München: Nazi-Kundgebung aktuell
Nazis verehren Rudolf Heß mit freundlicher Unterstützung der Stadtverwaltung
Noch bis 21:00 wollen Nazis Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß auf dem Marienplatz am Fischbrunnen gedenken. Die Stadtverwaltung sieht heute ebenso wie bei der für Samstag angekündigten Heß-Gedenk-Demonstration in der Verherrlichung und Verharmlosung des Nationalsozialismus keinen Widerspruch zu geltendem Recht. Entsprechend schützt sie die ca. 25 auf Transparenten und mit Parolen bekennenden Nazis mit großem Polizeiaufgebot, darunter auch die Schläger vom USK und zahlreiche (auch junge!) Zivi-Spitzel, sowie mit zweireihigen Absperrgittern.
Auf der Gegenseite haben sich leider nur knapp 200 AntifaschistInnen eingefunden, darunter wohl einige PassantInnen und Schaulustig, die den Nazis mit platzenden Luftballons und leider nicht durchgängig lauten Sprechchören teilweise deutlich sichtbar die Knie weich werden lassen.
Das Nazi-Häufchen setzt sich aus ca. fünf grauhaarigen Herren zusammen, die das Mitläufertum von etwa ebensovielen auf Skinhead gestylten Schlägern offenbar ebenso genießen wie die Kooperation der Stadtverwaltung. Drei minderjährige Mädchen müssen in der ersten Reihe stehen, der Rest setzt sich aus eher unscheinbaren Männchen zusammen.
Die sichtbare Bullenpräsenz ist für bayrische Polizestaatsverhältnisse relativ gering, rund um den Marienplatz stehen derzeit etwa 15 Sixpacks. Im weiteren Umfeld vermutlich aber noch ein paar mehr. Die Abreise der Faschisten soll vermutlich durch die S- oder U-Bahn, Eingang Fischbrunnen erfolgen. Alternativ wäre die Flucht durch die Burgstraße Richtung Odeonsplatz denkbar.
Die Stadtverwaltung mit Polizei hat deutlich gemacht, dass sie nicht vorhat, dem Faschismus in München mehr entgegenzusetzen, als für ihr Image unbedingt nötig. Engagierte BürgerInnen haben heute glücklicherweise vor dem Faschistenhäufchen nicht viel zu befürchten und es wäre durchaus möglich, sie auf dem Heimweg (ab ca. 21.00) noch in Diskussionen zu verwickeln.
Auf der Gegenseite haben sich leider nur knapp 200 AntifaschistInnen eingefunden, darunter wohl einige PassantInnen und Schaulustig, die den Nazis mit platzenden Luftballons und leider nicht durchgängig lauten Sprechchören teilweise deutlich sichtbar die Knie weich werden lassen.
Das Nazi-Häufchen setzt sich aus ca. fünf grauhaarigen Herren zusammen, die das Mitläufertum von etwa ebensovielen auf Skinhead gestylten Schlägern offenbar ebenso genießen wie die Kooperation der Stadtverwaltung. Drei minderjährige Mädchen müssen in der ersten Reihe stehen, der Rest setzt sich aus eher unscheinbaren Männchen zusammen.
Die sichtbare Bullenpräsenz ist für bayrische Polizestaatsverhältnisse relativ gering, rund um den Marienplatz stehen derzeit etwa 15 Sixpacks. Im weiteren Umfeld vermutlich aber noch ein paar mehr. Die Abreise der Faschisten soll vermutlich durch die S- oder U-Bahn, Eingang Fischbrunnen erfolgen. Alternativ wäre die Flucht durch die Burgstraße Richtung Odeonsplatz denkbar.
Die Stadtverwaltung mit Polizei hat deutlich gemacht, dass sie nicht vorhat, dem Faschismus in München mehr entgegenzusetzen, als für ihr Image unbedingt nötig. Engagierte BürgerInnen haben heute glücklicherweise vor dem Faschistenhäufchen nicht viel zu befürchten und es wäre durchaus möglich, sie auf dem Heimweg (ab ca. 21.00) noch in Diskussionen zu verwickeln.
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Ergänzungen
Sichtbare Bullenpräsenz in München
Weiß irgendjemand was genaueres zu dem neuen Vorgehen der Polizei? Beweggründe?
Für die Nazis auch relativ erfolglos
autonomer
ist noch irgendwas nach dem abtransport passiert? am hauptbahnhof was interessantes?
Eindrücke...
Eindruck 2
Faschos
schöne
naja ...
es stimmt, die Kundgebung der Faschos fing mit wenig Leuten an, es kam aber noch ein ganzer schwung dazu. gegen ende waren die 80, was für die mobilisierungsmässig ein erfolg ist. ich hätte niemandem dazu geraten, die diskussion auf dem heimweg zu suchen.
von der aussenwirkung her wars für die aber trotzdem erbärmlich: schlechter sound (dieselbe cd wie immer, wer einmal bei iner demo von bordin und co war kennt den scheiss-sound) in mieser qualität, die redebeiträge wurden immer übertönt. wir hingegen waren mit vielen flugis und schildern am start, die allen vorbeilaufenden klar machten was los ist. viele passantInnen schlossen sich auch eine weile unserem protest an.
ärgerlich fand ich, dass einige antifaschistInnen mit thorshämmern und ähnlichem schmarrn angetan unterwegs waren. nazis wären viel leichter zu erkennen, wenn ihr das sein liesset. und ein paar leute waren noch bei uns, zum beispiel der depp mit dem "blood and honor" (rechtschreibfehler im orginal) rucksack, die difusen, tendenziel rechten scheiss vertreten haben. und wenn ich grad am schimpfen bin, die "deutschland den deutsche, nazis raus" sprechchöre von einem waren auch unter aller kanone. ähnlich die "wir kastriern den nationalen widerstand" rufe von anderen - ich streite mich nicht mit nazis um männlichkeit. so, jetzt hör ich aber auf mit dem gemecker, alles in allem wars ja cool.
ein genauer bericht über die nazis ist übrigens hier:
der im bericht erwähnte norman kempten ist der bärtige dicke mit dem camcorder, der mit den franken gekommen ist.
@ tapezierer
die haben in der nacht zum 17. massiv aufkleber verklebt. viele wurden gleich drauf entfernt, ausserdem wurde die bude von einem der ihren von den bullen gerazzt - vermutlich deshalb.
@co
wir sind eigentlich saugenau damit, wen wir nazi nennen. es gibt halt nur so viele ;)
München: Nazi-Kundgebung
NS-Verherrlichung auf T-Shirts, Transparenten & Plakaten
Die Transparente sprachen eine deutliche Sprache: So wurden Banner mit folgenden Aufschriften getragen: "Rudolf Hess von Besatzern ermordet / NPD Franken", "Tot sind nur die die vergessen werden" "Rudolf Hess [ "Märtyrer für Europa" wurde abgeklebt] / Die Kriegswahrheit liegt unter Verschluß! / Gebt die Akten endlich frei! / Kameradschaft München www.widerstandsued.de" sowie "Unser Sozialismus ist national / JN München". Auf einem Pappschild stand: "Rudolf Hess / Sein Opfer unser Auftrag".
Auch auf T-Shirts wurde Rudolf Heß verherrlicht, beispielsweise von Matthias Polt (Rudolf-Heß-Konterfei als Backprint) oder Norman Bordin ("Rudolf Hess [abgeklebt zu Beginn der Kundgebung: Märtyrer] für Deutschland" + Rudolf Heß-Konterfei).
Heß-Rede mit Hitler-Verehrung
Das Kundgebungsprogramm wirkte unvorbereitet und wurde teilweise wiederholt. Über Lautsprecher wurde mehrfach das Schlusswort von Rudolf Heß im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess 1946 abgespielt: "[..] Ich verteidige mich nicht gegen Ankläger, denen ich das Recht abspreche, gegen mich und meine Volksgenossen Anklage zu erheben. Ich setze mich nicht mit den Vorwürfen auseinander, die sich mit Dingen befassen, die innerdeutsche Angelegenheiten sind und daher Ausländer nichts angehen. Ich erhebe keinen Einspruch gegen Äußerungen, die darauf abzielen, mich oder das ganze deutsche Volk in der Ehre zu treffen. Ich betrachte solche Anwürfe von Gegnern als Ehrenerweisungen. Es war mir vergönnt, viele Jahre meines Lebens unter dem größten Sohne zu wirken, den mein Volk in seiner tausendjährigen Geschichte hervorgebracht hat. Selbst wenn ich es könnte, wollte ich diese Zeit nicht auslöschen aus meinem Dasein. Ich bin glücklich zu wissen, daß ich meine Pflicht getan habe meinem Volke gegenüber, meine Pflicht als Deutscher, als Nationalsozialist, als treuer Gefolgsmann des Führers. Ich bereue nichts. Stünde ich wieder am Anfang, würde ich wieder handeln wie ich handelte, auch wenn ich wüßte, daß am Ende ein Scheiterhaufen für meinen Flammentod brennt. Gleichgültig, was Menschen tun, dereinst stehe ich vor dem Richterstuhl des Ewigen, ihm werde ich mich verantworten und ich weiß, er spricht mich frei."
Heß-Glorifizierung in Redebeiträgen & Liedern
In Roland Wuttkes Redebeiträgen ging es um die Glorifizierung von Rudolf Heß ("Friedensflug von 1941") den vermeintlichen Selbstmord von Heß, der vielmehr ein Mord des britischen Geheimdienstes gewesen sei ("Geheimdienst mit seinen Mordbanditen", "auch Möllemann war kein Selbstmord") und über sich selbst ("Eines ist klar, das war Mord und wir werden immer an Rudolf Heß erinnern. Wir sind der Engländer schlechtes Gewissen.").
Auch die meisten Songs wurden gleich mehrfach gespielt. Neben einem Song über Rudolf Heß und einem über den "Kampf gegen diesen Staat" waren das z. B. "Europa Jugend Revolution" der Esslinger Band "Carpe diem", worin antisemitische Stereotypen besungen werden: "Der Traum von Frieden und Einigkeit unter eine Fahne gebracht, doch darauf die falschen Zeichen und dahinter die falsche Macht. Eine Macht, der das Geld gehört; seit viel zu langer Zeit. Eine Macht, die Konflikte schürt; gemeinsam machen wir uns frei!".
"Wer die Wahrheit spricht, verliert" der Stuttgarter Band "Noie Werte" mag mit Bedacht für die Kundgebung ausgewählt worden sein, ist der Liedtext doch eine unverhohlene Drohung gegen Journalistinnen und Journalisten: "Ich kenne deinen Namen, ich kenne dein Gesicht, Du bist die Faust nicht wert, die deine Nase bricht." Außerdem lief der "Deutsche Schwur": Der nationalsozialistische Text des "Deutschen Schwurs" wird in diesem Song nur leicht verändert gesungen. So heißt es z. B. "Heil dir, mein Vaterland" statt "Heil Hitler und Heil Hindenburg". Andere Textzeilen, wie "Durch Kampf und Sieg! Wir halten durch. Kein Teufel soll's uns wehren" und "Heil Deutschland, hoch in Ehren" entstammen dem Original.
"Zeit, zu rebellieren", ein spießig-rassistisches Lied von Annett Moeck (jetzt Müller, Amberg) beschallte ebenfalls die Kundgebung: "Doch wenn ein Deutscher im Staat weniger zählt wie ein Flüchtling oder ein anderer hier. (...) Und geht es eurem Volk zu Hause schlecht, dann setzen sich hier reiche Menschen zusammen, und tüfteln, wie sie einen Hilfskonvoi bekommen. (...) Vermischung pur ist das Ende vom Lied - und es eine Minderheit an Deutschen in Deutschland gibt. "
Im textlich eher schlichten "Wenn der Wind sich dreht in diesem Land" von "Faktor Widerstand" wurde dann "US-Europa", "Eurowahn", "Schutzgelderpressung", "Kampfeinsätze der Bundeswehr", "Abtreibungsmord" und "Schlendrian" beklagt.
Ab etwa 20.10 Uhr zündeten die Neonazis außerdem Fackeln an und spielten das Deutschlandlied zum Mitgrölen in allen drei Strophen ("Deutschland, Deutschland, über alles" etc.).
Anti-Antifa
Die anwesenden Neonazis konnten die einzige, bundesweit nicht verbotene Rudolf-Heß-Gedenkveranstaltung in Deutschland nicht nur zur Verherrlichung des Nationalsozialismus und zur gruppenübergreifenden Identifizierung mit dem antisemitischen NS-Funktionär Heß nutzen, sondern auch zur Datensammlung für die terroristische Anti-Antifa-Arbeit. Norman Kempken aus Nürnberg, der bereits in den 90er Jahren als Herausgeber der Anti-Antifa-Broschüre "Der Einblick" verurteilt wurde, konnte von der Polizei ungehindert immer wieder antifaschistische GegendemonstrantInnen, PassantInnen und JournalistInnen filmen - offensichtlich gezielt und teilweise dirigiert von Norman Bordin. Die Neonazis beendeten ihre Kundgebung erst nach Freilassung zweier "Kameraden" durch die Polizei gegen 21.35 Uhr.
Gibts eigentlich auch Bilder ? zb. von Wolfgang Dambach, Pia Veitl, Matthias Polt, Philip Abbt usw..... ober besser gesagt allgemeine Bilder wo man besser erkennt
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
München: Nazi-Kundgebung — Antifa
Namen gibt es — Rumpelstilzchen
Sieht wie Theater aus — ...
Neid ? — ketzer
(muss ausgefüllt werden) — (muss ausgefüllt werden)
Viel Arbeit.... — für denTapezierer
es gab doch — einige kameras
Nazis? — Co
es gab doch !!!! — viel mehr