HDJ trifft sich beim "Märkischen Kulturtag"

i.A. Recherche-Ost 07.11.2006 21:00 Themen: Antifa
Am 04.11.2006 fand im brandenburgischem Blankenfelde der so genannte "Märkische Kulturtag"statt, bei dem zahlreiche neofaschistische Kader der BRD zusammenkamen.
Am 04.11.2006 fand im brandenburgischem Blankenfelde der so genannte "Märkische Kulturtag"statt, bei dem zahlreiche neofaschistische Kader der BRD zusammenkamen.

Wie bereits bei tagesschau.de, einem TV-Beitrag bei Radio Berlin Brandenburg (Video bei YouTube: HIER) und auch bei Indymedia berichtet wurde, kam es beim "Märkische Kulturtag", einem Treffen der "Heimattreuen Deutschen Jugend" - "HDJ", zu einem gewalttätigen Überfall auf Journalisten/innen.

Die "Heimattreue Deutsche Jugend", welche als Nachfolgeorganisation der verbotenen "Wiking Jugend" gesehen werden kann, veranstaltete am 4. November 2006 in brandenburgischen Blankenfelde ein Treffen mit ca. 200 Teilnehmern. Die Veranstaltung war "nicht-öffentlich" und fand im Gasthof "Zur Eiche" statt. Bis zum besagten Überfall war die Polizei nicht vor Ort und brauchte dann auch noch rund 45 Minuten um dort zu erscheinen. Nachdem die Brandenburger Polizei Verstärkung aus Berlin erhalten hatte, wurden die Teilnehmer der Veranstaltung auf verfassungswidrige Symbole kontrolliert und "oberflächlich" nach den Tätern des Überfalls gesucht. Die Beamten drohten mit der Auflösung der Veranstaltung, sollten derartige Symbole gefunden werden. Die Tätern konnten, mehrer Stunden nach dem gewalttätigen Übergriff, nicht mehr gefunden werden und die Veranstaltung konnte unbehelligt weiter durchgeführt werden!

Die "HDJ" hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, den Führungsnachwuchs der neofaschistischen Szene politisch und militärisch zu schulen, womit sie in der Tradition der 1994 verbotenen Wiking Jugend steht. Innerhalb der rechten Szene gilt es als "schick", Kinder zu den Zeltlagern der "HDJ" zu schicken, damit sie dort den gewünschten ideologischen Schliff bekommen. Die Organisation orientiert sich am Ideal der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft und fordert die Rückgabe der nach 1945 abgetretenen deutschen Ostgebiete. Sie führt u.a. Zeltlager durch, Reisen nach Südtirol und Schweden, organisiert Sonnenwendfeiern und andere Veranstaltungen für Jugendliche. (Mehr zur "HDJ" hier: "Volksgemeinschaft im Kleinen" , Wikipedia.de und im Blick Nach Rechts.

Hinter dem bürgerlich anmutenden Titel "Märkische Kulturtag" verbirgt sich eines der größten Neonazi-Kadertreffen der BRD. Besucht von Vertreter/innen verschiedener neofaschistischer Organisationen, wie z.B. der GDF (Gemeinschaft Deutscher Frauen) und abgesichert von Mitgliedern des NPD-Bundesordnerdienstes, sammeln sich jedes Jahr hunderte Faschisten zu diesem konspirativ abgehaltendem Treffen. Die seit Jahren stattfindene "Festlichkeit" dient der Festigung eigener Strukturen und der Herausbildung einer neonazistischen Elite. Bislang liefen diese Treffen weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ab. Die Bedeutung, die diesem geheimen Treffen zukommt, ist allerdings für Antifaschist/innen nicht zu unterschätzen. Auch wenn bei vielen neofaschistischen Demonstrationen weit mehr Teilnehmer zu erblicken sind, ist die Bedeutung dieser "kleinen geheimen Runde" um ein vielfaches höher als das neofaschistische "Muskel-spielen-lassen" in Form von Aufmärschen. Poltik gemacht und geplant wird bei solchen Treffen.

Auch einmal das Augenmerk auf solche Treffen zu richten und den Kontext zu erfassen, kann vielleicht um ein vielfaches mehr bewirken, als eine NPD-Demonstration in einer deutschen Kleinstadt.

Deshalb wird hier dringend um Mithilfe gebeten: Wer kennt die auf dem Foto zu sehenden Ordnerdienstler / HDJler - speziell die Person ganz links? Er ist Angehöriger der "Heimattreuen Deutschen Jugend" und hat beim "Märkischen Kulturtag" am 4. November 2006 in Blankenfelde gemeinsam mit anderen Neonazis Journalisten/innen verfolgt und niedergeschlagen!

Falls Gruppen, Initativen oder Einzelpersonen Informationen zum "Märkischen Kulturtag" oder der "HDJ" haben, insbesondere zu den auf den Foto abgebildeten Personen, sollen diese bitte ihre Informationen hier bei Indymedia oder per Mail (recherche-nord@gmx.de) weitergeben. Vielen Dank!

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Ergänzungen

noc hwas

Penny 08.11.2006 - 21:28
einer ist ein mitarbeiter von holger apfel der hat auch zugeschlagen

redok

redok-Leser 10.11.2006 - 20:39
Apfel-Bodyguard schlug zu

Dresden. Einer der Neonazi-Schläger, die am Samstag auf Journalisten eingeschlagen haben, ist laut einem Bericht von Szene-Kennern ein Bodyguard des Fraktionsvorsitzenden der NPD in Sachsen, Holger Apfel. Der 34jährige Rocco Kilz soll der Jornalistin Andrea Röpke ins Gesicht geschlagen haben.

Das Internet-Portal "Nazis in den Parlamenten" (NiP) [  http://nip.systemli.org/Article214.html ] berichtet, dass Rocco Kilz seit Sommer 2004 in Sachsen des öfteren an der Seite des NPD- Fraktionsvorsitzenden Holger Apfel gesehen wurde. Bei öffentlichen Auftritten war laut dem Bericht der schlagkräftige Brandenburger wiederholt als persönlicher Bodyguard von Apfel aufgetreten.

Im Herbst 2003 trat Kilz als einer von vier Spitzenkandidaten der NPD zu den Kommunalwahlen im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree an und verfehlte mit 15,25 % der Stimmen in seinem Wahlkreis (Eisenhüttenstadt, Brieskow-Finkenheerd, Neuzelle) nur knapp den Einzug in den dortigen Kreistag, in den vier Neonazis einziehen konnten.

[ @  http://www.redok.de ]

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