Schilda - Streit

Verkehrsteilnehmer 25.10.2006 17:59 Themen: Atom
Die Auseinandersetzung darum, wo es lang geht im Wendland, wird in den Tagen vor dem Castor-Transport mit aller Verbissenheit geführt. Jetzt greifen die Ordnungshüter zum letzten Mittel: sie schrauben die Ortseingangsschilder einfach komplett ab.
Seit sich der Landkreis Lüchow-Dannenberg immer wieder im Zustand der Besatzung durch große Einheiten von Bundes- und Landespolizeien befindet, gibt es auch einen beharrlich geführten Streit um Schilder. Im Widerstand gegen die Atomanlagen haben viele Menschen ein Vorbild aus der tschechischen Geschichte aufgegriffen: als 1968 russische Panzer einrollten, um den "Prager Frühling" plattzurollen, griff die Bevölkerung zu Pinsel und Farbeimer und schwärzte alle Hinweisschilder. Die Besatzer, so die Absicht, sollten sich einfach nicht zurecht finden.

Gedacht, getan. Aber Polizei und Straßenmeisterei setzten ihren ganzen Eifer dagegen, um jederzeit und überall hübsch beschildert zu sein. So entwickelten sich die Bemühungen in steter Korrespondenz. Zunächst war es Teerfarbe, die zum Einsatz kam, nachdem einfacher Lack mit Lösemitteln abzuwaschen war. Abgelöst wurde die durch den einfacher zu handhabenden Unterbodenschutz. In den letzten Jahren haben sich mehr und die freundlicher wirkenden Plakate durchgesetzt. Die Kleberindustrie hat auf diesem Gebiet schöne Fortschritte erzielen können. Bauhofmitarbeiter und Wachtmeister haben reichlich zu knibbeln.

Offensichtlich geht den Hüterinnen und Hütern der öffentlichen Ordnung gerade die Geduld verloren. Sie schrauben die Schilder ab. Willkommen im Nirgendwo!
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Ergänzungen

Nett

tag x 25.10.2006 - 20:15
Nett, zugegeben. Allerdings sollte in Zeiten von GPS und totaler Überwachung das Schilderabschrauben keine Verwirrung mehr anrichten. Trotzdem nett.

Internationale Poster-Kampagne

Diet Simon 26.10.2006 - 02:39

schildbürger

schildbürger 26.10.2006 - 17:02
das ist kein rechtschreibfehler, sondern eine lustige doppeldeutigkeit, würde ich behaupten!
denn in schilda trieben die schildbürger lustigen schabernack, wenn ich die geschichte richtig in erinnerung habe. kleiner witz also...

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Klasse in Masse

Reincke 25.10.2006 - 21:20
Ich denke nicht das jede Karre der Besatzerinnen mit gps ausgestattet ist...und selbst wenn...dann würde mich das schon nerven vor jedem Ort den eigenen Standort zu kontrollieren.Und jedes Schild welches ersetzt oder wieder einsatzfähig gemacht werden muß,treibt die Kosten des Transportes in die höhe.
Es wird auch dieses Jahr wieder witzige Situationen geben, bei denen wir beobachten können, wie verpeilt die Roboter eigentlich sind.Und das sollten wir dann als Chance sehen diesen Zustand auszuweiten ;-) .

Bis denne

@tag x

Dein Name 25.10.2006 - 21:24
das macht schon sinn. nicht jede einsatzhundertschaft hat in ihrer wanne gps oder ähnlichen schnick schnack. in göttingen letztes jahr gabs bei den bullen auch verwirrung, weil in dem betreffenden stadtteil die strassenschilder unkenntlich gemacht wurden. war schon lustig anzusehen, wie z.b. die bfe´s aus schleswig-holstein über ihren mitgeführten stadtplänen verzweifelt sind. und im wendland gibt´s ab und zu auch mal erhöhtes barrikadenaufkommen. das kann dann alles schon sehr nervig für die damen und herren in grün/blau/schwarz werden...

schilder vertauscht

alte ideen recyclen 26.10.2006 - 02:14
Nur gut, dass die Schilder von der Polizei nicht vertauscht wurden. Sonst würden Touristen, in Vertrauen auf die Schilder gar nicht mehr auf ihr GPS-System schauen. Und was für eine Frequenz hatten die GPS Systeme nochmal?

ScchildA?!

qwertz 26.10.2006 - 15:35
Schon die Überschrift ist mit einem peinlichen Rechtschreibfehler versehen.
Desweiteren wird sich niemand verfahren, nur weil ihr Ortsschilder zuschmiert.

Wer im Glashaus sitzt,

sollte im Keller kacken. 27.10.2006 - 02:49
Die Idee mag ja noch so nett sein, aber verfehlt ihre Wirkung total.
Wie für die meisten Kollegen ist dieser Transport, wie auch für mich schon der 10te.
Da den Castor schon genug Beamte mitgemacht haben, brauchen wir kein GPS mehr.
Aber die meisten Demonstranten kennenn die komplette Strecke nicht, da werden diese es durch die
"Entschilderung" doch schon schwerer haben.
Also, wenn zu euren "Aktionen " keiner kommt, nicht wundern ! Da seit ihr dann wohl selber
schuld.
Schade eigentlich , weil wir asozialen rechtsradikalen dasgrungesetzmitfüßentretenden Anti-Demokraten ja eigentlich froh sind,
wenn wir wir die Demonstranten mit unseren Knüppeln und Sprays quälen konnen.
Naja, dann nekommen halt weniger Demonstranten, mehr auf die Fresse.
( So oder so ähnlich muss ich ja vorangegangenen Artikeln veranlagt sein, oder nicht ?)

*ggg*

bolle, der tolle 27.10.2006 - 07:17
...ein Polizist mit Lesekompetenz... Wie lang hat wohl die Schulung gedauert?

Schilder mitbringen !

indigener Metzinger 30.10.2006 - 23:22
Wir hätten hier gerne eine ganz spezielle Unterstützung: wenn Ihr zum Castor kommt, dann bringt doch bitte ein Schild mit. Die sind ja schließlich genormt.

Wir stellen uns das ganz gut vor: die Bullen kommen hierher aus Plön, Eutin oder St. Augustin am Rhein, und dann steht am Ortseingang: Plön. Oder Eutin. Oder St. Augustin. Von mir aus auch Köln, Bamberg, Aachen, Leipzig, Pirna, Magdeburg, Berlin, Schwerin Flensburg oder Passau. Gorleben ist überall.