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Bayreuth: Nazikongress vom 09. - 11. Juni

art-nb 06.06.2006 16:51
Vom 09. - 11. Juni soll in Bayreuth der "4. Freiheitliche Kongress des Deutsche Stimme Verlages stattfinden. Ort des Geschehens soll das "Arvena-Kongresshotel sein, in dem sich die rechtsextremistische "Gesellschaft für freie Publizistik" seit 2001 trifft und auch der Deutsche Stimme Kongress fand bereits letztes Jahr in diesen Räumlichkeiten statt.

Im Folgenden dokumentieren wir den Demonstrationsaufruf eines Bündnisses bestehend aus der Antifa Initiative Bayreuth, den Jusos Bayreuth sowie v.erdi.
Für das Wochenende vom 09.-11. Juni 2006 lädt die NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“ zu ihrem „Freiheitlichen Kongress“ nach Bayreuth ein. Bereits im letzten Jahr fand dieser unter dem Motto, „Deutschland wird leben - Nationaler Aufbruch im 21. Jahrhundert“ im ARVENA-Kongresshotel statt. Auf dem Programm standen Vorträge zu den Themen „Der Bombenholocaust von Dresden“, „Geheimakte Rudolf Heß“ und zur sogenannten „Befreiungslüge“. Als kulturelles „Schmankerl“ durfte der wegen Volksverhetzung vorbestrafte Nazi-Liedermacher Frank Rennicke auftreten.

Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche hochrangige NPD-Funktionäre und Abgeordnete des sächsischen Landtages erwartet. Außerdem soll in diesen Jahr der Vorsitzende der nationalistischen British Nationalist Party, Nick Griffin, sprechen. Die BNP konnte kürzlich durch rassistische Hetze bei den Kommunalwahlen in England erschreckende Wahlerfolge feiern und unterhält seit Jahren enge Verbindungen zur NPD.

Das ARVENA-Kongresshotel ist nicht zum ersten Mal Ausrichtungsort rechter Tagungen. Erst im April 2006 fand dort der Jahreskongress der „Gesellschaft für freie Publizistik“ statt, und das zum fünften Mal in Folge! Die GFP wurde 1960 unter Führung des ehemaligen stellvertretenden Reichspressechefs der NSDAP und anderen ehemaligen NS-Funktionären gegründet. Ihr Ziel ist es, des (Rechts-) „Extremismus“ „verdächtigte“ Verlage und „mundtot gemachte“ Schriftsteller zu fördern. Zu letzteren zählt die GFP offenbar auch den britischen Holocaustleugner David Irving, der auf ihrer Website als Referent geführt wird. Verantwortlicher der Website ist der wissenschaftliche Mitarbeiter der sächsischen NPD Landtagsfraktion Andreas Molau.

Bisher konnte sich die braune Gesellschaft ungestört und unbemerkt in Bayreuth treffen. Es gab keinen Widerstand. Gerade aus diesem Grund hat sich wohl auch die NPD Bayreuth als Tagungsort ausgewählt.

Damit das nicht so bleibt, rufen wir in diesem Jahr zur Demonstration gegen das braune Spektakel auf!

Und auch in Zukunft werden wir keine derartigen Veranstaltungen mehr ungestört über die Bühne gehen lassen!


Treffpunkt: 14.00 Uhr Sternplatz/Marktplatz
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Ergänzungen

sorry

ergänzer 06.06.2006 - 17:11
die demo is am samstag!!!

um alle Unklarheiten zu beseitigen:

juppeidie 07.06.2006 - 00:50
Am samstag, 10.06.06, 14 Uhr, Sternplatz (Marktplatz), 95444 Bayreuth

Tummelplatz des rechten Randes

junge Welt 07.06.2006 - 16:37
Deutsche Stimme und »Gesellschaft für freie Publizistik« machen sich in der Wagnerstadt Bayreuth breit

Hans Daniel


Noch ehe sich die »Reichen und Schönen« des Landes aufmachen, um sich am 25.Juli bei der Eröffnung der diesjährigen Wagner Festspiele zu präsentieren, wird der Verlag des NPD-Leitorgans Deutsche Stimme in der »Stadt Richard Wagners und der nationalen Festspiele« ein Gastspiel geben. Vom 9. bis 11. Juni soll im Arvena-Hotel der diesjährige »Freiheitliche Kongreß« der Parteizeitung stattfinden. Die rechte Stimmung vor Ort hat es den Rechten offensichtlich angetan. Im März vergangenen Jahres fand hier bereits der 3. Kongreß des Blattes unter dem Motto statt: »Deutschland wird leben – Nationaler Aufbruch ins 21. Jahrhundert«. Das Hauptreferat war »Der Befreiungslüge trotzen – Deutschlands Unterwerfung und Wiederauferstehung«.

Auch die nicht minder braune »Gesellschaft für freie Publizistik«, der vorwiegend Verleger, Publizisten und Buchhändler aus dem rechten Spektrum angehören, hat ihr Herz in Bayreuth verloren. In den Vorankündigungen werden ihre Veranstaltungsorte zwar seit Jahren konspirativ mit »im Raum Frankfurt« beschrieben, aber auch 2006 war, vom 28. bis 30.April, das Hotel Arvena Austragungsort. »Sturm auf Europa – Im Fadenkreuz von Masseneinwanderung und Amerikanisierung« war das Thema. Guillaume Faye sprach zum Thema »Wofür wir kämpfen« und verkündete den 500 Teilnehmern das »Manifest des europäischen Widerstandes«.

Die 1960 vom ehemaligen stellvertretenden Reichspressechef der NSDAP, Helmut Sündermann und weiteren faschistischen Propagandisten gegründete Gesellschaft stellt laut »Informa­tionsdienst gegen Rechtsextremismus« programmatisch diese Themen in den Vorgrund: »Relativierung der Kriegsschuld, Leugnung des Holocaust, Ausländerfragen sowie Meinungsfreiheit für die nationale Publizistik«. In den Verfassungsschutzberichten wird sie seit Jahren als »die bedeutendste rechtsextremistische Kulturvereinigung« bezeichnet. Es bestehen enge Beziehungen zur NPD, zum revanchistischen Witikobund, zu Autoren von Zeitschriften wie Junge Freiheit oder Nation und Europa. Ernst Molau, einer der Spitzenleute des Vereins, kommt von der Jungen Freiheit.

Da die braunen Gäste bislang weder Mobiliar zerstört noch Gläser geklaut haben, hat die Hotelleitung keine Probleme mit Veranstaltungen dieser Art. Der Nordbayerische Kurier zitiert Direktorin Marlene Kessler mit den Worten: »Solange sich Hotelgäste ordentlich benehmen, habe ich keinen Grund, sie abzuweisen.« Sie macht sich aber »durchaus Gedanken und hat deswegen auch schon schlecht geschlafen«. Dies jedoch nicht wegen der Geisteshaltung der anrüchigen Gäste. »Wenn allerdings zu befürchten sei, daß das Hotel Austragungsort von Protestaktionen gegen die Rechten wird, werde sie das Treffen absagen«, heißt es im Kurier.

Das Blatt zitiert ferner aus den Geschäftsbedingungen des Hotels. Danach ist der Rücktritt von einem Vertrag möglich, wenn die Veranstaltung »den reibungslosen Geschäftsbetrieb, die Sicherheit oder das Ansehen des Hotels in der Öffentlichkeit gefährden kann«.


 http://www.jungewelt.de/2006/06-07/011.php

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