NPD-Schulhof-CD in Vechta verteilt

Antifaschistische Aktion Vechta 25.05.2006 18:25 Themen: Antifa
Am Freitag, 12.Mai verteilten Nazis an der Ludgerus-Schule in Vechta NPD-Propagandamaterial und die NPD-Schulhof-CD.

Dieser Vorfall reiht sich ein in immer stärkere Aktivitäten von Neonazis um die Kameradschaft "Freie Nationale Vechta".

Ein unvollständiger Überblick über rechtsextreme Aktivitäten in den letzten Monaten in Vechta
Am Freitag den 12. Mai wurden vor der Ludgerus-Schule in Vechta Propaganda-Material der NPD verteilt. Die Schulleitung konnte die Verteiler dazu bewegen, sich zurückzuziehen. Später tauchten dann diverse „Schulfhof-CDs“ auf, die SchülerInnen in die Hand gedrückt wurden.
An dieser Aktion beteiligt waren Christian Fischer, Aktivist der "Freien Nationalen Vechta" sowie Markus Pohl, Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Münster und eine dritte männliche Person.

Am Abend des 12. Mai trafen sich am Wohnort von Christian Fischer (Kreuzweg 19, Vechta)ca. 15-20 Neonazis aus der überörtlichen Szene (Vertreter aus Cloppenburg, Osnabrück, Münster/Steinfurt, etc.), darunter auch Markus Pohl und Volker Thies aus dem Osnabrücker Raum (siehe Foto). Die Polizei ging davon aus, dass für diesen Abend seitens der Rechten Störaktionen des zeitgleich stattfindenden Konzertes gegen Rechts in der Gaststätte „Prütt“ geplant waren.

Am Morgen des 13. Mai fuhren die Nazis gemeinsam zur NPD-Kundgebung nach Göttingen (siehe Foto).

Am 25. April wurden eigene Aufkleber von FNV an Vechtaer Schulen sowie der Universität Vechta von lokalen Aktivisten der „Freien Nationalen Vechta“ verklebt.Dieses war nicht die erste „Aufkleberaktion“ der Rechtsextremen in Vechta.

Die Strukturen der Rechtsextremen in Vechta befinden sich verstärkt im Aufbau. Hiervon zeugen Gästebucheinträge auf regionalen Neonaziseiten (26.April) sowieeine große NPD-Flyer-Verteilaktion in Vechta, die am 13.April gemeinsam von NPD-Vechta und FNV durchgeführt wurde.

Auch findet man verstärkt Hakenkreuzschmierereien in Vechta.

Die Freien Nationalen Vechta, deren „Kopf“ Christian Fischer ist, tauchen in teilweise leitenden Funktionen bei nahezu sämtlichen Neonazi-Aufmärschen im gesamten Bundesgebiet auf. Davon zeugen diverse Fotos sowie die Berichte auf der rechtsextremen Internetseite der FNV.

Im Landkreis Vechta haben mittlerweile diverse größere Neonaziveranstaltungen stattgefunden.
So trafen sich am 19.11. 2005 in Bremmes Gaststätte (Oyther Str.12) etwa 50 Neonazis, darunter auch TeilnehmerInnen aus Bremen, Oldenburg, Herford, Bielefeld, Dortmund, Osnabrück, Münster und Steinfurt.
Spekulativ lässt sich zu dem Schluss kommen, dass die ursprünglich am selben Tag in Syke geplante Veranstaltung, zu der auch der einschlägig vorbestrafte Neonazi-Anwalt Horst Mahler eingeladen war, kurzfristig nach Vechta verlegt wurde (siehe auch:  http://de.indymedia.org//2005/11/133136.shtml).

Eine Woche zuvor trafen sich am Volkstrauertag etwa 30 Nazis zu einem Fackelumzug sowie einer Gedenkveranstaltung am Albert-Leo-Schlageter-Denkmal zwischen Lohne und Vechta ( http://de.indymedia.org//2005/11/132895.shtml).

Ein weiterer Schwerpunkt rechtsextremer Aktivitäten ist Steinfeld (Kreis Vechta). Nicht nur dass dort der Leiter des NPD-Stützpunktes Vechta Ulrich Kruthaup wohnt, sondern auch diverse weitere Mitglieder der rechtsextremen Szene, welche auch bei rechtsextremen Aufmärschen gesehen werden, haben dort ihren Wohnsitz.

Nicht außer Acht gelassen werden darf auch eine rechtsextreme Gruppierung namens „Bomberjungs“, welche in Vechta und Umgebung (insbesondere Visbek) ihr Unwesen treibt.
Deren Mitglieder, welche teilweise einschlägig vorbestraft sind, fallen insbesondere durch Pöbeleien und Gewalttaten auf.

Wehrt euch gegen diese Zustände, organisiert den Antifaschistischen Widerstand!
Kein Raum für Nazis, nirgendwo!

Antifaschistische Aktion Vechta, Mai 2006
Kontakt:  antifa-vechta@web.de
(PGP-Key unter www.kampagne200X.de.vu)
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Ergänzungen

Markus Pohl

no name is my name 25.05.2006 - 19:23
ist neuerdings auch in den NPD-Landesvorstand in NRW aufgestiegen. Das zeigt mal wieder wie schlimm es um die NPD bestellt ist, dass sie selbst auf solche Oberdeppen angewiesen sind.

Presse

Bibi 25.05.2006 - 19:48
Das schreibt die Oldenburgische Volkszeitung:

Propaganda-CD an Schüler verteilt
Staatsschutz beobachtet „eine Hand voll Leute“ / Subtile Taktik
Vechta (tho) -
Eine der berüchtigten „Schulhof-CDs“ der NPD ist jetzt auch an einer Schule im Landkreis Vechta aufgetaucht. Mindestens zwei Männer Anfang 30 verteilten nach OV-Informationen am Freitag vor zwei Wochen auf dem Gehweg vor der Ludgerusschule in Vechta die als Propagandamittel genutzte Musik-CD und mehrere Werbeflyer.
Um 7.30 Uhr sei ein Schüler ins Lehrerzimmer gekommen und habe ihm gemeldet, dass Flugblätter vor der Schule verteilt würden, sagt der Konrektor der Realschule, Christian Adler, gestern auf OV-Anfrage. Auf seine Intervention hin, hätten die Männer das Austeilen ohne Diskussion eingestellt. „Sie haben vielleicht 15 Minuten da gestanden. Auch wenn uns ihre Aktion nicht gefallen hat, provoziert haben sie niemanden“, erzählt Adler. Später am Vormittag seien die CDs verteilt worden.
„So etwas ist zwar nicht sehr schön, aber rein rechtlich nicht zu beanstanden“, sagt Hubert Wolking, einer der für den Staatsschutz zuständigen Polizeibeamten in Vechta. Diese Leute wüssten, dass sie die Schulhöfe nicht betreten dürften. Der Staatsschutz im Oldenburger Münsterland hat in den vergangenen Monaten „verstärkte Aktivitäten“ der rechten Szene festgestellt. Der Kopf der Gruppe soll nach OV-Informationen aus Vechta kommen.
So pflasterten NPD-Unterstützer am 26. April dieses Jahres nahezu jede Schule im Stadtgebiet Vechta mit Propaganda-Aufklebern zu. An der Ludgerusschule waren es an die 150. Die Schule erstattete Anzeige. Das Ermittlungsverfahren läuft.

„Kein brauner Sumpf an unseren Schulen“

Der Staatsschutz der Polizei Cloppenburg-Vechta beobachtet nach eigenen Angaben „eine Hand voll Leute“, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. „Ich würde die Gruppe nicht so groß schätzen, wie sie sich selbst gerne darstellt“, sagt Wolking. Die Rechten haben nach seinen Worten auch bundesweit nur einen „ganz schwachen Zulauf“. Dennoch bereitet ihm die subtile Weise im Anwerben von Nachwuchsleuten erhebliche Sorge.
Waren es in den 90er Jahren stumpfe Hasstiraden gegen Ausländer, die den Menschen als Aufkleber von Laternenpfählen oder als Parolen von Hauswänden entgegen schlugen, so versuchen die Rechten heute über melodisch-gängige Musikstücke an junge Menschen heranzukommen. Dies belegen die gesammelten Unterlagen von Günther Meyer, Leiter der Ludgerusschule: „Sie sind gefährlicher geworden“, sagt er.
Die politischen Botschaften der Texte nehmen die Menschen auf diese Weise eher unterschwellig mit auf. Für Meyer steht jedoch fest: „Wir haben keinen braunen Sumpf an unseren Schulen. Da gibt es niemanden, der auf so etwas anspringt.“
Die Rechten versuchen es trotzdem weiter: „Jugendliche erreiche ich am besten über CDs“, weiß Polizist Wolking. Nach seinen Angaben werden in Deutschland jährlich 100 neue Platten mit zirka 3000 rechten Songs produziert. Für die erste Schulhof-CD, die vor ein paar Wochen Schlagzeilen machte, besteht nach seinen Angaben ein Einziehungsbeschluss. Die zweite, die jetzt an der Ludgerusschule verteilt wurde, stehe nicht auf dem Index.

Sticker

... 26.05.2006 - 14:59
Der gleiche Sticker hing auch in Lengerich, Ibbenbüren und Tecklenburg überall.
dort stand allerdings anstatt "Freie Nationale Vechta" "Nationaler Widerstand Tecklenburger Land" drauf.
würde echt gerne wissen, wer dahinter steckt, hat jemand von euch dazu infos?

Auch Aufkleber in Bad Laer

Beobachter 26.05.2006 - 16:01
Diese Aufkleber wurden auch schon in Bad Laer an der Schule verklebt.
Dort stand allerdings eine Adresse von diesem Nationalen Widerstand Osnabrücker Land drauf.

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