Katalanisches Referendum mit Missachtung gestraft
Die Katalanen haben sich zwar am Sonntag für mehr Eigenständigkeit der Region von Spanien ausgesprochen, aber wegen der Kritik an dem Text das Referendum meist ignoriert. Nicht einmal die 50prozent Hürde wurde genommen. Nur 49,4 Prozent der mehr als 5 Millionen Wahlberechtigten nahm an der Abstimmung teil. Das waren fast 11 Prozent weniger als 1979, obwohl sie damals sogar an einem Wochentag durchgeführt wurde.
Auch die Befürwortung war wesentlich geringer als 1979. Nun waren es nur noch 74 Prozent der Wähler, die dieser Autonomie das Plazet gaben. Vor 27 Jahren, nach dem Tod des Diktators Franco, waren es noch knapp 88 Prozent. Damals stand das Referendum unter dauernden Putschdrohungen der Militärs, dass sie 1981 einlöste. Abgelehnt haben den Text mehr Personen als 1979. Statt 8 Prozent sagten zu dem neuen Statut fast 21 Prozent "Nein". Gut fünf Prozent wählten zudem ungültig.
Auch wenn die rechtsradikale spanische Volkspartei (PP) nun versucht aus dem Ergebnis Kapital zu schlagen, ist es doch ein Sieg derer, die sich für eine weitgehende Autonomie für Katalonien aussprechen. Gerade weil die PP sich gegen jede Veränderung stellt und nun den Gang vor das spanische Verfassungsgericht angekündigt hat, haben viele trotz massiver Kritik nicht mit ihr gegen den Text gestimmt.
Wie zu erwarten war, haben sich viele Anhänger der Republikanischen Linken Kataloniens (ERC) nicht an der Abstimmung beteiligt oder ungültig gewählt. Die Wähler der Partei, die der Motor für die Neugestaltung der Beziehungen zum spanischen Staat ist, fanden sich in einer Zwickmühle. Der ERC-Slogan: "Katalonien ist mehr wert", konnte nicht ziehen. Ein Nein hätte Wasser auf die Mühlen der PP gespült und Reformvorhaben wären für lange Zeit blockiert worden, weil sich die Erben Francos gegen jede Dezentralisierung wenden.
Die Katalanen nehmen lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Schließlich werden die Finanzierung der Region leicht verbessert und die Autonomierechte etwas ausgeweitet. Der Frust bleibt und wird sich bei den vorgezogenen Neuwahlen zeigen, denn über die Statutenfrage zerbrach die Dreierkoalition der Region. Nachdem die ERC ihren Stimmenanteil 2003 auf 13 Prozent fast verdoppelt hatte, war es erstmals nach der Diktatur möglich, mit einer Linkskoalition die konservativen Nationalisten (CiU) und die PP abzusägen.
Im Herbst dürften vor allem die Sozialisten (PSOE) und die CiU die Rechnung erhalten. Hinter dem Rücken der ERC hatten sie den Text abgespeckt und ein eigenes Steuersystem und die Nationenfrage beerdigt. Beides sah der Ursprungstext noch vor, der letztes Jahr mit 90 Prozent der Stimmen im Regionalparlament verabschiedet wurde.
Die ERC übt sich nun in "Selbstkritik" für ihr Nein. Ihr Chef Josep Lluís Carod Rovira erklärte: "Wir akzeptieren die Ergebnisse und kennen sie vollständig an". Das Nein habe klar verloren. Die geringe Beteiligung zeige, dass dieser Text "keinen Enthusiasmus" freisetze. Man werde deshalb "keinen Endpunkt" unter die nationalen Ansprüche setzen, fügte er an. Dabei handelt es sich mehr um eine Kritik an der Basis. Das Problem der ERC-Führung ist, die für "ungültige Wahl" eingetreten wollte, dass sie in wichtigen Fragen vom Votum lokaler Versammlungen abhängt. Die Basis hatte, nachdem der Ursprungstext auf dem Weg durch das Madrider Parlament "abgehobelt" wurde, die Führung zum Nein und zur Auflösung der Linkskoalition gezwungen.
Die Befürworter für die Eigenständigkeit, die Hunderttausende gegen den nun beschlossenen Text auf die Straßen Barcelonas mobilisierten, weisen diesem Statut nur eine geringe Legitimität zu. Die Tür für wirkliche Veränderungen sei weiter offen. In wenigen Jahren werde sich zeigen, dass die Probleme Kataloniens nicht gelöst wurden. Gezeigt habe sich in 30 Jahren auch, dass man Madrid nicht das letzte Wort haben dürfe, weil dort die Beschlüsse der Katalanen nicht respektiert würden, sagen Vertreter der Plattform "Pel dret a decidir" (Für das Recht zu entscheiden).
Raum hat der spanische sozialistische Ministerpräsident gewonnen. Das Referendum galt auch als Stimmungstest für die Politik von Jose Luis Rodriguez Zapatero. Der Sozialist hat das Thema nun vom Tisch und die große PP wurde über das Ergebnis weiter geschwächt. Er kann sich nun, bis zu den Parlamentswahlen im Frühjahr 2008, ganz dem drängenden baskischen Friedensprozess widmen, gegen den sich PP ebenfalls stemmt.
© Ralf Streck, Donostia-San Sebastian den 20.06.2006
Auch wenn die rechtsradikale spanische Volkspartei (PP) nun versucht aus dem Ergebnis Kapital zu schlagen, ist es doch ein Sieg derer, die sich für eine weitgehende Autonomie für Katalonien aussprechen. Gerade weil die PP sich gegen jede Veränderung stellt und nun den Gang vor das spanische Verfassungsgericht angekündigt hat, haben viele trotz massiver Kritik nicht mit ihr gegen den Text gestimmt.
Wie zu erwarten war, haben sich viele Anhänger der Republikanischen Linken Kataloniens (ERC) nicht an der Abstimmung beteiligt oder ungültig gewählt. Die Wähler der Partei, die der Motor für die Neugestaltung der Beziehungen zum spanischen Staat ist, fanden sich in einer Zwickmühle. Der ERC-Slogan: "Katalonien ist mehr wert", konnte nicht ziehen. Ein Nein hätte Wasser auf die Mühlen der PP gespült und Reformvorhaben wären für lange Zeit blockiert worden, weil sich die Erben Francos gegen jede Dezentralisierung wenden.
Die Katalanen nehmen lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Schließlich werden die Finanzierung der Region leicht verbessert und die Autonomierechte etwas ausgeweitet. Der Frust bleibt und wird sich bei den vorgezogenen Neuwahlen zeigen, denn über die Statutenfrage zerbrach die Dreierkoalition der Region. Nachdem die ERC ihren Stimmenanteil 2003 auf 13 Prozent fast verdoppelt hatte, war es erstmals nach der Diktatur möglich, mit einer Linkskoalition die konservativen Nationalisten (CiU) und die PP abzusägen.
Im Herbst dürften vor allem die Sozialisten (PSOE) und die CiU die Rechnung erhalten. Hinter dem Rücken der ERC hatten sie den Text abgespeckt und ein eigenes Steuersystem und die Nationenfrage beerdigt. Beides sah der Ursprungstext noch vor, der letztes Jahr mit 90 Prozent der Stimmen im Regionalparlament verabschiedet wurde.
Die ERC übt sich nun in "Selbstkritik" für ihr Nein. Ihr Chef Josep Lluís Carod Rovira erklärte: "Wir akzeptieren die Ergebnisse und kennen sie vollständig an". Das Nein habe klar verloren. Die geringe Beteiligung zeige, dass dieser Text "keinen Enthusiasmus" freisetze. Man werde deshalb "keinen Endpunkt" unter die nationalen Ansprüche setzen, fügte er an. Dabei handelt es sich mehr um eine Kritik an der Basis. Das Problem der ERC-Führung ist, die für "ungültige Wahl" eingetreten wollte, dass sie in wichtigen Fragen vom Votum lokaler Versammlungen abhängt. Die Basis hatte, nachdem der Ursprungstext auf dem Weg durch das Madrider Parlament "abgehobelt" wurde, die Führung zum Nein und zur Auflösung der Linkskoalition gezwungen.
Die Befürworter für die Eigenständigkeit, die Hunderttausende gegen den nun beschlossenen Text auf die Straßen Barcelonas mobilisierten, weisen diesem Statut nur eine geringe Legitimität zu. Die Tür für wirkliche Veränderungen sei weiter offen. In wenigen Jahren werde sich zeigen, dass die Probleme Kataloniens nicht gelöst wurden. Gezeigt habe sich in 30 Jahren auch, dass man Madrid nicht das letzte Wort haben dürfe, weil dort die Beschlüsse der Katalanen nicht respektiert würden, sagen Vertreter der Plattform "Pel dret a decidir" (Für das Recht zu entscheiden).
Raum hat der spanische sozialistische Ministerpräsident gewonnen. Das Referendum galt auch als Stimmungstest für die Politik von Jose Luis Rodriguez Zapatero. Der Sozialist hat das Thema nun vom Tisch und die große PP wurde über das Ergebnis weiter geschwächt. Er kann sich nun, bis zu den Parlamentswahlen im Frühjahr 2008, ganz dem drängenden baskischen Friedensprozess widmen, gegen den sich PP ebenfalls stemmt.
© Ralf Streck, Donostia-San Sebastian den 20.06.2006
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Ergänzungen
Dummes Geschwätz von Propagandisten
kommunique von "revolta global"
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
nationalismus
Dummbohrer
nicht ganz
nein, denn der spanische staat ist bzw war dermaßen kastilianisch-zentralistisch organisiert, daß das statut, über das hier abgestimmt wurde, der region ungefähr den status eines deutschen bundeslandes einräumt. "autonomie" klingt zwar ganz groß, aber in spanien wurde die sache bislang auf extrem kleiner flamme gekocht.
es stimmt insofern natürlich, als daß die subventionen, die barca bislang an andalusien etc abdrücken mußte, nunmehr erheblich reduziert werden dürften. aber eben auch bloß auf ein niveau, wie es in deutschland schon längst usus ist, von einer autonomie der teilstaaten a la usa mal ganz zu schweigen.
Leider auch falsch
@Paul
Wovon redest du??
Wovon redest du?? Hast du schon mal versucht in Deutschland zu studieren ohne deutsch zu können.
Es ist in der Tat so, dass jedes deutsche Bundesland mehr Autonomie besitzt als Katalonien oder das Baskenland.
Und hinter dem Amt für Volkshygiene verbirgt sich das Gesundheitsamt.
Das hatten wir Deutsche nicht schon, sondern immer noch.
mehr
Wovon ich rede
Mir ist nicht alles scheißegal
du hast anscheinend ganz andere Probleme und gehörst zudem zur ignoranten Mehrheit.
"Sprachen veramtlicht werden wollen die sonst kein Mensch spricht" Katalan ist nun wirklich keine Sprache die kein Mensch spricht, Katalan wird überall gesprochen und wie du selbst festgestellt hast, kommt man ohne Katalan nicht weit. In Andorra ist Katalan sogar Landessprache. Aber mit deine Logik bist du wahrscheinlich dafür, dass auf Mallorca endlich deutsch als Landessprache eingeführt wird und auch die Polen und Franzosen sollten solch frustrierten Deutschen wie dir mehr entgegenkommen.
Übrigens ist schwäbisch keine Sprache sondern ein Dialekt. Den Unterschied kennst du aber anscheinend nicht. Ich habe z.b. keine Problem wenn ein berliner Richter berlinert. Ein Problem habe ich dann aber mit Typen die ihm das verbieten wollen.
Wie man aber mit mehreren Landessprachen umgehen kann, kannst du dir ja mal in der Schweiz anschauen, dann brauchst auch du keine Angst haben, dass man dich vor Gericht nicht mehr versteht.
@ „Warhead“ 21.06.2006 11:03
Das stimmt nicht. An der Universität Barcelona wie der der Balearen wird in beiden Sprachen gelehrt, außerdem gibt es auch Vorlesungen in Englisch, wie den Webseiten der Universitäten zu entnehmen ist:
„Catalan and Spanish courses
- At the UIB, there are two official languages: Catalan and Spanish. As a result, the International Office programmes language courses for mobility students in both Catalan and Spanish....“ -
Sie hat wie die von Barcelona auch eine Webseite auf spanisch –
Katalunien in den Händen der Nationalisten
Kinder, Jugendlichen und Fachakdemiker, schreiben ein miserables Spanisch, und das aus guten Gründen: sie haben die spanische Sprache nie in den Schulen gelernt. Das Fernsehen ist spanischfeindlich. Spanien ist für die entsprechende nationalistische Regierung ein Uebel zu bekämpfen. Sie verachten Spanien und die gemeinsame Gesichte. Wollen Sie englisch lernen? Kein Problem; Es ist ein ofizielles Fach. Wollen Sie als Spanier, Ausländer, oder Katalane spanisch lernen? Pech gehabt: die Schuluntericht wird von Kindesalter an in katalanisch abgehandelt. Aber die Nationalisten der Regierun (en) sind in der Lage spanische Kurse für Auslander zu gestalten. So ist der Zinismus und die Schande: sie verbieten spansich pür die Bevölkerung und bitten Sie die feindliche Sprache für Ausländer...
Ausserdem sind die absolute Mehrheit der spanische Pflagen (genauso gleich in Baskenland) verbannt worde. KEINE SPANISCHE PFLAGE IN DER MEHRHEIT DER GEMIENDEN KATALUNIENS. Und noch etwas dazu, wer nicht einverstanden ist, wird sofort als Fascist, rechextremist oder "españolista" betitelt.
In 1937 Katalunien versuchte mit Frankreich eine Einmischung Frankreich in der spanischen Bürgerkrieg, deren Ziel wäre dei Besatzun Spanien durch Frankreich und die Abhängigkeit Katalunien. Das selbe Tat die vasquesche Regierung, aber dieses Mal mit England.
So ist die schöne Demokratie: mit Franco Diktatur; mit den Nationalisten Vasken terror, und mit den Katalanen Verfolgung der wahren Gesichte.
Ich wohne seit langer Zeit n Katalunien...
Rumi Alcorta