Black Community gegen Rassistischem Denkmal

black communitys friends 26.09.2006 12:38 Themen: Antirassismus
Das Bezirksamt Hamburg-Wandsbek hat ein Denkmal zur Ehrung eines Mannes
aufgestellt, der mit der Massenentführung, Verschleppung, Vergewaltigung, Massendeportation, Menschenhandel, Völkermord, und Versklavung von Schwarzen Menschen einst zum reichsten Mann Europas geworden ist: Graf Heinrich Carl von Schimmelmann (1724-1782).
Am Nachmittag des 25.09.06 versammelten sich im so genannten Puvogel-Garten am Wandsbeker Markt, Hamburg ca. 100 Menschen, um gegen die Aufstellung einer Bronzebüste von Heinrich Carl von Schimmelmann zu protestieren (1724-1782). Aufgerufen hatte die Black Community gemeinsam mit anderen Initiativen, um sich kritisch gegen eine Verherrlichung des Geschäftsmannes zu positionieren, der einen beträchtlichen Teil seines Reichtums durch Sklavenhandel erwirtschaftet hatte. Seit die Kultursenatorin Karin von Welck und der Wandsbeker Bezirksamtleiter Gerhard Fuchs die Plastik der Öffentlichkeit übergaben, ist es von Seiten der GAL und inzwischen auch der SPD zu starker Kritik gekommen. VertreterInnen der Black Community forderten während der Protestaktion die Entfernung der rassistischen Plastik und eine öffentliche Entschuldigung. Symbolisch verhängten sie die Statue mit einer Mülltüte. Solange Schimmelmann in Wandsbek bleibt, wird die Community ihre Proteste fortsetzen.
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BLACK COMMUNITY IN HAMBURG

Aufruf zum Protest gegen das Denkmal für einen Rassisten, Entführer,
Versklaver und Mörder von Schwarzen Menschen

Liebe Schwestern und Brüder,

Das Bezirksamt Hamburg-Wandsbek hat ein Denkmal zur Ehrung eines Mannes
aufgestellt, der mit der Massenentführung, Verschleppung, Vergewaltigung,
Massendeportation, Menschenhandel, Völkermord, und Versklavung von
Schwarzen Menschen einst zum reichsten Mann Europas geworden ist: dieser
rassistische Verbrecher hieß Graf Heinrich Carl von Schimmelmann
(1724-1782). Mit diesen kriminellen Machenschaften und seinem blutigen
Vermögen trug er zum Wohlstand Wandsbeks, Hamburgs, Deutschlands und
Europas bei und gründete zahlreiche wohltätige und karitative
Einrichtungen und Projekte zu Gunsten seiner weißen Mitbürger.

Der Black Community in Deutschland verurteilt auf schärfste dieses
rassistische Denkmal und fordert seinen sofortigen Abriss. Denn,
eigentlich sollte Deutschland die Erinnerung an eine barbarische Gestalt
wie Graf von Schimmelmann zum Anlass nehmen, sich mit ihrer
verbrecherischen Vergangenheit auseinander zu setzen, und Reparationen und
Wiedergutmachung an Afrika und der Schwarzen Diaspora zu bezahlen wegen
ihrer kolonialen, Nazi- und neokolonialen Verbrechen an Schwarzen
Menschen.
Einen Menschenhändler, Versklaver und Massenmörder zu ehren ist nichts
anderes als Verharmlosung, Revisionismus und Negationismus, und das stellt
wiederum eine rassistische Diskriminierung, Beleidigung, Verächtung und
Missachtung der Würde von Schwarzen Menschen in Hamburg, Deutschland und
weltweit dar.

Daher fordern wir den sofortigen Abriss dieses rassistischen Denkmals!

Wir fordern eine offizielle, öffentliche Entschuldigung des Bezirksamts
Wandsbek und der Hansestadt Hamburg bei der Black Community in Hamburg!

Darüber hinaus fordern wir die deutsche Wirtschaft, Kirchen, und Landes- und
Bundesregierungen auf, sich für ihre kolonialen, Nazi- und neokolonialen
Verbrechen an Schwarzen Menschen offiziell bei der Black Community in
Deutschland zu entschuldigen sowie Reparationen und Wiedergutmachungen an
Afrika und die Schwarze Diaspora zu zahlen!

MitveranstalterInnen: AG-REPARATIONEN u. AG-PANAFRIKANISMUS/AFRIKAS
BEFREIUNG der Black Community in Deutschland, SOS-Struggles Of Students,
ARA-African Refugees Association, BSO-Black Students Organisation,
Quilombo Brasil-Radio Mamaterra, Colour Music, AYACSA e.V.-African-German
Youth Arts, Culture & Science Association, Refugees Emancipation-RE, Women
in Exile, The Voice Refugee Forum, Brandenburger
Flüchtlingsinitiative-BFI, ADEFRA e.V.-Schwarze Frauen in Deutschland,
ISD-Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, Pan African Women
Liberation Organization (PAWLO--Germany), mit der Unterstützung von:
Afrikanische Studentenunion-ASU, SFC-Schwarze Frauen Community in
Österreich, PAMOJA-Movement of Young African Diaspora in Österreich
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Ergänzungen

Ob ein Denkmal das Denken im öffenlichen Raum

fördert? 26.09.2006 - 13:18
In der Öffentlichkeit gibt es nur Affirmation: Es dreht es zuerst den Magen um, aber als zweiten Schritt die Gedanken:

"Heinrich Carl von Schimmelmann Preis" für Förderer der Migration

Heinrich Carl von Schimmelmann
 http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Carl_von_Schimmelmann

Atlantischer Dreieckshandel
 http://de.wikipedia.org/wiki/Atlantischer_Dreieckshandel

Sklavenhalter- und Händler

bleibt mein Name 26.09.2006 - 14:30
@Tom: der Einfachheit halber zitiere ich mal aus der Hamburger Morgenpost:


"[...]Zu Lebzeiten war Schimmelmann nicht nur Förderer Wandsbeks, sondern ein brutaler Sklavenhändler.

Der umtriebige Geschäftsmann kannte kein Erbarmen. Mehr als 1000 Sklaven schufteten unter grausamsten Bedingungen auf seinen Plantagen. Wer auf dem Feld nicht schnell genug war, bekam die Peitsche zu spüren. Das Ziel: maximale Gewinne. Ob durch Krankheit oder Überlastung - viele zollten der Folter Tribut. Ständig musste neu importiert und gekauft werden.

Schimmelmann war nicht irgendein Sklavenhalter. Er verfügte über mehr Sklaven als irgendein anderer dänischer Plantagenbesitzer. International gehörte er zu den bedeutendsten Nutznießern des wahnwitzigen Handels. Seine Leibeigenen brandmarkte er mit einem in ein Herz gefasstes "S" - es prangte auf der Brust, der Schulter oder dem Oberschenkel. Wurden die Sklaven weiterverkauft, folgte das nächste Brandzeichen. Schmerzen? Die Weißen kümmerte es nicht. Man beruhigte sich damit, dass die Sklaven eine lederartige und unempfindliche Haut hätten. Eine Flucht von der Plantage wurde hart bestraft.

Nicht nur aus ökonomischen Gründen holte man Schwarze auch nach Europa, sondern auch aus reinem Luxus. Man wollte Eindruck schinden und sein Prestige heben. Schimmelmann gefiel es, mit seinem Reichtum zu prahlen. "Den großen Mann spielen, von den eigenen Leuten und von den Hamburgern bewundert werden, das liebte Schimmelmann", schreibt Christian Degn in "Die Schimmelmanns im atlantischen Dreieckshandel."

[...]"

Quelle:  http://archiv.mopo.de/archiv/2006/20060923/hamburg/panorama/streit_um_das_schimmelmann_denkmal.html


Anbei noch ein Bild von dem Schild, dass die offizielle Version seines Lebenslauf wiedergibt und dabei Sklaven völlig wertfrei in einer Reihe mit Handelsgütern wie Baumwolle oder Zuckerrohr nennt.

Leihgabe der Wandbeker IMTECH GmbH

bleibt mein Name 27.09.2006 - 17:25
Das Denkmal ist eine Leihgabe der Wandsbeker IMTECH GmbH ( http://www.imtech.de/).

Die offizielle Bekanntgabe der Kulturbehörde hierzu:

"[...]

Dabei stellen die übergroßen Bronze-Köpfe – eine Leihgabe der in Wandsbek ansässigen IMTECH GmbH an den Bezirk – drei der bedeutendsten Bewohner des Wandsbeker Schlosses dar: Graf Heinrich Rantzau, Baron Heinrich Carl von Schimmelmann und den berühmten Astronom Tycho Brahe.

Diese Leihgabe ist die „Revanche“ für eine dauerhafte Leihgabe des Bezirksamtes Wandsbek an die IMTECH GmbH: Die Originale der Löwenskulpturen, die ursprünglich die Zufahrt zum Wandsbeker Schloss zierten, haben in der großzügigen Eingangshalle der IMTECH GmbH an der Hammer Straße einen neuen, witterungsgeschützten Platz gefunden.

[...]"
Quelle:  http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/kulturbehoerde/denkmalschutz/neue-skulpturen-wandsbek.html

Ahnengalerie Schimmelmann

Ahnenforscher 28.09.2006 - 01:19
Wer sind eigentlich Schimmelmanns Erben?

"...Fünf seiner Kinder brachte er in Adelsfamilien unter..."


Schimmelmann, Heinrich Carl (Demmin 1724 - Kopenhagen 1782, begraben in Hamburg-Wandsbek).Graf, Großkaufmann, Finanzminister. Er gründete sein Vermögen als Heereslieferant Friedrichs des Großen von Preußen und Generalpächter der sächsischen Zölle. Er war sowohl Kriegsspekulant als auch Parvenu, aber eben auch ein Finanzgenie. Man sagte, dass alles was er anfasste, zu Gold wurde. Unter den europäischen Höfen, die ihn an sich binden wollten, siegte der dänische Hof. In Ahrensburg und Wandsbek hatte er schon Herrensitze eingerichtet, ehe er 1761 in Kopenhagen das Berckentinsche Palais (Odd Fellow-Palæ) kaufte und umbaute. Dänemark war für ihn attraktiv wegen seiner Tropenkolonien. Als neuer Finanzminister war er erfinderisch im Auftreiben von Finanzmitteln. Seine Politik war nicht merkantilistisch, er setzte sich auch für landwirtschaftliche Reformen ein. Der dänische Walfang reizte ihn besonders als Investitionsobjekt. Schimmelmann wurde noch reicher durch den Kauf der königlichen Zuckerplantagen in Westindien und durch die Übernahme der staatlichen Zuckerfabrik und der Gewehrfabrik. Zudem war er Großaktionär der Asiatischen und der Westindisch-Guinesischen Kompanie. Seine Aktivitäten im In- und Ausland hingen immer zusammen, so dass Produktion, Handel und Kapitalbeschaffung bei ihm zusammen liefen. Als Politiker und als Unternehmer, privat und staatlich konnte er sozusagen mit sich selber verhandeln. Trotz Loyalität gegen den Staat war er auf eigenen Vorteil aus. Selbst Struensee behielt ihn im Amt. Fünf seiner Kinder brachte er in Adelsfamilien unter. Er wurde Ritter des Elefantenordens, Graf und Mitglied der holsteinischen Ritterschaft durch den Besitz von Ahrensburg, wo er normalerweise wohnte. Nur im Winter hielt sich die Familie Schimmelmann in der Bredgade auf.

Schimmelmann, Heinrich Ernst (Dresden 1747 - Kopenhagen 1831), Graf , Unternehmer, Finanzminister. Sohn von Heinrich Sch. Verheiratet mit Reichsgräfin Emilie Rantzau in Ahrensburg, in zweiter Ehe mit Charlotte Schubart. Bruder von Julie Sch., verh. Reventlow. Von seinem Vater zum Nachfolger als Finanzminister bestimmt. Auf eine große europäische Studienreise geschickt. wo er alle aktuellen Philosophen und Schriftstller seiner Zeit las. 1767 kam er zurück, lernte Dänisch und begann als Verwalter der Gewehrfabrik seines Vaters in Hellebæk. Dann kamen verschiedene Posten in der Finanz- und Wirtschaftsverwaltung. Obwohl er finanziellen und wirtschaftlichen Verstand besaß, fehlte ihm der Machtwillen seines Vaters, um sich durchzusetzen. 1784 wurde er Finanzminister. Er profitierte aber in seiner Amtszeit von der Neutralitätspolitik des Staates durch seinen privaten Kolonialhandel. Er wandte sich gegen inflationäre Politik und wünschte für das Land eine unabhängige Nationalbank. Eine Zollreform, eine Auslandskonsulatsverfassung und Liberalisierungen sind sein Werk. Mit A.P. Bernstorff und Chr.D. Reventlow kam er gut aus. Erst nach Bernstoffs Tod und der Machtübernahme des Kronprinzen brach seine Politik zusammen. Den Staatsbankrott hat die öffentliche Meinung ihm angelastet und nicht dem König, und 1813 trat er zurück Aber als Außenminister bekam er 1824 - 1831 ein Comeback. Mit den von seinem Vater geerbten Plantagen und der Zuckerfabrik auf Christianshavn, mit der Gewehrfabrik und einer Papierfabrik sowie einer Kupfermühle war er der reichste Bürger Dänemarks. Selber Besitzer von Sklaven schaffte er den Sklavenhandel 1792 ab, doch nicht die Sklaverei. Er war ein großzügiger Mäzen und Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt. Nach dem Tode seiner Frau ging es bergab mit ihm, auch wirtschaftlich. Seine Ehen waren kinderlos. Als Mensch war er zuvorkommend, pragmatisch und freundlich. Als Politiker waren Kompromisse natürlich für ihn, z. B. gegenüber den Flensburger und Kopenhagener Seehandelshäusern. Begraben in der St. Petri-Grabkapelle. Eine Straße in Gentofte ist nach ihm benannt
 http://www.tyskforlaget.dk/SpurenBiografie.html

"...Und es gab große deutsche Sklavenhändler. Allen voran die in den Schlössern Ahrensburg und Wandsbeck residierende Familie Schimmelmann. Heinrich Carl Schimmelmann, Heereslieferant Friedrichs des Großen, nutzte die kriegsbedingte Geldnot Dänemarks aus und erwarb 1763 die königlich dänischen Zuckerrohrplantagen auf St. Croix, St. Thomas und St. Jan. Er wies seinen Statthalter Lobeck an, für deren Betrieb „die erforderlichen Neger anzukaufen“. Er errichtete in Ahrensburg Kattun- und Branntweinfabriken. Hier produzierte er das, was er in Afrika für Sklaven eintauschen konnte und was ihn so befähigte, an dem von großen europäischen Unternehmern, v.a. Schiffsreedern und Bankiers, ersonnen Dreieckshandel zwischen Europa, Afrika und Amerika teilzunehmen. Er konnte von allen drei Phasen des Sklavenhandels profitieren, als Fabrikant aus dem Absatz von Branntwein und Waffen in Afrika, als Sklavenhändler aus dem Ankauf und Verkauf von Afrikanerinnen und Afrikanern und als Plantagenbesitzer aus der Arbeit der Sklaven und dem Verkauf von Zucker in Europa. St. Thomas wurde unter seiner Regie zum Hautumschlagplatz für afrikanische Sklaven in der Karibik, zugleich war er in seiner Zeit einer der größten Sklavenhalter. Als während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges die anderen europäischen Nationen keine Sklaven lieferten, konnte er als Teil des neutralen Dänemarks sein Sklavengeschäft auch in die Kolonien der anderen europäischen Mächte ausdehnen. Deshalb, so schrieb er, müsse das Unternehmen „beständig einigen Vorrat an Negern auf einer wohlfeil zu kaufenden Plantage vorrätig gehalten werden.“ Aufhängen, Hände oder Beine amputieren, Schläge, Folter mit glühenden Zangen, das waren einige der Maßnahmen des drakonischen Strafregiments (allerdings nicht nur) in den dänischen Besitzungen gegen Sklaven, die flohen oder Widerstand leisteten..."
Quelle:  http://www.blackandwhite-schwarzundweiss.de/10437.html

Eine möglicherweise interesseante Literaturquelle:
Degn, Christian: Die Schimmelmanns im atlantischen Dreieckshandel
Gewinn und Gewissen. Neumünster, Karl Wachholtz, 1974
(8), 599 S. Mit zahlr. tls. farb. Abb. im Text u. a. Taf., sowie Tab., Diagr. u. 1 Stammtaf. Kl.-4to. OLn.
Die Schimmelmanns besaßen die wertvollsten Plantagen in Dänisch-Westindien mit 1000 Sklaven; damit rangierten sie als Sklavenhalter in der internationalen Spitzenklasse. Sie besaßen die größte Zuckerfabrik u. die einzige Gewehrfabrik im dänischen Gesamtstaat, ferner eigene Schiffe u. in Massen Aktien der großen Handelskompanien; sie hatten riesige Güter mit Hunderten von Leibeigenen, mit Schnapsbrennereien u. Kattunfabriken. Der ältere Schimmelmann forcierte den Sklavenhandel, der jüngere, Bewunderer u. Mäzen Schillers, hat das Verdienst, daß Dänemark als erste Macht ein Sklavenhandelsverbot erließ (Klappentext). - Gutes Exemplar ca. 40 Euro;-
 http://www.zvab.com

traurig und wütend

unwichtig 02.10.2006 - 12:38
Gut dass es eine Demo gegen dieses neue Mahnmal gab. Danke an alle Organistor_Innen. Ein wichtiger Grund das Denkmal nicht einfach selbst abzureißen - was später nach einer Skandalisierung und Thematisierung ja immernoch erfolgen kann - kann mensch hier in diesem Diskussionsforum sehen. Nämlich die immernoch mangelhaft Auseinandersetzung mit der deutschen und europäischen Kolonialgeschichte und den Kontinuitäten die sich bis in die Gegenwart ziehen.
Nur weil mensch etwas nicht selbst und persönlich gemacht hat, kann er dennoch von den Folgen profitieren, kann sich sein Reichtum und auch seine gegenwärtige Position darauf stützen.
Die typische Abwehrhaltung- Ich hatte damit doch garnichts zutun. Nur weil ich Weiß bin soll ich jetzt? Ich bin doch sogar viel später geboren? - die hier im Forum vorgetragen wird ärgert mich ziemlich.
Wir leben in einer rassistisch strukturierten Gesellschaft in der immernoch Schwarze und People of Color benachteiligt, diskriminiert und tätlich angegriffen werden. Und in der Weiße bestimmte Privelgien besitzen. (erleichterte Wohnungssuche, "bessere" Jobs, Anerkennung auf den ersten Blick, etc.) Die Kolonialzeit hat nicht einfach aufgehört und sich in Luft aufgelöst, sondern sie hat Spuren in dieser Gesellschaft hinterlassen. Und dem ist Rechnung zu tragen!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 13 Kommentare

Präzise

Tom 26.09.2006 - 13:31
Wäre schön, wenn man mal ein paar Hintergründe erfahren könnte. Was genau hat dieser Typ, dem man da ein Denkmal gesetzt hat, denn getan? Leider kann ich außer allgemeinen Floskeln in dem Artikel dazu nix finden.

Weg damit!

mis collegas 26.09.2006 - 21:33
Wieso einen Abriss fordern?
D.I.Y

Rassistischen Konsens brechen - ob in Köpfen oder Denkmäler

egal

frank 27.09.2006 - 03:13
eh egal..so hässlich wie das "denkmal" is

Da fragt man sich...

Warhead 27.09.2006 - 03:34
...was bei dieser Kultursenatorin vorgeht,und natürlich in den Köpfen der zuständigen Amtmänner und Frauen.
Und man fragt sich wer das Ganze in Auftrag gegeben hat,so ein Vorgang ist doch kein Selbstläufer,da steht doch meistens eine Initiative hinter.

Wikipedia geändert

Leser 27.09.2006 - 09:38
Ein Benutzer "SchimmelZwei" hat alle Hinweise auf den Sklavenhandel am 27. September um 00:41 aus dem Wikipediaartikel entfernt. Ob das ein Zufall ist?

@leser

aufgepasst 27.09.2006 - 11:08
um genau die zeit hat hier auch n nazi versucht zu spammen... so sind se halt, können geschichtliche wahrheit nicht ertragen

Nieder mit den Deutschen Kreuzrittern !

Boom 27.09.2006 - 13:34
Sehr gut von der Black Community (mehr davon), was Hamburg bzw. Deutschland da so macht darf nicht verschwiegen werden so wie es immer gemacht wird.
Die Kreuzritter dürfen ihren Geist nicht neu sähen.
Böses in der Vergangenheit lassen und nicht vergessen.

It´s time to show Love and Peace and Truth to the World !

mal anders

betrachtet 27.09.2006 - 19:06
warum sollten wir jetzt reparationen an die black community zahlen, für taten die knapp 300 jahre her sind? das geld könnte man jetzt viel besser für antira. und antifa. projekte benutzen. nich immer gleich nach kohle schreien...ich bin doch jetz auch nich für verbrechen der nazis verantwortlich nur weil ich in deutschland geboren bin und weiße haut habe!? zumindest hab ich keinen bock mich ewig dafür rechtfertigen zu müssen..
wie schon von vorrednern erwähnt, das teil einfach selber entfernen (is auch billiger ;-))

nazis und rassisten aufs maul
prost

Ausgleich für bestehende Verhältnisse!

bleibt mein Name 27.09.2006 - 20:03
@betrachtet:

Erläutern wir das mal am vorliegenden Beispiel:

Auf der hiesigen Seite gibt es relativ hohen Wohlstand, der sich zu einem Teil auf der Ausbeutung von Sklaven begründet. Gerade in den Ausführungen der Befürworter dieses Denkmals wird ja immer betont, wie viel gutes Schimmelmann für den Stadtteil getan hat - auch die Formulierung, er habe viel in den Stadtteil "investiert" ist da gefallen. Nun hat der Mann einen guten Teil seines Kapitals mit Sklavenhaltung und -handel erwirtschaftet.
Folglich beruht ein Teil des heutigen hiesigen Wohlstandes auf der Ausbeutung von Sklaven.

Auf der anderen Seite leben viele direkte Nachkommen der ausgebeuteten Sklaven in großer Armut. Verhältnisse, deren Ursache in der Sklaverei und den darauf folgenden Ausbeutungsformen liegt.

Es wurde also auf der einen Seite Wohlstand geerbt, der auf der Ausbeutung anderer beruht - deren Erben wiederum leben auch heute noch aufgrund dieser Ausbeutung in Armut.
-> Höchste Zeit, das auszugleichen!

Die Revanche??

Warhead 27.09.2006 - 20:27
Ich würde es eher als einen besonders sardonischen Racheakt werten

schöne demo, schöner artikel

ein mensch 28.09.2006 - 20:58
schöne demo, schöner artikel

die mehrzahl an demo-berichten zeigen nur irgendwelche vermummten bzw. anonymisierten leute - bei denen könnten genausogut schaufensterpuppen stehen. hier sind es stattdessen menschen. menschen, die gesicht zeigen. menschen, die mut beweisen. mensche, die für ihre (unterstützenswerte) sache auch wirklich einstehen.

bei diesem artikel merke ich, was mir an vielen anderen fehlt. mehr davon.

Reparationen

Linker 30.09.2006 - 16:16

Darüber hinaus fordern wir die deutsche Wirtschaft, Kirchen, und Landes- und
Bundesregierungen auf, sich für ihre kolonialen, Nazi- und neokolonialen
Verbrechen an Schwarzen Menschen offiziell bei der Black Community in
Deutschland zu entschuldigen sowie Reparationen und Wiedergutmachungen an
Afrika und die Schwarze Diaspora zu zahlen!

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Von mir aus kann dieses Denkmal abgerissen werden. Der Typ war ein mieser Rassist, und es gibt keinen Grund solche Verbrecher zu ehren.
Aber was für Reperaturen sollen gezahlt werden ?
Es kann niemals Entschädigung von jemand verlangt werden der mit einer Tat nichts zu tun hat.
Erstmal folgendes:
Das Geld der Bundesregierung ist unser aller Geld. Es sind UNSERE Steuergelder von denen ihr da redet.
Wieso soll ICH Entschädigung für etwas zahlen was ich gar nicht gemacht habe ?
Hab ich eine Zuckerrohr-Plantage bei mir im Garten ?
Schuften dort meine schwarzen Sklaven ?
Hab ich Juden vergast ?
Nein - Nein - Nein
Wofür soll ich dann zahlen ?

Reparationen 2

Linker 30.09.2006 - 16:36
Es wurde also auf der einen Seite Wohlstand geerbt, der auf der Ausbeutung anderer beruht - deren Erben wiederum leben auch heute noch aufgrund dieser Ausbeutung in Armut.
-> Höchste Zeit, das auszugleichen!


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Da können wir aber nichts mehr dafür.
Die Römer haben auch Sklaven gehalten, und fast ganz Europa beherrscht.
Darf der Freistaat Bayern (ehemals römische Provinz "Raetia") jetzt Reperationsforderungen an Italien stellen, als Ausgleich für die römische Besetzung ?
Müssen wir uns alle schuldig fühlen weil unsere Vorfahren den Neandertaler verdrängt haben ?
Übrigens: Viele afrikanische Stämme haben sich in den vergangenen Jahrhunderten auch gegenseitig abgeschlachtet.
Genau wie auch Indianerstämme gegeneinander Krieg geführt haben.
Da können wir Deutschen nix dafür. Das liegt in der Natur des Menschen.