Prozesstag Nr.5 in Potsdam

Soligruppe Potsdam 21.08.2006 20:38 Themen: Antifa Repression
Im Juni 05 wurden 5 Antifas in Potsdam nach einer Auseinandersetzung mit einemNeonazi festgenommen und wegen versuchten Mordes angeklagt. Einziges Mordmerkmal der Staatsanwaltschaft: ihre antifaschistische Einstellung, aufgrund welcher sie jederzeit einen Nazi töten wollen würden. Eine Betroffene saß 5 Monate in U-Haft.
Inszwischen hat eine unabhängiges gutachten ergeben, dass nie eine Tötungsabsicht vorgelegen hat, die Anklage wurde auf gefährliche Körperverletzung herabgestuft. Die Aussage der Staatsanwaltschaft, alle AntifaschistInne seien potentielle MörderInnen wurde nie zurückgenommen.

Am heutigen recht kurzen Verhandlungstag waren zwei Polizisten aus Potsdam geladen um sich Klarheit darüber zu verschaffen, was sich im Tagesverlauf des 18.06.05 abspielte. Die beiden Beamten [einer von der MEGA und in Zivil] berichteten von zwei Anrufern, welche mitgeteilt hätten, dass sich im Babelsberger Park ca. 15-20 mutmaßliche Neonazis befinden würden, von diesen wurden sie gefragt ob sie Linke gesehen hätten. Daraufhin wurde zunächst der Babelsberger Park abgesucht und dann am Babelsberger Rathaus eine ca. 25-30 köpfige Gruppe von von Neonazis gesichtet. Diese hätten dann eine Tram bestiegen, denen einer der Beamten gefolgt ist. Auf der Nuthestraße hätte diese Bahn dann mit angeschaltetem Warnlicht gehalten, da in ihr eine Körperverletzung stattgefunden hätte. Dabei hätten die Neonazis zwei Jugendliche geschlagen weil sie diese als augenscheinlich der linke Szene zuordneten und ihnen ihr Aussehen nicht gepasst hätte. Neben Marcus Schiller, Danny Leszinsky, Oliver Oeltze [alle u.a. am sog. Tram-Überfall beteiligt] wurden auch Melanie Witassek [Mitbetreiberin der Anti-Antifa-Homepage] und Benjamin Oestreich als Teil dieser Personengruppe identifiziert und sogar als “führende Köpfe” bezeichnet. Ein Teil dieser Personengruppe wurde dann später nach dem Vorfall am Nauner Tor davon abgehalten, sich in Richtung des Tatortes zu bewegen, da von ihnen Racheaktionen oder ähnliches befürchtet wurden. Sie erhielten damals allesamt einen Platzverweis für die Innenstadt.
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Ergänzungen