Berlin: Teilräumung der Brunnen183 verhindert

Sympathisant 20.09.2006 13:51 Themen: Freiräume
Die befürchtete Teilräumung der Brunnen183 konnte verhindert werden. Die Reinigungsfirma einigte sich mit den MieterInnen, zwei Bezirkspolitikern und der 22.Hundertschaft darauf, Hausmüll wegzutragen.
Etwa 40 UnterstützerInnen fanden sich heute in der Brunnen183 zum Frühstück ein. Grund war eine Email, welche die BewohnerInnen des Hauses indirekt erreicht hatte. In dieser Email erteilt der Hausbesitzer und Passauer Arzt Dr. Manfred Kronawitter der Reinigungsfirma ALBA den Auftrag, Teile des Gebäudes zu beräumen, und erfragt vom Bezirksamt Unterstützung. Das Bezirksamt verweigerte die Unterstützung und setzt weiter auf Verhandlung mit einer einvernehmlichen Lösung. Die MieterInnen der Brunnen183 selbst wurden in keinster Weise vorab informiert, nicht einmal über Aushänge im Haus.
 http://www.de.indymedia.org/2006/09/157443.shtml
Hintergrund ist, dass Kronawitter die MieterInnen nicht anerkennt und auch Mietzahlungen nicht entgegennimmt, die deshalb auf ein Sperrkonto überwiesen werden. Der Versuch der MieterInnen, das Haus selbst zu erwerben, wurde von der Bank sabotiert: ein Tag vor der öffentlichen Versteigerung verkaufte sie das Haus hinter dem Rücken der MieterInnen an Kronawitter. www.brunnen183.de
Die 22.Hundertschaft der Polizei, die sich über die Jahre einen gewissen Ruf innerhalb Berlins erprügelt hat, war heute seit 7 Uhr früh vor Ort, die Situation war kritisch.

Als die offenbar von ALBA engagierte Reinigungsfirma CSB zwei Mann stark anrückte, um den BewohnerInnen und UnterstützerInnen die bevorstehende Teil-Räumung mitzuteilen, erhielten sie die einfache Antwort "Wir wurden im vorhinein nicht informiert, das akzeptieren wir nicht." Die etwas ratlosen Männer setzten nach:"Das ist Ihr Problem, dass Sie mit dem Besitzer zu klären haben, wir haben hier einen Auftrag erhalten." "Stellen Sie sich doch mal vor, wir würden morgen in Ihrer Wohnung anfangen, Ihr Hab und Gut wegzutragen. Dagegen würden Sie sich doch auch wehren oder nicht? Wir akzeptieren das nicht.", kam es zurück.
Die Männer der Reinigungsfirma wollten sich nun mit der Polizei absprechen. Mittlerweile waren auch Frank Bertermann, Fraktionsvorsitzende r der Grünen im Bezirk, sowie Markus Pauzenberger, SPD Bezirkspolitiker, der drei Tage zuvor als Direktkandidat für den Wahlkreis in den Berliner Landtag gewählt worden war, eingetroffen. Im weiteren Verlauf der Gespräche mit der Polizei stellten sie sich klar auf die Seite der BewohnerInnen. Eine Einigung wurde erzielt: die Reinigungsfirma würde alles aus dem Haus räumen, was die MieterInnen als Müll deklarierten, bezahlt von Kronawitter. Soviel Service wünscht mensch sich auch von anderen EigentümerInnen von Hausprojekten. "Dit Kapital muss ja nicht immer gewinnen", kommentierte ein Mann der Reinigungsfirma das Geschehen.
Die Hundertschaft beendete ihren Einsatz, die BewohnerInnen frühstückten mit den UnterstützerInnen in der Morgensonne und die Reinigungsfirma konnte einem bezahlten Auftrag nachgehen. "Ich erinner mich ja noch an die Mainzer Str. Wie dit da jetz aussieht - dit is ja alles veryuppt.", setzte der Mann der Reinigungsfirma nach. Und gab am Telefon durch:" Wir demontieren hier nichts."

ps: am Rande tauchte ein etwa 40-jähriger Mann auf, der mit den Männern der Reinigungsfirma sprach und sehr nach einem Anwalt aussah: hoch gewachsen, grauer Anzug mit Krawatte, smarte Brille, schwarze Haare kurzgeschnitten, schwarze Lackschuhe. Ein Foto gibt es leider nicht, identifiziert wurde er auch nicht. Seine Rolle ist unklar, hier ist jedoch sein Autokennzeichen: silberner Volvo-Kombi V40 B-KK-8438.

Brunnen183 mit Umsonstladen bleibt! Solidarität mit allen anderen bedrohten Projekten im Universum!
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Ergänzungen

sehr schön

Sitt 20.09.2006 - 15:21
Schon allein wegen den Aussagen des Reinigungsmannes als durchaus gelungener Tag zu werten. weiß man hintergründe zu dieser person? vielleicht ehem. in der szene gewesen oder so?

wenn das hausprojekt brunnenstr.183 geräumt wird, sollte es durchaus mal unerwarteten besuch vor der nahegelegenen polizeistation geben.
in diesem sinne: feuer und flamme den abschiebebehörden!

HÄUSERKAMPF Aktuell + Geschichte

(muss ausgefüllt werden) 20.09.2006 - 20:57
HÄUSERKAMPF BERLIN AKTUELL:

 http://www.brunnen183.de/
MORGEN: Räumung in der Brunnenstr. 183 (B)
 http://de.indymedia.org/2006/09/157443.shtml

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weitere Hausprojekte mit Stress
"Zwei Häuser ein Problem"
 http://www.scheinschlag.de/archiv/2006/06_2006/texte/04.html
 http://tuntenhaus-berlin.de/
 http://tuntenhaus-berlin.de/?Aktionen:24.9._Demo%3A_abgesagt

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R78 - Berliner Hausprojekt wird versteigert
 http://de.indymedia.org/2006/09/157485.shtml

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Begehungstermin in der Rigaer 94 (Berlin)
von r 94 - 26.08.2006 22:00
 http://germany.indymedia.org/2006/08/155883.shtml

Neues von der Rigaer 94 (Berlin)...
von r94 - 24.08.2006 13:17
 http://germany.indymedia.org/2006/08/155762.shtml

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HÄUSERKAMPF AKTUELL INTERNATIONAL

Kopenhagen
Eines der ältesten und größten selbstverwalteten autonomen Zentren Europas, das Ungdomhuset

(Jugendhaus) in Kopenhagen ist massiv von Räumung bedroht.
Es wird vom 22.-24. September 2006 ein Aktionswochenende mit einer Internationalen Großdemo am 23. September 2006 geben.
 http://www.red-skins.de/wrash/content/view/5408/2/
 http://www.altemeierei.de/tiki-read_article.php?articleId=733
 http://www.altemeierei.de/tiki-gallery.php?include=view_album.php&set_albumName=action
 http://www.altemeierei.de/tiki-gallery.php?set_albumName=20060923&include=view_album.php
 http://www.antifa.de/cms/content/view/414/32/

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HÄUSERKAMPF GESCHICHTE

PROGRAMM HINWEIS:
FEATURE 26.09.2006 · 19:15 Uhr
Das war unser Haus
Wie die Hausbesetzer Berlin reformierten
Von Peter Kessen
Am 8. Dezember 1971 erlebten die Zuhörer im Audimax der Berliner Technischen Universität die Geburt eines Pop-Mythos: Die Band "Ton Steine Scherben" forderte dazu auf, das leerstehende Bethanien-Haus in Kreuzberg zu besetzen.
 http://www.dradio.de/dlf/sendungen/feature/532812/

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HAMBURG HAFENSTRASSE

DER TAZ RECHTE UND PIM FORTYN APOLOGET, JAN FEDDERSEN INTERVIEWT
DEN NATIONALLIBERALEN SPDler Klaus von Dohnanyi
brennpunkt 3
"Etepetete war ich da nie"
Klaus von Dohnanyi, einst Bürgermeister Hamburgs, erinnert sich gut und gern an den Zoff um die besetzte Hafenstraße
INTERVIEW JAN FEDDERSEN
 http://www.taz.de/pt/2006/09/15/a0222.1/text

brennpunkt 3
Chronologie des Widerstands
 http://www.taz.de/pt/2006/09/15/a0220.1/text

brennpunkt 3
KLAUS VON DOHNANYI
 http://www.taz.de/pt/2006/09/15/a0221.1/text

Häuserkampf Nachtrag

(muss ausgefüllt werden) 20.09.2006 - 21:10

Die taz einen Tag später

Zeitungsleser 21.09.2006 - 03:47
Das schreibt die taz am Tag nach der Entrümpelung:

Haus vor Räumung
Früh auf für umsonst

Die Stadt war noch im Halbschlaf, als sich vor dem Umsonstladen in der Brunnenstraße 183 am Mittwochmorgen um acht Uhr schon zwei Dutzend Menschen versammelt hatten. Die Bewohner des Hauses reichten Kaffee (natürlich für umsonst), Lokalpolitiker von SPD und Grünen hatten sich unter das Volk gemischt. Drei Polizisten unterhielten sich am Straßenrand. Eigentlich ein gemütliches Stelldichein mitten in Berlin. Doch sie alle warteten an diesem Morgen auf den ersten Räumungstrupp und damit auf den Anfang vom Ende ihres Hausprojektes.

Der neue Eigentümer Manfred Kronawitter hatte die Räumung angekündigt. Der Passauer Arzt möchte den vierstöckigen Altbau in der Brunnenstraße in Mitte seniorengerecht umbauen und sanieren. Seit 1990 ist das Haus allerdings besetzt, und mittlerweile haben hier rund 25 Menschen ihr Zuhause gefunden. In dem Bau befindet sich auch der Umsonstladen, in dem bewusst auf Geld verzichtet und nur getauscht wird.

Schon öfter mussten die Bewohner um die Zukunft ihres Hauses bangen. Die Verständigung zwischen Kronawitter, der das Haus im Januar erworben hat, und den alten Mietern gestaltete sich jedes Mal schwierig. Auch diesmal informierte Kronawitter die Polizei über die Aktion, die Bewohner allerdings nicht. Erst durch eine E-Mail der beauftragten Firma am Dienstagnachmittag erfuhren sie davon.

Am gestrigen Morgen nun rückte statt einer Räumungsmannschaft ein Berliner Müllentsorgungsunternehmen an, das lediglich die öffentlich zugänglichen Flächen freimachen sollte. Da standen sie nun aufgereiht: Hausbewohner, Freunde, Polizei und Müllmänner in blauer Montur. Alle waren etwas ratlos, die Bewohner in Alarmbereitschaft. Mit dabei auch Markus Pauzenberger (SPD) und Frank Bertermann (Grüne), die sich schon früher für den Umsonstladen ausgesprochen hatten. Selbst Klaus Wowereit hatte den Laden im Wahlkampf besucht und moralische Unterstützung zugesichert.

Kronawitter selbst ließ sich am gestrigen Morgen nicht blicken, und so einigten sich Entsorgungsunternehmen und die Hausbewohner darauf, dass nur von den Bewohnern als Müll gekennzeichnete Dinge entsorgt würden. Ins Haus durften die Müllmänner nicht. Man habe befürchtet, dass "die Wohnungen ausgeräumt werden", so der Sprecher der Bewohner. Doch das Unternehmen kooperierte sogar: "Wir demontieren hier nichts." Man wolle den Auftrag, den Hof zu räumen, nur so gut wie möglich ausführen, so ein Angestellter. Die Polizei sicherte die Abräumarbeiten.

Die Bewohner fürchten aber weitere Nadelstiche durch den Eigentümer. Sie wollen "einfach nur hier wohnen bleiben". Man rechne mit noch mehr unangekündigten Aktionen sowie Räumungsklagen. Dagegen wollen auch SPD und Grüne in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ein Zeichen setzen. Per Beschluss hatten sie bereits das Bezirksamt ersucht, sich für den Erhalt des Hausprojektes einzusetzen.

Wird das Projekt nun zur Arena für einen Kampf zwischen den Parteien? Denn auch Kronawitter weiß Politiker hinter sich. Die Kanzlei von Ingo Schmitt, dem Landesvorsitzenden der CDU Berlin, und Stefan Häntsch, einem BVV-Mitglied für die CDU in Charlottenburg-Wilmersdorf, vertritt ihn im Fall Brunnenstraße. Die Wahl ist zwar vorüber, das Kopf-an-Kopf-Rennen der Parteien jedoch nicht. Wer gewinnt, wird sich frühestens im Oktober zeigen. Dann soll das Thema Hausprojekt in der BVV Mitte zur Sprache kommen. Dies kündigten jedenfalls SPD und Grüne an. Elisabeth Rank

taz Berlin lokal Nr. 8080 vom 21.9.2006, Seite 28, 112 TAZ-Bericht Elisabeth Rank

bezahlte Journaillie - (Form versus Inhalt)

(muss ausgefüllt werden) 21.09.2006 - 04:57
Qualitätsjournalismus ?

Elisabeth Rank schreibt `nen Artikel und hat null Ahnung, bezüglich dem Umsonstladenprinzip, sonst hätte sie nicht von "Tauschen" geschrieben.

Sie representiert damit den dominanten Teil der konformen, oberflächlichen Mehrheitsgesellschaft, die das Konzept und den Anspruch der
Umsonst-Ökonomie kaum kennen und zumeist angeblich keine oder wenig Zeit bzw Lust haben, sich damit zu beschäftigen.

Nen Artikel kriegt sie ja trotzdem zusammengefuscht.

Genau wie 2004 ihr TAZ Kollege Felix Lee, der früher oder später wie die
Tornow`s, Fehrle`s, Widmann`s und wie sie alle heißen Von der TAZ zur FAZ, Welt, Spiegel etc wechseln und dort ihr bürgerliches Auskommen finden werden.

zu Felix Lee:

Hybride Identitäten
von Umsonstladen-Kollektiv Berlin - 11.01.2004 19:59
LINKES JOURNALISTISCHES HANDELN ZWISCHEN VERWERTUNGSZWÄNGEN UND EIGENVERANTWORTUNG
 http://de.indymedia.org//2004/01/71643.shtml


zur Umsonst Ökonomie:
 http://de.anarchopedia.org/index.php/Umsonstökonomie
 http://www.projektwerkstatt.de/alternative/selbstorga_mix.html
 http://www.autoorganisation.org/mediawiki/index.php/Anders_Leben/Anders_wirtschaften/Umsonstökonomie
 http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kulturzeit/lesezeit/73106/index.html
 http://www.umsonstladen.info/


Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Firma CSB — Danke

Verquere Logik — 4. Fragezeichen

Taz-Soli — Zeitungsleser

@Zeitungsleser — (muss ausgefüllt werden)

sorry für die vielen Rechtschreibfehler — (muss ausgefüllt werden)

Ab ins Graue — Warhead