Fotoreihe G8: Flüchtlinge in Melilla, Spanien
Im Oktober 2005 stürmten tausende von Migranten und Flüchtlingen gemeinsam die Grenzzäune der spanischen Exklaven Ceuta und Mellila. Zur Erinnerung an die Ereignisse findet am 7. Oktober 2006 der dritte, diesmal internationale Aktionstag für Bewegungsfreiheit und die Rechte von MigrantInnen statt. Zeitgleich in über 50 Städten, von Athen bis London, von Warschau bis Malaga, werden tausende Menschen gegen das europäische Migrationsregime auf die Straße gehen. Aus diesem Anlass zeigt Umbruch eine Fotoserie von José Palazón Osma, die 2005 in Melilla entstand.
Als im Oktober 2005 Tausende von Migranten und Flüchtlingen gemeinsam die Grenzzäune der spanischen Exklaven Ceuta und Mellila stürmten, gelangten die Forderungen nach Bewegungsfreiheit und gleichen Rechten unmissverständlich an die Öffentlichkeit - wenigstens für kurze Zeit. Die unmenschlichen Reaktionen, die tödlichen Schüsse und die Massendeportationen in die Wüste spiegelten die Eskalation des Konfliktes und die Krise des europäischen Migrationsregimes wider.
Seit die EU 1992 für alle afrikanischen Länder die Visumspflicht eingeführt hat, gibt es so gut wie keine legale Einreisemöglichkeit mehr nach Europa. Seitdem kommen Menschen vor allem aus den Sahel-Ländern nach Marokko, um in der Hoffnung auf Zuflucht oder Arbeit von hier aus ohne Papiere nach Europa zu gelangen. Sie leben in billigen Hotels in Tanger oder Casablanca oder in den Wäldern um Ceuta und Melilla.
Unter dem Druck Spaniens und der EU, den Transit für die illegale Einreise nach Europa zu unterbinden, zerstörten marokkanische Sicherheitskräfte seit Ende 2004 die Camps der Flüchtlinge in den Wäldern, machten Razzien im ganzen Land mit vielen Verhaftungen und Deportationen in die grenznahen Wüstengebiete der Nachbarländer. Außerdem hatte die spanische Regierung für 2005 die Erhöhung der Grenzanlage auf sechs Meter angekündigt.
Wer den Razzien und Deportationen entgehen wollte, musste also die letzte Chance nutzen. In die Enge getrieben entschieden die Migranten, in großen Gruppen mit bis zu 500 Personen die Grenze zu erstürmen, damit wenigstens einige spanischen Boden erreichen und so nach Europa gelangen konnten.
Die Kinderrechtsorganisation PRODEIN (Asociación Pro Derecho de la Infancia) unterstützt marokkanische Straßenkinder, die in Melilla leben. Der Sprecher der Organisation, José Palazón Osma, ist seit Jahren mit seiner Kamera dabei, wenn es zu Übergriffen oder Misshandlungen kommt, um zu dokumentieren und durch Öffentlichkeit Schutz zu bieten. So auch bei den Ereignissen am Grenzzaun und in den marokkanischen Wäldern rund um Melilla. José stellte Umbruch die Bilder zur Verfügung, die begleitenden Texte schrieb Beate Selders. Die Bildgalerie könnt ihr euch ansehen unter
http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/melilla.html
Weitere Informationen:
Aufruf und weitere Informationen zum 3. internationalen Aktionstag für Bewegungsfreiheit und Rechte von MigrantInnen unter http://www.noborder.org/(englisch)
Aufruf in Deutsch:
http://www.fluechtlingsrat-hamburg.de/content/Aufruf_071006_deutsch.pdf
Der Film "Choque de Civilisaciones", mit dem PRODEIN die Ereignisse in Melilla 2005 dokumentierte, ist in der deutschen Fassung bei Autofocus zu beziehen. Website: http://www.videowerkstatt.de/
Seit die EU 1992 für alle afrikanischen Länder die Visumspflicht eingeführt hat, gibt es so gut wie keine legale Einreisemöglichkeit mehr nach Europa. Seitdem kommen Menschen vor allem aus den Sahel-Ländern nach Marokko, um in der Hoffnung auf Zuflucht oder Arbeit von hier aus ohne Papiere nach Europa zu gelangen. Sie leben in billigen Hotels in Tanger oder Casablanca oder in den Wäldern um Ceuta und Melilla.
Unter dem Druck Spaniens und der EU, den Transit für die illegale Einreise nach Europa zu unterbinden, zerstörten marokkanische Sicherheitskräfte seit Ende 2004 die Camps der Flüchtlinge in den Wäldern, machten Razzien im ganzen Land mit vielen Verhaftungen und Deportationen in die grenznahen Wüstengebiete der Nachbarländer. Außerdem hatte die spanische Regierung für 2005 die Erhöhung der Grenzanlage auf sechs Meter angekündigt.
Wer den Razzien und Deportationen entgehen wollte, musste also die letzte Chance nutzen. In die Enge getrieben entschieden die Migranten, in großen Gruppen mit bis zu 500 Personen die Grenze zu erstürmen, damit wenigstens einige spanischen Boden erreichen und so nach Europa gelangen konnten.
Die Kinderrechtsorganisation PRODEIN (Asociación Pro Derecho de la Infancia) unterstützt marokkanische Straßenkinder, die in Melilla leben. Der Sprecher der Organisation, José Palazón Osma, ist seit Jahren mit seiner Kamera dabei, wenn es zu Übergriffen oder Misshandlungen kommt, um zu dokumentieren und durch Öffentlichkeit Schutz zu bieten. So auch bei den Ereignissen am Grenzzaun und in den marokkanischen Wäldern rund um Melilla. José stellte Umbruch die Bilder zur Verfügung, die begleitenden Texte schrieb Beate Selders. Die Bildgalerie könnt ihr euch ansehen unter
http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/melilla.html
Weitere Informationen:
Aufruf und weitere Informationen zum 3. internationalen Aktionstag für Bewegungsfreiheit und Rechte von MigrantInnen unter http://www.noborder.org/(englisch)
Aufruf in Deutsch:
http://www.fluechtlingsrat-hamburg.de/content/Aufruf_071006_deutsch.pdf
Der Film "Choque de Civilisaciones", mit dem PRODEIN die Ereignisse in Melilla 2005 dokumentierte, ist in der deutschen Fassung bei Autofocus zu beziehen. Website: http://www.videowerkstatt.de/
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen