Lichtenberg News Pt. 9

Antifa Hohenschönhausen 18.10.2006 23:51 Themen: Antifa
1)Rechtsextreme Kneipe "Kiste" musste schließen
2)Gewalttätiger Neonazi zu zwei Jahren Haft verurteilt
1)Rechtsextreme Kneipe "Kiste" musste schließen

Die rechtsexteme Kneipe "Kiste" im Lichtenberger Weilingkiez ist seit Anfang dieses Monats geschlossen. Der Besitzerin der Kneipe, Andrea Bode, wurde die Konzession entzogen.

Im näheren Umfeld der „Kiste“ kam es regelmäßig zu fremdenfeindlichen Übergriffen. So waren die migrantischen Betreiber mehrerer anliegender Geschäfte wiederholt Angriffen von Neonazis aus der Kiste ausgesetzt. Der Wirt der Kiste, Detlef Mirek, äußerte sich offen rechtsextremistisch und stand mehrfach vor Gericht. Er wurde im März 2006 wegen des Angriffes auf einen Kurden rechtskräftig zu einer Haftstrafe von 6 Monaten verurteilt. Zu den Stammgästen zählten auch die gewalttätigen Aktivisten der inzwischen verbotenen Kameradschaft Tor. Seit der Schließung der Kiste gingen Bedrohungen und Angriffe in der Umgebung merklich zurück. Den gewaltbereiten Neonazis wurde ein Anlaufpunkt genommen.

Die Schliessung ist klar auf die antifaschistische Kampagne „Hol dir den Kiez zurück“ zurückzuführen. Die Kampagne hatte mit diversen Veranstaltungen, Demonstrationen und Konzerten, die Stärkung alternativer Jugendkultur und die Zurückdrängung neonazistischer Hegemonie im Bezirk zum Ziel. Ein Hauptziel war dabei die Schliessung von Kneipen, die von Neonazis als Treffpunkte genutzt werden. Die mediale Öffentlichkeit, die durch die Kampagne erzielt wurde, veranlassen auch den Bezirk, sich klar gegen die Kneipe zu positionieren. Das das Gesundheits- und Gewerbeamt, das daraufhin die Kneipe besuchte, fand erhebliche Mängel, die zum Entzug der Konzession führten.

2)Gewalttätiger Neonazi zu zwei Jahren Haft verurteilt

Der Lichtenberger Neonazi Oliver Oeltze (seit letztem Herbst in Untersuchungshaft) wurde heute vor dem Potsdamer Amtsgericht zu einer Haftstrafe von 2 Jahren ohne Bewährung verurteilt.
Er hatte am 19.06.2005 aus einer Gruppe von 15 Neonazis in einer Potsdamer Straßenbahn zwei Männer angegriffen, weil einer ein Shirt mit der Aufschrift "Mein Freund ist Ausländer" trug. Dabei zerriss er das T-Shirt und schlug nacheinander den beiden Geschädigten mit der Faust ins Gesicht. Mindestens 4 weitere Berliner und Potsdamer Neonazis schlugen daraufhin auf die Beiden ein. Die Geschädigten kamen mit Gehirnerschütterungen, Prellungen und einem ausgeschlagenen Zahn davon. Die Neonazis wurden kurze Zeit später festgenommen.
Oeltze, der mit Handschellen vorgeführt wurde, zeigte keinerlei Reue und war nicht bereit, sich von der Neonazi-Szene zu lösen. Das Gericht sah ihn als Initiator und Haupttäter des Überfalls.
Oeltze wurde bereits Anfang des Jahres in einem ähnlichen Fall zu vier Jahren Haft verurteilt. Damals hatte er mit einer ähnlichen Gruppe aus einer Potsdamer Tram zwei vermeintlich Linke angegriffen und lebensgefährlich verletzt.

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Ergänzungen

Renovierung und dann...

Sitt 19.10.2006 - 14:55
Als Schüler des im Kiez-liegenden Kant-Gymnasiums erlaube ich mir ab und an mal nach der Schule an der Kiste vorbei zu laufen um die Lage zu checken. Bereits vor ein paar Tagen hörte ich das Gerücht bezüglich Schließung der Kiste und machte mich daraufhin mal wieder auf un sah mir die Gegebenheiten an.
An der Tür hängt ein Zettel, dass die Kiste ab dem 29.9.2006(könnte auch 28.9.gewesen sein) vorrübergehend wegen Renovierung geschlossen ist, was de facto bedeutet, dass in der Kiste diese Mängel behoben werden und es nur eine Frage der Zeit ist bis sich dort wieder Faschisten treffen können und ihre Strukturen "genießen" können.

Sehr amüsant ist auch der Anblick etlicher Anti-Antifa-Aufkleber welche anscheind mit dem top-styler-programm No.1 "Microsoft Word" angefertigt werden!

In diesem Sinne: Weitlingstraße einreissen! Nazis unterm Schutt begraben!

Olli gaaaanz alleine...

auge 19.10.2006 - 20:09
Geil war auch anzusehen, dass Nazis jedem im Stich lassen, wenn sich die Chance bietet. Oeltze saß ganz alleine im Gerichtssaal und erfuhr natürlich keine Unterstützung durch irgendwen. So ist sie halt die vielbeschworene "Kameradschaft" bei den Neonazis - kein Zehlecke, kein Glaser (warum wohl), kein Wünsche, kein Wild, keine Witassek fand den Weg in den Gerichtssaal...

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