Friedenskundgebung in Marburg

Harri S. 15.08.2006 18:10
Am 12. August 2006 fanden sich in Marburg über 100 Menschen zusammen, um unter dem Motto "Solidarität mit Israel - Gegen den antisemitischen Terror" eine Kundgebung abzuhalten.
Als einer der Redner gleich zu Beginn der Veranstaltung diese als "Friedensdemonstration" bezeichnete war dabei gesetzt, dass dies nicht der Frieden von Globalisierungskritikern, grünen Altachtundsechzigern, Sozialdemokraten, Islamisten und Nazis sein könne, dass sich hinter DIESEM Ruf nach Frieden die Mörder verschanzen, die immer erst dann für diesen "Frieden" demonstrieren, wenn Israel sich gegen die permanenten Angriffe antisemitischer Terrorbanden wehrt.

So betonte im Anschluss ein Vertreter des comité liberté aus Giessen, dass es eine befreite Gesellschaft, so sie denn diesen Namen verdienen soll, nicht auf den Trümmern Israels geben kann und darf und es daher gelte, allen, die diesem Unterfangen Vorschub leisten, entgegen zu treten. Im weiteren Verlauf der Kundgebung verdeutlichte eine Vertreterin der [aae] anhand des Aufrufes einiger stigmatisierter Jugendlicher vom "Aktionsbüro Mittelhessen" gegen "Kriege im Nahen Osten" die inhaltliche Deckungsgleichheit so einiger "Linker" mit den von ihnen noch immer und ganz zu Unrecht verschmähten "Autonomen Nationalisten". Zitat: "Es sind Linke, die etwas von Freiheit, Herrschaftslosigkeit und veganen Würstchen erzählen, und die gerade massenhaft das grüne Banner der Vernichtung im Winde flattern lassen und dabei all das grässlich unbewusst und in voller Überzeugung hervorzaubern, was auch die Einfalt vom Lande hier im Gestalt des Aktionsbüro Mittelhessen beim Kirmesbesuch in Worten entrollt."

In weiteren Redebeiträge von AntifaschistInnen wurde im Folgenden auf den antiemanzipatorischen, wahnhaften Charakter derjenigen Organisation eingegangen, für die gerade die Herzen deutscher Friedensfreundinnen und Freunde am lautesten schlagen: der Hisbollah. Die Rednerin ging in ihrem Beitrag auf die Vernichtungsabsichten dieser Bande gegenüber der Zufluchtsstätte aller von Antisemitismus verfolgten ein, ihren Kampf gegen Aufklärung und Emanzipation in jeder Hinsicht und ihrem Anspruch, die weltweite Durchsetzung des Islam und der Sharia mit Waffengewalt herbeizuführen, und damit das vollständige Verschwinden auch der letzten Reste individueller Freiheit, dem Triumph des repressiven Kollektivs und dem Verlust der Hoffnung auf eine mögliche freie Assoziation der Individuen.

Weiterhin kritisierte ein Redner in scharfer Form den Antisemitismus der UNO, einer Organisation, deren mittlerweile weit über 200 einseitig gegen Israel gerichtete Resolutionen dem jüdischen Staat zusetzten und den Islamisten in die Hände spielten, und die damit als Sympathieträger für Marburger Konfliktforscher und notorische Friedensmetzger ebenso geeignet ist wie für die Friedensbewegung und den globalisierungskritischen Mob.

Alles in Allem für die OrganisatorInnen eine gelungene Kundgebung, bei der die Teilnehmenden einig waren in ihrer Abscheu gegen jedweden Antisemitismus und in ihrer Solidarität mit Israel im Kampf gegen den antisemitischen Terror.
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Ergänzungen

Redebeitrag comité liberté

c.l. 15.08.2006 - 22:00
Der Redebeitrag des comité liberté giessen, der in Marburg gehalten wurde, ist einzusehen unter:  http://www.antifa-giessen.de/

Der Aufruf...

Ergänzerin 16.08.2006 - 17:12
...zu dieser Kundgebung lässt sich übrigens unter

 http://www.aae-marburg.de.vu

nachlesen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 16 Kommentare

Antiimps &Antideutschen

auf's Maul 15.08.2006 - 21:12
Gegen Schwarz/Weiss,Gut und Böse,gegen Hamas,Hisbolah und Idf.Für die Existenz....und Selbstbestimmmung....und die Menschen.

Oder...

Bert C. 15.08.2006 - 21:15
...um es präziser zu fassen, besitzt er nun wirklich gar keine Anschlussfähigkeit für Rechtsradikale, wohingegen bei vielen Gruppierungen der für Deine Identitätsfindung offenbar so wichtigen "globalisierungskrtitischen Bewegung" als auch bei weiten Teilen der "Friedensbewegung" die Schnittmenge gegen 100% gehen dürfte, gerade in Bezug auf den Libanon-Krieg und "USrael"...

Denken

grr 15.08.2006 - 22:17
Wie wäre es denn mal wenn ihr euch(die Antideutschen) mit den Gründen des Krieges auseinander setzt, der Kriegsanfang lag bei 2(in Worten zwo) entführten Soldaten, das ganze wirkt doch so als ob Israel nen Angriffsplan schon in der Schublade hatte und nur gewartet hat bis sie loschlagen können, das wäre wie wen die RAF damals 2 Leute entführt hätten und jedes linke Zentrum, jede WG und alles was nach Links aussieht angegriffen würde, es geht doch um die Verhältnismässigkeit, und den halben Südlibanon in Schutt uns Asche zu legen deswegen schiesst doch über das Ziel hinaus, und selbst wenn Hisbollah die Vernichtung Israel will, die Antifa will doch auch die Revolution und beide sind davon so weit weg wie ich von einer Million Euro(da fehlen noch 999.000€). Und dabei nicht vergessen das Israel die Hisbollah und Hamas doch mit aufgebaut haben um die PLO um Arafat klein zu halten die damals die Stärke Gefahr war, ich diskutiert alle(Sowohl die Antiimps als Ads) am Thema vorbei das doch das eigentlich schlimme dabei.

Fragen...

Whatever 16.08.2006 - 00:48
Ob die ganzen RentnerInnen im Vordergrund des Bildes sich auch so für Emanzipation und Aufklärung einsetzen? Und ob es unter dem "globalisierungskritischen Mob" vielleicht auch noch Leute gibt, die sich nicht auf die Seite der Hisbollah, PLO etc. stellen?

Fragen über Fragen...

Versuch einer Antwort:

ts, ts, ts... 16.08.2006 - 02:54
Rhetorisch gestellte Fragen sind eigentlich nicht dazu da, beantwortet zu werden. Diese Schreien allerdings geradezu danach:

Nein, RentnerInnen setzen sich natürlich nicht für Emanzipation und Aufklärung ein, dafür sind sie viel zu verkalkt und klapperig. Die Möglichkeit eines Eintretens für Emanzipation und Aufklärung bestimmt sich bekanntermaßen über Lebensalter und Arbeitsfähigkeit, genesen wird die Welt daher am trendigen leistungsbereiten indymedia-youngster, der so schöne gallige Kommentare fabrizieren kann und es sich nicht mal nehmen lässt, einzuwenden, dass es selbst im Antiglobalisierungsmilieu "vielleicht" noch Leute gibt, die sich nicht auf die Seite von PLO und Hisbollah stellen. Schade nur, dass die mit ihrer Position so hinterm Berg halten.

sehr gute aktion

wohlstandschauvinist 16.08.2006 - 13:21
und sehr guter redebeitrag vom cl. lasst euch nicht von den hizbollah-fans in 'der linken' ärgern, diese sind keine gesprächspartner.

Die RentnerInnen...

xyz 16.08.2006 - 14:49
...im Vordergrund waren ganz überwiegend von der Jüdischen Gemeinde in Marburg und haben daher wohl vor allem ein Interesse daran, dass jedwedem
Antsemitismus entgegengetreten wird und Israel als letzte Zufluchtsmöglichkeit erhalten bleiben möge.

So einige von denen werden auch den Nationalsozialismus miterlebt haben und daher, ganz im Gegensatz zu den meisten "Linken", das Diktum von Adorno, die Welt so einzurichten, dass Auschwitz sich nicht wiederhole, nichts ähnliches geschehe, wohl von ganzem Herzen teilen und um die praktischen Konsequenzen wissen.

Das ist wohl die Grundlage, auf der sich am Samstag in Marburg Leute mit ganz unterschiedlichen Ansichten treffen konnten und ihre SOlidarität mit dem Staat Israel ausgedrückt haben.

Und...

xyz 16.08.2006 - 15:13
...um das noch zu ergänzen, werden bezüglich dieses "das Auschwitz nicht noch einmal sei" die anwesenden Jüdinnen und Juden dabei eine staaten- und klassenlose Weltgesellschaft genausowenig im Sinn haben wie die überwältigende Mehrheit ihrer nichtjüdischen MitbürgerInnen.

Dies im Unterschied aber zu den israelsolidarischen und deutschlandfeindlichen Menschen, die sich auf der Kundgebung getumelt haben, denen der Antisemitismus ein aus dem Kapitalverhältnis und der (damit verbundenen) psychischen Struktur der Subjekte heraus sich immer wieder Erneuerndes ist - und die daher für die Abschaffung beider Seiten
(der abstrakten als auch der konkreten) eben dieses Kapitalverhältnisses und von Volk und Staat gleichermaßen eintreten.

Mit der momentanen Einschränkung, dass der Staat Israel in den aktuellen Verhältnissen ein Zwingendes ist, um Schlimmeres zu verhindern, zumal vor dem Hintergrund des völligen Fehlens einer wahrhaft emanzipatorischen Linken, die dem etwas entgegensetzen könnte und nicht selbst eher Teil des Problems wäre.

@ grr

max 16.08.2006 - 15:57
Du irrst. Der Krieg wurde von den Islamfaschisten durch das abfeuern von 150 Raketen ins Kernland Israel begonnen. Die entführten Soldaten waren nur der Tropfen der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Lies mal was anderes ausser Junge Welt, dann bist du auch besser informiert.

schwarz/weiß?

nmo 16.08.2006 - 16:54
es ist wirklich schade,dass ein großer teil der linken bewegung in deutschland immer jemanden braucht mit dem er sich solidarisieren kann.ob mit der hisbollah oder mit israel.
meiner meinung nach ist es jedoch noch schlimmer sich mit der hisbollah zu sympatisieren,da dies ganz klar eine faschistische und antisemitische vereinigung ist.doch deswegen muss man sich nicht bedingungslos mit israel solidarisieren und alles gut heißen was dieser staat macht.doch die reaktion israels ist meiner meinung nach für einen demokratisch/kapitalistischen staat ganz "normal".doch die deutsche presse/bevölkerung sieht das ganz anders,deshalb wird in nachrichten auch von blutbad und etc. gesprochen.
jetzt mal ein beispiel:
wie wäre es,wenn aus einem besetzten gebiet in österreich reketen auf deutschland geschoosen werden würden? da würden woll keine deutschen demonstrieren und die parolen der raketenabfeuerdenden rufen.
an diesem krieg sieht man ,dass in deutschland antisemitismus/antiisraelismus immer noch stark vorhanden sind
meiner meinung nach hat israel ein existenzrecht,dies beinhaltet auch,dass israel sich gegen angriffe wehren darf.und so lange es nationen ,staaten und völker giebt ist dies leider notwendig.

GEGEN KRIEG, NATIONEN, STAATEN, RELIGION UND VÖLKEr

Falsche Friedensfreunde

AZAD 16.08.2006 - 17:12
Einfach herrlich,Globalisierungsgegner als Mob bezeichnen, Menschen die an einen Frieden glauben als Metzger titulieren und jede kritische Stimme, versuchen zu diffamieren!
Sagt mal für was für einen Frieden habt ihr denn demonstriert????
Ist mir wirklich nicht durch euren Beitrag hier zu entnehmen, stimmt ja ihr lebt ja nicht in Israel oder Libanon.
Was interessiert es euch , wenn ihr etwas Propaganda für seltsame Interessen betreibt.
Das sogar Israelische Soldaten für ein Ende der Kriegshandlungen gewesen sind , hat Mensch ja aus den Bildern im Fernsehen entnehmen können, als sie sich umarmt haben, wo die Kampfhandlungen eingestellt wurden!!!
Was ihr Vollparanoiden nicht bemerkt, ist dass sogar die Israelische Bevölkerung es mittlerweile satt hat, der Spielball der Amis zu sein!!!
Die Zukunft wird es bestätigen, denn dieser dilletantische Versuch die Hisbollah, Syrien und den Iran in ein NahostKrieg hinein zu ziehen, ist kläglich gescheitert, und hat zur Erstarkung einer reaktionären Fundamentalistengruppe genützt, welche dadurch zu einem Stabilitätsgaranten in der Region geworden ist.
Es kann nur eine Lösung geben, dies ist Rückzug auf die Grenzen von 1967 und ein gerechter Frieden!!
Alles andere wird zu einer Katastrophe im MittlerenNahenOsten und sogar in Zentralasien sorgen, denn genauso dilletantisch ist auch die US-Administration in Bezug auf Konfliktbewältigung.
Leute wenn es wirklich zu einer Katastrophe kommen wird, wo von Ich ausgehe, den Amis ist es egal, die sind durch beide Ozeane gesichert.
Wir hier, die Israelis , der Mittlere und Nahe Osten sind davon mittelbar betroffen!
Was glaubt ihr , wie schnell solch ein Konflikt ganz andere Dimensionen annehmen kann!!Wenn die Energie-und Erdölversorgung zusammen bricht, dann haben wir auch hier in Europa ganz andere Zustände!!!
Also werdet mal erwachsen und demonstriert für einen gerechten Frieden überall auf der Welt!!
Für ein Tolerantes Miteinander in der ganzen Welt!!!!!

Anscheinend...

Gladenbach `04 16.08.2006 - 21:01
...haben die Lokal-Nazis bei der Kundgebung fleißig gefilmt.
Neben ihren eher lächerlichen Ergüssen zu den sogenannten "Rotfaschisten", bieten sie zumindest auf ihrer Homepage (auf Anfrage) ein Video dazu an...

Am 26.08. rufen die selben Deppen vom "ABM" übrigens auch mal wieder zu einer Demo nach MArburg auf. Gegenaktionen wird`s natürlich auch geben.

in diesem Sinne:
No Nazis - Anywhere

20 Opas - 25 auf Identitaetsfindung

Ergaenzer 16.08.2006 - 21:48
Bei diesem gruseligen, ekelhgaften und widerwaertigen Aufmarsch, um das Vokabular der (anti)deutschen zu benutzen (welches Goebbels NS-Propaganda entstammt), waren insgesamt gezaehlte 45 Menschen anwesend, davon ca. 20 Opas von der juedischen Gemeinde Marburg und 25 Jugendliche auf ihrem Selbstfindungstrip. Wie der obenstehende Indy-Artikel verdeutlicht, stand bei dieser "Demonstration" zumindest unter den 25 Jugendlichen nicht die "Solidaritaet mit Israel" im Vordergrund, diese musste vielmehr zum wiederholten Male als Transfermedium herhalten und diente letztendlich der Zurschaustellung einer Abgrenzung von der verhassten Restlinken (oekos, veganer, globalisierungskritiker etc.) zwecks Begruendung der eigenen (Gruppen-)Identitaet. Solche "Solidaritaet mit Israel" von deutschen Taeter-Enkeln ist nichts anderes als eine neue Form des Antisemitismus. Igitt Igitt.

sauber: ganz tief Greifen in die Schüssel

Hirn-user 17.08.2006 - 01:38
Antisemitismus scharf kritisiert, "also (!) Faschotext". Das soll mal wer toppen. Hallo, Moderation! Gehts noch ganz gut? Sinnvolle Erläuterungen unverstandener Zusammenhänge, z.B. dass die Herrschaften im Vordergrund des Bildes Angehörige der örtlichen jüdischen Gemeinde sind, vergrabt ihr verschämt im Graubereich, und so ein hingerotzter Schwurbel stellt demgegenüber dann eine sinnvolle Ergänzung dar oder was? Leute ej, es gibt noch ein bißchen mehr als anti-antideutsche Nestpflege oder wie immer ich das nun zu verstehen habe.

@Gladenbach

Hölle 17.08.2006 - 05:18
Die Marburger Kindernazis waren nicht bei der Kundgebung. Video ist wie ein Großteil ihrer Meldungen auf der Homepage Hirngespinst.

Trotzdem: Samstag,26.8.06 Manuel Mann aufs Maul! Kein Fußbreit den Nazis!

Grußworte der Antifa Saar

antifasaarprojektak 01.09.2006 - 16:18
www.antifasaar.de.vu