NPD-Nienburg - vorgestellt...

ARTV 14.12.2006 16:40 Themen: Antifa

"Wenn Nienburg, Verden und Bremen fallen, fallen die letzten Kräfte der Antifa in Deutschland. Das soll unser Ziel 2006 sein", diese Worte stammen entweder aus dem Munde eines Unwissenden oder Wahnsinnigen, letzteres ist der Fall: Diese Behauptung stammt von der Internetseite der selbsternannten "NPD-Nienburg". Man möchte dieses fünf bis sechs Personen "schwache Grüppchen" nun nicht gerade ernst nehmen. Besonders nach hebräischen(!) Zitaten wie: „Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde und (die) NPD“.

Doch neben solch geistesgestört anmutenden Eskapaden gibt es auch bedrohliches auf der Internetseite der NPD-Nienburg zu lesen:

So wurden auf der Seite, welche von Rene Bischoff aus Eystrup angemeldet wurde und von Niels Fortmann betreut wird, Namen mehrerer Personen, teilweise mit vollständiger Adresse, veröffentlicht. Diese wären bald gezwungen sich als „Desinformierte der einzigen Alternative „Rechts“ an(zu)schliessen“. Im „Partei-Programm“ der Nienburger NPD wird unter anderem gefordert: „Arbeitslager statt Gefängnis, Einführung der Todesstrafe, Einrichtung von Schutztruppen...“ Für die NPD-Nienburg sind „die Juden für alle Kriege der Welt verantwortlich“ - da wundert es auch nicht, dass auf der Internetpräsenz die vollständigen „Protokolle der Weisen von Zion“ nachzulesen sind! Dieses "Standardwerk des Antisemitismus" ist in der BRD verboten.
Neben solchen antisemitischen Verschwörungstheorien, allerlei zusammenkopierten rechtsextremen Schriften und Links, findet sich auch eine Audio-Datei eines Vortrages vom Nazi-Anwalt Rieger über das Thema "Rasse und Rassismus" auf der Seite der NPD-Nienburg.


Rene Bischoff auf einer NPD-Kundgebung am 22.7.06 in Verden

Stöbert man ein wenig in der Vergangenheit des Rene Bischoff fällt schnell der krasse politische Wandel dieses Mannes auf: Bei der Bundestagswahl 1998 kandidierte er für die APPD („Anarchistische Pogo Partei Deutschlands“) in Niedersachsen. Zu dieser Zeit war der 1978 geborene Bischoff selbst jahrelang als „erwerbslos gemeldet“ und vertrat die Meinung: „Arbeit ist Scheiße“. Wie unter anderem die Fotos [1] und [2] belegen, die Bischoff beim Landesparteitag der APPD 1998 zeigen, war Bischoff jahrelang als Punker, Kampfhunde- und Goa-Fan in Rotenburg unterwegs. Kontakte in die Naziszene hatte er wohl schon als "linker" Punker in Rotenburg, so lässt sich das Auftauchen in Neonazi-Kreisen mit dem Spruch der APPD erklären, welches Bischoff einst auf seinem T-Shirt trug: „Dumm und Glücklich!


[1] Rene Bischoff


[2] Rene Bischoff


[3] Interview mit Rene Bischoff (Klick mich!)

Ähnlich sieht es bei Niels Fortmann aus: Dieser war im Kreis Nienburg eher auf Grund seines als "merkwürdig" geltenden „Käseblattes“ bekannt, das zum Teil mit verwirrenden Ideen und Inhalten gefüllt war. Dieses schwarz/weiß kopierte Faltmagazin legte er in der Nienburger Innenstadt aus. Zuletzt wurde lediglich der Brief des antisemitischen Präsidenten des Irans, Mahmud Ahmadinedschad, an George Bush abgedruckt.

Niels Fortmann
Niels Fortmann auf einer NPD-Kundgebung am 22.7.06 in Verden

Außerhalb des Internets ist die NPD-Nienburg bisher eher unscheinbar bzw. nicht existent. Sie ist (noch?) kein offizieller Kreisverband oder "Stützpunkt" der niedersächsischen NPD. Rene Bischoff nimmt jedoch regelmäßig an Nazi-Aufmärschen, Kundgebungen und NPD-Infotischen teil. Einmal im Monat trifft sich die NPD-Nienburg zu ihrem "Stammtisch". Noch mögen die NPD-Strukturen in Nienburg eher harmlos bis kläglich wirken - doch es bestehen bereits Kontakte in die sehr aktiven Naziszenen in Verden und im Weserbergland!

Desweiteren gibt es neben der NPD im Nienburger Landkreis noch einige so genannte "Freie Nationalisten". Im Januar 2005 griffen z.B. mehrere Neonazis erst einen jugendlichen Radfahrer in Nienburg an, um dann später eine Party von Jugendlichen zu stürmen, diese zu bedrohen und mehrere Personen u.a. mit Metallstangen zu verletzten!

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Ergänzungen

Neonazis provozieren in der Staatskanzlei

Sachse 14.12.2006 - 18:47
Pömmelte, Pretzien, Parey - drei Orte, die für den zunehmenden Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt stehen. Wie dreist die Neonazis im Land agieren, zeigte sich jetzt bei einem Benefizkonzert im Rahmen der neuen Kampagne gegen Rechts. Auch ein brauner Trupp schaute vorbei - in der Staatskanzlei.

Berlin - Sie kamen ganz unauffällig und zivil. Ein bisschen spät waren sie dran, das Konzert der Uni-Bigband im Festsaal der Magdeburger Staatskanzlei hatte bereits begonnen, aber die sieben jungen Männer zahlten artig fünf Euro Eintritt und setzten sich ruhig in die letzten Reihen.

Kurz vor der Pause gab die Gruppe die selbst auferlegte Zurückhaltung auf: Einer stürmte schreiend nach vorn, versuchte vor der Bühne ein Transparent mit der Aufschrift "Wir lassen uns nicht kriminalisieren" zu entrollen, hinten im Raum brüllten die anderen und warfen Flugblätter mit dem Logo der Jungen Nationaldemokraten, der Jugendorganisation der rechtsextremen NPD.

Nach fünf, sechs Minuten und einigen Rangeleien war der braune Spuk vorbei, Wachleute drängten die Neonazis aus dem Raum. Die Polizei erteilte den Störern zwischen 22 und 29 Jahren Platzverweise. Einige der ungebetenen Gäste sind bereits wegen Propagandadelikten oder schwerer Körperverletzung polizeilich bekannt.

Die Bigband spielte nach kurzer Unterbrechung weiter. Doch den rund 150 Besuchern saß der Schreck in den Gliedern. Ausgerechnet beim Benefizkonzert "Jazz gegen Rechts" im Rahmen der gerade erst gestarteten Landeskampagne gegen Rechtsextremismus provozieren die, gegen die sie ein Zeichen setzen soll. Und die Dreistigkeit der Neonazis kennt dabei keine Grenze mehr: Nicht einmal vor dem Machtzentrum des Landes machen sie halt.

"Gezielte Überraschungsaktion"

"Dass sie sogar im Sitz des Ministerpräsidenten Angst verbreiten, das hat eine neue Qualität", sagte der Fraktionschef der Linkspartei.PDS im sachsen-anhaltinischen Landtag, Wulf Gallert, heute. CDU-Fraktionschef Jürgen Scharf sprach von einer "gezielten Überraschungsaktion". Wer bisher noch nicht persönlich mit Rechtsextremen in Berührung gekommen sei, habe nun erfahren, wie nah diese seien.

Gallert und Scharf hatten die Veranstaltung wie viele andere Abgeordnete und Minister der Großen Koalition besucht. Auch Regierungssprecherin Monika Zimmermann stellte erschrocken fest: "Wenn es noch eines Beweises bedurft hat, wie akut das Problem des Rechtsextremismus bei uns ist: Gestern war er nicht zu übersehen."

Da brauchte es nicht einmal mehr das Kampagnenmotto, mit dem an die Menschen in Sachsen-Anhalt appelliert werden soll: "Hingucken - Für ein demokratisches und tolerantes Sachsen-Anhalt". So haben die Landesregierung und die im Landtag vertretenen Parteien ihr Programm überschrieben, das Regierungschef Wolfgang Böhmer erst vor wenigen Tagen in Bitterfeld offiziell gestartet hat.

Die Kampagne ist auch Zeichen eines Sinneswandels innerhalb der Landesregierung. Lange hatte Böhmer rechtsradikal motivierte Übergriffe als Taten Einzelner betrachtet. Rückschlüsse auf die Stimmung im Land wollte der CDU-Politiker daraus nicht ziehen.

Inzwischen hat Böhmer eingesehen, dass es "bis in die Mitte der Bevölkerung hinein eine unterschwellige Sympathie für rechtes Gedankengut" gibt. Bei den rechtsextremistischen Straftaten ist Sachsen-Anhalt bezogen auf die Einwohnerzahl längst bundesweiter Spitzenreiter. Von Januar bis August dieses Jahres registrierte das Innenministerium erneut eine dramatische Zunahme: 793 Delikte zählte die Behörde, 40 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Besonderes Aufsehen erregten die Vorfälle von Pömmelte, Pretzien und Parey. In Pömmelte quälten im Januar 2006 Rassisten länger als eine Stunde einen zwölfjährigen, dunkelhäutigen Jungen. Im Juni verbrannten im Dorf Pretzien junge Neonazis erst eine US-Flagge und anschließend eine Ausgabe des Tagebuchs der Anne Frank.

Und in Parey schickten im Oktober Jugendliche einen 16-jährigen Mitschüler mit einem Schild um den Hals auf den Schulhof mit der Aufschrift "Ich bin im Ort das größte Schwein, ich lass mich nur mit Juden ein" - ganz nach dem Muster der Nationalsozialisten.

Für den morgigen Freitag hat die NPD vor dem Magdeburger Landtag eine Kundgebung angemeldet. Die Störer von gestern hat der Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Rainer Robra, wegen Hausfriedensbruch angezeigt.

kleine berichtigung

Physikus 17.12.2006 - 11:15
"da wundert es auch nicht, dass auf der Internetpräsenz die vollständigen „Protokolle der Weisen von Zion“ nachzulesen sind!"

Dies ist so nicht richtig. Auf der Homepage ist lediglich eine im Konjunktiv geschriebene Zusammenfassung des Inhalts zu finden. Diese wurde nichteinmal selbst geschrieben, sondern aus zwei referaten zusammengeklaut und ist auch strafrechtlich nicht relevant.

Was die Nazis zum Artikel sagen:

Reko 18.12.2006 - 17:05
h**p://w**.nationales-forum.de/bb4/viewtopic.php?p=20660 nette Kommentare....

n-o-ni

tut nich zur sache 17.01.2007 - 14:06
>So wie es aussieht haben die Nasen nun in Nienburg umstrukturiert. Seit kurzem besteht eine Seite im Netz die sich "Nationale Offensive Nienburg" nennt.Wenn man sich die Seite anschaut, fällt einem gleich auf das sie der Seite der NOS ähnelt ( das sind die Nazis aus Schaumburg. Wie ich erfahren habe ist einer der Schaumburger Nazis (Marco Siedbürger) nach Nienburg gezogen.Leider weiss ich nix genaues, aber ich vermute das er dahinter steckt. Falls jemand da was genaueres weiss, dann postet das bitte.Wollen hier keine Nazihochburg!!!

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