Zweifel an der Prophezeiung

Sans-culotte 23.08.2006 12:47
Es gibt einen plausiblen, konfrontativen Lösungsansatz:
* Der Libanonkrieg ist ein Vorab-Präventivkrieg zum bevorstehenden direkten Präventivkrieg gegen den Iran: Mithilfe des Libanonkriegs wollen die USA & Israel ihre Ausgangsposition im Krieg gegen den Iran optimieren.
* Die geplante UN-Stationierung von Truppen (inklusive von Truppen aus NATO-Staaten) im Libanon ist eine wesentliche Komponente dieser Strategie.
 http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23286/1.html

* Für die Regierungen gibt momentan keinen ausreichenden Handlungsdruck den Konflikt mediativ zu lösen.
Taktische Hindernisse welche möglicherweise kulminieren und den konfrontativen Lösungsansatz überdenken lassen:

There Is No Alternative (TINA) nach Margaret Thatcher
Israel hat keine Wahl
 http://www.taz.de/pt/2006/08/09/a0168.1/text

Einlassung Dan Halutz, als Beleg gegen die These von der Unabwendbarkeit
Im Zusammenhang mit der Anschuldigung, der Oberkommandierende des IDF habe, nach den Entführungen vom 12.Juli 2006 ein Aktienpaket verkauft, hatte dieser sich anfangs dahingehend verteidigt, am 12. Juli 2006 hätte auch ein Militäreinsatz von nur 48 Stunden beginnen können. Am 12. Juli 2006 waren Vertreter hochrangige Vertreter von vier der fünf Mitglieder des UNSicherheitsrates in St. Petersburg zusammen gegluckt.
Hätte der UNSicherheitsrat umgehend sanktionsbewährt die Einstellung der Kriegshandlungen gefordert hätte die Munition ungenutzt in den Bunkern ihr Verfallsdatum überschritten.

Die »Group of Eight« (G8) besteht aus: Frankreich, Großbritanien, Russland, USA, Kanada, Deutschland, Italien, Japan.

Bis auf China waren alle Vetomächte des UNSicherheitsrates versammelt.

Die fünf ständigen Mitglieder des UNSicherheitsrat (China, Frankreich, Großbritannien, Russland, USA) besitzen bei der Verabschiedung von Resolutionen ein erweitertes Vetorecht und werde daher auch als Vetomächte bezeichnet.

Mit Deutschland wird aus den Vetomächten den UN Sicherheitsrates die »six-power group« (Nintendo):

Die Vetomächte und Deutschland boten im Juni 2006 dem Iran eine Reihe von wirtschaftlichen, politischen und die Sicherheit betreffende Anreize an, um ihn zu Ermutigen die Urananreicherung zu beenden.

religiöser Hintergrund:


Armageddon und der apokalyptische "Holocaust"
Peter Bürger 12.08.2006
Hinter der "pro-israelischen" Haltung evangelikaler Endzeitchristen in den USA verbirgt sich ein schlimmer Antijudaismus
 http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23322/1.html

So gilt uns jeder Nahostkonflikt als Generalprobe für den jüngsten Tag. Man muss den nebelhaften Krieg der Kulturen nur beschwören, um daran zu glauben. Und wer sich darauf einrichtet, findet sich damit ab, eine self-fulfilling prophecy.
Andre Glucksmann in »Das Jerusalem-Syndrom«
 http://www.tagesspiegel.de/meinung/archiv/18.08.2006/2720872.asp

Hinweise auf konfrontative Strategie:


IAF: auf Schlag gegen Iran vorbereitet
Israeli Air Force 21.Februar 2005
Der Leiter der israelischen Luftwaffe Generalmajor Eliezer Shakedi (Hat Dan Halutz am 4. April 2004, als Oberbefehlshaber der Luftwaffe abgelöst  http://en.wikipedia.org/wiki/Elyezer_Shkedy) gab am Montag den 21.Februar 2005 bekannt, dass Israel auf einen Luftangriff auf den Iran, da dieser seine nuklearen Aktivitäten fortsetzt vorbereitet sein muss.
Der Leiter des Generalstabes der Luftwaffe sagte am Montag, dass Israel für einen Luftangriff auf den Iran im Licht dessen nuklearer Aktivitäten vorbereitet sein muss.
Bei der Pressekonferenz, gab Shakedi nicht an, ob er annimmt, dass Israel dazu fähig ist diese Mission alleine auszuführen, so wie bei der
Bombardierung des nicht fertiggestellten irakischen Kernreaktors in der Nähe von Bagdad, (Tammuz-1 am 7. Juni 1981 bei Osirak  http://de.wikipedia.org/wiki/Osirak)
Auf die Frage ob Israel einen Plan für das iranische Atomprogramm hat, antwortete Shakedi, "Sie wissen, aus offensichtlichen Gründen, dass ich hierzu kein Wort sagen werde." Aber als er gefragt wurde ob er darauf vertraut, dass die IAF eine Antwort auf die iranische Drohung hat antwortete Shakedi: "Ich muss auf Alles vorbereitet sein."
Der Befehlshaber der israelischen Luftwaffe diskutierte auch die ins Fliesen geratene Situation im benachbarten Libanon.
Die Ermordung des früheren libanesischen Premiereministers Rafik Hariri" kann ein neues Bild für den Libanon ergeben.
Mit Syrien, den Hisbollah Guerillas und den iranischen Hisbollahunterstützern, welche alle im Libanon operieren, müssen wir
verstehen, wer Interessen hat an Hariris Entfernen aus dem Bild. sagte er.
Danach gefragt ob die IAF ihre Aufstellung seit der Ermordung von Hariri geändert hat:"Natürlich werden wir die andere Seite uns nicht schlagen lassen." "Wir haben die Aufgabe die Bürger Israels zu schützen", sagte Shakedi. "Ich hoffe, dass es keinen Krieg geben wird, aber Sie wissen, das weiß Niemand.
IAF Commander-in-Chief Eliezer Shakedi said Monday that Israel must be prepared for an air strike on Iran following its nuclear activity.
 http://www.haaretz.com/hasen/pages/ShArt.jhtml?itemNo=543087&contrassID=1&subContrassID=5&sbSubContrassID=0&listSrc=Y

WATCHING LEBANON
Washington’s interests in Israel’s war.
by SEYMOUR M. HERSH
Issue of 2006-08-21
Posted 2006-08-14
 http://www.newyorker.com/fact/content/articles/060821fa_fact

Landwirtschaftsminister Rafael Eitan (Die Grauen): Wir müssen das gesamte Land auf einen Raketenangriff vorbereiten.
 http://germany.indymedia.org/2006/08/155610.shtml

Methusalix macht das Rennen:


Zu Beginn des Libanonkrieges wetteiferte das israelische Establishment, wer die markigsten Sprüche klopfen konnte:
Haim Ramon, (Kadima Partei, Justizminister  http://en.wikipedia.org/wiki/Haim_Ramon) »doesn't understand" why there is still electricity in Baalbek«; verstand nicht wieso es noch elektrischen Strom in Baalbek (Ostlibanon) geben konnte.

Eliyahu Yishai der Führer der »Haredi Sephardi Shas« Partei, Minister für Industrie Handel und Beschäftigung und stellvertretenden Ministerpräsident  http://en.wikipedia.org/wiki/Eli_Yishai) »proposes turning south Lebanon into a "sandbox"« schlug vor den Südlibanon in einen Sandspielkiste zu verwandeln.

Yoav Limor, ein Militärkorrespondent von »Channel 1« proposes an exhibition of Hezbollah corpses and the next day to conduct a parade of prisoners in their underwear, "to strengthen the home front's morale."
schlug eine Ausstellung von Hisbollahtruppen vor und am folgenden Tag die Gefangenen in Unterwäsche paradieren zulassen, um die Moral an der Heimatfront zu stärken.

Diese Heimatfront ist durch YUPies bedroht.

Sexuelle Belästigung:
Haim Ramon israelischer Justizminister tritt zurück. Haim Ramon soll eine junge Soldatin sexuell belästigt haben. Es wird ein Verfahren gegen den Justizminister und engen Vertrauten von Ministerpräsident Ehud Olmert geben. Der israelische Justizminister Haim Ramon hat am Sonntagabend 21.August 2006 offiziell seinen Rücktritt eingereicht. ..
 http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=p&ressort=a&id=579598

Old Experienced in Rural Affairs (OERA)
Silberrücken leistet seinen Beitrag zur Drohkulisse
 http://en.wikipedia.org/wiki/Rafi_Eitan
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Ergänzungen

oh MANN!

tagmata 23.08.2006 - 20:19
"Der Libanonkrieg ist ein Vorab-Präventivkrieg zum bevorstehenden direkten Präventivkrieg gegen den Iran"

so mist muß ich mir jetzt seit 2003 anhören.

ich warte.

(ich hätte damals drum wetten sollen. mann wär ich jetzt reich...)

kann es sein, daß ein seit 3einhalb jahren "(unmittelbar) bevorstehender" krieg nur in der phantasie des betrachters, der glauben will was sein weltbild in schuß hält, und in den feuchten träumen einiger pentagonstrategen existiert?

wenn aus iran irgendwelche signale kommen, daß sie die großmäuligen sprüche von vielleicht einem dutzend checkern ernst nehmen, DANN fang ich an drüber nachzudenken. aber alles was aus iran kommt geht in die richtung, daß ein angriff weiter entfernt ist als je zuvor.

und daß die idf jetzt paras schiebt, ist nach ihrem versagen gegen die hisbollah auch nur zu verständlich. ich sag dir mal was: die da jetzt in tel aviv rotieren, haben angst um ihre ärsche. denn *daß* da irgendwer mit dem verlust von job, ansehen und karriere bluten muß, ist momentan offensichtlich.

die scorecard im "krieg gegen den terror" ist bis jetzt ziemlich eindeutig. aber so wie der seitens des westens geführt wird - ohne konzept des gegners zum beispiel, und seiner motive, und seiner aufstellung - ist das auch wenig verwunderlich.

daß israel mit der eskalation von gefechten zum krieg einen burgfrieden zwischen radikalen schiiten und ebenso radikalen sunnis - und das sind zwar moslems, aber sie mögen sich ungefähr so gern wie lutheraner und katholen um 1530 rum - riskiert, mußte jedem der drüber nachdachte klar sein. vielleicht wars das, und sie haben sich bloß überhoben. anyways, aufs maul gefallen sind sie.

und solange in baghdad leute am hebel sind, deren loyalität erst mal ihrem überleben, dann ihrem geldbeutel, und dann der glorreichen islamischen revolution gehört, braucht tehran ABSOLUT GAR NICHTS von irgendwem zu befürchten.

ideologiebrille runter und sich vielleicht einfach mal n jahr lang die sachen betrachten, wie sie wirklich laufen, honto?