7 Wasserwerfer auf 300m

R. Itual 10.09.2006 03:48
"Riiituuuaalee, Riituuaalee!" wäre ein passender Schlachtruf gewesen. Auch in diesem Jahr kam es am Abend des Schanzenviertelfestes in Hamburg zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Es war das gleiche Bild wie in den letzten Jahren. Nach Einbruch der Dunkelheit werden ein paar Müllreste des Schanzenviertelfestes auf dem Schulterblatt gesammelt und angezündet. Die Polizei wartet nur darauf und ist sofort (diesmal auch vor Abpfiff des Spiels St. Pauli vs. Bayern München) mit mehreren Hundertschaften und Wasserwerfern vor Ort. Durchsagen, Feuer löschen, Flaschenwürfe, Wasser marsch und schon stürmen die Polizeieinheiten das Schulterblatt herunter. Und das mit einem Viertel der Leute, die letztes Jahr auf dem Schulterblatt rumlungerten.
Weil es so gut geklappt hat, macht die Polizei das gleiche wie im letzten Jahr und sperrt das Schulterblatt mit Gittern ab. Innerhalb der Absperrung stehen sieben Wasserwerfer und wachsame Polizisten (dieses Jahr auch aus Bremen). Außerhalb der Absperrung spazierten Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE). Ab und zu werden Leute Fest- oder in Gewahrsam genommen. Flaschenwürfe haben Wasserwerfereinsätze zur Folge. In den umliegenden Straßen brennen mehrere Müllcontainer um die sich zwei weitere Wasserwerfer und die Feuerwehr kümmert.
Gegen 1 Uhr kommt die Stadtreinigung um den Müll zu beseitigen und langsam dünnt auch die Menschenmenge auf der Straße aus.
Bis zum nächsten Jahr ...
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Ergänzungen

Großer Polizeieinsatz im Hamburger Schanzenvi

abschreiber 10.09.2006 - 04:02
Hamburg (dpa/lno) - Unter Einsatz von Wasserwerfern waren in der Nacht zum Samstag mehrere hundert Polizisten gegen randalierende Demonstranten im Hamburger Schanzenviertel im Einsatz. Nach Polizeiangaben wurden Feuer auf der Straße entzündet und Beamte mit Flaschen und anderen Gegenständen beworfen. Wie jedes Jahr fand am Samstag in dem Viertel das so genannte «Schanzenfest» statt. Gegen Abend schlug das friedliche, bunte Straßenfest in eine Protestaktion der linken Szene um. Die Beamten nahmen rund 20 Personen fest.

Flora Park

ich 10.09.2006 - 05:18
Der Florapark wurde um ca. 2 Uhr komplett abgeriegelt, und die Bullen versuchten mit schwerem Gerät hineinzukommen. Dazu mußte ein Pfosten weggeflext werden.

Peinliches Ende der autonomen Linken

Hansi Hinterseer 10.09.2006 - 08:53
Das ist mal wieder typisch, um des militanten Anspruch willens wird ein Fest der Verschiedenartigkeit mal wieder von ein paar Dumpfbacken verhunzt, und ob das schon nicht genug ist - auch der Willkürlichkeit im Viertel der linken 'Szene' Tür und Tor geöffnet für Festnahmen, die nicht hätten sein müssen....Was ist den aus dem Anspruch geworden, überall Scharmützel zu gestalten als immer wieder vor der Flora den 'militanten Hengst' raushängen zu lassen - würde mich nicht wundern, wenn dafür einige bezahlt wurden à la Agent Provokateur: P.E.I.N.L.I.C.H. für die Statistik!

apropos bezahlung

bilbo 10.09.2006 - 11:36
es sollen wohl mehrere Zivis (ca. 30 stück) in teilw. punker sowie automaten kluft sich gesammelt haben und dann den park gestürmt haben....
weiss jemand dazu näheres?

wäre ja schliesslich nicht das erste mal das es provokateure gibt...
siehe erster mai berlin.....

vorallem...was tun gegen sowas?

Aufruf an die Linke in HH

hh 10.09.2006 - 11:59
Vielleicht sollten die linken Gruppen in Hamburg (Flora-zusammenhänge, Antifa-Strukturen, Avanti, FAU und was es sonst noch gibt) mal einen Aufruf veröffentlichen, in dem deutlich wird, das dieser Schwachsinn nach dem Schanzenfest nichts mit linker Politik oder einer autonomen Lebenseinstellung zu tun hat.
Da toben sich nur besoffene, randale-orinentierte Macker aus.

Schanzenfest

Heyerdahl 10.09.2006 - 12:11
Die Randalierer kommen von überall her. Nur nicht aus unserem Viertel. Wer die Aktionen für politisch hält, soll sie für politisch halten. Fakt ist, daß wir den Bullen und dem Senat einen Bärendienst erweisen.

Ho che

Nu ma locker bleiben

viva la schanzenfest 10.09.2006 - 13:32
das schanzenfest ist gut so wie es ist. alle freuen sich, die piazzakneipen machen einen umsatz wie das ganze jahr nicht, die flohmarkt stände verkaufen ordentlich, die linken freuen sich dass sie viele leute auf die straße bekommen und abends randale machen dürfen und die bullen freuen sich das sie ihre zukünftigen monstereinsätze rechtfertigen können. alle sind zufrieden, nur ein paar nörgler/innen auf indymedia wieder nicht. natürlich sind die nächtlichen krawalle nicht politisch, aber sie sind ein spaß für jedermensch.

POL-HH: 060910-3. Ausschreitungen nach nicht

c+p 10.09.2006 - 14:21
0.09.2006 - 12:55 Uhr

Hamburg (ots) - Tatzeit: 09.09.2006, 23:00 Uhr bis 10.09.2006,
02:50 Uhr
Tatort: Hamburg- Altona-Altstadt/ St.Pauli, Schanzenviertel,

Im Anschluss an eine nicht angemeldete Veranstaltung im Bereich
des Schanzenviertels ist es in den gestrigen Abendstunden am
Schulterblatt zu Ausschreitungen gekommen. Mehrere Personen
errichteten Barrikaden auf der Fahrbahn und entzündeten Kleinfeuer.
Einschreitende Polizeibeamte wurden massiv mit Flaschen und anderen
Gegenständen beworfen.

Für den Samstag lagen Hinweise vor, dass wie bereits im Vorjahr,
ein nicht angemeldetes Straßenfest im Schanzenviertel stattfinden
würde. Es wurden ca. 350 Stände eines Flohmarktes und eine Bühne vor
dem Portal der "Roten Flora" aufgebaut. Im Veranstaltungsbereich
hielten sich im Laufe des Tages ca. 7.000 bis 8.000 Besucher auf.
Bis 22:00 Uhr war das Besucheraufkommen auf ca. 1.500 Personen
zurückgegangen. Das Fest verlief weitgehend friedlich.

Parallel fand um 20:00 Uhr im Millerntorstadion das erste
Hauptrundenspiel des DFB-Pokals der Saison 2006/2007 zwischen dem FC
St. Pauli und dem FC Bayern München statt.
Auf dem Spielbudenplatz verfolgten ca. 1.000 Personen die
Spielübertragung via Großleinwand. Insgesamt herrschte eine
friedliche Grundstimmung.

Nach Spielende, ab ca. 23:00 Uhr, wurden von unbekannten Personen
vor der "Roten Flora" diverse Kleinfeuer aus Unrat, Teilen von
Bauzäunen und sonstigen brennbaren Gegenständen entzündet. Im
Schulterblatt und am Neuen Pferdemarkt wurden Hindernisse aus
Müllcontainern, Bauzäunen und anderen Materialien errichtet.
Im weiteren Verlauf wurden an unterschiedlichen Stellen immer wieder
Kleinfeuer entzündet und Blockaden errichtet.

Die Polizeibeamten setzten Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die
Störer ein. Dabei wurden die einschreitenden Polizeibeamten mit
massiven Flaschenwürfen, auch von Hausdächern herunter, attackiert.

Gegen 02:30 Uhr beruhigte sich die Lage. Um 02:50 Uhr konnten alle
Fahrbahnen nach Beseitigung des Brandschutts durch die Stadtreinigung
für den Fahrzeugverkehr wieder freigegeben werden.

Insgesamt wurden 29 Personen vorläufig festgenommen, ferner
erfolgten acht Ingewahrsamnahmen.
Die Polizei setzte im Zusammenhang mit dem Fußballspiel und dem
Schanzenviertelfest insgesamt 973 Beamte ein.

Sy.

Bullensicht

gast 10.09.2006 - 14:30
POL-HH: 060910-3. Ausschreitungen nach nicht angemeldeter Veranstaltung im Schanzenviertel

10.09.2006 - 12:55 Uhr, Polizei Hamburg [Pressemappe]
Hamburg (ots) - Tatzeit: 09.09.2006, 23:00 Uhr bis 10.09.2006,
02:50 Uhr
Tatort: Hamburg- Altona-Altstadt/ St.Pauli, Schanzenviertel,

Im Anschluss an eine nicht angemeldete Veranstaltung im Bereich
des Schanzenviertels ist es in den gestrigen Abendstunden am
Schulterblatt zu Ausschreitungen gekommen. Mehrere Personen
errichteten Barrikaden auf der Fahrbahn und entzündeten Kleinfeuer.
Einschreitende Polizeibeamte wurden massiv mit Flaschen und anderen
Gegenständen beworfen.

Für den Samstag lagen Hinweise vor, dass wie bereits im Vorjahr,
ein nicht angemeldetes Straßenfest im Schanzenviertel stattfinden
würde. Es wurden ca. 350 Stände eines Flohmarktes und eine Bühne vor
dem Portal der "Roten Flora" aufgebaut. Im Veranstaltungsbereich
hielten sich im Laufe des Tages ca. 7.000 bis 8.000 Besucher auf.
Bis 22:00 Uhr war das Besucheraufkommen auf ca. 1.500 Personen
zurückgegangen. Das Fest verlief weitgehend friedlich.

Parallel fand um 20:00 Uhr im Millerntorstadion das erste
Hauptrundenspiel des DFB-Pokals der Saison 2006/2007 zwischen dem FC
St. Pauli und dem FC Bayern München statt.
Auf dem Spielbudenplatz verfolgten ca. 1.000 Personen die
Spielübertragung via Großleinwand. Insgesamt herrschte eine
friedliche Grundstimmung.

Nach Spielende, ab ca. 23:00 Uhr, wurden von unbekannten Personen
vor der "Roten Flora" diverse Kleinfeuer aus Unrat, Teilen von
Bauzäunen und sonstigen brennbaren Gegenständen entzündet. Im
Schulterblatt und am Neuen Pferdemarkt wurden Hindernisse aus
Müllcontainern, Bauzäunen und anderen Materialien errichtet.
Im weiteren Verlauf wurden an unterschiedlichen Stellen immer wieder
Kleinfeuer entzündet und Blockaden errichtet.

Die Polizeibeamten setzten Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die
Störer ein. Dabei wurden die einschreitenden Polizeibeamten mit
massiven Flaschenwürfen, auch von Hausdächern herunter, attackiert.

Gegen 02:30 Uhr beruhigte sich die Lage. Um 02:50 Uhr konnten alle
Fahrbahnen nach Beseitigung des Brandschutts durch die Stadtreinigung
für den Fahrzeugverkehr wieder freigegeben werden.

Insgesamt wurden 29 Personen vorläufig festgenommen, ferner
erfolgten acht Ingewahrsamnahmen.
Die Polizei setzte im Zusammenhang mit dem Fußballspiel und dem
Schanzenviertelfest insgesamt 973 Beamte ein.

Sy.

erst reden

dann denken 10.09.2006 - 14:42
nur noch mal so um die reinfolge mal aus meine sicht zu schildern
erst strassenfest mit langweilige bands und flohmarkt
dann wars irgendwann dunkel und ein (grosses)feuer wurde entfacht
wo die zivis die es sich bis dahin in ihrem auto gemütlich gemacht hatten sichtlich erfreute, ein abspergitter würde noch queer über die strasse gestellt, und für ein paar minute gabs es 2 ketten schwarz vermumten davor, aber die zogen dann wieder ab als es nach ein paar minuten noch keinen gegner gab. ein paar minuten später dann kamen die cops, die sofort mit 3 wasserwerfer das feuer löschten, einmal an die flora vorbei fuhren, worauf es dann vereinzelte flaschenwürfe gab. 2 weitere wasserwerfer kamen stelte sich schulterblatt ecke suzannenstrasse und nach und nach trafen noch mehr cops ein, die dann ein paar leute verhafteten, oder in gewahrsam nahmen.
ziemlich langweilig und gegen 3 sind sie dann wieder abgezogen.
ach ja in der zwischenzeit, also zwischen eintreffen und abzug gabs dann immer wieder mal ein wenig gerangel und ab und zu ne fliegende flasche.
aber eigentlich nicht erwähnenswert

@dann denken

... 10.09.2006 - 16:23
Ich bin kein Freund dieses Rituals, aber bis ca 1 Uhr gab es immer wieder Auseinandesretzungen. Auf der Piazza gab es Rangeleien, flogen Altglas und Sitzgarnituren durch die Gegend. In den Seitenstraßen loderten neue Feuer. Im Flora Park dauerte die Auseinandersetzung bis ca. 2 Uhr an. Steinwürfe, Wasserwerfereinsatz, Steinwürfe, Wasserwerfereinsatz, Steinwürfe, Wasserwerfereinsatz,.... ist zwar nach ner Stunde nicht mehr besonders aufregend, aber es sollte dennnoch als Widerstandsakt wahrgenommen werden. Die Polizei fand ich zum Teil entspannt, zum Teil aber sehr heftig drauf. Deine coole Überheblichkeit im Sinne von "war ja gar nix los" stört mich. Zumindest läßt sich aus so einer Schilderung der Ereignisse keine Grundlage herstellen für eine inhaltliche Diskussion und kritische Bewertung.

Eskalationstaktik..

Blumen für die Polizeifahrzeuge 10.09.2006 - 17:45
Das Schanzenfest hat in diesem Jahr wieder großartiggeklappt. Massig Leute, massig Stände, alles einfach so gemacht. Und am Ende war wieder das Abschlussfeuer.

Soweit nicht weiter dramatisch. Gabs nen anderen Weg.

Aber es gibt natürlich auch Menschen, für die Recht und Ordung herschen muss. Und wenns dann um die Ecke auch mal brennt, dann bombadieren wir halt den Irak. Ups, kein guter Vergleich, ziemlich unpassend ehrlich gesagt.

Hätte sich die Polizei darauf beschränkt nur dazu sein und erstmal weiter nix zu tuen, dann hätte der Abend sicher für alle wesentlich entspannter ausgehen können. Wenn es dann welche gibt die meinen ich hab Lust mich mit Bullen zu prügeln, sollen sie es in den Nebenstraßen machen und sich zumindest ein WENIG organisieren, das gestern war echt peinlich (klein Feuer fr die Polizei, Barri für die anderen sollte alles sagen).

Das gestern war nur ein rumgespiele. Übrigens von Polizei (keine 3 Warnungen, sondern einfach Wasser marsch) als auch den anderen (jedes Kind sollte wissen, dass hier nicht nur die werfen, die "böse" angezogen sind).

ach leude

peter pannsen und die krupp ganoven 10.09.2006 - 20:00
wie immer waren zivis da, die mal mehr mal weniger verkleidet sind, aber im grunde erkennt man die schon auf langer bahn. die gruppen die was machen kennen sich. wenn dann plötzlich so'n großer mob von 'menschen' auftaucht ist für alle klar dass das zivis sind. so einfach ist das und das ist nicht erst seit ein paar monaten so. da können sich die zivis von mir aus alle mit hassis schmücken, aber das wäre dann nur ein lacher auf unserer seite mehr. :)

das lustige an dieser zivi-agent-provo-sache ist ja, dass die normalo-bullen die nicht erkennen. so wurden gestern auch mal wieder ein paar zivis von ihren kollegen vermobt. und schließlich kann auch die vermeintlich ach so kluge p-schicht nicht immer aufpassen und wegrennen...und leude ich sach euch: in der dunkelheit passieren die merkwürdigsten dinge...:)

in diesem sinne: ob schwarz, blau, grün oder braun - bullen auf die (na ihr wisst schon) haun! nie wieder deutschland!

Dumme Kinderstreiche

Fierek 10.09.2006 - 20:47
...kleine Ergänzung: Auch nach dem Anzünden des Feuers war die Polizei noch recht entspannt. Das war unseren feuerlegendenden Klappskallis aber nicht recht, daher wurde nochmal ordentlich Brennmaterial nachgelegt - die Polizisten mussten doch zu motivieren sein...

Danke an die Vollspackos von der Feuerfraktion: Ohne Euch hätts noch ein paar Stunden lang ein echt nettes Fest werden können.

Ritual hin oder her

.... 10.09.2006 - 21:01
die Stimmung war eigentlich friedlich und super bis die Bullen kamen. Klar absolut übertrieben mit 7 Wasserwerfern aufzufahren wegen einem Straßenfeuer. Wäre eigentlich nicht nötig gewesen aber das Feuer auf der Straße (wo die Leute eigentlich einfach nur rumstanden und ab und zu was draufgeschmissen haben) ist halt ein Symbol von Unkontrollierbarkeit und auch Freiheit und soviel Randale wars eigentlich gar nicht. Es sind ein paar Flaschen geflogen usw. aber die Leute sind auch schnell zurückgewichen (was angesichts von den Wasserwerfern auch klug war). Von daher weiß ich gar nicht was sich hier manche Leute so aufregen. Das Fest vorher hat super funktioniert und ein Straßenfeuer hat n total unverhältnismäßigen Polizeieinsatz provoziert sodass die staunenden "Börgers" die am Rande standen mal Bullen in Aktion erleben konnten und nun mal mitgekommen haben für welch nichtige Sachen in unser repräsentativen Demokratie z.B. die Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird (Gitter rund um die Flora) um die totale Kontrolle wieder zu erlangen.

Man mag das Ritual blöd finden, es hat auch nicht große politische Ziele gehabt aber ein temporärer Ausbruch aus der Ordnung war es und damit hat das Schanzenfest und die nächtliche Käbbelei mit den Bullen durchaus einen Sinn

@frager

xyz 10.09.2006 - 22:17
Also so weit ich weiß sind die Bullen nicht in die Flora rein gekommen. Jedenfalls nicht vor 2:00 Uhr. Mir wurde gesagt davor hätten sie zu viel respekt dort rein zu kommen oder so. Naja jedenfalls war man quasi in der Flora gefangen. Wir konnten nicht mehr raus, weil direkt vor der Tür dieser blöde Wasserwerfer stand.

Sowieso komische Aktion gestern und vor allem es ist jedes Jahr das selbe. Was genau will man damit eigentlich bewirken?

guantanamo

taz copypaste 11.09.2006 - 02:21



Schanzenfest-Krawalle
Guantánamo für Anfänger
An dieser Stelle hätte etwas von albernen Ritualen stehen können. Von einem Schanzenfest, das aus Gründen der politischen Folklore nicht angemeldet wird. Dessen politischer Charakter mittlerweile so sehr verblasst ist, dass sich die Organisatoren am Fetisch der Illegalität festhalten, weil die Distanzierung vom übermächtigen Schanzenkommerz sonst kaum hinzukriegen ist.


Kommentar
von Jan Kahlcke

Und von ein paar zu spät geborenen Möchtegern-Autonomen, für die ein Schanzenfest ohne Spielen mit dem Feuer kein richtiges Fest ist, genauso wie der Kreuzberger 1. Mai ohne Krawalle kein 1. Mai ist. Dass das heute nicht das Thema ist, verdankt sich allein der Hamburger Polizei.

Äußerlich defensiv, hat sie das Schanzenfest-Ritual dieses Mal auf eine neue Eskalationsstufe gehoben: Gefangene mit Masken und Augenbinden orientierungslos herumliegen zu lassen ist nicht nur unnötig, sondern es verstößt gegen Menschenrecht und -würde. Das gilt für Flaschenwerfer und Barrikadenbauer mindestens ebenso wie für in Afghanistan aufgegriffene "enemy combattants". Die Hamburger Polizei hat offensichtlich ihre Lektion aus Guantánamo gelernt. Leider die falsche. Bevor Angela Merkel George Bush zur Ordnung ruft, sollte sie vielleicht erst einmal ihre Hamburger Parteifreunde wieder einfangen.

taz Nord vom 11.9.2006, S. 24, 47 Z. (Kommentar), Jan Kahlcke

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guantanamo in hamburg?

more taz copy and paste 11.09.2006 - 02:24



Bürgerkriegsszenario am Boulevard
Nach dem Schanzenfest und der Pokalpartie im benachbarten Millerntor-Stadion kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und Polizei. 37 Menschen landeten im Gewahrsam oder wurden vorläufig festgenommen
Es ist ein skurriles Bild, dass sich da im Schanzenviertel bietet. Die Tische der Kneipen des "Schulterblatt-Boulevard" sind in dieser Spätsommernacht voll besetzt, es herrscht mediterrane Atmosphäre bei Cocktail, Bier und Wein.


Der Blick auf die gegenüberliegende Straßenseite aber erinnert an ein Bürgerkriegsszenario: Monströse Wasserwerfer sind aufgefahren, direkt am Boulevard versperren Gitter und eine dichte Polizeikette Passanten den Weg. Nächtliche Heimkehrer müssen weite Umwege in Kauf nehmen, um nach Hause zu kommen, immer wieder werden Passanten unvermittelt von den Wasserwerfern ins Visier genommen. Es ist die Nacht von Samstag auf Sonntag, die Nacht nach dem Schanzenfest, die alljährliche Nacht der Scharmützel zwischen Punks und Autonomen mit der Polizei. Am Ende stehen 29 vorläufige Festnahmen und acht Ingewahrsamnahmen.

Das Schanzenviertel-Fest war zuvor friedlich verlaufen. 10.000 Besucher hatten sich tagsüber durch Schulterblatt, Susannen- und Bartelsstraße an rund 350 Anwohnerständen vorbeigedrängt, Trödel erstanden und Kebabs, Caipirinhas oder Crêpes konsumiert. Entgegen zuvor kursierenden Gerüchten hatte die Polizei nicht versucht, den Aufbau des unangemeldeten Fests zu verhindern.

Nach Einbruch der Dunkelheit aber ändert sich die Szenerie grundlegend. Nach Polizeiangaben wurden gegen 23 Uhr "von unbekannten Personen vor der Roten Flora diverse Kleinfeuer aus Unrat, Teilen von Bauzäunen und sonstigen brennbaren Gegenständen entzündet" und Barrikaden errichtet.

Die Polizei, in dieser Nacht mit 1.000 Beamten zwischen Reeperbahn, Millerntor und Schanzenviertel im Einsatz, ist sofort massiv vor Ort. Schlagstöcke werden eingesetzt, Wasserwerfer verrichten ihr Geschäft, auf der anderen Seite werden Beamte mit Flaschen, die nach Polizeiangaben auch von Häuserdächern herunterflogen, attackiert.

Mehrere Menschen werden von der Polizei gefangen genommen, gefesselt und nach übereinstimmenden Zeugenaussagen mit über ihre Köpfe gestreiften Masken und sichtverdunkelnden Brillen orientierungslos gemacht. Sie werden nach Passanten-Berichten teilweise über eine Stunde so liegen gelassen, bevor sie eingesammelt und auf diverse Wachen verteilt werden.

Auch nachdem die Auseinandersetzungen beendet sind, bleiben Teile des Neuen Pferdemarkts und des Schulterblatts noch stundenlang abgesperrt - immer wieder kommt es zu wortreichen Auseinandersetzungen zwischen Beamten und Quartiersbewohnern, denen der Zugang zu ihren Wohnungen verwehrt wird, während die Wagen der Stadtreinigung im Polizeikessel den auf dem Schulterblatt aufgetürmten Unrat entfernen.

Einen gerade vom Bezirksamt am Eingang des Floraparks montierten Stahlpoller, der Fahrzeugen das Parken verwehren soll, lässt die Polizei absägen, um dort einen ihrer Wasserwerfer zu platzieren, der verhindern soll, dass Besucher einer Party in der Roten Flora ihr Ziel erreichen.

Kurz vor drei Uhr ist der Spuk vorbei. Das juristische Nachspiel der Schanzen-Scharmützel aber wird in den nächsten Tagen erst beginnen. MARCO CARINI

taz Nord vom 11.9.2006, S. 24, 123 Z. (TAZ-Bericht), MARCO CARINI

Gefangene

Brutalsmöglicher Aufklärer 11.09.2006 - 10:55
Nun ist aus gutunterrichteten Kreisen zu erfahren, daß Gefangene Masken übergestreift worden sind und diese Stunden auf dem Asphalt liegen mußten. Dazu wurde bekannt, daß diese Gefangenen Minderjährige gewesen sein sollen. Das müßte doch reichen, den Innenminister ans Messer zu liefern. Also alle die Gefangen genommen worden sind bitte melden und dringen an den EA wenden. Mit eurer Aussage und Unterschrift wird die Regierung gestürzt. Es sollen schon reichlich Unterschriften + Protokolle von Zeugen geben. Scheint nur noch eine Formsache zu sein. Dazu berichtet die bürgerliche Presse über diesen Skandal (taz usw.). Nun hoffen wir, dass diese Story auch stimmt...

Brutale Polizei

Busch 11.09.2006 - 18:39
kleine Ergänzung zu denn letzten berichten
Randale im Schanzenviertel


"DIE WELT"

Kritik an der Polizei
Bei dem Einsatz gegen Randalierer im Schanzenviertel sind mehreren Festgenommenen die Augen verbunden worden. Die Dienststelle Interne Ermittlungen (DIE) ist eingeschaltet. Antje Möller (GAL) nennt die Maßnahme "Menschenrechtsverletzung". "Das Verbinden der Augen gehört zum Repertoire von Unrechtsregimen und Polizeistaaten", sagte Möller. Sie will durch eine Kleine Anfrage die Vorfälle aufarbeiten. Polizeiintern stößt die Maßnahme ebenfalls auf Unverständnis. "So etwas ist bei uns nicht üblich", sagt ein Beamter. Tatsächlich richten sich die Ermittlungen von DIE gegen Angehörige einer speziellen Festnahmeeinheit aus Bremen. Dort gehört es offenbar zum Einsatzrepertoire, Festgenommenen mit einer von innen verdunkelten Gasschutzbrille jegliche Sicht zu nehmen. Diese Maßnahme soll Widerstandshandlungen auf dem Weg zum Gefangenentransporter verhindern. Das Festgenommene, wie behauptet, stundenlang die Brille tragen mussten, wird abgestritten.
zv

Artikel erschienen am 12.09.2006

* weitere Artikel zum Thema: Randale beim Schanzenfest

mal im ernst?

mmm 12.09.2006 - 02:46
Weshalb sollten wir irgendwelche Leute daran hindern, auf dem Schulterblatt ein Lagerfeuer anzuzünden?

(solange dieses Feuer keine Gefahr für Leute, Autos, Häuser usw. darstellt?)

Etwa, um die 1500 Normalos vor den 1000 wildgewordenen Cops zu schützen?

"Autonome schützen Bürger vor Polizeigewalt" - wie krank ist das denn?


Wahrscheinlich stimmen so circa 99,99 Prozent der Anwesenden Nicht-Polizisten der Einschätzung zu, dass der Polizeieinsatz beim gegebenen Anlass (1 Feuer) maßlos übertrieben und für alle Anwesenden gefährlich war. Und das das Feuer ungefährlich war.
Sind dann die Linken/Autonomen/Chaoten Schuld, dass es soweit kam?

Dass die Polizei ohne Ankündigung wahllos die gesamte feiernde Menschenmenge abduscht? (da waren u.a. mehrere kleine Kinder drin)

Dass Horden schwarz-vermummter "Beweissicherungseinheiten" ziellos mit äußerster Brutalität in Menschenmengen reinprügeln, nur weil diese "haut ab, haut ab" skandiert hatten?

Die Cops am Samstagabend ließen eher vermuten, dass sie Anlässe wie diesen gezielt suchen, um ihre Wut und Aggression am Erzfeind und seinen Unterstützern (und feiernden Nicht-Gegnern) tatkräftig ausleben zu können. Vernünftig begründen konnten sie diese Einsätze noch nie.


Polizeigewalt im Fernsehen zu sehen auf HH 1

stopp it 12.09.2006 - 11:33
Wie schon hier häufig erzählt gab es die Brillen wirklich.
Auf dem Fernsehsender HH 1 Nachrichten von gestern, ist eine Kurze zeit jemand zu sehen der so eine Brille wohl auf hat. die Bullen die drumherum stehen können ja evt. sollte es möglich sein identifiziert werden.


Nach einem Bericht der taz ermittelt die Hamburger Polizei nun gegen Kollegen aus Bremen. Sie sollen Samstagnacht nach gewalttätigen Auseinandersetzungen im Schanzenviertel Verdächtige festgenommen und ihnen abgedunkelte Brillen aufgesetzt haben, um ihnen die Orientierung zu nehmen. Der Sprecher der "Dienststelle interne Ermittlungen", Joachim Schwanke, bestätigte gestern, es seien Untersuchungen eingeleitet worden.

Zu den Auseinandersetzungen war es nach dem traditionellen Straßenfest im Schanzenviertel gekommen, das selbst friedlich verlaufen war. Nach Angaben der Polizei entzündeten Unbekannte danach Kleinfeuer und errichteten Straßenbarrikaden. Die Polizei, wegen des Fußballspiels zwischen dem FC St. Pauli und Bayern München ohnehin mit 1.000 Beamten im Einsatz, setzte Schlagstöcke und Wasserwerfer ein. Die Beamten wurden mit Flaschen beworfen, teilweise von Hausdächern aus.

Die Beamten, die zu der drastischen Festnahmemethode mit den Dunkelbrillen gegriffen haben, sollen laut den internen Ermittlern einer "auswärtigen Polizeieinheit" angehören. Ein Zeuge hat die Polizeitruppe als die Bremer "Beweis und Festnahmeeinheit" identifiziert. Die Bremer Polizei bestätigt, dass Kollegen in Hamburg im Einsatz waren.

Die Bremer Beamten hatten eine Art Schweißerbrille mit dunklen Gläsern dabei, als sie Samstagnacht ins Schanzenviertel kamen. Die Brillen dichten rund um die Augen komplett ab, so dass dem Träger die Sicht genommen wird. Eine Person habe mit dieser Brille eine Dreiviertelstunde lang orientierungslos auf der Straße stehen müssen, berichtet Rechtsanwalt Dirk Audörsch, der später die Freilassung des Mannes erreichte. Erst als der in den Polizeibus gesetzt und aufs Revier gebracht wurde, habe man ihm die Brille abgenommen. Der Festgenommene habe unter Übelkeit und Panikanfällen gelitten.

Die Bremer Polizei bestätigt, "dass wir das bei Festnahmen durchaus machen". Die Beamten würden zu den dunklen Brillen greifen, wenn mehrere Täter festgenommen werden und die Kommunikation zwischen ihnen unterbunden werden soll. "Sie werden separiert, um Gespräche oder Augenkontakt zu verhindern", so Sprecher Ronald Walther auf Nachfrage. Dadurch solle verhindert werden, dass die Festgenommenen ihre Aussagen gegenüber der Polizei absprechen. "Das ist keine einschneidende Maßnahme für die Betroffenen", findet Walther. "Er sieht eben nur ein paar Minuten lang nichts."

Die Hamburger Kollegen finden dieses Vergehen dagegen ungewöhnlich. Die Dienststelle interne Ermittlungen wolle "aufarbeiten, was in der Nacht passiert ist", sagt Sprecher Joachim Schwanke. Während Augenzeugen von drei derartigen Festnahmen berichten, weiß Schwanke bislang nur von einem Fall. Zunächst würden die Beamten der auswärtigen Polizeieinheit zu der Frage angehört, ob es für den Brilleneinsatz eine "taktische Begründung" gab. Parallel lassen die internen Ermittler ein Rechtsgutachten zu der Frage erstellen, ob die Maßnahme rechtlich zu billigen ist.

Für Rechtsanwalt Audörsch ist die Frage weniger offen: "Das Hamburger Polizeigesetz erwähnt eine Augenmaske nicht", sagt er. "Deshalb ist davon auszugehen, dass das Abdunkeln der Augen bei einer Festnahme rechtswidrig ist." Seine Kanzlei prüft zurzeit einen möglichen Verstoß gegen die Menschenwürde der Betroffenen durch die Bremer Polizei.

Auch die Hamburger Grünen stellen diese Frage: Aufgrund der taz-Berichterstattung richtete die GAL-Abgeordnete Antje Möller eine kleine Anfrage an den Senat, mit der unter anderem geklärt werden soll, ob die Hamburger Polizei über verdunkelnde Masken verfügt, ob die Maßnahme der Einsatzleitung bekannt war und ob aus Sicht des Senats ein Verstoß gegen die Menschenrechte vorliegt.

taz Nord vom 12.9.2006, S. 21, 128 Z. (TAZ-Bericht), ELKE SPANNER

polizeibeamte wirfft flaschen

auf wasserwerfer 16.09.2006 - 17:13

JAJA

05.10.2006 - 11:10
wer sagt die ausschreitungen seien nicht politisch sollte sich erteinmal in die hintergrunde der veranstaltung namens schanzenfest hinein arbeiten.
zB. letztes jahr lief die versnstaltung unter anderem dem motto ``gegen repression``. da hat die polizei sich selber wie ein haufen idioten dagestellt wenn man sagt in deutschland würde es keine repression geben aber wegen einEM kleinen feuern die niemanden stören (es haben sich punx, autonome, hippies und yuppies versammelt und es zudsammen genossen) wie die irren mit einem aufgebot von 1000 cops, panzern und wassserwerfern aufs schulterblatt zu reiten und total beknackt rumzuballern. dies ist ein teil des repressions - gedanken. mensch (polizist) versucht zu zeigen das sie gegen die heutige ``liksradikale`` noch sehr present sind und sich nichts gefallen lassen und sagen später--die bösen radikalen haben ein feuer gemacht und autonome werfen steine und gefärden die innere sicherheit--blödsinn--vielleicht sollte man solch ein verhaltern eher als eine verteidigungs - verhalten gegen repressive grundeinsatellungen betrachten-----dazu sollte man noch sagen das die leute die das feuer entfacht haben keine LIKSAUTONOME waren.der mensch, der aus dem vom repressionsapperat als linksradikal definiertem bereich kommt ist nuneinmal der lieblings sündenbock wenn es um eigenes versagen oder um eigene pannen geht der polizei. das gilt für dieses und auch die anderen jahre--es ist zu leicht einfach immer nur zu sagen --DIE BÖSEN AUTONOMEN VON DER FLORA usw.--BLÖDSINN

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 13 Kommentare an

every year's routine? — k.eine ahnung

Dumme Krawallmacher — Dein Name

peinlich!!! — ich

Frage.... — frager

Law and Order — Oder Ordnung ist das Halbe Leben

Pseudolinke — Floh

Blödschwätzer — Petto

@petto — Floh

@ Floh im Ohr — Titanic

@Floh — Petto