g8 petersburg: obdachlose ins lager?

monsieur raleur 05.05.2006 11:24
vorbereitungen st. petersburgs als gastgeberstadt des "g8"-gipfels

rußland importiert israelische wasserwerfer für die konfrontation mit globalisierungsgegnern; derweil gibt es planungen, bettler und obdachlose für die dauer des gipfels aus der stadt zu vertreiben und in außerhalb liegende lager zu bringen.
vorbereitungen st. petersburgs
als gastgeberstadt des "g8"-gipfels
rußland importiert israelische wasserwerfer* (* wörtl.: gepanzerte fahrzeuge, die mit wasserschläuchen ausgerüstet sind) für die konfrontation mit globalisierungsgegnern

moskau, raid jabar, al-hayat, 08/04/2006
( http://www.daralhayat.com/world_news/europe/04-2006/Item-20060407-75fbc556-c0a8-10ed-0105-003446a269aa/story.html)

die für die konfrontation mit demonstrationen ausgerüsteten israelischen wasserwerfer werden auf die straßen der nordrussischen hauptstadt st. petersburg verteilt werden, nachdem moskau beschlossen hatte, die israelische „erfahrung“ zu hilfe zu nehmen, um mögliche aufrührerische aktionen, die globalisierungsgegner eventuell durchführen, abzuwehren.

die russische polizei gab gestern bekannt, daß moskau dem hebräischen staat wasserwerfer abgekauft hat, um möglichen demonstrationen am rande des gipfels der "g8"-staaten zu begegnen, der für kommenden juli in petersburg angesetzt ist. der stellvertretende leiter der zum russischen innenministerium gehörenden spezialkräfte, wladimir goloblew* (*genaue schreibweise aufgrund der transkription aus dem arabischen unklar) verwies auf die effizienz der israelischen geräte. in einem gespräch mit einer der zeitungen der stadt, das gestern veröffentlicht wurde, sagte er, daß die russischen spezialorgane "im rahmen der sicherheitsvorkehrungen zur organisation des industriegipfels" den kauf "einer flotte von gepanzerten (mit wasserschläuchen ausgerüsteten) fahrzeugen" beschlossen hat. er fügte hinzu, daß jeder der gepanzerten wagen, deren genaue zahl noch nicht feststeht, mehr als 15 tonnen wiegt, und daß "eine aufgebrachte menschenmenge von mehreren hundert personen nicht imstande sein wird, sie umzukippen". er erklärte weiter, "die möglichkeiten" der technologien aus israelischer herstellung, um demonstrationen entgegenzutreten, "sind nicht beschränkt auf das abfeuern dichter schauer aus wasser, vielmehr verschießen sie auch tränengas."

es wird von vielen ausgeschlossen, daß sich die lautstarken proteste, die sich während der früheren gipfel der industriestaaten ereigneten, in petersburg wiederholen, insbesondere nachdem die von den russischen behörden verhängten sicherheitsmaßnahmen die stadt in eine festung verwandelt haben. denn sie wurde zu lande, zu wasser und in der luft für die drei tage des gipfels (15. bis 17. juli) zum sperrgebiet erklärt. sie legten auch fest, daß die arbeit auf den flughäfen der stadt eingestellt wird, sowie die schließung all ihrer landgrenzen. zuvor war ebenso die absicht bekanntgegeben worden, die obdachlosen und bettler während dieser zeitspanne aus der stadt "zu vertreiben". für sie wurde ein geschlossenes lager am rande der stadt errichtet.

die führung der russischen luftwaffe gab zudem bekannt, daß - zum ersten mal - unbemannte flugzeuge die überwachung des luftraums über petersburg während der abhaltung des gipfels übernehmen werden.

was die übrigen einwohner der hauptstadt nordrusslands anbelangt, so werden sie sich während dieses gipfels nicht in ihrer stadt bewegen können, was viele dazu veranlaßt hat, sich darauf vorzubereiten, die region freiwillig zu verlassen. die sicherheitsmaßnahmen bedeuten auch eine verzögerung für die studenten, denn die universitäten von petersburg überlegen, den termin für die jährlichen prüfungen um zwei wochen zu verschieben, damit diese nicht mit dem datum des gipfels zeitlich zusammenfallen, für den rußland zum ersten mal in seiner geschichte den vorsitz übernehmen wird.

viele führen die außerordentlichen vorbereitungen für den gipfel darauf zurück, daß dessen organisation zeitlich zusammenfällt mit einer zunahme des westlichen drucks auf moskau, und auf vermehrte aufrufe, rußland aus der gruppe der "g8" auszuschließen, da es "vom weg der demokratie abgekommen ist". und die verantwortlichen in rußland machen keinen hehl daraus, darauf bedacht zu sein, daß sich "nichts ereignet, was das treffen trüben" würde. sie wiesen dabei darauf hin, daß das treffen als eine angelegenheit des persönlichen prestiges von präsident wladimir putin gilt, insbesondere da petersburg - als dessen geburtsort - sich seit seiner machtübernahme zu einem wichtigen politischen zentrum gewandelt hat, das jährlich zum schauplatz einer reihe von prominenten aktivitäten wird. die russische opposition hatte putin kritisiert, weil dieser aus staatsmitteln zur verschönerung seiner stadt verschwenderische geldausgaben tätigte.
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Ergänzungen

anmerkung

monsieur raleur 05.05.2006 - 19:31
hallo liebe interessierte und mitstreiterInnen!

nachfolgender artikel fand sich am 08.04. 2006 in der in london erscheinenden arabischen tageszeitung al-hayat. was berichtet wird, spricht für sich.

nur zwei anmerkungen:
1) habe die meldung bisher nirgendwo im netz bestätigt gefunden. vielleicht kann eine/r, der/die russisch versteht, mal schauen?
2) es ist etwas seltsam, daß der autor des artikels das israelische fabrikat der wasserwerfer so sehr betont. geräte und know-how zur unterdrückung von demos kann mensch mit sicherheit überall kaufen, von andorra bis zimbabwe...

grüße,
monsieur raleur

p.s.: das wichtigste ist natürlich nicht das fabrikat der wasserwerfer, sondern die geplanten lager für die obdachlosen. denn wenn die einmal da sind...

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Wawe für Ru — Wassermann

Wasserwerfer aus Israel? — Hab ihr schon gehört

Hmmm... — Ingmar