Mahlower Nazi-Opfer kündigt Selbstmord an
Nach zehn Jahren Überlebenskampf kündigt das Mahlower Nazi-Opfer Noel Martin für den 23.07.2007 seinen Freitod an.
HIMMEL AUF ERDEN
Das steht an einem Haus in Mahlow in Brandenburg, bei dem Noel Martin noch mitgeholfen hat, es zu verputzen. Das war bevor z.T. minderjährige Nazi-Skins einen Stein auf sein Auto warfen und er die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Seit diesem Tag, dem 16.Juni 1996 ist er, fast vom Hals ab, querschnittsgelähmt.
"Meine letzte Freiheit ist der Tod"
Seitdem kämpft er um ein bisschen Lebensqualität, gerade einmal die Schultern kann der, vormals sportliche, lebensfrohe Mann, noch bewegen.
Ein weiteren Schicksalsschlag erlitt er, als seine Frau vor sechs Jahren starb.
Von den Bürgern kamen alle möglichen Reaktionen: von bürgerlich-reformistischen Lippenbekenntnissen, "Eis essen gegen Nazis"-Aktionen, Mitleid, z.B. von kirchlicher Seite und echter Solidarität war alles dabei.
Eine starke Linke gibt es immer noch nicht in Mahlow, die Offiziellen der Stadt behaupten im Ort waären Rechte "Einzelfälle" und das es in Mahlow kein Problem mehr mit Neonazis gäbe. Wers glaubt... Manche Bürger von Mahlow reagieren sogar gereizt, werden sie auf das Thema angesprochen. "Lassen sie das mal!" oder "Nach zehn Jahren ists ja auch mal gut!", solche Sätzen lassen sie los, empört das ihr kleines, friedliches, normales Städtchen immer noch in der Öffentlichkeit steht, für sein offensichtliches Naziproblem.
Anscheinend will auch in Mahlow niemand das Problem Rechtsextremismus radikal, offensiv und revolutionär angehen.
All das interessiert Noel Martin, der sich nach seiner Verletzung immer wieder gegen Rassismus einsetzte nicht mehr. Er hat keinen Lebenswillen mehr , an seinem Geburtstag nächstes Jahr wird sich der Brite mit Hilfe einer Sterbehilfeorganisation das Leben nehmen.
Ostdeutsche revolutionäre Linke sind jetzt gefordert. Wir müssen seine Entscheidung akzeptieren, aber wir müssen auch den Finger in die Wunde Mahlows legen und sagen: Wenn ihr schon nichts macht, machen wir was!
Zwei Tage im Juli diesen und nächsten Jahres bieten sich ja für eine Kranzniederlegung, einer Trauerdemo und einer Mahnwache an
Wut und Trauer zu Widerstand
Das steht an einem Haus in Mahlow in Brandenburg, bei dem Noel Martin noch mitgeholfen hat, es zu verputzen. Das war bevor z.T. minderjährige Nazi-Skins einen Stein auf sein Auto warfen und er die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Seit diesem Tag, dem 16.Juni 1996 ist er, fast vom Hals ab, querschnittsgelähmt.
"Meine letzte Freiheit ist der Tod"
Seitdem kämpft er um ein bisschen Lebensqualität, gerade einmal die Schultern kann der, vormals sportliche, lebensfrohe Mann, noch bewegen.
Ein weiteren Schicksalsschlag erlitt er, als seine Frau vor sechs Jahren starb.
Von den Bürgern kamen alle möglichen Reaktionen: von bürgerlich-reformistischen Lippenbekenntnissen, "Eis essen gegen Nazis"-Aktionen, Mitleid, z.B. von kirchlicher Seite und echter Solidarität war alles dabei.
Eine starke Linke gibt es immer noch nicht in Mahlow, die Offiziellen der Stadt behaupten im Ort waären Rechte "Einzelfälle" und das es in Mahlow kein Problem mehr mit Neonazis gäbe. Wers glaubt... Manche Bürger von Mahlow reagieren sogar gereizt, werden sie auf das Thema angesprochen. "Lassen sie das mal!" oder "Nach zehn Jahren ists ja auch mal gut!", solche Sätzen lassen sie los, empört das ihr kleines, friedliches, normales Städtchen immer noch in der Öffentlichkeit steht, für sein offensichtliches Naziproblem.
Anscheinend will auch in Mahlow niemand das Problem Rechtsextremismus radikal, offensiv und revolutionär angehen.
All das interessiert Noel Martin, der sich nach seiner Verletzung immer wieder gegen Rassismus einsetzte nicht mehr. Er hat keinen Lebenswillen mehr , an seinem Geburtstag nächstes Jahr wird sich der Brite mit Hilfe einer Sterbehilfeorganisation das Leben nehmen.
Ostdeutsche revolutionäre Linke sind jetzt gefordert. Wir müssen seine Entscheidung akzeptieren, aber wir müssen auch den Finger in die Wunde Mahlows legen und sagen: Wenn ihr schon nichts macht, machen wir was!
Zwei Tage im Juli diesen und nächsten Jahres bieten sich ja für eine Kranzniederlegung, einer Trauerdemo und einer Mahnwache an
Wut und Trauer zu Widerstand
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Ergänzungen
Berliner Zeitung
Brite ist seit rechter Attacke im Juni 1996 gelähmt
BIRMINGHAM. Die beiden jungen Männer, die am 16. Juni vor zehn Jahren in Mahlow (Teltow-Fläming) einen schweren Feldstein auf das Auto dreier britischer Arbeiter warfen, haben ihre Haftstrafen verbüßt. Das Auto prallte damals gegen einen Straßenbaum. Zwei Insassen wurden leicht verletzt, ihr Kollege Noel Martin aber ist seit diesem Tag vom Hals abwärts gelähmt. Entschuldigt haben sich die Täter, die aus ihrem Fremdenhass keinen Hehl machten, nie bei ihrem Opfer.
Jetzt hat Noel Martin in Birmingham angekündigt, im Sommer nächsten Jahres freiwillig aus dem Leben scheiden zu wollen. Er wolle mit Unterstützung einer Sterbehilfeorganisation in Würde sterben und nicht elendig verrecken, ließ er mitteilen. Das Leben hat für Noel Martin seinen Sinn verloren. Rund um die Uhr ist er auf Hilfe angewiesen, das Waschen und Anziehen dauert Stunden. Um eine Rente musste er lange kämpfen.
Seine Frau Jacky, die ihn lange betreute, starb im Jahr 2000 an Krebs. Er hat sie in seinem Garten begraben lassen. "Ich lebe nicht mehr, ich existiere nur noch", sagte er unlängst einem Korrespondenten.
Am Freitagabend, dem zehnten Jahrestag des Überfalls, war in Mahlow eine Kundgebung geplant. Einwohner wollten gegen rechtsextreme Gewalt protestieren und ihre Solidarität mit Noel Martin bekunden. Er war eingeladen zu kommen. Doch er hat keine Kraft mehr zu reisen. Vor fünf Jahren noch führte der Brite, der sich mit einem Fonds gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit engagiert, eine Demonstration in Mahlow an.
Die diesjährige Kundgebung sollte Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit sein. Für diesen Sonntag ist im benachbarten Blankenfelde ein Fest der Kulturen geplant. Eine Ausstellung mit Porträts von 131 Opfern rechtsextremistischer Gewalt wird in der nächsten Woche im Bürgerhaus Dahlewitz eröffnet.
Noch heute lassen sich manche in Mahlow, einem Villenvorort von Berlin, nur ungern an den sinnlosen Überfall erinnern, der die Gemeinde auf schreckliche Weise weltweit bekannt machte. Noel Martin weiß das. In einer Grußbotschaft appelliert er an die Menschen: "Geht gegen den Rechtsextremismus auf die Straße." So könne auch das Negativ-Image Brandenburgs, ein Hort des Rechtsextremismus zu sein, korrigiert werden. (sj.)
Berliner Zeitung, 17.06.2006
Dummes Zeug, Freud!
2. Absoluter Schwachsinn, dass Suizide nicht angenkündigt werden. Hat es schon häufig gegeben und dennoch waren die Leute hinterher tot.
ein klein wenig Rachegefühl...
@. 16.06.2006 22:55
Naziaktivitäten in Blankenfelde-Mahlow
von Autonome Antifa Teltow-Fläming - 15.06.2006 13:02
TV-Bericht über Noel Martin
Panorama auf ARD vom Donnerstag 10.08.2006 21.45 Uhr
Format: wmv Länge: 07:18 min. Größe: 25,2 MB
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
voll geil, wie ihr einen anner macke habt!
re
martin sagt das selbst. er hat keinen bock mehr.
na ja
Tu es nicht, Noel !
GIB NICHT AUF NOEL !
Sinn des Lebens
Dass sich Noel umbrigen will, das kann ich verstehen. Ich denke in seiner Lage hat er nicht wirklich viele Perspektiven. Vom Hals an Gelähmt zu sein ist einfach scheiße, und da macht das Leben keinen Spass mehr. Du kannst nicht mal hinsitzen und musst im Bett vor dir hinvegetieren.
Ich kenne zumindest einen Fall sehr gut, der vom Alpinisten und Bergsteiger wegen einer schweren Krankheit zum querschnittsgelähmten Pflegefall wurde, weil der Krebs seine Wirbelsäule zugewuchert hatte. Der konnte seine letzten Tage nur mit künstlichem Darmausgang und künstlicher Beatmung leben. Seine Schmerzen waren so stark, dass sie selbst mit Morphium kaum noch zu ertragen waren, und er war froh, dass er irgendwann in Frieden einschlafen konnte.
Seine Patientenverfügung, die er vor der Krankheit schon unterschrieben hatte und die es den Ärtzten verboten hat ihn für Ewigkeiten an einer Maschine im Koma zu halten, die hat er mehrfach bestätigt, selbst an seinem letzten Lebenstag hat er sowas nicht gewollt.
Medizinisch wär das kaum noch ein Problem - da kannst du ziemlich viel machen...
Und @tut nix zur sache:
Das ganze Leben ist ohne Sinn. Auch wenn der Mensch immer und immer wieder vergeblich versucht einen Solchen zu entdecken. Dieser Sinn des Lebens steht einfach außerhalb jeder Erkenntnismöglichkeit!
Das Leben eines jeden Menschen beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod, danach ist nichts mehr. Und sollte es etwas wie ein Leben nach dem Tod geben, so hat das keinerlei wahrnehmbaren Einfluss auf das Leben vor dem Tod. Und was "danach" kommt - wenn etwas kommt - das kann dir keiner sagen. Der Mensch hat in seiner Angst vor der Sinnlosigkeit allerhand Religionen und Mythen erfunden, die ihm die Sinnlosigkeit erträglicher oder ganz vergessen machen.
Aber der Tod als Ende des Lebens ist nicht zwangsläufig für jeden Menschen das schlimmste, das es geben muss. Manchmal kann der Tod auch Erlösung aus einem schrecklichen Leiden sein - solange man selbst diesen Weg gewählt hat!
Selbsttötung/Selbstmord/wieauchimmer ist also in manchen Fällen durchaus eine Option. Vor allem dann, wenn man als Mensch nicht mehr die Chance hat an seinen Verhältnissen etwas zu ändern und wenn es auch von außen keine Möglichkeit zur Änderung gibt und wenn das Leben nicht mehr aus Freude, Liebe usw. besteht sondern nur noch aus Drogenrausch (z.B. Schmerzmittel wie Morphium), Verzweiflung und unerträglichem Schmerz.
Es ist bitter...
Um das aufzugreifen, was "Liberaler" und "..." hier diskutiert haben: Es ist ein Unterschied, ob Rassisten/Faschisten/Nazis einen Menschen angreifen aufgrund dessen Hautfarbe/Herkunft oder ob IRGENDWER IRGENDWO Opfer IRGENDEINES Verbrechens wird (auch wenn das häufig sehr schlimm ist). Insofern hat "..." (übrigens sehr origineller Name!) Recht. Allerdings scheint sich der Typ mit den drei Punkten in einer anderen Welt aufzuhalten...es gibt sehr häufig rassistisch motivierte Verbrechen von Nicht-Deutschen. Die Opfer können viele sein: Andere Nicht-
Deutsche aufgrund ihrer Herkunft oder aber auch Deutsche. Sowas kommt häufiger mal vor, dass zB jemand von einer Gruppe Menschen zusammengelattet wird, weil er Deutscher ist (oder als solcher identifiziert wird). Noch häufiger sind Auseinandersetzungen zwischen türkisch- und russischstämmigen "Gangs". Nicht selten sind zB auch antisemitische Attacken von türkisch- oder arabischstämmigen Menschen auf (tatsächliche oder vermeintliche) Juden. Siehe Frankreich.
Es ist halt eben nicht so einfach, dass man zwischen "Guten" (Linke, Ausländer, alle anderen Minderheiten) und "Bösen" (Nazis und alles rechts von der PDS) unterscheidet. Rassismus gibts leider überall...auch bei Nicht-Deutschen. Schade.
Solidarische Grüße, Ali
....
scheiße
es macht mich unheimlich traurig, aber es nährt auch meinen hass und aktionismus.
demo in mahlow: 23.07.2006 und 20007, das wärs doch!