Nazis machen sich in Ochsenfurt lächerlich

Ein Antifa 29.10.2006 12:02 Themen: Antifa
28.10.06: Ein Häufchen von 30-40 Neonazis steht 2 Stunden lang im hintersten Winkel der Stadt etwa 100 Meter von ihren Autos entfernt. Außenwirkung gleich Null, Parolen kommen über das geistige Niveau von „Hoch die nationale Solidarität“ nicht hinaus.
Die Nazis trafen sich, nicht wie angekündigt am Ochsenfurter Bahnhof, sondern auf dem großen Parkplatz am Main. Zu sehen waren der pinke VW-Bus mit Nürnberger Kennzeichen, ein Bundeswehr-Jeep aus Fürth, sowie mehrere Privatautos, hauptsächlich mit Würzburger Nummernschildern. Mit dem Zug kamen meines Wissens keine Nazis an. Um ca. 15:30 machte sich der „Widerstand Mainfranken“ und seine Anhänger vom Parkplatz auf in Richtung Rathaus, wo sie ihre Kundgebung abhalten wollten. Weit kamen sie nicht: Eine Blockade von ca. 200 AntifaschistInnen machte vorerst das Durchkommen unmöglich. Die Polizei hielt sich im weiteren Verlauf auch größtenteils zurück, da die Blockade nicht nur aus „gewaltbereiten Autonomen“, sondern auch aus BürgerInnen bestand.
Immer wieder konnte man an den Ecken der Gassen Männer mit oliven Parkas oder schwarzen Kapuzenjacken entdecken, die ein Knöpfchen im Ohr hatten. Sorry, aber euch wird man wohl immer erkennen! Es waren mindestens 6, davon mind. 2 zeitweise mit Fahrrad im Einsatz. Besonders diese Zivilfahnder fielen durch ihre Aggressivität auf. Sie zwangen AntifaschistInnen – teilweise brutal – Fotos von der Speicherkarte ihrer Digicam zu löschen bzw. Filmrollen zu vernichten. Inwieweit dieses Verhalten rechtlich gedeckt ist, ist fraglich.
Nach ca. 2 Stunden erfolglosem Warten machten sich die Nazis mit Parolen wie „Antifa – Vaterlandverräter“ oder ähnlichem Schrott auf den Weg zurück zu ihren Autos. Während ihrem kompletten Aufenthalt waren sie abgeschirmt von der Polizei, ich bin gespannt, wie sie dieses Mal versuchen, einen Erfolg aus ihrer totalen Niederlage zu machen.


Noch zur Polizei: Sofort bei unserer Ankunft wurden wir, unsere Rucksäcke/Taschen und unsere Autos durchsucht. Alle Tücher und Schals wurden beschlagnahmt. Polizist:„Das ist nur zu eurer eigenen Sicherheit. Wenn ihr euch nämlich später vermummt hättet, hätten wir euch festgenommen. Also seid froh darüber.“ Trotzdem wurden von einer anderen Einheit in der Innenstadt dann auch noch Sonnenbrillen beschlagnahmt, auch wegen „Vermummung“.

Zu den Nazis: Sehr aktive Anti-Antifa an diesem Tag, Fotokameras mit Teleobjektiven und eine professionelle Filmkamera. Dass die Nazis Antifas penetrant abfotografiert und -gefilmt haben, störte die Bullen nicht.


Gelöschte Bilder auf Digicam-Speicherkarten können mit „Digital Image Recovery“ ( http://www.chip.de/downloads/c1_downloads_13009852.html?tid1=27704&tid2=0) wiederhergestellt werden. Allerdings sollte man nach der Löschung keine Bilder mehr machen, denn dann wird für jedes neu gemachte Foto eines auf der Speicherkarte ganz gelöscht. Also bei der nächsten Aktion am besten 2 Memory-Sticks mitnehmen.


Sorry für die Bildqualität, vielleicht hat ja jemand noch bessere...
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Ergänzungen

Ochsenfurt und Faschokleincliquen

Schreib auch gern was 29.10.2006 - 14:11
Unterfrankens Nazis haben am vergangenen Samstag in die südwestlich von Würzburg gelegene Kleinstadt Ochsenfurt mobilisiert. Lediglich 25 Anhänger brachte die Szene auf die Beine. Die Anwesenheit der Rechten hat zu einer Art Ausnahmezustand in der Ortschaft geführt. Neben jeder Menge Polizei, USK-Truppen und Bereitschaftspolizei waren hinlänglich Polizeispitzel in der Stadt unterwegs um Ungehorsam zu unterbinden und um Akten des Verfassungsschutzes mit jeder Menge Photo, Ton und Printmaterial aus der örtlichen antifaschistischen Szene zu ergänzen. In der Stadt hatten die Nazis an diesem Samstag keinen Erfolg. Ihr Umzug wurde nach 50 Metern Fußweg gestoppt. Etwa 150 bis 200 Personen stellten sich der Bande in einer Seitenstraße in den Weg, so dass für das Häufchen kein durchkommen mehr möglich war. Bezeichnend: Die Polizei bezog Stellung auf der Seite der Nazis, um von dort aus Filmchen zu drehen und Tonaufnahmen zu erstellen. Gleichwohl gehörte es anscheinend nicht zur Polizeistrategie, dieser lächerlichen Kleingruppe Nazis auch noch den Weg frei zu knüppeln. Auf Seite der Gegenaktivisten postierten sich die Beamten mit den braunen Spitzelknöpfchen im Ohr und verhielten sich derart emsig, als stünde ein großer Volksaufstand bevor. Man kann das Polzeigebahren als bayerische Dorfposse abhacken, wobei es schon rotzfrech ist, mit was für geilen Mountainbikes die Truppe bewaffnet ist. Die rechte Szene in Unterfranken ist gegenwärtig vergleichsweise schwach auf der Brust. Neben den üblichen Kleincliquen um die Nazis Jens Rüttiger aus Hohenroth und Matthias Bauerfeind aus Himmelstad, weilte eine Kleinstanzahl der so genannten Anti Antifa aus Fürth vor Ort. Mit von der Partie waren noch drei oder vier NPD Nasen, vorwiegend Leute aus dem Herzogenauracher Umfeld. Für unterfränkische Verhältnisse kann man positiv erzählen, dass allerhand Volk aus der Antifaecke auf den Beinen war und das nicht unbedingt nur lautlos. Wie es zu diesem kleinen Mobilisierungswunder kam, bleibt wohl ein ungelöstes Rätsel. Hätten sich die Leute den Nazis in Ochsenfurt nicht in den Weg gestellt, hätten diese einen ungestörten Nachmittag verbracht, zumal auf einer bürgerlichen Gegenveranstaltung bereits Morgens die Order ausgegeben wurde, brav zu Hause zu bleiben, die Fensterläden dicht zu machen und den Nazis durch Abwesenheit entgegenzutreten. Bleibt ferner zu erwähnen, dass ein Kumpel einige Stunden in Gewahrsam genommen wurde, dem die Staatsgewalt zur Last legte, seine Handschuhe seien eine Waffe. Einen jungen Kollegen prügelte die Bereitschaftspolizei in einen Hauseingang, weil er ein Erinnerungsfoto für zu Hause schoss. Daneben bleibt noch von den üblichen Personalienfeststellungen für die Staatschutzunterlagen und einer Teilnehmeranzahl von etwa 1000 auf der bürgerlichen Veranstaltung zu informieren.

Demonstration gegen rechts

Mainpost 29.10.2006 - 17:43
Ochsenfurt - Am Samstagnachmittag hat eine Gruppierung mit "rechter Gesinnung" in Ochsenfurt eine Veranstaltung durchgeführt. Bereits am Vormittag startete unter Führung des Oberbürgermeisters der Stadt Ochsenfurt eine groß angelegte Gegenveranstaltung Ochsenfurter Bürger, Vereine und Institutionen.

Bei den Veranstaltungen hat die Polizei mit eigenen und Unterstützungskräften, unter Führung von Polizeidirektor Walter Ehmann, für einen störungsfreien Verlauf gesorgt. Herr Ehmann, Leiter der Polizeiinspektion Würzburg-Ost, als Dienststelle mit besonderen Einsatzaufgaben, hatte vom Polizeipräsidium Unterfranken die Einsatzleitung übertragen bekommen. Im Rahmen von Vorkontrollen wurde bei 178 Personen die Identität festgestellt. Fünf Männer sind in Gewahrsam genommen worden.

Bereits in der Nacht zum Samstag konnten die Beamten der Polizeiinspektion Ochsenfurt im Stadtgebiet Transparente, Wurfzettel und Aufkleber für und gegen "Rechts" sicherstellen. Auch wenn der Inhalt der sichergestellten Gegenstände nicht gegen Recht und Gesetz verstieß, so wird geprüft ob gegen die Verantwortlichen der Aufkleberaktion Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen "wilden Plakatierens" eingeleitet werden. In der Brückenstraße konnten neun Männer der rechten Szene beim Einwerfen von Flugblättern angetroffen werden. Die Gegendemonstration der Bürger fand am Samstag von 11 bis 12 Uhr auf dem Kirchplatz der St. Andreas Kirche statt. Bei der absolut friedlich verlaufenden Veranstaltung zählte die Polizei knapp 500 Teilnehmer.

Bevor die zweite Veranstaltung begann, stellte die Polizei bei anreisenden Teilnehmern zahlreiche, bei Veranstaltungen verbotene Gegenstände wie breite Schals, Sturmhauben, pyrotechnische Gegenstände (Silvesterböller) und nietenbesetzte Lederhandschuhe vorsorglich sicher. Anzeigen nach dem Versammlungsgesetz werden folgen. Die Gruppe der "Rechten", die auf Initiative eines Gesinnungsgenossen aus dem Landkreis Main-Spessart mit etwa 30 Personen angereist waren, stellte sich gegen 15.15 Uhr auf dem Platz vor dem Heimatmuseum an der Alten Mainbrücke auf. Hier standen den 32 Rechten anfangs etwa 300 Gegendemonstranten gegenüber, die sich sukzessive auf 50 reduzierten. Nach störungsfreiem Verlauf war das planmäßigen Ende um 17 Uhr. Die Versammlung löste sich sehr schnell auf und auch die in Gewahrsam genommenen wurden wieder auf freien Fuß gesetzt.

bericht über die "würdevolle demo" der nazis

fight back 30.10.2006 - 01:47
Bericht von hate-core.de

Einfach zu köstlich:

"Zur Mahnwache „Zeichen setzen gegen Gewalt – Multikultiterror entgegentreten“ fanden sich am Sonnabendnachmittag 35 (mit 20 wurde gerechnet)
Nationalisten ein, um Gesicht gegen Gewalt zu zeigen. Trotz der strengen Auflagen ist es gelungen ein würdevolles Signal [ja ne is klar...] gegen die herrschenden Zustände zu setzen. Die Mahnwache wurde planmäßig [achso, war also planmäßig 2 stunden lang nicht voran zu kommen;)] auf dem Platz vor der alten Mainbrücke von 15 – 17 Uhr durchgeführt. Die etwa 100 Gegendemonstranten verringerten sich im Verlaufe der Veranstaltung auf etwa 50. [naja, vielleicht sollten wir das zählen doch nochmal üben...;)]

Ausführlicher Bericht folgt in den nächsten Tagen!

Kameradschaft MSP"

Viel zu geil dieser Bericht, freu mich schon auf den "ausführlichen Bericht". ;))

weitere infos auch

hier 30.10.2006 - 05:41

TV-Bericht

TV Touring 30.10.2006 - 11:12
http://www.kanal8.de/default.aspx?ID=1775&showNews=37921

Aufmarsch der Milchgesichter

Main Pest 30.10.2006 - 12:46
Weiterer Artikel aus der Main Post

"Aufmarsch der Milchgesichter

OCHSENFURT Wie bedeutend muss sich ein kleiner Neonazi vorkommen, angesichts des Staatsapparates, den er in Gang setzt. 32 Rechtsextreme waren es am Ende, die vor dem Schlössle an der Alten Mainbrücke ihre Transparente ausrollten, die meisten von ihnen in zwei Kleinbussen mit Aschaffenburger und Fürther Kennzeichen angereist, in der Mehrzahl wahre Milchgesichter.

Die Strategie der Polizei war aufgegangen. In der Nacht schon hatten Beamte neun junge Männer der rechten Szene dabei erwischt, wie sie Flugblätter verteilten und Aufkleber an Dachrinnen und Stromverteiler pappten. Die Aktion wurde unterbunden, die Aufkleber mit dem Konterfei der Nazi-Symbolfigur Horst Wessel entfernt.

Am Rathaus sollte der als "Mahnwache gegen Gewalt" titulierte Aufzug zunächst stattfinden. Im Internet und auf Wurfzetteln war zuvor die Nachricht verbreitet worden, die Neonazis kämen am Bahnhof an. Die Polizei bestärkte die Gegendemonstranten in dem Glauben, Beamte der Bereitschaftspolizei, augenfällig für den Einsatz gerüstet, postierten sich vor dem Bahnhof, am Marktplatz kreiste Blaulicht. Zu der Zeit kamen die Neonazis durch die Hintertür.

Auf Drängen von Polizei und Sicherheitsbehörden war der Veranstaltungsort ans Ende der Brückenstraße verlagert worden. Nach Fahrzeug- und Personenkontrolle wurden die 32 Neonazis in einem Polizeikordon geführt. 30 Meter entfernt postierte sich die etwa zehnfache Zahl von Gegendemonstranten - darunter Antifa-Aktivisten, Ochsenfurter Jugendliche und Schaulustige - abgetrennt durch einen Riegel junger Polizeibeamter. Bei einer Gegenkundgebung am Vormittag war dazu aufgerufen worden, den Neonazis keine Beachtung zu schenken.

Was dann geschah, glich dem Fanaufmarsch vor einem Bundesliga-Spiel: Wechselseitig im Chor gegrölte Parolen, Provokationen, blödsinnige Rituale, bis hin zum "Helau", mit dem einer der Rufer die Szene garnierte. Es war nicht die schlechteste Beschreibung, zumal einige Gegendemonstranten Tröten, Luftschlangen und Konfetti mitgebracht hatten.

Für die Gegenseite nicht hörbar und mehr, um sich selbst Mut zuzusprechen, verlasen die Rechten die Erklärung, die sie nachts schon als Flugblatt verteilen wollten. Von Kommunalpolitikern der "örtlich etablierten von CDU bis WASG/PDS" war darin die Rede und von der Verachtung von Gewalt. Dass er es mit der Gewaltfreiheit nicht ganz so genau nimmt, bewies einer der Rechten, als er einem Fotografen später Schläge androhte und von der Polizei zur Räson gebracht werden musste. Und dass es in Ochsenfurt weder Kommunalpolitiker der CDU noch der WASG/PDS gibt, scheint dem rechten Häufchen entgangen zu sein.

Knapp zwei Stunden lang zog sich der Spuk hin. Der Wunsch von Ochsenfurter Bürgern an die Polizei, die Gegendemonstranten doch einfach vors Rathaus zu bitten und die Neonazis alleine "mahnen" zu lassen, blieb unerfüllt. Die Situation sei dann viel schwieriger im Griff zu halten, erläuterte der Einsatzleiter der Polizei und Chef der Inspektion Würzburg-Ost, Walter Ehmann. Gegen 17 Uhr schließlich rollten die Rechten ihre Transparente ein, bestiegen unter Polizeischutz ihre Autos und gingen, wie sie gekommen waren. Die Gegenseite hatte sich bis dahin auf rund 50 verkleinert, die meisten von ihnen Ochsenfurter Jugendliche, von denen einige mit den jungen Polizisten ins Gespräch gekommen waren.

Was bleibt, ist die Statistik: Bei Vorkontrollen im Stadtgebiet untersuchte die Polizei 178 Personen auf verbotene Gegenstände. Mehrere breite Schals zur Vermummung, Silvesterböller und nietenbesetzte Handschuhe wurden vorsorglich sichergestellt. Fünf Männer, davon einer aus der rechten und vier aus der linken Szene, wurden für die Dauer der Veranstaltung in Gewahrsam genommen. Ein sechster durfte wieder gehen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass seine beiden Holzstöcke Sportgeräte sind und er gerade vom Training nach Hause gehen wollte.

Als Dienststelle mit besonderen Einsatzaufgaben stand die Polizeiaktion unter der Federführung der Inspektion Würzburg-Ost, hinzugezogen waren Kräfte der Kripo, der Bereitschaftspolizei und ein auf den Einsatz bei Demonstrationen spezialisiertes Unterstützungskommando. Über die genaue Zahl der Beamten gibt es keine Angaben. "Ausreichend", meinte Polizeisprecher Heinz Henneberger kurz und knapp."


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