Übergriff und Nazifeier in Blankenfelde

Tamara Levy 05.11.2006 01:00
Am 4. November veranstaltete die Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) mit ca. 250 Teilnehmern im brandenburgischen Blankenfelde eine unangemeldete Saalveranstaltung. Eine Fernseh-Journalistin, die vor dem Veranstaltungsort filmen wollte, wurde von Rechtsextremen deswegen zusammengeschlagen. Hundertschaften der Polizei aus Brandenburg und Berlin kontrollierten daraufhin die Teilnehmer.
Am gestrigen Samstag, den 4. November, lud die neonationalsozialistische Organisation Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) zu einem „märkischen Kulturtag“ in den Gasthof „Zur Eiche“ (Dorfstr. 25) in Blankenfelde. Die Veranstaltung war nicht-öffentlich, an ihr nahmen rund 250 zumeist junge Nazis aus Brandenburg, Berlin, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern teil.

Im räumlichen Umfeld der Veranstaltung griffen Nazis ein Fernsehteam der ARD an, das vor der Eiche Filmaufnahmen machte. Vier Nazis verfolgten das Team in einen nahe gelegenen Supermarkt und schlugen eine Journalistin zu Boden. Durch den darauffolgenden Anruf des Fernsehteams bei der Polizei erfuhr diese überhaupt erst von der Veranstaltung.

Nachdem die Brandenburger Polizei Verstärkung aus Berlin durch mehrere Einsatzwagen erhielt, wurden die Teilnehmer der Veranstaltung auf verfassungswidrige Symbole kontrolliert. Die Beamten drohten mit der Auflösung der Veranstaltung, sollten derartige Symbole gefunden werden.

Die Heimattreue Deutsche Jugend hat es sich zur Aufgabe gemacht, den rechtsextremen Führungsnachwuchs politisch und militärisch zu schulen, womit sie in der Tradition der 1994 verbotenen Wiking Jugend steht. Innerhalb der rechten Szene gilt es als schick, Kinder zu den Zeltlagern der HDJ zu schicken, damit sie dort den gewünschten ideologischen Schliff bekommen. Die Organisation orientiert sich am Ideal der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft und fordert die Rückgabe der nach 1945 abgetretenen deutschen Ostgebiete.

Tamara Levy dazu: „Wir empfinden es als skandalös, dass Jürgen Kliemann, der Wirt der Eiche, sein Lokal wissentlich rechtsextremen Organisationen zur Verfügung stellt. Es darf keine Rückzugsräume für Neonazis und ihre menschenverachtende Propaganda geben.“

Weiter Infos dazu bei uns unter  aateltowflaeming@fastmail.fm und im Beitrag des RBB, aus Brandenburg Aktuell vom 04.11.2006:
 http://www.rbb-online.de/meta/aktuell/2006-11-04-angriff.smi
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Ergänzungen

Antifas

gesehen 05.11.2006 - 15:34
Spontan sammelten sich ca. 40 Nazigegner vor dem Gasthaus und protestierten dagegen.

ein paar fragen...

darius 05.11.2006 - 20:19
..kommen da schon auf! warum hat a.r. im vorfelde den staatsschutz in berlin über diese veranstaltung informiert? warum wird an solchen wichtigen nazi-geschichten im alleingang recherchiert, und recherche die es in der nähe gibt (berlin/brandenburg) nicht eingebunden? warum nur zu zweit? a. ist nun nach ihren anderen beiträgen zur hdj keine unbekannte mehr in der naziszene. a.r. bzw recherche nord sind teilweise ein fester bestandteil der bundesweiten antifa. warum werden solche termine nicht der regionalen antifa mitgeteilt? a. ist ja nicht aus versehen beim einkaufen über diese veranstaltung gestolpert.ich finde den journalistischen ansatz wirklich lobenswert, mir fehlt nur der politische ansatz bei dem ganzen. bei mir fängt einfach alles an zu klingeln wenn ich lesen muss das vorher der staatschutz in berlin informiert wurde. für mich gilt nach wie vor "keine zusammenarbeit mit den staatlichen repressionsorganen" erst recht nicht in der "recherche". denn auch wenn es noch so gut gemeint war, antifaschistische strukturen müssen geschützt werden. ich will nicht mit was wäre wenn anfangen......

ich möchte niemanden "dissen" und hoffe das sich die ganze sache aufklärt!

Mithilfe gesucht!!!

Magger 07.11.2006 - 18:16
Wer kennt den HDJler vorne links?
Er ist Angehöriger der Heimattreuen deutschen Jugend und hat beim
"Märkischen Kulturtag" 2006 in Blankenfelde gemeinsam mit anderen Neonazis zwei
Journalisten verfolgt und niedergeschlagen.
Falls Gruppen, Iniiativen oder Einzelpersonen Informationen zum Märkischen Kulturtag haben, insbesondere zu den auf den Foto abgebildeten Personen... würden wir es begrüßen wenn diejenigen sich bei uns melden würden.

 Recherche-Nord@gmx.de

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