HH: Studierende proben für den Aufstand
Seit mehr als einem Jahr läuft nun der Summer of Resistance. Ja, er hat sogar den kalten Winter überlebt, dank Besetzungen in Bielefeld und Co.
Nun geht er in die nächste Phase und da probten Studenten für den Aufstand: Mit einem Barrikadenwettbewerb testeten sie ihre Fähigkeiten im direkten Widerstand.
Nun geht er in die nächste Phase und da probten Studenten für den Aufstand: Mit einem Barrikadenwettbewerb testeten sie ihre Fähigkeiten im direkten Widerstand.
Es geht immer weiter:
während in Köln das Rektorat besetzt wurde, in Bonn eine Senatssitzung gesprengt und in Bochum beides versucht wurde, bereiteten sich die Hamburger auf die heiße Phase im Gesetzgebungsprozess vor.
Auf dem Campus der Universität Hamburg begannen sie am späten Nachmittag einen Barrikadenwettbewerb, um so einerseits ein Zeichen zu setzen, andererseits die eigenen Fähigkeiten zu testen und auszubauen und, nicht zuletzt, um einfach mal wieder Spaß beim Protest zu haben.
Denn die Polizei in Hamburg rüstet mal wieder auf, angekündigt ist eine "Nulltolleranzlinie" während der WM - welch Zufall aber will, dass dort gleichzeitig das Gesetz für Studiengebühren durch den Senat gepeitscht werden soll.
Nach solch hässlichen Szenen wie vor einem Jahr bei den Blockaden des Hauptgebäudes und zuletzt beim Tag X, wo die Polizei vollkommen unverhältnissmässig auf die Studierenden einprügelte, beginnen sich aber auch die Studis zu wehren. Blockaden der Strassen, Zufahrtswege und Polizeistationen, sowie des Hauptbahnhofes etc. sind erst durch so eine richtig schöne Barrikade nicht nur aussagekräftig sondern auch effektiv - muss die Polizei doch diese erst überwinden, will sie die Studis prügeln.
Darum übten sie in einem Barrikadenwettbewerb schon mal für den Ernstfall:
Aufgeteilt in zwei Gruppen hatten sie eine halbe Stunde Zeit, um eine möglichst effektive und schöne Barrikade zu bauen. Nach der halben Stunde wurde gegenseitig die Barrikade gestürmt - denn nur so liess sich ja auch herrausfinden, was nun effektiver war.
Am Schluss wurde noch eine große Barrikade gemeinsam als Mahnmal in die Mitte gebaut - leider wurde diese wenig spektakulär am nächsten Tag von der Stadtreinigung entfernt...
Doch es ist ja noch lange nicht vorbei: Für Mittwoch, den 10. Mai, ist ja ein hamburgweiter Aktionstag ausgerufen - anlässlich der Verabschiedung des neuen Schulgesetzes und des Jahrestages der Hauptgebäudeblockaden des Vorjahres.
"Frankreich nach Deutschland tragen ist möglich" meint Stefanie Streik, "Am Mittwoch werden wir einen kleinen Vorgeschmack bieten, was auf die Stadt zu kommt während der WM, sollte der Senat weiterhin an seinen Plänen festhalten."
Auch ein Video der Aktion ist bereits online: unter
http://video.indymedia.org/en/2006/05/368.shtml kann sich ein Video zu dem Barrikadenwettbewerb runtergeladen werden.
während in Köln das Rektorat besetzt wurde, in Bonn eine Senatssitzung gesprengt und in Bochum beides versucht wurde, bereiteten sich die Hamburger auf die heiße Phase im Gesetzgebungsprozess vor.
Auf dem Campus der Universität Hamburg begannen sie am späten Nachmittag einen Barrikadenwettbewerb, um so einerseits ein Zeichen zu setzen, andererseits die eigenen Fähigkeiten zu testen und auszubauen und, nicht zuletzt, um einfach mal wieder Spaß beim Protest zu haben.
Denn die Polizei in Hamburg rüstet mal wieder auf, angekündigt ist eine "Nulltolleranzlinie" während der WM - welch Zufall aber will, dass dort gleichzeitig das Gesetz für Studiengebühren durch den Senat gepeitscht werden soll.
Nach solch hässlichen Szenen wie vor einem Jahr bei den Blockaden des Hauptgebäudes und zuletzt beim Tag X, wo die Polizei vollkommen unverhältnissmässig auf die Studierenden einprügelte, beginnen sich aber auch die Studis zu wehren. Blockaden der Strassen, Zufahrtswege und Polizeistationen, sowie des Hauptbahnhofes etc. sind erst durch so eine richtig schöne Barrikade nicht nur aussagekräftig sondern auch effektiv - muss die Polizei doch diese erst überwinden, will sie die Studis prügeln.
Darum übten sie in einem Barrikadenwettbewerb schon mal für den Ernstfall:
Aufgeteilt in zwei Gruppen hatten sie eine halbe Stunde Zeit, um eine möglichst effektive und schöne Barrikade zu bauen. Nach der halben Stunde wurde gegenseitig die Barrikade gestürmt - denn nur so liess sich ja auch herrausfinden, was nun effektiver war.
Am Schluss wurde noch eine große Barrikade gemeinsam als Mahnmal in die Mitte gebaut - leider wurde diese wenig spektakulär am nächsten Tag von der Stadtreinigung entfernt...
Doch es ist ja noch lange nicht vorbei: Für Mittwoch, den 10. Mai, ist ja ein hamburgweiter Aktionstag ausgerufen - anlässlich der Verabschiedung des neuen Schulgesetzes und des Jahrestages der Hauptgebäudeblockaden des Vorjahres.
"Frankreich nach Deutschland tragen ist möglich" meint Stefanie Streik, "Am Mittwoch werden wir einen kleinen Vorgeschmack bieten, was auf die Stadt zu kommt während der WM, sollte der Senat weiterhin an seinen Plänen festhalten."
Auch ein Video der Aktion ist bereits online: unter
http://video.indymedia.org/en/2006/05/368.shtml kann sich ein Video zu dem Barrikadenwettbewerb runtergeladen werden.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Darmstadt: Studenten blockieren den Cityring
Mehr als hundert Studierende beteiligten sich gestern Nachmittag an der Aktion gegen die in Wiesbaden beschlossene Einführung von Semestergebühren. In der City bildeten sich lange Staus.
Darmstadt Der Ton der Trillerpfeifen ist Ohren betäubend. Gleich einen ganzen Eimer mit Pfeifen, Protestaufklebern und leuchtend grünen Handzetteln hat Sascha Decristan vom Asta der Universität mitgebracht. Viele haben hinein gegriffen, und als die Ersten mit einem riesigen Transparent die Straße zwischen Schloss und Karolinenplatz dicht machen, erschallt ein schrilles Konzert. "Bildung nur für Reiche" steht auf dem Plakat, vor dem der Verkehr stoppen muss.
Innerhalb kurzer Zeit bilden sich Rückstaus auf dem Cityring. Die meisten Autofahrer warten zunächst geduldig. Doch als sie merken, dass die Demonstranten mit der Ampelgrünphase die Straße nicht freigeben, hupen die ersten und weichen über den Gehweg aus. "Warum demonstrieren die nicht auf dem Luisenplatz", schimpft einer und schiebt ein ärgerliches "die sollen lieber arbeiten gehen" nach. Ein Vater und sein Sohn in einem Campingbus haben Verständnis für den Protest der jungen Leute. "Wir könnten auch keine 500 Euro im Semester zahlen", sagt der Vater.
"In Frankreich gehen die jungen Leute auch auf die Straße"
Die meisten Studenten wollten, dass "endlich mal was auch in Darmstadt passiert", erklärt Decristan die Protestaktion. Am Vortrag habe es Gespräche mit den Asten der Evangelischen Fachhochschule und der Hochschule gegeben. Sie alle haben zur Teilnahme aufgerufen. "In Frankreich gehen die jungen Leute auch auf die Straße, nur hier bewegt sich nichts", sagt eine junge Studenten und reiht sich in den Protestzug ein.
René, 23 Jahre, studiert seit zwei Semestern an der Hochschule Elektrotechnik. "Studiengebühren werden mich die nächsten sechs Semester treffen." Er hält das für ungerecht. "Die Generationen vor uns haben ja auch keine Gebühren zahlen müssen". Sein Bafög-Antrag wurde abgelehnt, seine Eltern können ihn nicht unterstützen. "Jobben gehen im Grundstudium ist fast unmöglich." Der Darmstädter überlegt, ob er nun ein Jahr aussetzen muss, um erst einmal Geld fürs Studium zu verdienen.
Manuela studiert im achten Semester Wirtschaftsinformatik an der TUD. Sie hofft, schnell fertig zu werden, denn die 500 Euro kann sie sich nicht leisten. "Ich hab jetzt schon ein bis zwei Nebenjobs".
TUD-Präsident Johann-Dietrich Wörner, erklärter Gegner von Studiengebühren, äußert sich per Pressemitteilung, während seine Studenten auf die Straße gehen. Er hält das nun vorgeschlagene System der Landesregierung für falsch. "Es lässt noch nicht einmal den Hochschulen die Freiheit, über Gebühren und deren Höhe zu entscheiden." Studiengebühren seien für Hochschulen ein Minus-Geschäft, weil sie Studieninteressenten abschreckten. "Ich erwarte einen deutlichen Rückgang der Studierendenzahlen, was sich eigentlich niemand wünschen kann", kritisiert Wörner.
Unterdessen räumen die Protestierenden die Straße frei und lassen Autos passieren. Die Polizei ist eingetroffen und stellt Personalien fest. Die Aktion war nicht angemeldet. "Das ist ein Eingriff in den Straßenverkehr", erklärt ein Polizist. Alles verläuft friedlich. Mit dem Asta einigen sich die Beamten, dass der Protestzug von Streifenwagen begleitet wird. Die Studenten wollen zur CDU-Zentrale am Steubenplatz. Dort setzen sie ihr Pfeifkonzert fort. Astrid Ludwig
FR, 08.05.2006
@tagmata
aber da sie nie selbst ihren arsch hochkriegen und was machen, kacken sie halt lieber andere dafür an, was sie machen und dabei nicht machen...
die studibarri war übrigens über 2m hoch und 5m breit, für alle anderen unis so als messlatte ;) und wehe ihr bleibt drunter
und zu "vielleicht könnt ihr euch ein paar altgediente oi-punks an land ziehen, in *der* szene haben eine menge leute ahnung, wie man eine gute barri baut. aber bei der zusammenarbeit mit "bildungsfernen schichten" zicken deutschlands studis leider immer noch mächtig."
wenn du dich in "der szene" auskennen würdest wüsstest du, was du wieder für einen schwachsinn verzapfst...
und wer aus einem foto auf die konstruktion der barri schliesst sowieso, hättest dir ja mal das video anschauen können um mehr über die barri zu erfahren...
und als letztes: wer alles ernst nimmt hat se sowieso nicht mehr alle. wer von barris redet redet noch lange nicht von revolution. aber anstelle immer nur rumzupissen machen wir was, im gegensatz zu dir, sesselrevoluzzer...
und was bolivien angeht: da würden wir nicht ausgelacht, aber da du noch nie da warst, pisst du halt wieder rum...
hab eigentlich gedacht nach der 1.mai pseudo-sozial-revolutionsdemo würden so spinner wie du ihr maul nicht mehr aufkriegen - wir studis schützen unsere companer@s und wissen noch, was ketten bilden heisst. und wir arbeiten längst mit "bildungsfernen schichten" zusammen, aber da du ja nicht mal aus hamburg kommst kannst du das ja schlecht wissen.
ps: das war übrigens n barrikadenwettbewerb... krähenfüsse - ich weiss ja nich, aber wir haben uns auch dagegen entschieden, die barries anzuzünden - das hätte zu viele verletzte beim stürmen gegeben, so selbstaufopferung würd dir vielleicht gefallen, aber uns halt nicht. ist halt kein computerspiel sondern realität
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
schade
wir sind halt papst
lol
aber mal im ernst: ihr wollt wissen wie man barris baut? da gibt's nur eins: bundeswehr-dienstvorschrift "pionierdienst aller truppen". statt der panzerminen kommen natürlich tretminen rein, will sagen: in ne plastiktüte kacken und zubinden. und wo ist der stacheldraht? ich seh keinen stacheldraht. der boden vor der barri kann mit krähenfüßen ausgelegt werden. schmierseife (eimerweise) macht sich da auch nicht schlecht (bitte biologisch abbaubare nehmen!). davor wiederum in 2/3 reifenbreite eines räumpanzers das pflaster abreißen, die steine für die barri nehmen oder als wurfmaterial, und den boden einen halben meter tief ausheben. leute mit rettungssani-training haben sich aus dem steineschmeißen raus- und sich für die notversorgung angeschossener bereitzuhalten. denn wenn man ernsthaft an die sache rangeht, wird, wie's so schön heißt, irgendwann auch "von der schußwaffe gebrauch gemacht".
ist euch das zu hardcore, befreiung von paris '44, algerien-aufstand, prise d'armes, bundeswehrlehrbücher? 'tschuldigung, aber wer a sagt muß auch b sagen. also entweder konsequent und den arsch hinhalten, oder erst nachdenken, bevor man groß von "auf die barrikaden" und "revolution" schwätzt. ne *solide* barri ist ein eskalationsfaktor, den man nicht ohne not ins spiel bringen sollte. alles andere ist kinderkacke und billige selbstbeweihräucherung.
vielleicht könnt ihr euch ein paar altgediente oi-punks an land ziehen, in *der* szene haben eine menge leute ahnung, wie man eine gute barri baut. aber bei der zusammenarbeit mit "bildungsfernen schichten" zicken deutschlands studis leider immer noch mächtig.
ich kann euch sagen, was passiert, wenn ihr mit so lächerlichen konstruktionen (das auf dem foto scheint nur wild aufgehäufter kram zu sein, offenbar ohne daß die einzelnen teile irgendwie miteinander verbunden und strukturell verstärkt sind!) gegen die bullen antreten wollt: erst habt ihr gaaaaanz dicke eier, dann kommen 2 wasserwerfer an und pusten euch da runter (und für die hartnäckigen kommt ne ladung reizgas in den tank wie in der schweiz letztens), und dann könnt ihr euch anschauen, wie eure tolle barri von nem einzelnen räumpanzer zu brennholz verarbeitet wird. dann werdet ihr kassiert, kriegt ne volle ed, n q-tip im maul rumgedreht, ne fette akte und ne zwangsexmatrikulation. und dann sitzt ihr da, weint bitterlich über die böse welt, und werdet spießer.
als spiel ist so ein barriwettbewerb immer eine geile sache, grad wenn das wetter so geil ist wie jetzt. aber ernstzunehmen ist das nicht. erstmal müßtet ihr euch über das gerät informieren, das die polizei auffahren kann. zumal ihr in hamburg das lka ja auch bereitstehen habt. zum beispiel: was konkret hindert einen bullen dran, diese dunkle strebenkonstruktion leicht rechts von der mitte des bildes mit nem wurfanker zu angeln und rauszureißen (was die halbe barri zum einsturz bringen dürfte)?
aber what schall's. zivilistenaufstände stehen halt nicht auf dem curriculum.
barrikaden. revolution. ich faß es echt nicht. in bolivien würden sie euch auslachen.
solidarische grüsse
wiederstand der spass macht ist erfolgreich!
lebt und lest radikal!!!
In unseren Gefilden
Da nutzt es euch wenig, mit 50 peoples ne Barri zu bauen.
Wer steht wirklich hinter euch und würde Sozialabbau wirklich attackieren?
Aber alle paar Monate wird immer weiter gekürzt, gekürzt, gekürzt - kontrolliert, abgezogen, ausgenommen und überwacht.
PETER HARZ z.B muss keine Privatinsolvenz für die nächsten 8Jahre anmelden.
Seine 4 Betrugsmillionen übernimmt irgend ne Versicherung und der Typ lacht sich mit seinen Gewerkschaftsgangsterkollegen am Koksbuffet über euch Studis kaputt.
Anmerkung
dickes lob
@campusguerillera & poet
vielleicht hilft es, auch mal kram von der anderen seite zu lesen.
stört das wort "humankapital"? ungenügend, durchgefallen. wichtig ist, daß man sich von der kaputten lingo kaputter leute nicht verscheuchen läßt: gegenargumente aus den eigenen reihen ziehen am meisten.
dabei fällt mir ein, daß es nie schaden kann, sun tzu gelesen zu haben, im gegensatz zu anderen autoren über strategische und taktische studien konnte ich da immer ganz gut vom militärischen wegdenken, weil das altchinesische ambiente recht fremdartig ist.
oi-punks kenn ich so einige. vielleicht mehr als du, vielleicht besser als du. aber was weiß ich, als ich mit uni fertig war, waren da noch 1 2 leute, die sich in *der* szene auskannten. einer meinte letztens, daß es
wieder mehr würden, aber keine ahnung ob so ne isolierte aussage was zu bedeuten hat. nett wäre es auf jeden fall, wenn das studentische millieu offener für die geschichten und geschicke des bildungsfernen würde. vielleicht haben sich die oi-punks auch verändert. die die ich kenne, waren auf den chaostagen, ein oder zwei sogar noch in eurer hafenstraße.
noch was zu deutschland, radikal und so weiter:
es wird viel von frankreich geredet. bietet sich auch an. wäre auch sehr schön. aber to wit: in f gab es richtig ärger, und generalstreik, bambule von einem ausmaß, daß man auch mit billigen barris auskam, weil sich der staat nicht mehr traute, die truppen rollen zu lassen, denn dann hätte es sein können, daß er seine existenz riskiert hätte.
wegen einem gesetz, daß jobanfängerInnen 2 jahre lang auf kündigungsschutz scheißen müssen.
in deutschland wird seit knapp einem halben jahr im ernst auf ein gesetz hingearbeitet, daß für die ersten zwei jahre in JEDEM job kündigungsschutz nach willen des jobanbieters wegfallen kann.
cpe für alle.
proteste? künftig wegfallend.
revolution in deutschland? keine ahnung, vielleicht kommts noch. könnte knapp werden, bevor das thema deutlich nachrangig wird. klappt die vernetzung mittlerweile? also for real, nicht das davon reden, das konnten wir auch schon. daran ist es bei uns immer gescheitert. ich mein nicht das offizielle koordinieren von strategien zwischen delegiertenkonferenzen, das ist formalistischer scheiß und simuliert auch nur mängel des systems. vernetzung sollte so aussehen, daß die nobodies bei den protesten einer gruppe mit denen von anderen gruppen bequatschen, ihre perspektiven austauschen, über das reden, was geht, was klappt und was nicht. diese ganze scheiß stellvertreterpolitik, die ewigen latschdemos, bluten nur aus für weitergehende aktivität. das hat damals zu meiner studizeit den protesten die luft rausgelassen. und daß zu weng leute was wußten. internet und so ist nur begrenzt brauchbar. einmal wegen sicherheit, dann wegen erreichbarkeit. klingt komisch, war aber irgendwie so; irgendwann (nach 2 monaten oder so) waren die mailinglisten tot. kann sein, daß das anders ist mittlerweile, weiß nicht.
generell ist mein fazit aus den studiprotesten gegens hrg und so, daß es gnadenloser schwachsinn ist, sich an den strukturen und procederen der gegenseite zu orientieren. zum einen, weil wir argumentieren, daß das was die machen FALSCH ist, zum anderen, weil sie keine ahnung haben von den möglichkeiten, die uns mittlerweile offenstehen, und ihre strukturen das nicht wiederspiegeln.
man muß protest (und das ist was anderes als aktionen) lieben um es durchzuziehen. protest muß eine herzensangelegenheit sein. mein protest sieht anders mittlerweile aus, urteil nicht über mich wenn du mich nicht kennst (und du kennst mich nicht, das ist offensichtlich, in den kreisen, in denen ich rumhänge gibt es wenige wie dich und ich kenne mich mit keinem von denen. dafür einen von aruba, frag mich nicht.) es kommt eigentlich nicht drauf an, eine sache intellektuell geschnallt zu haben. das hilft, aber wichtiger ist, daß mans, hm, emotional ist ein komisches wort, vielleicht: innerlich geschnallt hat. das schützt, und das ist unglaublich wichtig zu kapieren, aber nie davor, ganz furchtbare fehler zu machen. gut ist nicht gut gemeint, und wie man selbst für seine sache voll im recht ist, ist die andere seite es für ihre sache. wer hat mehr recht? hat irgendwehr recht oder folgen soziale prozesse nur ihrer massenträgheit und sind mal mit mehr schönem umd weniger opfern, mal mit mehr scheiße und vielen opfern verbunden? ich bin für mich zum schluß gekommen, daß die fragestellung an sich für'n arsch ist. wichtig ist echt nur, auf das maximale gute zuzustreben (ich hasse utilitaristische philosophen, nur damit das jetzt nicht falsch verstanden wird). und selbst das ist letztlich reine willkür. aber wir können handeln oder es bleiben lassen, und es bleiben zu lassen macht auch nix besser.
die message muß so präsent sein wie die der gegenseite: schnauze voll. ich glaub das ist der kleinste gemeinsame nenner: diese fdgo funktioniert vorn und hinten nicht mehr, und wie intendiert (will man das nicht nur auf eine verhinderung eines neuen nazistaats im sinne von adolf nazi reduzieren) funktioniert sie eh längst nicht mehr. dieses land hat sich fundamental geändert. ne neue ordnung (ordnung? essentials des zusammenlebens in der gemeinschaft/gesellschaft vielleicht) muß her. freiheitlich, auf jeden fall. demokratisch, mh, wenn wir nix besseres finden, ok - aber diesmal ohne so viele lücken. grund? soviel wie möglich. ordnung? so wenig wie möglich. wenns nach mir ginge.
dh statt sich in einer latschdemo zusammenzufinden besser mehr schwerpunkt kleine aktionen unter der hand. nur was man erfassen kann kann man erfolgreich bekämpfen: der latschdemokult macht proteste generell kontrolierbar und zähmbar. macht euch keine illusionen, daß ihr gegen die bullen gewinnt. wenn ihr was tun wollt, sorgt dafür, daß die bullen so oft als möglich mit der perspektive IHRES sozialen abstiegs konfrontiert werden*. propagandasticker der polizeigewerkschaft an von bullen häufig frequentierten ampeln kosten nicht mehr als ein winziges bißchen zeit, nur so als idee. theoretisch sind 90% der bevölkerung potentiell "zielgruppe" für die message: dieses system macht grad deine zukunft kaputt.
"bildet banden", das ist so'n konzept, das manchmal noch auftaucht. hat was wahres. ideal sind 2 leute (aus strafrechtlicher sicht), aber sachen, für die es einen unterschied macht obs 2 oder 3 sind (129a stgb ist da nicht explizit, aber der az-prozeß zeigte die praktische dimension schön anschaulich auf), sind eh etwas, was mensch wenn dann nur nach reigflichster überlegung und abwägung machen sollte. wenn du einmal mit so scheiß anfängst, kann es sein, daß du irgendwann über leichen gehen zu deiner operationellen konzeption machst. außerdem, wie gesagt: wer ekaliert, überläßt dem gegner die initiative (meistens) - ein wesentlicher unterschied zwischen militärischen und zivilen konflikten, da letztere von einem im prinzip friedlichen umfeld ausgehen. der punkt ist jedenfalls, daß, wenn sagen wir mal 1000 leute entweder auf 2 latschdemos mitlaufen können, oder 1000 leute auf einer und 500 leute informatives material in verschiedenster form gemäß ihren fähigkeiten weit verbreiten und ausbringen, im zweiten fall mehr leute erreicht werden, und die leute (wegen der diversität der information in form und stil) die leute besser erreicht werden. demos sind insofern ein bißchen diskriminierend, als daß sie die unterschiedlichen fähigkeiten der einzelnen personen in einem einheizbrei ertränken. es ist auch persönliche abneigung; rumlaufen und parolen zu rufen hab ich nie besonders gut gekommt. ich kann infos von a nach b bringen, und dabei einen umweg über c und d machen in de rzeit, in der andere die halbe strecke auf direktem weg schaffen. andere leute können ein sicheres netzwerk mit mailinfrastruktur bauen. irgendwer kann stencils, wer anders kommt günstig an material dran, und andere leute können kochen oder musik machen. ne demo reduziert individuen auf nummern, die dann auch noch in den mainstreammedien oft genug "korrigiert" werden.
demos haben in deutschland seit ende 60er nichts, NICHTS an politik entscheidend verändert. wenn ein halbes jahr lang hunderttausende, ab und zu millionen, auf die straße gehen, wird es interessant. aber das ist für die nächsten 12 monate *sehr* unwahrscheinlich. aber vielleicht ist der rausch, in der masse unterzugehen, irgendein deutsches nationalbedürfnis. angesichts der tatsache, daß "deutschland" bis vor 150 jahren eine inhomogene ansammlung verschiedener staaten war, ohne daß man irgendeine sprach- oder kulturgrenze oder so mit recht hätte drumziehen können, und danach massiv das nationale bedürfnis gepushed wurde, kann das durchaus sein. das macht es wieder interessant, denn wenn man das radikal interpretiert, *gibt* es deutschland gar nicht wirklich, sondern es gab immer nur ein mehr oder minder unangenehmes zerrbild davon. die "deutsche leitkultur" jedenfalls ist eine ahistorische propagandalüge der reaktion, so wie die "germanen" wie man sie im klischee kennt eine solche der nationalrassisten vor 100 jahren waren.
naja, keine ahnung. es ist nett, mal ein bißchen zu schauen, wie die studis das jetzt so machen. eine gute ablenkung vom stöbern in arabischen studentenblogs ;-) oder dem versuch, basra strategisch zu analysieren (letztenendes kann man sagen, jack straw ist schuld an dem was war und ist und an dem, was noch kommen wird, oder besser anthonys kadaverloyalität zu ihm). das mit den barrikaden, naja, es war eine extrem krasse anfuhr, selbst für meine verhältnisse - so red ich normalerweise mit antisemitischen 9-11-verschwörungs-amis -, aber ich bin bei dem thema sehr schnell gereizt. wenn du dich mal ein paarmal mit exsöldnern unterhältst, verstehst du warum. mit so was macht man keinen spaß, außer es ist wirklich und offensichtlich nichts als spaß. es schadet nix, überhaupt nix, das zu können. aber da draußen sind leute, die kein problem haben, studenten abzuknallen. sich inkognito an harte ehu- oder sek-bullen ranzumachen und mit ihnen zu palavern ist kein einfacher job, aber wenn man zufällig einen von den bluthunden erwischt, ist es das wert. die perspektive von den typen aus ihrem eigenen mund zu hören ist schon krass, zumal wenn du bedenkst, daß es letztlich eine glaubensfrage ist, welche seite recht hat. ein prügelbulle steht jedenfalls genauso zu seiner einstellung und zieht sie durch wie wir, und meinethalben wäre es nur gut, wenn man es irgendwie hinbekommt, ohne es mano a mano gegen diese leute ausschlagen zu müssen.
dito der begriff "revolution". davon sollte nur reden, wer bereit ist, für seine sache zu sterben. das ist das allermindeste risiko bei einer revolution. ganz ganz selten stirbt niemand (und selbst das ist eine definitionsfrage. die "revolution" 74 in portugal war keine echte imho, sondern ein militärputsch im kielwasser einer weitläufigen revolte), aber das läßt sich nicht absehen, sondern ergibt sich oder ergibt sich nicht.
über kurz oder lang wird eh kein weg darum führen, bei der polizei sympathiepunkte anzusammeln, aber die initiative muß von denen ausgehen. bolivien ging erst richtig los, als die bullen sich mit den protesten "solidarisierten". konkret bedeutete das: daß sie den prez belagerten, so daß dieser die militärpolizei von der leine lassen mußte, und sich in la paz 2 schwerbewaffnete paramilitärische machtblöcke entgegenstanden. das war so eine art wecksignal, daß es nicht mehr so weitergehen kann wie bisher. zum glück gab es dann doch keine revolution (einen unfähigen häuptling zu stürzen ist fast schon patriotisch...). auf die idee, sich bei den grünos anzubiedern kommt hoffentlich eh keiner, aber wenn wie manchmal geschieht polizistInnen sich auf indy ausweinen, ist es wichtig, ihnen zuzuhören: wer als bulle auf indymedia seine probleme auskotzt, ist echt verzweifelt und darf sich mit genauso viel recht opfer des sytems nennen wie eine alleinerziehende mutter mit 4 kindern auf alg2 oder ein studi, der 1 semester nach gebühreneinführung ohne ausbildung auf der straße sitzt.
"solidarisieren" ist auch ein wort, das sich in deutschland zu 98% im verfassen von netten erklärungen erschöpft. "solidarisieren, mitmarschieren", mir sei die antideutsche anwandlung verziehen, aber ich frage mich imemr: wohin? nach polen? ich marschiere nur wenn ich das will, und dann auch nur in meinem eigenen takt. und ich mag es nicht, wenn leute im ernst da mitmarschieren; sollen sie ihren eigenen basteln, davon haben sie mehr, ich glaub *das* kann ich sagen.
nein, "solidarisieren" bedeutet konkret: wenn du merkst, daß du irgendwelchen leuten, die sich auf ihre weise gegen den gleichen scheiß wehren wie du, mit deinen fertigkeiten hilfst und sie unterstützt, direkt oder indirekt. und wenn du nur freunden von ihnen erzählst. und dazu ist es erstmal essentiell, protestbewegungen im auge zu behalten, zu wissen was geht in welcher scene.
noch so ne sache: sich nicht an stellvertretern aufreiben. macht ermöglicht es, weniger mächtige vorzuschicken, damit die die scheiße ausbaden, die man angerichtet hat. im zweifelsfall die bullen als troubleshooter. kein pardon, wenn die anfangen reinzudreschen, aber immer bedenken, daß die ursache für die schmerzen am schienbein nicht die ursache für soziale mißstände ist, sondern nur ein unwichtiger lakai von letzterem.
und sachen meterhoch aufzutürmen macht trotzdem keine barrikade.
außer in treppenhäusern und aufgängen. da dann aber um so mehr. (aber dann ist es keine barrikade im eigentlichen sinn mehr)
@ poet: full ack.
* außerdem ist es eine interessante frage, was bullen mit leuten machen, die polizeiaufkleber irgendwo "illegalerweise" drankleben. netter mindfuck auf jeden fall.
jaja