Krieg im Libanon
Seit dem 12. Juli fallen die Bomben auf den Libanon. Israel will die Hisbollah vernichten, so sagen sie, also eine Partei, die zugegeben die Israelis immer noch am liebsten "ins Meer schmeißen" würde. Anlass war nun die Entführung zweier israelischer Soldaten und die Ermordung acht weiterer. Außerdem reicht es den Israelis, dass Hisbollah immer wieder über die Grenze schießt. Dafür sehen sie es als gerechtfertigt an, ein ganzes Land zu zerstören, ein Land, das sich gerade erst von dem vor 15 Jahren beendeten Bürgerkrieg erholt hatte, in dem gerade erst die verkrusteten politischen Strukturen begannen aufzubrechen. Die vor einem Jahr neu gewählte Regierung in Beirut, hätte Hisbollah entwaffnen müssen, sagen die Israelis.
Dafür mussten hunderte Libanesen bisher sterben, vor allem Zivilisten. Die Israelis haben nicht nur den Beiruter Flughafen, den einzigen für Passagierverkehr, bombardiert, sondern auch alle kleineren, meist militärischen in den vergangenen Jahren ungenutzten Flughäfen. Alle Seehäfen des Landes sind zerstört. Darunter auch erstmals der Hafen von Jounieh, der Nachbarstadt Beiruts mit fast ausschließlich christlicher Bevölkerung. Jounieh war im Bürgerkrieg die stille Hauptstadt der Phalange, der faschistischen Christen-Miliz, die mit Israel verbündet war. Niemals hätte die Hisbollah den Hafen von Jounieh dafür nutzen können, die entführten Soldaten aus dem Land zu schmuggeln, wie Israel diese Bombardements der Infrastruktur rechtfertigt. Am Mittwoch gingen auch erstmals Bomben im Beiruter Christenviertel Ashrafieh nieder - eine Gegend, in der sich nur selten überhaupt Frauen mit Kopftuch verirren, also weit entfernt von allem was Hisbollah auch nur ähnlich sieht.
Damit ist schon jetzt fast die gesamte Infrastruktur des Landes zerstört. Das bedeutet, dass keine Lebensmittel, keine Medikamente, kein Öl mehr ins Land kommen. Zusätzlich haben die Israelis die Stromwerke und zahlreiche Tankstellen bombardiert: Ohne Strom funktioniert die Wasserversorgung schlecht, Generatoren für Ersatzstrom brauchen Benzin. Doch damit nicht genug: Am Dienstag zerstörten die israelischen Bomber die größte Fabrik für Milchprodukte, sowie eine Medikamentenfabrik. In kürzester Zeit wird in dem stark bevölkerten Land also der humanitäre Notstand ausbrechen.
Ich habe selber bis vor einem Jahr in Beirut gelebt. Zusammen mit vielen libanesischen Aktivisten, mit Feministinnen, Schwulenaktivisten, Sozialisten und Anarchisten, habe ich geholfen indymedia beirut aufzubauen. Ich habe die sogenannte Zederrevolution miterlebt und sie kritisiert, weil sie nicht weit genug ging, weil sie das alte System bestehen ließ und dazu gehört auch Hizbollah.
Heute sind jene Aktivisten damit beschäftigt Obdachlosen und Verwundeten zu helfen. Die Regierung versagt gänzlich angesichts des Leids der Ausgebombten. Es ist eine schwache Regierung in einem komplett durchkapitalisierten Staat: Krankenhäuser, Schulen, Waisenheime sind in privater Hand oder katastrophal schlecht. Darum wird die Katastrophe, die Hisbollah in Kauf genommen hat, und Israel nun ohne Rücksicht auf Verluste, auch nicht auf die eigenen, herbeibombt, schon allein in humanitärer Hinsicht zu einer Stärkung der religiösen Gruppierungen führen und ganz vorne weg Hizbollahs. Die Partei Gottes führt die meisten Krankenhäuser!
Aktivisten linker Gruppen, von NGOs, Umweltgruppen und indymedia beirut haben deshalb den Relief Center - Spears ins Leben gerufen. Sie brauchen dringend Spenden für ihre Arbeit. Überweisungen gehen an:
c/o Georges Azzi:
- Bank Name: Credit Libanais SAL Beirut - Agence Sassine
- Swift Code: CLIBLBX
- Client Name: M. Al Azzi Georges Chaker
- Account Number: 0430012080006817356
c/o Bassem Chit:
- Bank Name: SociÈtÈ GÈnÈrale de Banque au Liban - Hamra Branch
- Swift Code: SGLILBBX
- Client Name: Bassem Chit
- Account Number: 007004362092875014 or 007004367092875014
Mehr Berichte auch zu weltweiten Protesten auf:
http://www.electronicintifada.net/lebanon/
http://www.angryarab.blogspot.com/
http://beirut.indymedia.org
Damit ist schon jetzt fast die gesamte Infrastruktur des Landes zerstört. Das bedeutet, dass keine Lebensmittel, keine Medikamente, kein Öl mehr ins Land kommen. Zusätzlich haben die Israelis die Stromwerke und zahlreiche Tankstellen bombardiert: Ohne Strom funktioniert die Wasserversorgung schlecht, Generatoren für Ersatzstrom brauchen Benzin. Doch damit nicht genug: Am Dienstag zerstörten die israelischen Bomber die größte Fabrik für Milchprodukte, sowie eine Medikamentenfabrik. In kürzester Zeit wird in dem stark bevölkerten Land also der humanitäre Notstand ausbrechen.
Ich habe selber bis vor einem Jahr in Beirut gelebt. Zusammen mit vielen libanesischen Aktivisten, mit Feministinnen, Schwulenaktivisten, Sozialisten und Anarchisten, habe ich geholfen indymedia beirut aufzubauen. Ich habe die sogenannte Zederrevolution miterlebt und sie kritisiert, weil sie nicht weit genug ging, weil sie das alte System bestehen ließ und dazu gehört auch Hizbollah.
Heute sind jene Aktivisten damit beschäftigt Obdachlosen und Verwundeten zu helfen. Die Regierung versagt gänzlich angesichts des Leids der Ausgebombten. Es ist eine schwache Regierung in einem komplett durchkapitalisierten Staat: Krankenhäuser, Schulen, Waisenheime sind in privater Hand oder katastrophal schlecht. Darum wird die Katastrophe, die Hisbollah in Kauf genommen hat, und Israel nun ohne Rücksicht auf Verluste, auch nicht auf die eigenen, herbeibombt, schon allein in humanitärer Hinsicht zu einer Stärkung der religiösen Gruppierungen führen und ganz vorne weg Hizbollahs. Die Partei Gottes führt die meisten Krankenhäuser!
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Zedern-Revolution??
Und was lese ich da für Schwachsinn,die Hisbollah bekämpft nur primäre militärische Ziele?!Das geht mit den Katjuschas die sie jahrelang mal hier mal da zum Einsatz brachten ja nun überhaupt nicht,die Dinger orgeln los und das wars,Flachenbombardement,nichts mit Steuerung,die Zielabweichungen liegen in einem Radius von mehreren Kilometern.
So heulen die Dinger dann,statt z.B.in ein Armeecamp,in Wohngebiete rein,oder Opa Kohns Schrebergarten.Immerhin,die Hisbollah schickt keine lebenden Bomben los,das muss man ihnen als nobel anrechnen.
Ansonsten ist es schon erstaunlich was des Menschen Gründergeist doch alles vermag.Nur eine knappe Woche braucht es die Aufbauarbeit von fünfzehn Jahren zu zerstören,man stelle sich mal vor wie wenig Gezänk und Krieg es gäbe wenn es genau umgekehrt wäre
Deutsches/ europäisches Konto
ich wollte nur wissen, ob es auch eine deutsche oder europäische Kontoverbindung für die Spenden gibt, um die Gebühren zu sparen.
Relief Center jetzt online
Ergänzung
www.juedische-stimme.de
hat eine Stellungnahme zur Presseerklärung des Zentralrates der Juden in Deutschland veröffentlicht, der sich gegen die Kriegshandlungen Israels im Gazastreifen und im Libanon wendet."Wir kritisieren den Zentralrat der Juden in Deutschland, der in einer am 14.Juli verbreiteten und vor allem an den Außenminister gerichteten Erklärung, die "einseitige Kritik" an Israel scharf zurückweist. In dieser Kritik wird die Politik Israels blind unterstützt, das halten wir für verantwortunglos. Der zentralrat kann in dieser Frage nicht im namen aller in Deutschland lebender Juden sprechen. Es ist an der Zeit, dass die Internationale Gemeinschaft, allen voran die EU-Regierungen und die USA, sich besinnen und ehe es zu spät ist, die israelische Regierung zwingen, von einem Kriegspfad abzukehren, der schon jetzt außer Kontrolle geraten ist."
Die (1 DIN-4 Seiten lange) Stellungnahme ist die "Einleitung" zu einer Unterschriftenliste, mit der folgende Forderungen an A.Merkel, das Auswärtige Amt, die EU-Komission, die Botschaft der USA und an den UN-Generalsekretär und die Israelische Botschaft in Berlin gestellt werden, mit dem Ziel, dass die Benannten sich für die Zivilbevölkerung des gesamtzen Konfliktgebietes engagieren:
- Beklagen Sie bitte nicht nur die gewaltsamen Übergriffe von Hamas und Hisbollah, sondern tun Sie das Menschenmögliche, um auch die völlig unverhältnismässige militärische Agression Israels im Gaza un im Libanan zu stoppen!
-Sorgen Sie nicht für den Schutz der Menschen in Israel, sondern ebenfalls für einen wirksamen Schutz der Menschen in den besetzten palästinensischen Gebieten und jetzt im Libanon!
-Unterstützen Sie nicht nur die Umsetzung von UN-Resolutionen, die den Interessen Israels entsprechen, sondern verschaffen Sie auch den zahlreichen gegen die israelische Regierungspolitik gerichteten UN-Resolutionen Geltung !
- Tragen sie aktiv zur Lösung des Nahkonflikts bei, indem Sie sich für das Ende der israelischen Besatzung und der völkerrechtswidrigen Siedlungspolitik einsetzzen!
- Engagieren Sie sich ernsthaft und nachdrücklich für die Errichtung eines unabhängigen und lebensfähigen Staates Palästina unter Einbeziehung der gewählten palästinensischen regierung
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Die "Jüdische Stimme" ist die deutsche Sektion der in zehn Nationen wirkenden "European Jews for a Just Peace" und versteht sich als teil der internationalen Solidaritätsbewegung, die Palästina in seinem Kampf für Selbstbestimmung und die Widerstands-und Friedensbewegung in Israel unterstützt.
Um Verbreitung des Aufrufes und das sammeln von Unterschriften wird ausdrücklich gebeten!!!
www.ejjp.org
www.jüdische-stimme.de
c/o Internatinale Liga für Menschenrechte, Greifswalder-Str.4, 10405 Berlin
Unterschriften sollten bis spätestens 31.07 übersandt werden
Ergänzung
To the FREE PEOPLE of the World:
Lebanese Civilians (Christians, Muslims, Druzes & Jews)
Are being SLAUGHTERED
DO NOT TURN YOUR BACK ON US
PRESSURE your government to stop this GENOCIDE!
Please take a moment and sign the “Save the Lebanese Civilians Petition”
What CNN never shows you - Photos ( Vorsicht: Knallhart )
Copyleft-Doku über Beirut
"Der Libanon ist, wie der gesamte "Nahe Osten" , immer wieder Thema in Nachrichtenmeldungen und politischen Diskussionen. Ein Beispiel sind die Massenproteste in Beirut gegen die hohen Ölpreise Mai 2004. Wir hören vereinzelt von Gefangenenaustausch und Verhandlungen zwischen Israel und Hizbollah - und dann wieder von israelischen Luftangriffen. Das Bild über das Leben der Menschen und die heutige soziale Situation in dem einst kriegszerrütteten Land, dessen Bewohner in so viele verschiedene religiöse, politische und soziale Gruppen zersplittert waren - und zum Teil noch sind - ist oft geprägt durch die ehemaligen Kriegsberichterstattungen. Aber wie sieht das Leben, der Alltag und das Verhältnis der Menschen aus den damals verfeindeten Gruppen aus? Was sind ihre Ansichten und Erinnerungen an damals, was ihre Ziele und Wünsche heute und für die Zukunft? Der Film versucht, Einblicke zu geben - auch und gerade dann, wenn diese unseren Bildern und Klischees widersprechen, verwundern, Fragen aufwerfen..."
Alle wollen den Krieg - nur nicht die Bevölke
Alle beteiligten Seiten hatten Interesse an der Entfachung des Feuers: Hamas, um sich innerpalästinensisch zu profilieren. Hisbollah als verlängerter Arm des Iran, um die G8-Konferenz auf bestimmte Bahnen zu lenken. Syrien, weil es seine angeschlagene Präsenz im Libanon deutlich zu machen trachtete. Die USA, die Israel als Verbündeten im "Kampf gegen den Terror" sehen, damit Iran und Syrien eins ausgewischt bekommen. Und Israel, weil es schon lange danach dürstet, im Gaza-Streifen und im Libanon wieder einmal "Ordnung" machen zu dürfen. Die entführten Soldaten spielen inzwischen längst eine untergeordnete Rolle.
www.wiesbadener-kurier.de/politik/objekt.php3?artikel_id=2465071
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
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@ Rote Zora — Bla
Scheiß krieg — undogmatisch
israel will den bürgerkrieg — ybmu
welche schulen — hgdki
Didi und Stulle — Warhead
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Bermerkung zu Verkennung.... — Tedescophobia
von wegen "entführung" — straight egde leftist
Frage zu den Kontoverbindungen — Tobi
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