Protest gegen Vattenfalls "Öko-Lüge"
Beim symbolischen ersten Spatenstich für die Pilotanlage eines angeblich "CO2-freien" Kohlekraftwerks im brandenburgischen Standort Schwarze Pumpe bei Cottbus protestierten AktivistInnen der Umweltschutzorganisation Robin Wood. Sie machten mit einem zwoelf mal sechs Meter großen Transparent darauf aufmerksam, dass die neue Technologie lediglich ein Feigenblatt für ein Unternehmen darstellt, das mit dem Abbau von Braunkohle in der Lausitz ganze Landstriche verwuestet und Doerfer dem Erdboden gleichmacht.
Der Konzern, der vor kurzem den Doerfern Horno und Lacoma (bei Cottbus) den Garaus gemacht hat, plant die Erweiterung des Standorts Boxberg um ein weiteres Braunkohlekraftwerk und den Bau von zwei Steinkohlekraftwerken in Hamburg-Moorburg und im sächsischen Klingenberg - alle drei werden ihre klimaschaedlichen Abgase fuer knapp 40 Jahre in die Luft blasen. Außerdem soll dem Tagebau Cottbus-Nord die Lacomaer Teichlandschaft mit Hammergraben zum Opfer fallen. Das Naturschutzgebiet - nach Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie darf es eigentlich nicht angetastet werden - beheimatet ca. 170 bedrohte Tier- und Pflanzenarten.
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Ergänzungen
Weiterführende Links + Veranstaltungshinweis
Weitere Infos zu Lacoma unter:
Veranstaltunghinweis:
Freitag, 09.06.2006, 20 Uhr: Infoveranstaltung
"Vattenfalls weiße Weste?"
in der New Yorck59 (
im Bethanien-Südflügel am Mariannenplatz 2,
Berlin-Kreuzberg (U-Bhf. Kottbusser Tor)
In jüngster Zeit ist der Energiekonzern Vattenfall ernsthaft bemüht, sein Image in der öffentlichkeit aufzupolieren. Seine Praktiken beim Braunkohletagebau in Brandenburg, der Zerstörung von Orten wie Lacoma und der gewaltsamen Vertreibung von dort ansässigen Menschen spielen dabei keine Rolle. Auch die aktuelle Bedrohung des Naturschutzgebiets der Lacomaer Teiche bei Cottbus und die Folgen der Energiegewinnung für die Versteppung Brandenburgs sind kein Thema. Wir wollen über einen kritischen Umgang mit Vattenfalls Imagekampagne diskutieren. Dazu gibts: "Lacoma und der Konzern - Ein energiepolitisches Gesellschaftspiel" (Regie: Vivien Treuleben, Dokumentarfilm 2005, Spieldauer ca. 120 min).
Ökolüge, aber welche?
Ökolüge
...neben den Gebieten welche durch den Abbau zerstört werden...
....wird auch viel mehr Energie verbraucht - nur damit es "umweltfreundlich" (nach aussen) ist. und dass kann ja nicht sinn der sache sein.
mehr infos bitte
warum ökolüge?habe ich immer noch nicht verstanden
...
Deshalb Ökolüge, weil diese Felder nach etwa 3 Jahren voll sind, danach pustet das Kraftwerk fleißig CO2 in die Lust und ist genauso schädlich wie jede andere Dreckschleuder von Kraftwerk. Zumal die anderen neuen Kraftwerke "neuster Technik" 40 % der Energie als Abgase durch die Kühltürme verschwenden. Das ist bei den alten Kraftwerken auch der Fall...
ökolüge
Dann Verbraucht das Kraftwerk schon sehr viel energie um das CO2 zu verflüssigen, somit sinkt die Effizients der Energiegewinnung, womit das Kraftwerk möglicherweise nicht mehr viel Effizienter ist als alternative Energiegewinnungsmethoden.
Das Hauptargument liegt meiner Ansicht nach darin, dass weiterhin ein Fossiler und Begrenzter Energieträger verwendet wird. Das Kraftwerk kann also nicht Zukunftsweisend sein, weil es in absehbarer Zeit gar keine Fossilen Energieträger mehr geben wird.
Ökolüge weil...
ROBIN WOOD-Aktivisten haben heute im brandenburgischen Spremberg gegen den weiteren Bau von Kohlekraftwerken und für den Erhalt der Lacomaer Teichlandschaft demonstriert. Die Umweltschützer seilten sich von einer Bahnbrücke ab und entrollten ein zwölf mal sechs Meter großes Transparent mit der Aufschrift: "Erneuerbare Energien statt Öko-Lüge! - Braunkohle heißt Verwüstung und Vertreibung". Anlass der Aktion ist der symbolische erste Spatenstich einer Pilotanlage für ein angeblich sauberes Braun-kohlekraftwerk des Energiekonzerns Vattenfall am Standort Schwarze Pumpe.
Mit dem heute medienwirksam zelebrierten Baubeginn der Pilotanlage eines so genannten CO2-freien Kohlekraftwerkes will der schwedische Energiekonzern Vattenfall sein ramponiertes Image aufpolieren. Vattenfall gehört wegen seiner Braunkohlekraftwerke zu den größten Klimaverschmutzern in Deutschland und Europa. Am Standort Schwarze Pumpe, 30 Kilometer südwestlich von Cottbus, will Vattenfall in den nächsten drei Jahren eine Pilotanlage bauen, um die Technik zur Abscheidung des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) zu erforschen und zu entwickeln. In der Anlage soll erprobt werden, wie das CO2, das während der Verbrennung im Kraftwerk anfällt, abgeschieden und anschließend verflüssigt werden kann. Das verflüssigte Gas soll in geologischen Formationen gespeichert werden. Mit der CO2-Abscheidung und vor allem der Speicherung sind noch viele ungeklärte Fragen verbunden.
So reduziert die Rückhaltung und Verflüssigung des CO2 den Wirkungsgrad eines Kraftwerkes um sieben bis 14 Prozent, das heißt, für eine gleich bleibende Menge Strom, würde sich der Einsatz fossiler Brennstoffe um bis zu 40 Prozent erhöhen. Des weiteren würde das kostenintensive Verfahren die heutigen Stromkosten mehr als verdoppeln. Die Erneuerbaren Energien wären weit vor einem kommerziellen Einsatz der CO2-Abscheidung konkurrenzfähig.
"Statt in großem Maßstab in Techniken zu investieren, die schon heute zum Klimaschutz beitragen, vertagt Vattenfall das Problem für die nächsten 20 Jahre", sagt Bettina Dannheim, Energiereferentin bei ROBIN WOOD. "Die Verwüstung der Landschaft in der Lausitz und die Vertreibung der Menschen aus ihren Dörfern wird derweil weitergehen. Mit verantwortungsvollem Umweltschutz hat das nichts zu tun."
Vattenfall betreibt in Ostdeutschland zurzeit vier Braunkohlekraftwerke. Diese Kraftwerke gehören zu den klimaschädlichsten in Deutschland. Das daraus resultierende schlechte Image möchte der Konzern gern loswerden. Doch neben der scheinbar klimafreundlichen Energiegewinnung durch CO2-Abscheidung will der Konzern in den kommenden Jahren auch weiterhin überwiegend in konventionelle Kohlekraftwerke investieren. Vattenfall plant den Bau eines neuen Braunkohlekraftwerkes mit einer Leistung von 675 Megawatt (MW) am Standort Boxberg sowie Steinkohlekraftwerke mit einer Leistung von 1.640 MW in Hamburg-Moorburg und 800 MW im sächsischen Klingenberg. Diese Kraftwerke würden die nächsten 40 Jahre ihre klimaschädlichen Emissionen in die Atmosphäre blasen und das Klima erheblich belasten.
"Wenn Vattenfall wie geplant alle Kohlekraftwerke baut, wird der Konzern auch künftig zu den größten Klimasündern in Europa zählen, daran wird auch das jetzt gefeierte Pilotprojekt nichts ändern", so Dannheim. "Ein wirksamer und daher glaubwürdiger Klimaschutz erfordert es, auf den Bau konventioneller Kohlekraftwerke jetzt zu verzichten und in klimafreundliche Produktionsanlagen zu investieren."