruppierung in und um Kassel vorgehen. An diesme Punkt ist die aktive Solidarität aller Menschen in der Region Kassel die sich als Antifaschisten verstehen gefragt.
Offener Brief zur Morddrohung durch Kasseler Faschisten gegen meine Person

Mitte des Jahres 2006 erschien im Internet die Seite der neofaschistischen Freien Kameradschaft Kassel.
Inzwischen dient vor allem das Internetforum dieser Seite dazu das sich die einzelnen Faschisten und Faschistencliquen in und um Kassel kennen lernen, austauschen und Aktionen planen.

Die Betreiber der Seite haben Kontakte zu Neofaschisten in allen Bundesländer und sind regelmäßig bei Faschistischen Aufmärschen, Feiern usw. dabei.
Die Faschisten der Freien Kameradschaft Kassel sehen sich selbst als „nationale Sozialisten“ und bewerben dies auch mit der Parole „der Sozialismus der Zukunft ist national!“ Gleichzeitig ist die Seite seit einigen Wochen auch die Seite der sog. „Anti- Antifa Kassel“.
Der erklärte Zweck der „Anti- Antifa“ ist es Antifaschisten anzugreifen, sie auszuschalten und Protest zu verhindern. Der Personenkreis der „Anti- Antifa“ und Freien Kameradschaft Kassel ist höchstwahrscheinlich der gleiche.

Ein Zitat eines Schreibers im Forum lautet:

„(…)Wen wir Anti Antifa Arbeit betreiben, dann soll diese effektiv sein. Zur Zeit können wir froh sein das es in KS keinen wirklichen antifaschistischen Widerstand gibt. Sollte es Personen geben die wirklich versuchen gegen nationale Strukturen vorzugehen werden wir uns wehren(…)!“

Solche Aussagen zeigen das sich die Faschisten in Kassel momentan in Sicherheit wähnen und in Ruhe ihre Organisation aufbauen können.
Durch die Aufmerksamkeit der Kasseler Öffentlichkeit konnte in den letzten Wochen die faschistischen Umtriebe und Machenschaften um die Führung des Vereins „Spitze e.V.“ in Stadtteil Holland Nord aufgedeckt werden. Hier ist ein richtiger Weg eingeschlagen worden.

Wie das aussieht wenn solche Leute gegen Antifaschisten vorgehen, habe ich aktuell zu spüren bekommen.
Drei Tage nachdem ich mich in das Forum der Freien Kameradschaft Kassel, (das frei zugänglich ist) eingeloggt hatte, wurden von dem Betreiber der Seite Fotos von mir sowie meine Handynummer und mein alter Wohnort mit folgendem Zitat veröffentlicht:

>>>>>Falls ihr Spitzel, V-Männer, Antifas, Polizisten, den Staatschutz oder sonstige unerwünschte Personen hier im Forum bemerkt, könnt ihr deren Benutzernamen und mehr hier ins Thema reinsetzen und wir werden uns anschließend um sie kümmern.>>>>Hallo @Tobi.....du bist bald Geschichte!<<<<<

Ich sehe das neben einem unrechtmäßigen Eingriff in meine Privatsphäre vor allem als Angriff auf eine antifaschistische Einstellung die gemeinsam zurückgewiesen werden muss. Zumal es sich hier auch um eine offene Morddrohung gegen meine Person handelt. Dagegen werde ich auch gerichtlich vorgehen.

Wenn die Faschisten auch noch so auf Biedermann machen und sich Volksnah geben, an solchen Punkten zeigt sich das sich alte und neue Faschisten in nichts unterscheiden. Die geschichtlichen Ereignisse und die gewalttätigen Übergriffe zeigen, dass Faschisten sich gnadenlos gegen alle „Andersdenkenden“ richten: gegen Gewerkschafter, Demokraten, Ausländer, Linke, fortschrittliche Christen usw. Nach Errichtung der Hitler Diktatur wurden zuerst die Gewerkschaften und dann alle Parteien verboten.
Die Androhung und Ausübung von Gewalt gehört dabei zum festen Repertoire – damals wie heute!
Deshalb geht es in meinem Fall auch ums Prinzip.
Bieten wir solchen Kräften die Stirn, oder lassen wir uns von den braunen Schlägern terrorisieren. Es ist ein Unding, dass solche Drohungen und Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte ungestraft veröffentlicht werden dürfen.

Ich werde Anzeige gegen die Freie Kameradschaft Kassel stellen und fordere dabei, das die Fotos von mir sowie meine Handynummer, Wohnort usw. sofort von der Seite der Kameradschaft Kassel zu verschwinden haben. Aufgrund des extrem ausländerfeindlichen Hintergrunds der Website trete ich auch für eine Abschaltung der ganzen Website ein!
Ich möchte alle Leser dieses Briefes bitten mit mir gemeinsam eine breite Öffentlichkeit herzustellen und für ein Verbot der Freien Kameradschaft Kassel und aller faschistischen Organisationen einzutreten..
Nach Artikel 139 im Grundgesetz dürfte es in Deutschland keine einzige faschistische Gruppe, Organisation oder gar Partei geben. Wer also hat ein Interesse daran das Freie Kameradschaften, NPD, DVU usw. nach wie vor existieren?

Für ein Verbot der Freien Kameradschaft Kassel und aller faschistischen Organisationen!




Tobias Stroh, Kassel den 11. Dez. 2006
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Ergänzungen

Antifa

Kasseler 24.12.2006 - 17:17
Hallo Tobi,

es gib t auch in deiner Stadt, wie in zahlreichen anderen Städten eine Antifa.
Diese haben meist Namen und Adressen von bekannten Nazis, es sollte also ein leichtes sein herauszufinden wer dahinter steckt.

 http://antifa-kassel.networkwizard.de/

Wir brauchen offensive Forderungen

Tobi 24.12.2006 - 22:52
Dir Frage nach einem Verbot aller Fascho Organisationen zuielt darauf ab ihre Handlungsfähigkeit einzudämmen, z.B. auch der NPD den Zugang zu Wahlkampfgeldern und geldern die sie über den VS erhalten zu stoppen. Das nächste wäre ihr Eingeschränkter Speilraum viele vor allem Jugendliche für sich zu gewinnen. Einfache parolen wie "Nazis stoppen"" Kameradschaft XY abschalten" usw. habe zwar ihre Berechtigung nur sind sie zu wenig offensiv und ich weiß nicht so recht was ich denn nun genau damit anfangen soll.
Natürlich ist eine Klage bei der bürgerlichen Klassenjustiz, die ja auch in der Realität immer wieder klar stellt das sie kein problem hat Nazis aufmarschieren zu lassen, eine schwere durchzukämpfende und nicht unbedingt erfolgversprechende Taktik. Aber der Kampf gegen Faschisten erfordert das ausreizen aller Mittel und Möglichkeiten die in (diesem fall) Freie Kameradschaft Kassel zu schwächen. Die Mitglieder der Kameradschaft sind vorwiegend Minderjährig und man kann ihnen mit einer solchen Klage allein aufgrund ihres Elternhauses empfindlich zusetzen. So ganz Nebenbei kommt es mir auch vor allem darauf an eine möglichst breite Öffentlichkeit anzusprechen und viele vor allem Jugendliche für den antifaschistischen Kampf zu gewinnen. Auch da empfehlen sich leicht nachzuvollziehende und klare Kampfmaßnahmen und Forderungen. Autonome Taktiken und sog. Direct Action sind langfritsig gesehen unwirksam auch wenn sie in bestimmten Situatione notwendig und wichtig sind.

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