Familie Gündüz/Gündür aus Mannheim abgeschoben

dierotewut 03.08.2006 02:11 Themen: Antirassismus
Familie Gündüz/Gündür trotz Duldung ohne Ankündigung aus Mannheim abgeschoben
Familie Gündüz/Güngor trotz Gefahr der Retraumatisierung abgeschoben!

Die in Mannheim lebende Familie Gündüz / Güngor, bestehend aus der alleinerziehenden Mutter und drei Kindern, wurde heute morgen – trotz einer zweimonatigen Duldung und ohne vorherige Ankündigung - gegen den entschlossenen gewaltfreien Widerstand von 20 UnterstützerInnen vor dem Mannheimer Polizeipräsidium - in die Türkei abgeschoben. Vorher waren die Asylanträge abgelehnt und auch vom Petitionsausschuss ein Bleiberecht verweigert worden.
Dies alles geschah,
obwohl es in den kurdischen Gebieten im Osten der Türkei in den letzten Monaten erneut zu massiven Übergriffen seitens des türkischen Militärs gekommen ist,
obwohl bereits der Ehemann in der Türkei aufgrund seiner politischen Aktivitäten mehrmals inhaftiert und schließlich gefoltert und ermordet wurde.
obwohl auch Frau Gündüz selbst mehrmals festgenommen und misshandelt wurde und dadurch schwer traumatisiert ist, was auch in mehreren ärztlichen Gutachten bestätigt wurde.
Deutsche Behörden hatten schon einmal versucht, die Familie abzuschieben. So erfuhren wir vom Psychosozialen Zentrum in Wiesloch, in dem Frau Gündüz letztes Jahr stationär behandelt wurde, dass die Polizei bereits damals dort auftauchte, um die Mutter der Familie zwangsweise in die Türkei zurück zu bringen. Doch die Ärzte konnten dies noch verhindern.

Mit der heutigen Abschiebung setzt sich das Regierungspräsidium über sämtliche Erkenntnisse von Fachleuten hinweg. Diese stimmen darin überein, dass Menschen mit Traumatisierungen nach Folter und Misshandlungen nur dann eine Chance auf Heilung haben, wenn sie in Sicherheit leben können und nicht in das Land zurückgeschickt werden, in denen sie massive Menschenrechtsverletzungen erlitten haben.

Verantwortlich für die Abschiebung sind nicht nur das Regierungspräsidium, sondern auch Ärzte, die Frau Gündüz bescheinigten, dass sie angeblich reisefähig sei. Der letzte Arzt, der mit Frau Gündüz zu tun hatte, war Dr.Barabasch aus Stuttgart. Er flog zur Unterstützung bei der gewaltsamen Abschiebung der Familie zusammen mit zwei Beamten der Bundespolizei im Flugzeug mit– ein massiver Verstoß gegen den hippokratischen Eid und offenbar auch ein gutes Geschäft.
Frau Kuch, Gemeinderätin der LINKEN LISTE hatte zwischenzeitlich versucht, den Mannheimer Gemeinderat dafür zu gewinnen, sich des Schicksals der Familie anzunehmen; doch Rolf Schmitt, zuständiger Dezernent für die MitarbeiterInnen der Ausländerbehörde, stimmte ihrem Antrag nicht zu – damit war das Thema erledigt. Auch OB Widder, der wiederholt und heute wieder auf die drohende Abschiebung angesprochen wurde, setzte sich nicht für ein Bleiberecht der Familie ein.

Die Abschiebung bedeutet, dass die Familie nach einem mehrjährigen Aufenthalt aus dem bisher gewohnten Umfeld herausgerissen wurde und einem ungewissen Schicksal überlassen wird.
Es ist immer wieder erschreckend, wie mit Menschen umgegangen wird, die hier Schutz vor Folter und Verfolgung gesucht haben und die Opfer einer Politik sind, für die Profit und Machteinfluss am wichtigsten und die Menschenrechte nur störend sind.
Nach wie vor zwingen die Lebensverhältnisse, die wesentlich verursacht sind durch die Politik der reichen Länder - auch der BRD - viele Menschen zur Flucht. Ursachen sind u.a. eine ungerechte Wirtschaftspolitik, Waffenhandel und militärische Interventionen.

Wir protestieren daher gegen die menschenverachtende Abschiebung der Familie Gündüz/Güngor
und setzen uns weiterhin dafür ein, dass Flüchtlinge hier Schutz finden und bleiben können!

Bündnis gegen Abschiebungen Mannheim, www.buendnisgegenabschiebungenmannheim.com
Kontakt Email-Adresse  bleiberechtsbuendnis@web.de
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Ergänzungen

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Zeige die folgenden 3 Kommentare an

Dies alles geschah, — Ausländer

gehts noch? — an claudia

peinliches indymedia — (k)eine inhaltliche Ergän zung?