Hartzer Käse - Epilog
Dies ist der Start einer Artikelserie zum Thema Hartz IV. Nun werden sich einige fragen "Hartz ? Wurde dazu nicht schon alles gesagt ?". Nein, bei weitem nicht. Mainstreammedien und Politiker reduzieren das gesamte Thema Langzeitarbeitslosigkeit / Hartz IV auf angeblich arbeitsunwillige "Hartzer", "Sozialbetrüger" und angeblich notwendige Kürzungen.
Und zwar Kürzungen des ohnehin schon geringen ALGII. Wahre Kostenfaktoren, wie z.B. die seit Jahren existierende "Arbeitslosenindustrie" kommen jedoch nicht zur Sprache.
Zu Beginn des Jahres 2005 trat Harz IV in Kraft und die Verarmung eines grossen Teils der Bevölkerung wurde in die Wege geleitet. Es wurde quasi die Enteignung derjenigen beschlossen, die Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt hatten. Eigentlich war es ja zuvor so, daß man zu Zeiten in denen man Arbeit hatte in die Arbeitslosenversicherung einzahlte um im Falle eintretender Arbeitslosigkeit nicht in der Sozialhilfe zu landen. Über Jahrzehnte hinweg galt dies und Arbeitnehmer zahlten fleissig ein, in der Hoffnung, daß man dem Staat und seinen Versprechen trauen könnte. Dies fand mit in Kraft treten der sogenannten Hartz IV Reform ein jähes Ende. Arbeitnehmer, die das Pech haben länger als ein Jahr arbeitslos zu sein, bekommen danach nur noch Leistungen auf Höhe der einstigen Sozialhilfe. Man kann dies mit Fug und Recht als Betrug an jenen Bezeichnen, die jahrelang in die Arbeitslosenversicherung einzahlten und glaubten dadurch den Abstieg in die Sozialhilfe vermeiden zu können.
Was würde wohl mit einem am freien Markt agierenden Versicherungunternehmen passieren, wenn es dem Versicherten über Jahre bestimmte Leistungen im Versicherungsfall verspricht, dann aber auf die Idee kommt, daß man sich an Versprechungen nicht unbedingt halten müsse. Dieses Versicherungsunternehmen würde wohl vor Gericht landen. Nicht so die Verantwortlichen für den Versicherungsschwindel der Arbeitslosenversicherung. Die Verantwortlichen für diese "Reformen" werden gar als Wohltäter gepriesen.
Ich werde im Laufe dieser Artikelserie unter dem Namen "Hartzer Käse" den Gründen für die Einführung der Hartz Reformen, den wahren Nutzniessern und nicht zuletzt den Folgen für die Betroffenen auf den Grund gehen. Wer profitiert, wer verliert ? Die Verliererseite zu identifizieren ist die leichteste Übung. Jedoch gibt es viele, die an der planmässigen Verarmung der Arbeiterschaft in Deutschland interessiert sind und daraus grossen Nutzen ziehen.
Vielen, höchstwahrscheinlich auch den meisten verantwortlichen Politikern ist nicht bekannt, daß es seit Jahren eine Art Industrie gibt, die sich allein am Umstand, dass Arbeitslosigkeit existiert dumm und dämlich verdienen. Firmen, die ihre Existenzgrundlage verlieren würden, würde die Arbeitslosenquote massiv sinken. Und nun bitte tief durchatmen: Exakt diese Firmen und Organisationen werden von ARGEs und Arbeitsagentur damit beauftragt Menschen in Arbeit zu bringen. Das klingt blödsinnig, und das ist es auch. Wer wird schon Fleiss und Arbeit darauf verwenden seine eigene Existenzgrundlage zu vernichten ? Die Unternehmen und Organisationen der Arbeitslosenindustrie erhalten schon obszön zu nennende Gelder von ARGEs und Arbeitsagentur dafür, daß sie meist nichts tun. Diese Unternehmen und Organisationen agieren teils schon seit Jahren oder gar Jahrezehnten im Marktsegment Arbeitslosenindustrie und verschlingen Unmengen Geld, das eigentlich dafür gedacht war, Arbeitslosigkeit aktiv zu beseitigen.
Womit wir bei einem weiteren Punkt sind, der in dieser Artikelserie beleuchtet werden soll: Welche Möglichkeiten gibt es real möglichst vielen Menschen einen Arbeitsplatz zu verschaffen ? Ist das überhaupt möglich ? Politiker aller Fraktionen bestätigen offen, daß eine Vollbeschäftigung in Deutschland auch auf längere Zeit nicht möglich ist. Die fortschreitende Automatisierung im Produktions- und Dienstleistungsbereich macht mehr und mehr Arbeitsplätze schlichtweg überflüssig. Wäre ein Umdenken, weg von der unbedingten Notwendigkeit der Lohnarbeit zum Lebensunterhalt nicht dringend angesagt ?
Die sogenannten Hartz Reformen sollen nach Aussage der Befürworter mehr Menschen in Arbeit bringen. Vergessen wir mal den vorherigen Absatz und nehmen einfach einmal an, es gäbe genug Arbeitsplätze um den Grossteil der heutigen ALGII Bezieher in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln. Ist Hartz IV wirklich geeignet Menschen in die Lage zu versetzen wieder in Lohn und Brot zu kommen ? Ich bezweifle dies aus mehreren Gründen. Es gibt einige triftige Gründe weshalb ein Langzeitarbeitsloser, der beim ALGII gelandet ist, wenig bis garkeine Chancen hat je wieder eine geregelte Arbeit zu bekommen. Und daran trägt er meist selbst keine Schuld. Auch die u.U. lange Zeit "ausserhalb des Jobs" dürfte wohl das geringste Problem sein, das sich einem zur Arbeitsaufnahme gewillten "Hartzer" stellt. Zwar verlangt z.B: die Arbeitsagentur dem ALGII Empfänger z.B. ein grosses Mass an Mobilität bei der Wahl des Arbeitsplatzes ab, niemand fragt aber, wovon der Arbeitslose eventuelle Reisen zum Vorstellungsgespräch bezahlen soll. Auch sind viele Arbeitgeber von einem Bewerber, der halt so gekleidet ist, wie es ALGII nunmal erlaubt, nicht gerade begeistert. Dies sind Dinge, die unsere Herren Politiker und Strategen gern übersehen, wenn sie von faulen und arbeitsunwilligen ALGII Beziehern sprechen.
Bringen wir es auf den Punkt: Hartz IV ist absolut ungeeignet um mit den aktuellen Problemen am Arbeitsmarkt fertig zu werden. Es werden schlichtweg keine Arbeitsplätze geschaffen, Arbeitsanreize geboten (soweit diese nötig sind) und es kostet täglich mehr Geld. Dies liegt nachweislich nicht an den immerwieder als Schreckgespenst herbeigeredeten "Sozialschmarotzern", es liegt nicht am angeblichen Unwillen vorhandene Arbeitsplätze anzunehmen. Die hohen und ständig steigenden Kosten der kärglichen Überreste unseres Sozialsystems sind die Folge nicht zuende gedachter Planspiele, die völlig an der Realität vorbei und einsitig zum Nutzen der Wirtschaft durchgeboxt wurden. Die hohen Kosten sind die Folge einer nicht an den Fakten orientierten Denkweise der Verantwortlichen, die die wahren Kostenfaktoren entweder nicht erkennen kann oder will.
Ich werde diesen, hier lediglich als Übersicht behandelten Themenkomplex in den weiteren Teilen dieser Artikelserie von mehreren Seiten und im Detail beleuchten.
Für Anregungen, Tips und Korrekturen, sowie die Zusendung weiterer Fakten, bin ich wie stets dankbar. Meine E-Mailadresse steht unten.
Zu Beginn des Jahres 2005 trat Harz IV in Kraft und die Verarmung eines grossen Teils der Bevölkerung wurde in die Wege geleitet. Es wurde quasi die Enteignung derjenigen beschlossen, die Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt hatten. Eigentlich war es ja zuvor so, daß man zu Zeiten in denen man Arbeit hatte in die Arbeitslosenversicherung einzahlte um im Falle eintretender Arbeitslosigkeit nicht in der Sozialhilfe zu landen. Über Jahrzehnte hinweg galt dies und Arbeitnehmer zahlten fleissig ein, in der Hoffnung, daß man dem Staat und seinen Versprechen trauen könnte. Dies fand mit in Kraft treten der sogenannten Hartz IV Reform ein jähes Ende. Arbeitnehmer, die das Pech haben länger als ein Jahr arbeitslos zu sein, bekommen danach nur noch Leistungen auf Höhe der einstigen Sozialhilfe. Man kann dies mit Fug und Recht als Betrug an jenen Bezeichnen, die jahrelang in die Arbeitslosenversicherung einzahlten und glaubten dadurch den Abstieg in die Sozialhilfe vermeiden zu können.
Was würde wohl mit einem am freien Markt agierenden Versicherungunternehmen passieren, wenn es dem Versicherten über Jahre bestimmte Leistungen im Versicherungsfall verspricht, dann aber auf die Idee kommt, daß man sich an Versprechungen nicht unbedingt halten müsse. Dieses Versicherungsunternehmen würde wohl vor Gericht landen. Nicht so die Verantwortlichen für den Versicherungsschwindel der Arbeitslosenversicherung. Die Verantwortlichen für diese "Reformen" werden gar als Wohltäter gepriesen.
Ich werde im Laufe dieser Artikelserie unter dem Namen "Hartzer Käse" den Gründen für die Einführung der Hartz Reformen, den wahren Nutzniessern und nicht zuletzt den Folgen für die Betroffenen auf den Grund gehen. Wer profitiert, wer verliert ? Die Verliererseite zu identifizieren ist die leichteste Übung. Jedoch gibt es viele, die an der planmässigen Verarmung der Arbeiterschaft in Deutschland interessiert sind und daraus grossen Nutzen ziehen.
Vielen, höchstwahrscheinlich auch den meisten verantwortlichen Politikern ist nicht bekannt, daß es seit Jahren eine Art Industrie gibt, die sich allein am Umstand, dass Arbeitslosigkeit existiert dumm und dämlich verdienen. Firmen, die ihre Existenzgrundlage verlieren würden, würde die Arbeitslosenquote massiv sinken. Und nun bitte tief durchatmen: Exakt diese Firmen und Organisationen werden von ARGEs und Arbeitsagentur damit beauftragt Menschen in Arbeit zu bringen. Das klingt blödsinnig, und das ist es auch. Wer wird schon Fleiss und Arbeit darauf verwenden seine eigene Existenzgrundlage zu vernichten ? Die Unternehmen und Organisationen der Arbeitslosenindustrie erhalten schon obszön zu nennende Gelder von ARGEs und Arbeitsagentur dafür, daß sie meist nichts tun. Diese Unternehmen und Organisationen agieren teils schon seit Jahren oder gar Jahrezehnten im Marktsegment Arbeitslosenindustrie und verschlingen Unmengen Geld, das eigentlich dafür gedacht war, Arbeitslosigkeit aktiv zu beseitigen.
Womit wir bei einem weiteren Punkt sind, der in dieser Artikelserie beleuchtet werden soll: Welche Möglichkeiten gibt es real möglichst vielen Menschen einen Arbeitsplatz zu verschaffen ? Ist das überhaupt möglich ? Politiker aller Fraktionen bestätigen offen, daß eine Vollbeschäftigung in Deutschland auch auf längere Zeit nicht möglich ist. Die fortschreitende Automatisierung im Produktions- und Dienstleistungsbereich macht mehr und mehr Arbeitsplätze schlichtweg überflüssig. Wäre ein Umdenken, weg von der unbedingten Notwendigkeit der Lohnarbeit zum Lebensunterhalt nicht dringend angesagt ?
Die sogenannten Hartz Reformen sollen nach Aussage der Befürworter mehr Menschen in Arbeit bringen. Vergessen wir mal den vorherigen Absatz und nehmen einfach einmal an, es gäbe genug Arbeitsplätze um den Grossteil der heutigen ALGII Bezieher in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln. Ist Hartz IV wirklich geeignet Menschen in die Lage zu versetzen wieder in Lohn und Brot zu kommen ? Ich bezweifle dies aus mehreren Gründen. Es gibt einige triftige Gründe weshalb ein Langzeitarbeitsloser, der beim ALGII gelandet ist, wenig bis garkeine Chancen hat je wieder eine geregelte Arbeit zu bekommen. Und daran trägt er meist selbst keine Schuld. Auch die u.U. lange Zeit "ausserhalb des Jobs" dürfte wohl das geringste Problem sein, das sich einem zur Arbeitsaufnahme gewillten "Hartzer" stellt. Zwar verlangt z.B: die Arbeitsagentur dem ALGII Empfänger z.B. ein grosses Mass an Mobilität bei der Wahl des Arbeitsplatzes ab, niemand fragt aber, wovon der Arbeitslose eventuelle Reisen zum Vorstellungsgespräch bezahlen soll. Auch sind viele Arbeitgeber von einem Bewerber, der halt so gekleidet ist, wie es ALGII nunmal erlaubt, nicht gerade begeistert. Dies sind Dinge, die unsere Herren Politiker und Strategen gern übersehen, wenn sie von faulen und arbeitsunwilligen ALGII Beziehern sprechen.
Bringen wir es auf den Punkt: Hartz IV ist absolut ungeeignet um mit den aktuellen Problemen am Arbeitsmarkt fertig zu werden. Es werden schlichtweg keine Arbeitsplätze geschaffen, Arbeitsanreize geboten (soweit diese nötig sind) und es kostet täglich mehr Geld. Dies liegt nachweislich nicht an den immerwieder als Schreckgespenst herbeigeredeten "Sozialschmarotzern", es liegt nicht am angeblichen Unwillen vorhandene Arbeitsplätze anzunehmen. Die hohen und ständig steigenden Kosten der kärglichen Überreste unseres Sozialsystems sind die Folge nicht zuende gedachter Planspiele, die völlig an der Realität vorbei und einsitig zum Nutzen der Wirtschaft durchgeboxt wurden. Die hohen Kosten sind die Folge einer nicht an den Fakten orientierten Denkweise der Verantwortlichen, die die wahren Kostenfaktoren entweder nicht erkennen kann oder will.
Ich werde diesen, hier lediglich als Übersicht behandelten Themenkomplex in den weiteren Teilen dieser Artikelserie von mehreren Seiten und im Detail beleuchten.
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Ergänzungen
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Korrektur
Sorry
alionsonny