Nazis mobilisieren nach Gräfenberg
Schon seit dem Jahr 1999 trifft sich die rechte Szene Frankens alljährlich am "Volkstrauertag" im oberfränkischen Gräfenberg, um an die Naziverbrecher des deutschen Faschismus zu erinnern. Am 12. November 2006 marschierten die Parteigänger der Naziszene durch den Ort in der fränkischen Schweiz. Weil der anvisierte Standort für eine Kundgebung durch einen Bauzaun von der Stadtverwaltung abgesperrt wurde, haben die Nazis hochnäsig angekündigt solange in Gräfenberg zu demonstrieren, bis der Bauzaun am "Kriegerdenkmal gefallen ist". Jetzt ruft der Nazinachwuchs der NPD in Bayern, unterstützt von fast allen bayerischen Kreisverbänden der Partei und den so genannten freien Kameradschaften in Franken zu einem weiteren Aufzug am 16.12.2006 in der Stadt auf.
Bürgerliche Gruppen aus der Kleinstadt haben sich auf den Tag vorbereitet. Mit einer Gegenkundgebung auf dem Marktplatz soll "Protest gegen den erneuten Aufmarsch der braunen" zum Ausdruck gebracht werden. Die Organisatoren der Gegenveranstaltung kündigen an, "dem absurden Auftreten der Nationalen mit zahlreichen
phantasievollen Aktionen" zu begegnen. Die Veranstaltung, die von der Stadt unterstützt wird, soll auf dem Marktplatz um 12 Uhr beginnen.
Der Umzug der Nazis beginnt am Gräfenberger Bahnhof. Gräfenberg wird im Stundentakt von der Gräfenbergbahn vom Nürnberger Nordbahnhof aus angefahren. Der Vorplatz des Bahnhofes der Stadt Gräfenberg dient um 12 Uhr als Sammlungspunkt der Nazis. Die Bahnstation befindet sich in einem Tal. Der Marktplatz der Stadt liegt knapp einen Kilometer von da entfernt und ist nur über eine Straße, die steil in der Ortschaft bergauf verläuft, zu erreichen. Dieser Verbindungsweg Richtung Marktplatz ist die vorgesehene Aufzugsstrecke der Nazis. Die Polizei hat bei einer vergangenen Naziveranstaltung in Gräfenberg angekündigt, das so bezeichnete "Demonstrationsrecht der NPD" durchzusetzen, schließlich wäre es vergleichsweise "einfach", den Nazis von Richtung Marktplatz aus den Zugang zur Stadt zu verwehren, weil es keine Alternativrouten vom Bahnhof her in die Stadt hinein gibt.
Verschiedene linke und antifaschistische Gruppen rufen auch zur Teilnahme an der bürgerlichen Veranstaltung auf. Sie fordern, ein Gedenken an diejenigen zu bewahren, die Widerstand gegen die NS-Diktatur leisteten. Auch der Zwangsarbeiter, die zu Millionen unfreiwillig die deutsche Kriegswirtschaft durch die unmenschliche Ausbeutung ihrer Arbeitskraft aufrechterhielten, müsse man gedenken. Nicht an die Krieger der Nazis solle man erinnern, sondern an die, die aufgrund ihrer politischen Einstellung, der menschenverachtenden Rassenlehre der Nazis, ihrer sexuellen Neigung und Religionszugehörigkeit vor und während des 3. Reiches grausam verfolgt und ermordet wurden.
phantasievollen Aktionen" zu begegnen. Die Veranstaltung, die von der Stadt unterstützt wird, soll auf dem Marktplatz um 12 Uhr beginnen.
Der Umzug der Nazis beginnt am Gräfenberger Bahnhof. Gräfenberg wird im Stundentakt von der Gräfenbergbahn vom Nürnberger Nordbahnhof aus angefahren. Der Vorplatz des Bahnhofes der Stadt Gräfenberg dient um 12 Uhr als Sammlungspunkt der Nazis. Die Bahnstation befindet sich in einem Tal. Der Marktplatz der Stadt liegt knapp einen Kilometer von da entfernt und ist nur über eine Straße, die steil in der Ortschaft bergauf verläuft, zu erreichen. Dieser Verbindungsweg Richtung Marktplatz ist die vorgesehene Aufzugsstrecke der Nazis. Die Polizei hat bei einer vergangenen Naziveranstaltung in Gräfenberg angekündigt, das so bezeichnete "Demonstrationsrecht der NPD" durchzusetzen, schließlich wäre es vergleichsweise "einfach", den Nazis von Richtung Marktplatz aus den Zugang zur Stadt zu verwehren, weil es keine Alternativrouten vom Bahnhof her in die Stadt hinein gibt.
Verschiedene linke und antifaschistische Gruppen rufen auch zur Teilnahme an der bürgerlichen Veranstaltung auf. Sie fordern, ein Gedenken an diejenigen zu bewahren, die Widerstand gegen die NS-Diktatur leisteten. Auch der Zwangsarbeiter, die zu Millionen unfreiwillig die deutsche Kriegswirtschaft durch die unmenschliche Ausbeutung ihrer Arbeitskraft aufrechterhielten, müsse man gedenken. Nicht an die Krieger der Nazis solle man erinnern, sondern an die, die aufgrund ihrer politischen Einstellung, der menschenverachtenden Rassenlehre der Nazis, ihrer sexuellen Neigung und Religionszugehörigkeit vor und während des 3. Reiches grausam verfolgt und ermordet wurden.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Nazis stoppen
Wir gedenken den Opfern des Naziregimes
Naziaufmarsch am 16.12 in Gräfenberg stoppen!
Seit 1999 treffen sich NPD und „freie Kameradschaften“ alljährlich anlässlich des „Volkstrauertages“ in Gräfenberg, um „ihren Helden“ des 2.Weltkriegs zu gedenken. Wegen des immer stärker werdenden Protestes können die Neonazis dies nun nicht mehr ungestört tun und versuchen deshalb auf andere Termine im Jahr auszuweichen. Hierbei marschieren sie vom Bahnhof (Gräfenberg) zum örtlichen Kriegerdenkmal, das hoch über Gräfenberg steht. Das Kriegerdenkmal wurde bereits 1924 zum Gedenken der gefallenen Soldaten des 1.Weltkrieges erbaut. Nach dem 2.Weltkrieg wurden 1956 weitere Tafeln zum Gedenken der gefallenen Wehrmachtsoldaten von Gräfenberg angebracht. Mit dem revisionistischen Gedenken an die faschistische Wehrmacht, die die Vernichtung von Millionen Jüdinnen und Juden erst ermöglichte, versuchen die Neonazis ihre vorhandenen Strukturen in Gräfenberg und Mittelfranken zu stabilisieren und auszubauen. Verhindern wir gemeinsam, dass über 60 Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus Nazis auf solche Weise den Wehrmachtsoldaten gedenken. Die menschenverachtenden Taten der Wehrmacht dürfen nicht gerechtfertigt oder vergessen werden.
Wir gedenken nicht den Tätern!
Es gilt vielmehr denjenigen zu gedenken, die Widerstand gegen die NS-Diktatur leisteten oder Opfer des deutschen Vernichtungskrieges wurden. Erst 2002 wurden die NS-Unrechtsurteile gegen Wehrmachtsdeserteure aufgehoben. Noch heute müssen Deserteure, die sich immerhin einem Vernichtungskrieg verweigerten, um gesellschaftliche Anerkennung kämpfen. Öffentliche Gedenkorte gibt es kaum. Obwohl die Urteile aufgehoben sind, haben die weniger als 200 noch lebenden Deserteure keinen Anspruch auf Entschädigung. Auch ZwangsarbeiterInnen, die zu Millionen unfreiwillig die deutsche Kriegswirtschaft durch die unmenschliche Ausbeutung ihrer Arbeitskraft aufrecht erhielten, wurden weder von Seiten des deutschen Staates, noch der deutschen Wirtschaft angemessen entschädigt, obwohl bis zum Ende des Krieges über 7 Millionen ZwangsarbeiterInnen in der Landwirtschaft und Industriebetrieben, wie z.B. Thyssen/Krupp, IG Farben und Siemens arbeiteten. Außerdem gilt es den Menschen zu gedenken, die aufgrund ihrer politischen Einstellung, der menschenverachtenden Rassenlehre, ihrer sexuellen Neigung und Religionszugehörigkeit vor und während des 3. Reiches grausam verfolgt und ermordet wurden. Deshalb rufen wir alle AntifaschistInnen auf am 16.12.2006 an der Kundgebung der BürgerInnen der Stadt Gräfenberg teilzunehmen. Dort werden wir gemeinsam zeigen, dass Nazis nicht willkommen sind, weder in Gräfenberg noch anderswo.
Wir, das Antifaschistische Aktionsbündnis Nürnberg, fordern:
Anbringung einer Gedenktafel für die Opfer des Hitlerfaschismus
Rehabilitierung aller ZwangsarbeiterInnen und Verfolgten des Naziregimes
Zeigen wir, dass Nazis in Gräfenberg nicht erwünscht sind.
Verhindern wir gemeinsam den Naziaufmarsch in Gräfenberg!!!
Faschismus ist keine Meinung - sondern ein Verbrechen!
Treffpunkt am Sa, 16.12.2006 um 12:00 Uhr Gräfenberger Marktplatz
Bürgerliche Presse
Gräfenberg erduldete tapfer den Durchmarsch von rund 150 Neonazis
Bericht Reinhard Löwisch
GRÄFENBERG (rl) - Gespenstische Stille im Ort. Kein Mensch auf der Straße, kein Laut aus den Wirtshäusern zu hören. Dafür Polizeisperren auf allen Einfahrstraßen, viele grüne Minnas patrouillierten durch die Straßen. Geduldig mussten die Autofahrer z.B. auf der B 2 Gesichtskontrollen über sich ergehen lassen; manche auch mehr in etwas abgelegenen Buchten. Am Marktplatz: Transparente "Gräfenberg stellt sich quer", und "Bayern SPD", eine kleine Bühne auf der drei Barden spielten und später Reden geschwungen wurden. Hier, so hieß es kommen die Neonazis vorbei. Sie kommen vom Bahnhof und wollen zum Kriegerdenkmal. Polizisten in Uniform redeten mit den Bürgern (Kontaktbeamte) klärten auf, dass jeder Deutsche, egal welcher Gesinnung, das verbriefte Recht hat, eine friedliche Demo durchzuführen. Ja, es könnte theoretisch so weit kommen, dass man die Nazis vor den Bürgern schützt... Hier kam es nicht soweit, Gut so. Die Polizei verteilte Flugblätter, in denen sie dazu aufforderte "friedlich" zu bleiben. Langsam füllte sich der Platz. Eine junge Polizistin meinte im Gespräch, dass so etwa 300 bis 400 Bürger hier versammelt sein könnten. Denen stehen etwa 150 gemeldete Neonazis gegenüber und einige Hundertschaften Bereitschaftspolizei aus Nürnberg und Bamberg. Auch "schwarze Scheriffs" wie sie ein Augenzeuge nannte sind darunter. Unterstützungskommandos, steht auf den Transportfahrzeugen, viel mehr war über die geheimnisvollen Kämpfer, die den Schlagstock unter der Achsel trugen, nicht zu erfahren.
Bürgermeister Werner Wolf konnte nicht verstehen, warum die NPD gerade hier und das zum achten Mal schon ihren Aufmarsch hält. Solche Leute, sagte er in seinem Grußwort unter dem starken Beifall der Anwesenden, sind bei uns unerwünscht. Das soll auch die Gegendemonstration, zu der die gesamte Stadtratsfraktion aufgerufen hatte, zeigen. Hartmut Koschyk, parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, warnte davor, das widerliche Schauspiel der NPD" einfach so hinzunehmen. "Wer schweigt, stimmt zu", meinte er kämpferisch. Deshalb hat die NPD "hier in Gräfenberg und auch im ganzen Land nix verloren". Die SPD-Bundestagsabgeordnete Anette Kramme warnte ebenfalls davor, die Neonazis zu ignorieren. "wehret den Anfängen und zeigen sie den Rechtsradikalen, dass sie hier nicht erwünscht sind".
Es dauerte bis halb eins, dann kündigte dumpfes Trommeln den Zug an. Begleitet von zahllosen Polizisten liefen die überwiegend sehr jungen Nazis schweigend an der Gegendemonstration am Marktplatz vorbei. Hier hatte Schauspieler Jan Burdinski (Theatersommer Fränkische Schweiz) schon vorher erfolgreich die Menschen animiert, zu diesem Zeitpunkt ein Eselsgeschrei anzustimmen. Ein lautes iiaah, iiiaaah aus zahlreichen Kehlen erklang, unterbrochen von der Musik der Gruppe "Bach3Barden1Band", die am Vorabend ein erfolgreiches Konzert in Gräfenberg absolvierten und sich spontan bereit erklärten, an der Gegendemonstration mitzuwirken. Etliche der NPD-Anhänger hatten pechschwarze Fahnen dabei und waren auch noch dunkel gekleidet: Ein gespenstisches Bild, dass Angst erzeugen kann. Mann stelle sich solch eine Gruppe vor, die abends durch die Straßen läuft.... Wenige Minuten dauerte der Marsch, dann war alles vorbei. Einige Linksradikale schrien laute Parolen, die Mehrheit jedoch schwieg und machte sich ihre Gedanken. Dabei hatten die Gesichter keine fröhlichen Mienen. NEIN, so etwas wie die Nazis darf es nicht mehr geben. Hier nicht und auch nicht anderswo.
Indymedia und Gräfenberg
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
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