Liebknecht auf der SchülerInnendemo

Be Lesen 10.11.2006 13:44 Themen: Atom
Eine kraftvolle "Demonstration gegen die Auflage der Ordnungsbehörde", daß die angemeldete anti-Castor-Demo von Schülerinnen und Schülern erst nach der vierten Stunde stattfinden darf, startete pünktlich um 9:30 vor der Bücherei in Lüchow. Begleitet von vielen Erwachsenen, die sich mit dem Anliegen der Kinder und Jugendlichen solidarisierten, und eingerahmt von einer Menge Traktoren zogen Hunderte zum Kreishaus.

In ihrer Rede zitierte eine Sprecherin der Demo Karl Liebknecht: "Diesem System keinen Mann und keinen Pfennig!" Im Folgenden ihre Rede im Zusammenhang
„Diesem System keinen Mann und keinen Pfennig!!“ Diesen Satz verwendete Karl Liebknecht, der Mann, welcher 1919 ermordet wurde, weil er der Regierung zu weit "links" stand.

Sollen wir einem System, welches uns das Demonstrieren nicht erlaubt oder andere unserer Rechte einschränkt, später Steuern bezahlen?? Wir, die Schüler, Wähler und Steuerzahler vorn morgen, wollen unser Recht, auf Meinungsfreiheit und ganz besonders das der Versammlungsfreiheit immer und überall wahrnehmen dürfen. Nicht zu irgendwelchen Zeiten, die uns von oben aufgedrückt werden, weil wir Schüler und Schülerinnen sind und zur Schule müssen. Nein, wir wollen demonstrieren, wann es uns passt, denn schließlich wollen wir möglichst lange demonstrieren und so unsere Rechte durchsetzten, um damit unser Recht auf ein gesundes und langes Leben bewilligt zu bekommen.

Was sind schon ein paar Eier auf dem Kopf und an der Uniform gegen ein strahlenverseuchtes Leben mit Krebs? Jährlich sterben tausende Menschen an Krebs. Aber ist schon ein Polizist gestorben, weil man mit Eiern nach ihm warf? Oder sind schon Schüler gestorben, weil sie nicht zur Schule gingen?

Wir gehen auch wieder zur Schule, wenn die Regierung uns versichert, dass sie kein Atomstaat mehr ist, das heißt, dass sie das Leben ihrer Einwohner nicht weiter gefährdet.
Wir wehren uns, denn wir sind das Volk, wir wollen uns unser Leben nicht vorschreiben lassen, wir wollen leben, wie es uns passt!

Und wenn uns nicht passt, wie der Staat mit unserem Leben leichtfertig spielt, nur um Profit zu machen, dann starten wir eine Revolution. Denn die Revolution ist die Notwehr des Volkes, das in seinen heiligsten Rechten gekränkt ist. Ich finde, wir sollten weiter "links stehen", uns von der Regierung nicht einschüchtern lassen, denn wir haben viel Macht.

Wie viel Macht wir haben, sieht man alljährlich hier, im Wendland. Denn 16.000 Polizisten für 4.000 Demonstranten: das zeigt doch, dass wir eigentlich die Stärkeren sind. Weil wir im Recht sind. Denn wer einem Demonstranten 4 Polizisten zuteilt, hat Angst.

Also mich bekommt dieser Staat nicht, und auch nicht mein Geld, jedenfalls nicht freiwillig, denn ich bin nicht bereit die Verletzung von Rechten auch noch zu unterstützen! Also Leute, diesem System keinen Mann und keinen Pfennig!
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Ergänzungen

Es war Bebel, nicht Liebknecht

Karin 10.11.2006 - 18:52
das Zitat im Original stammt von August Bebel, es wurde sicherlich von vielen SozialistInnen immer wieder gerne zitiert. Natürlich war es zeitgemäß nicht in gecchlechtergerechter Sprache, bezog sich aber auch auf Kriegsdienstverweigerung und Soldaten waren zu der Zeit nunmal männlich. Bebel ist eigentlich im Kontext nicht so schlimm Sexismus vorzuwerfen gewesen...

Video der Rede auf kanalb.de

eisbaer 13.11.2006 - 19:48
Die Rede gibt es auch als Video zum ansehen und anhören auf
 http://kanalb.org/topic.php?clipId=189

Viel Vergnügen.

Eisbaer

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meine vollste solidarität

schülerIn ? 10.11.2006 - 18:14
ich hätte da nur eine kleine anmerkung, was das zitat von liebknecht angeht, rosa luxemburg hätten sich die nackenhaare gestreubt (ein wenig)!
das zitat zu anfang ist wunderbar, nur sollte es als schlusssatz nicht als zitat übernommen werden sondern sollte es heißen "kein mensch und kein pfennig"!
wir sind doch allees keine patriarchen

solidarische grüße

keine inhaltiche ergänzung

banane 11.11.2006 - 01:43
"Denn die Revolution ist die Notwehr des Volkes, das in seinen heiligsten Rechten gekränkt ist." - alter schalter, was solln das heissen? das hört sich ja mal endgruselig an. ich dachte es gibt kein volk, bist du ein nazi oder was?