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FUB bleibt - Aufruf zu dezentralen Aktionen

ZuLu 22.12.2006 17:23
Die Repression gegen die vor sieben Monaten durch die Besetzung eines Uni-Gebäudes gegründete Freie Universität Bochum nimmt zu. Der Uni-Präsident Weiler hat Strafanzeige gestellt und droht mit der polizeilichen Räumung des lebendigen Gegenuni-Projekts. Das nehmen wir nicht hin. Sollte es wirklich zum Einsatz von Polizeigewalt gegen die Freie Universität Bochum kommen, werden wir in unseren Städten lokale dezentrale Aktionen durchführen, um für mehr Freiräume und gegen Repression zu kämpfen. Solidarität ist eine Waffe.
Zusammen mit anderen Gegenuni-Projekten beweist die Freie Universität Bochum, dass die Wiederaneignung von öffentlichen Räumen auch an den Hochschulen möglich ist. Mit ihrem Veranstaltungsangebot und ihrer politischen Praxis ist sie ein deutliches Zeichen dafür, dass der von den Unis ausgehende Widerstand sich nicht auf die Vertretung von Partikularinteressen beschränken muss, sondern dass er einen gesamtgesellschaftlichen Anspruch hat.

Wir begrüßen, was die AktivistInnen in Bochum auf die Beine gestellt haben. Wir freuen uns, dass sie inzwischen schon eine Woche lang trotz mehrerer Räumungsultimati weiter machen und sich nicht einschüchtern lassen. Wir verurteilen die Versuche, den erkämpften Freiraum zu zerschlagen.

Wir rufen alle BildungsaktivistInnen in den einzelnen Städten zu dezentralen Aktionen auf: Sollte die Freie Universität Bochum wirklich gewaltsam geräumt werden, schlagen wir mit Spontandemonstrationen, Blokaden und Direct Action zurück. Denn wenn ein Freiraum angegriffen wird, sind wir alle gemeint. Macht mit! Kein Tag X für die Freie Uni!


ALLES FÜR ALLE!
SOLIDARITÄT IST EINE WAFFE!
FUB BLEIBT!
FREIE UNIS ÜBERALL!
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Ergänzungen

Das schreibt die taz

tazleserin 22.12.2006 - 17:33
Heute in der taz zu lesen:


Freie Uni bedroht
Seit sieben Monaten protestiert die Freie Uni Bochum gegen Studiengebühren - der Rektor droht mit Räumung

Das Querforum West der Ruhr-Universität Bochum ist Besatzungszone. Seit 208 Tagen wohnen, schlafen und essen hier die Mitglieder der Freien Uni Bochum, kurz FUB. Dass die Heizung abgestellt ist und aus Brandschutzgründen mit einem alten Ofen draußen gekocht werden muss, nehmen die Besetzer in Kauf. Es geht darum, ein Zeichen zu setzten: Gegen Studiengebühren, für Freiräume und Selbstbestimmung.

Aus einer relativ spontanen Idee entstand im Mai dieses Jahres die meistbeachtete Boykottorganisation gegen Studiengebühren an Nordrhein-Westfalens Hochschulen. Und vor allem eine, an die der Rektor der Ruhr-Uni, Elmar Weiler, schwer zu knabbern hat.

Momentan dreht sich der Streit zwischen Unileitung und FUB nicht um Gebühren, sondern um die besetzten Räumlichkeiten, die im Frühjahr 2007 umgebaut werden sollen. Raushaben möchte Rektor Weiler die FUBler schon jetzt, und wenn es sein muss, mit Gewalt. Viele Gespräche hat es gegeben zwischen den Besetzern und der Unileitung, mehrmals hat der Rektor den Besetzern ein Ultimatum gestellt. Einen alternativen Raum an der Uni gibt es nur, wenn die FUB sich als Vereinigung registrieren lässt, forderte der Rektor. Das ist inzwischen passiert, doch von den Raumangeboten wiederum war die FUB wenig begeistert: Ein kleiner Seminarraum im Keller, der eigentlich auch gar nicht frei war. "Am Besichtigungstermin saßen gerade ausländische Studenten bei ihrem Deutschkurs! " empörte sich ein FUB-Mitglied. Am Mittwochmorgen brach die Unileitung endgültig die Gespräche ab.

Statt dessen hat der Rektor der Ruhr Uni jetzt Anzeige gegen die Besetzer erstattet -der FUB droht also die polizeiliche Räumung. Schon am Mittwochnachmittag erhielten die Besetzer Besuch: Die Polizei kam auf den Campus und forderte Einlass in die Räumlichkeiten, am Donnerstag war sie ebenfalls präsent.

Eine gewaltsame Räumung wäre das vorläufige Ende vieler Veranstaltungen, die seit Monaten von der FUB organisiert werden, vom Salsakurs bis zur Vorlesung "Ware Bildung", in der man unter anderem erfährt, ob es in Deutschland ein Prekariat gibt. Auch einige Professoren beteiligen sich am Protest. Sie haben ihre Seminare ins Querforum verlegt. Trotz Räumungsdrohung will die Freie Uni bleiben. Kampflos werden die Studenten ihr erobertes Territorium nicht aufgeben. LANA STILLE

taz NRW Nr. 8158 vom 22.12.2006, Seite 2, 81 TAZ-Bericht LANA STILLE

WAZ

Muhcob 22.12.2006 - 18:27
Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Furcht vor Räumung

Breite Solidaritätsadresse erreicht die "Freie Uni".

RUB erstattet Anzeige wegen Hausfriedensbruch

Eine breite Solidaritätsadresse hat die "Freie Universität Bochum" erreicht: 20 Institutionen und Organisationen, vom Opel-Betriebsrat über den Bahnhof Langendreer bis zum Sozialen Zentrum, erklärten sich gestern als mit den Besetzer/innen verbunden. Alle forderten den Fortbestand der "Freien Uni". Gleichzeitig wurde das RUB-Rektorat aufgefordert, von einer Räumung des Querforums abzusehen. Auch der Fachschaftsrat Sozialwissenschaften meldete sich zu Wort: "Die FUB stellt eine Bereicherung für die Ruhr-Uni da und fördert eine kritische Betrachtung hochschulpolitischer und gesamtgesellschaftlicher Probleme", heißt es in einem Schreiben an Rektor Prof. Elmar Weiler.

Die weitere Entwicklung um das im Mai besetzte Querforum blieb aber auch gestern unklar. Bekannt wurde, dass die Hochschulleitung Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt hat. Damit sei, so RUB-Sprecher Dr. Josef König die Entscheidung über eine Räumung der Übergangsmensa vom Rektor auf die Polizei übergegangen. Die Staatsgewalt müsse nach Lage der Dinge und eigenem Ermessen entscheiden.

Am Mittwoch, 10 Uhr, war ein weiteres Ultimatum zum Verlassen des Gebäudes verstrichen. Statt dem Hausmeister die Schlüssel zu geben, baten die Besetzer/innen und das Bochumer Sozialforum zu einer Pressekonferenz, während der die 20 Solidaritätsadressen ausgesprochen wurden.

Auch bei der Suche nach einem Raum für die inzwischen als "Vereinigung der Ruhr-Universität" anerkannte FUB hat sich nichts getan. Die Besetzer lehnten den von der Uni offerierten Seminarraum im GA-Untergeschoss als zu wenig öffentlichkeitswirksam ab. RUB-Sprecher König betont dagegen, der Raum sei nur als "Interimslösung" gedacht, um das "Brandschutz-Problem" im Querforum rasch zu lösen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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aha — tagmata

LMA — u-sch-ler