Fotos: 1. Mai 2006 in Berlin

Umbruch Bildarchiv 03.05.2006 19:26 Themen: Soziale Kämpfe
Den diesjährigen 1. Mai verbrachten viele Berliner Antifaschisten auswärts um sich neonazistischen Aufmärschen in Leipzig und Rostock entgegenzustellen. Nichtsdestotrotz beteiligten sich auch in diesem Jahr in Berlin Tausende an gleich mehreren revolutionären 1. Mai-Demos.
Fotos unter:
 http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/010506berlin.html
Die orthodox kommunistisch orientierten Gruppierungen versammelten sich wie üblich um 13 Uhr am Oranienplatz und demonstrierten ab 14 Uhr durch Kreuzberg. Gegen 18 Uhr startete vom Spreewaldplatz erstmalig auch in Berlin eine Mayday-Parade mit einem bunten Umzug und mehreren Musikwägen für soziale Rechte weltweit. Den Mayday gegen prekäre Lebens- und Arbeitsbedingungen gibt es seit fünf Jahren in zahlreichen Ländern. Parallel zogen in "Spontandemonstrationen" zunächst 1000, später nochmals rund 3000 Menschen durch das überquellende "Myfest" in Kreuzberg. Scharmützel mit der Polizei gab es in diesem Jahr nur kurz bei Einbruch der Dunkelheit.
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Ergänzungen

Ein paar kleinere Korrekturen

HanZ 03.05.2006 - 20:12
Die Mayday-Demo startete gegen 17.00 (nachdem ab 16.00 Kundgebung war), auf den "Spontan"-Demos (zu denen eigentlich schon längerfristig aufgerufen wurde) brachten vielleicht 500 auf die Beine (zweimal etwa dieselben Leute).
Ansonsten danke für die Fotos und rock on!

Bericht +Bilder von Spontandemos in Kreuzberg

autonom 03.05.2006 - 20:20

Sammlung von Artikeln zum 1.Mai in Berlin

Sammler 03.05.2006 - 20:47
Berlin: FAU-Block auf 1.Mai-Demo
Unter dem Motto "Endlich in die Offensive" beteiligten sich ca. 200
Menschen am anarchosyndikalistischen Block der FAU Berlin auf der
traditionellen Gewerkschaftsdemo.
 http://de.indymedia.org/2006/05/145234.shtml


Ein paar erste Eindrücke von der Mayday-Parade in Berlin
Seit dem späten Nachmittag zieht die erste EuroMayday-Parade Berlins durch die Stadtbezirke Kreuzberg und Neukölln. Der mehrere Kilometer lange Zug, an dem sich viele tausend Menschen beteiligen, übertraf alle vorherigen Erwartungen.
 http://de.indymedia.org/2006/05/145224.shtml


noch mehr Fotos vom 1.Mai in Berlin-Kreuzberg (RIM-Demo)
revolutionaerer-erster-mai.de rief zur politischen Demo auf, die um 13 Uhr auf dem Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg beginnen sollte, tatsächlich aber zunächst bis etwa 14:30 Uhr eine langatmige Kundgebung mit Volksfestcharakter wurde. Erst dann startete eine durchwachsen kämpferische Demo.
 http://de.indymedia.org/2006/05/145394.shtml


Der von "autonom" verlinkte Artikel ist leider ziemlich übertrieben und desinformierend.

[update] Spontandemos in Kreuzberg mit Fotos

Kreuzberger Nächte sind lang 03.05.2006 - 21:24
Der Artikel über die Spontandemos und den Abend in Kreuzberg am 1. Mai wurde leicht geupdadet, incl. mehr Fotos:
 http://switzerland.indymedia.org/de/2006/05/40669.shtml

Zur indy.ch Version und zum Thema allgemein:

Kein "Berufsjugendlicher" 04.05.2006 - 00:08
Grübel...

Nochmal "Spontandemos" in Kreuzberg... ein schon viel relativierter Artikel... jetzt in der Schweiz mit voll romantischer Bildparade...

Da wird ein überarbeiteter Artikel angekündigt. Ich denke: "Sicher Zahlenangaben und und und revidiert..." und sehe nach, aber stelle fest: Nichts von alledem. Weiterhin heißt es dort u.a.: "Zeitweilig waren es ca. 3000 Menschen auf dieser 2. Spontandemonstration. Der Bullenpräsident hatte die Order an seine Zivil-Bullen-Einheiten herausgegeben auf keinen Fall diese Demonstration anzugreifen, damit den DemonstrantInnen kein "Anlaß geboten" werde, sie anzugreifen und somit das "Myfest" außer Ruder laufen würde".

So ein Stuss auch. Nein, nein nein. Ich war da (wie andere auch, die das genau so wie ich sehen). NIEMALS 3000 und auch sonst kann Mensch bei Lektüre des Berichts an manchen Stellen nur noch rätseln: Syndrom des verblendeten Propagandisten? Berichterstatter mit galoppierenden (kollektiven) Realitätsverlusterscheinungen? Satire, geschrieben von welchen, die das nicht können, so dass es wie voller ernst rüberkommt?

Und zur "Order" des Herrn "Bullenpräsidenten": hoffentlich glauben die LeserInnen den Scheiß nicht. Die Polizei war mehr als präsent, aus taktischen Gründen klar auf ZurückhaltungsSHOW (d.h. vorgegebene, also gespielte Zurückhaltung) eingestellt aber deshalb echt nicht weniger offensiv und ging genau bei diesem verzweifelten Versuch ein riot anzuzetteln sowas von zynisch vor... Die sind nicht mehr oder weniger offensiv, sondern nur DIFFERENZIERT offensiv - schon gar nicht in Kreuzberg am 1. Mai - das ist ein absoluter Schwerpunkt ihrer "neuen" Methoden ("Neue" steht in Anführungsstrichen, weil die Methoden sooo neu mittlerweile gar nicht mehr sind, aber viele offenbar noch gar nichts davon gecheckt haben!). Wie schon in der Vergangenheit ist die so genannte Spontandemo - die keine war, weil sie vielmehr eine sogar von Mainstreammedien angekündigte "nicht angemeldete" Demo war - denen direkt in die Arme gelaufen. Die Gesa stand nicht von ungefähr direkt hinterm Heini (Für NichtberlinerInnen: Heinrichplatz) samt Hundestaffeln, der ganzen Palette Spezialoperateure vom Dienst, Einsatzinfrastruktur für die relevanten Bereiche etc.

Wie schon in der Vergangenheit haben sie diese "Demo", die um die Häuserblöcke lief, schlicht und einfach abgepasst und hopp, hopp, hopp, ganz schnell, solide organisiert und dauerhaft unter Kontrolle gekriegt! Das alles, gekonnt unauffällig: dass ausgerechnet janz radikale Kämpfer wie die, die hier schreiben, offenbar tatsächlich glauben, es habe eine Zurückhaltungsorder gegeben ist schon ganz schön komisch... 50-60 Festnahmen sprechen dagegen, erst recht weil es nur Kurzzeitig ein ganz klein bißchen Action gab, die aber mit Riot nix zu tun hatte.

Ich fand es NICHT gerade zurückhaltend, wie da cops ne augenscheinlich mäßige (aber - ich wiederhole: höchst effektiv und offensiv organisierte) Präsenz aufstellen, die das absolut unangefochtene Abführen von Menschen durch die Menge über ganz weite Strecken erlaubt hat. Da wurde nicht rausgezogen und schnell raus aus'm Getümmel. Nee, ich habe mehrere Festnahmen beobachtet, bei denen die Leute mir nichts dir nicht über echt lange Strecken DURCH DIE MENGE abgeführt wurden. Die Festnahmetrupps waren von den Trupps, die in Abständen herumstanden, natürlich bestens abgesichert, der Zusammenhang war aber anscheinend den Wenigsten klar. Bei den eher seltenen und inhaltlich meist sehr hilflosen verbalen kritischen Äußerungen bzw. Protesten von Herumstenden stellten sie seelenruhig einfach auf Durchzug. Das war keine Zurückhaltung, das war hoch professionelle "Beseitigung" und um die Ecke dann "Abfertigung" (die immer noch möglichst unauffällig umgesetzt wurde, aber gleich deutlich ruppiger von Statten ging) von sehr routiniert herausgefilteterten und -gezogenen Leuten. Das Gante durchgeführt von dem anwesenden Kollektiv (die Menge im Ganzen, vom Festbesucher bis zum Streetfighter in spe) im weitesten Sinne gegenüber sehr zynisch und abfällig einggestellte Cops.

Das mit dem Feuer habe auch ich beobachtet. Gerade deshalb sind die Übertreibungen schade, die dem Bericht die Glaubwürdigkeit nehmen. Das Feuer hat eine riesige Anziehungskraft bewirkt. Ich habe aber zig Stimmen aufgeschnappt, die bemerkten, wie lange es brannte und dass es Absicht war. Auch ich habe das über eine sehr lange Zeit beobachtet und aus den Flammen auch noch sehr lange eine unglaublich dunkle und stinkige, ohne Frage giftige Rauchwolke aufsteigen gesehen und haargenau dasselbe gedacht. Die Bullen hatten dabei zweifellos die Möglichkeit - auch ohne eskalatorische Auftritte - für eine Löschung zu sorgen, aber nichts getan.

Die meisten Leute, die das kritisch interpretierten, blieben bei der Vermutung, man wolle der Presse das nötige Futter liefern. In der Tat hatte die Presse Zeit sehr Stimmungsvolle Bilder anzufertigen. Ich habe auch eine zusätzliche Vermutung: Die Festnahmetrupps arbeiten Schulter an Schulter mit den Bedo-Trupps zusammen, die nicht umsonst Beweis- und Dokumentationstrupps heißen. Nun, während sich alle mehr oder weniger kritisch wirklich ewig lange der Faszination des Feuers hingaben, wurden zumindest einige (mehrere) der Festnahmen organisiert. Die Zivis am Heini etwa, waren superaktiv und fotografierten was das Zeug hält. Auch ihre Backgroundinfrastruktur war in nächster Nähe positioniert. Die Steuerung der Festnahmetrupps konnte während alle auf das Feuer starrten noch einen ganzen Zahn ruhiger vorbereitet werden.

Nach den ersten Schüben dessen, was ich für nicht viel mehr als ein Versuch, Bullenterror und große Gegenaction vom Zaun zu reißen halte,(Das Anliegen, gegen die Maidemoverbote zu Handeln halte ich für absolut berechtigt, ich finde aber nicht, dass wirklich dieses Anliegen Kern und Funke war) hypnotisierte das Feuer die Leutz in der Nähe so lange, wie es die Bullen brauchten, um Phase zwo zu organisieren. Ich weiß leider nichts verlässliches über die Gefangenen. Ich wette aber, die meisten, die NACH dem Feuer abgeführt wurden (ich habe mehrere beobachtet) werden wegen Actions VOR dem Feuer belangt.

Es war schon sehr interessant. Unschön, echt unschön - und traurig sowieso - aber sehr interessant. Wie mitten in der Menge Pulke in Grün auch noch Schnelldurchsuchungen durchführten, und Rechts und Links kaum ein Mensch das merkte, geschweige denn eine Reaktion zeigte falls doch, war auch schon sehr beeindruckend und meines Erachtens keinesfalls ein Hinweis auf Zurückhaltung der Polizei. Also Augen auf und wenn's geht, Romantik bei Seite legen und die Realität mal gemauer erfassen! Bei angeblich so vielen für radikale Aktion offenen Leuten war angesichts dessen soviel Reaktionslosigkeit erstaunlich oder aber ein Zeichen für das nicht vorhanden sein von Leuten, die dem Anspruch wirklich genügen und auf ihre Weise auch "befriedet" sind, weil sie auser hit and run nicht viel können, was mir weit übler aufstößt als der Teil des Festvolks, der soviel nach Befriedung schreit. Wie scheiße das Pyroschießen abgegangen ist hat schon mal jemand gesagt. Ich kann das nur bestätigen und zwar aufgrund von eigenen Beobachtungen aus nächster Nähe. Leider ist dieser nicht der Ort für genauere Bemerkungen, die aber schon nötig wären!

Ansonsten noch eine Sache, wenn ich nun schon so viel Zeit zum Thema "Spontandemos" aufgebracht habe. Bei der ersten Runde war ich nicht dabei, bei der zweiten schon. Ich bin flink genug und habe es bis zum Heini geschafft, mitzugehen und das Ganze ein Mal ganz und ein Mal halb an mir vorbei ziehen zu lassen und wieder aufzuholen. Auch hier werde ich Details über die Dynamik des "Anwachsens" der Demo nicht erläuern, weil es einfach nicht der richtige Ort ist, aber so viel dürften die zahlreichen verdeckten Beobachter schon von sich aus registriert haben, so dass es kein Beinbruch ist, wenn ich das laut sage: Die Stimmung war irgendwann echt beeindruckend - Touristen bei Seite, die aber meiner Meinung nach nicht die waren, die DIESEN Braten fett gemacht haben - und es waren nicht nur eher ziemlich junge Leute, sondern auch weitestgehend Männer. Das habe ich mir echt von oben bis unten angeguckt. Frauen waren ganz ganz wenige dabei und eigentlich immer mit mindestens nem Mann unterwegs, was ich für eine Sache halte, die einiges aussagt.

Die Stimmung war auf ihre Weise schon ziemlich heftig. Davon ging das, was meiner Wahrnehmung nach die meiste "Seele" hatte - von den Kids mit Migrationshintergrund aus, die sich angeschlossen hatten, ganz gleich, wie schräg mache drauf sein mögen (Schräge Leute gibt es grundsätzlich viele). Die waren "tense", sehr tense (ich verwende den englischen Ausdruck, weil er besser passt). Sie waren nicht aggro, sie waren "tense". So habe ich das zumindest wahrgenommen. In der Naunynstraße war es irgendwann mächtig still, aber die Luft vibrierte regelrecht. Schwer, die Stimmung zu beschreiben, die ich meine, gespürt zu haben. Jedenfalls habe ich gedacht, sie haben Sehnsucht. Sie sehnen sich nach Paris. Ehrlich. Es war das Einzige, das zu der Stimmung passte, die ich da wahrnahm und sie war stark. Aber Paris am Heini, im Schlepptau von so ner komischen "Spontandemo" die alle Jahre wieder am ersten Mai an der Tagesordnung ist und im Angesicht vonner Polizei, die nur wartet, dass sie kommt und voll den Plan hat, ist einfach nicht Paris. Ich hoffe, es hat nicht zuviele von den Kids erwischt, die Paris - (Banlieue) Ende 2005 - herbeisehnten und - wie alle anderen eigentlich auch - nur sehr mäßig auf ihre Kosten gekommen sind.

P.S.:

Verwechsler

Kein Berufsjugendlicher 04.05.2006 - 01:14
In meiner Ergänzung weiter oben steht irgendwo:

"Die sind nicht mehr oder weniger offensiv, sondern nur DIFFERENZIERT offensiv - schon gar nicht in Kreuzberg am 1. Mai - ..."

Es soll natürlich heißen: ERST RECHT in Kreuzberg am 1. Mai.

Für kleinere Fehler und holprige Sätze entschuldige ich mich, ich hoffe, die Aussagen sind trotzdem halbwegs klar.

???

!!! 04.05.2006 - 05:43
1 - in der Analyse steht: Das Anliegen, gegen die Maidemoverbote zu Handeln halte ich für absolut berechtigt. Von Kleinreden wollen also keine Spur.

2 - Dass die Demo zu Ende war tut nichts zur Sache. Die zeitlich versetzte Festnahme ist schon länger gängige Praxis. Vor dem Feuer und nach dem Feuer sehe ich nicht als getrennte Phasen. Der Einsatz hat außerdem mit dem Abfangen der Demo begonnen. Alles andere verdrängt wesentliche Tatsachen. Und: Niemand weckt irgendwelche Eindrücke Ganz generell es gab einige Kritiker, die fairerweise gewisse Kraftmomente eingeräumt haben aber eben stramm der Meinung sind, dass der Bericht maßlos übertreibt.

3 - Dass es "richtig" gekracht hätte, wenn die Polizei bei den Demos eingegriffen hätte, ist Wunschdenken. Gleiches gilt für den angeblichen Bedarf, Zivis zu schützen. Auch das ist Wunschdenken. Es standen höchstens einige Zivis und das auch nur über ganz kurze Zeitabschnitte wirklich ungeschützt da. Die Absicherungsstrukturen waren da und voll funktionsfähig. Es gab höchstens Augenblicke mit verhältnismäßig dünner Absicherung von ganz wenigen und nicht eine ernsthafte, konkrete Gefährdung. Die Feststellung, dass die meisten Gegner, die da runsprangen nicht viel mehr als hit and run können ist doch wahr. Also: Kein glaubwürdiger Grund für die angebliche Zurückhaltung. Nee nee.

4 - Solidarisierung von Myfest Besucherinnen im Falle eines Eklats ist ebenfalls gigantisches Wunschdenken. Spontaneität: jein. Natürlich war die zweite Demo nicht in der Presse angekündigt. Dass sich aber völlig unterschiedliche Leute innerhalb von weniger als drei Stunden auf gleiche Art das Gleiche einfallen lassen... na ja. Spontan war nur dieses sich anschließen und vielleicht der Vorstoß, es ein zweites Mal zu versuchen. Aber wurde auch wirklich ausreichend darüber nachgedacht, was sich da abspielt? Denkt mal selber über die Zusammenhänge nach, ja? Für ne Disko ist diese Adresse nicht die Richtige, daher Ende der Durchsage.

5 - 3000 ist und bleibt total gesponnen. Keine Chance. Ein zeitweiliger, extrem kurzer Höhepunkt mag die Zahl 800 bis 1000 erreicht haben und das auch nur, weil lauter Festgänger ganz kurz zum Schnuppern mitgeschwommen aber dann auch wieder abgesprungen sind und ihr dazu offenbar auch noch die völlig unbeteiligten an den Straßenrändern mitgezählt habt. Alle, die sich geäußert haben sagen 200 bis 800 und die meisten 5-600. Bleiben wir dabei. Vergiss' es mit den 3000 oder geh' zum Arzt, es sei denn, du bist es, der nicht zählen kann.

6 - Kreuzberg ist polizeitechnisch ziemlich in fester Hand aber auch sonst kein Ort mit den Potenzialen, von denen du träumst. Ob Neuauflage von 87 ist oder Paris-Kopie. Vergiss' beides und setz' dich mit der Realität auseinander. Die wartet auf ganz andere Dinge, wenn Veränderung noch was werden soll.

7 - Mayday dissen ist nicht fair. Erst wegen der Kritik die beleidigte Nudel spielen und dann selber dissen was das Zeug hält. Wer den Präkarisierten näher ist, sind sicher die anderen, vorerst, mit der kleinen Einschränkung, dass sie viel zu tun haben, wenn es mehr als fast nur Theorie werden soll. Nichts geht in Berlin in Richtung Frankreich, gar nichts. Mehr ist nicht zu sagen, außer, dass die Annahme, irgendwelche Linke würden vor den vielen Systemablehnern Angst haben, wieder mal pures Wunschdenken verrät.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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hanZ kanns...

...nicht 03.05.2006 - 22:59
du und einige andere haben wohl den ganzen tag nichts besseres zu tun als unter ALLE berichte zum 1.mai in kreuzberg falsche behauptungen zu setzen. es scheint dir ja gar nicht zu passen daß es in berlin nicht nur mayday-party-veranstaltung gab sondern auch noch andere erfolgreiche aktionen (wenn man die entpolitisierte mayday-parade denn als erfolgreich ansehen will, denn erfolg hat nicht nur was mit der quantität sondern auch mit qualität zu tun, und auf der mayday-parade war z.b. nicht ein tranpsa oder eine parole gegen krieg. aber an krieg zu denken wenn man spaß haben will ist ja eh nur lästig).
auf der 18 uhr demo in kreuzberg waren 1500 leute, auf der 20 uhr 3000. da kannst du das noch so runterspielen, komm doch einfach mal nächstes jahr selbst nach kreuzberg, aber wahrscheinlich sind dir die leute da zu prekarisiert ;-)
trotz verbote, polizeiarmee, myfest-und mayday-befriedungskonzept:
die "spontanen" 1.mai-demos in kreuzberg sind die powervollsten und entschlossensten die man in berlin sehen kann - da wird auch das selbstbeweihräuchernde abfeiern der mayday-PARTY nichts dran ändern. da müssen sich einige wohl noch mal mit der linkspartei zusammen setzen, wie sich denn kreuzberg effektiver befrieden läßt...

@ ..nicht 03.05.2006 21:59

ich 03.05.2006 - 23:27
hör auf hier rumzulügen, stalino! was soll das?

Anmerkung

KB (siehe oben) 04.05.2006 - 00:22
Während ich schrieb, wurde der Hinweis auf den Artikel von indy.ch versenkt. Immerhin steht noch der Link von Autonom. Fakt ist aber, dass hier jetzt ne dolle Streitschrift zu DEM Zeug, also dem in Ergänzungen verlinkten steht, unter nem kurzen aber fairen Beitrag von Bildumbruch, Leute, die ansoluten Respekt verdienen und dass der direkte Bezug nun versenkt und vielleicht übersehen wird. Ich möchte das klar stellen, weil der Umbruch-Beitrag genau das Gegenteil der Darstellung der "Spontandemos" repräsentiert. Klar stellen möchte ich auch, dass die Kritik in erster Linie eben dem Artikel zu den "Spontandemos" als solchen (und zur Praxis, wie sie war) gilt. Gegen Maidemoverbote und für Initiativen dagegen, dass es diese Verbote gibt, bin ich nämlich auch.

nochmal zur sache

"stalino" aka nicht 04.05.2006 - 03:17
"kein berufsjugendlicher", auch wenn ich einigem deiner analyse zustimmen kann, muß ich hier nochmals korrigieren. du hast recht daß es festnahmen gab, die "über echt lange Strecken DURCH DIE MENGE abgeführt wurden", allerdings erst NACH den demos. du erweckst den eindruck als sei das während den demos passiert um den demos ihre stärke abzusprechen. sicherlich hätten die cops auch leute auf den demos (also 18 und 20 uhr, letztere war übrigens nicht in der presse angekündigt und durchaus als spontan zu bewerten) festnehmen können, allerdings zu dem preis das es gekracht hätte (also "richtig" und nicht das später stattfindende übliche ritual) und es mit dem myfest vorbei gewesen wäre, auch schon aus der tatsache heraus das viele besucher/innen den demos gegenüber positiv gesonnen waren. daher haben sie das risiko nicht in kauf genommen direkt bei den demos zu intervenieren. und neben dem politischen risiken (myfest-besucher/innen solidarisieren sich weil sie selbst was von den bullen abkriegen, schlechte presse) war es auch für einige kollegen in zivil durchaus "unübersichtlich" sprich gefährlich, auf die demo loszugehen. es gab mehrere stellen wo die bullen zugreifen wollten es aber lieber gelassen haben aus besagten gründen.
auch gebe ich dir recht das die sache mit dem feuer den von dir beschriebenen zweck hatte und leider sich dieser zweck wohl auch erfüllt hat. letzten endes hatten die cops die situation NACH den demos wie die letzten beiden jahren gut im griff, keine frage.
aber warum die beiden demos hier ständig kleingeredet werden leuchtet mir nicht ein. die anzahl bei beiden demos lag bei weit über tausend leuten, bei der 20 uhr demo (zeitweilig 3000) noch mehr als bei 18 uhr (1500), bitte zählen lernen! (wenigstens gibt "kein berufsjugendlicher" zu, daß er die erste demo gar nicht gesehen hat, aber wenn hanZ schreibt, es seien zweimal (dieselben) 500 gewesen, gibt er nur zu erkennen, daß er am 1.mai um diese zeit nicht in kreuzberg gewesen sein kann (wie auch wenn man auf der mayday unterwegs ist?)) auch wenn die 18 uhr demo letztes jahr größer war, ist das kein mißerfolg, denn letztes jahr gabs auch keine mayday-parade. und der "charme" der demos (vor allem die 20 uhr) liegt vor allem in der "kreuzberger mischung" die von niemandem kontrollierbar ist (weder von den bullen noch den demo-initiator/innen), was auch der grund sein dürfte warum so viele szene-gurus ihre probleme mit diesen demos haben. den ganzen tag von frankreich und prekarisierten labern, aber wenn's mal etwas in diese richtung geht es gleich klein machen, sich distanzieren und alle als stalinisten beschimpfen, die der realität nicht so verbohrt gegenüber stehen. das problem für die herrschenden ist doch nicht ob am 1.mai in kreuzberg ein paar flaschen auf bullen fliegen, sondern ob - und davor haben sie schiß - sich die angestaute wut und frustration der leute über ihre lebenslage in "linker weise" entlädt, also nicht nach dem motto "nach unten treten und nach oben buckeln". daher bekämpfen sie die revolutionären 1.mai-demos mit solcher intensität, weil sie angst haben das das (wie eben z.t. in frankreich) schule macht. all diese strategien und kampagnen, die verschiedenen varianten der aufstandsbekämpfung (letztes jahr: handy-verkehr in kreuzberg lahm gelegt, zivibullen unzterwandern demo und steuern sie aus kreuzberg raus,), wobei das "zuckerbrot", sprich integrationsangebot in form von myfest oder für die radikaleren in form von mayday nicht fehlen darf, damit die "peitsche" auch weh tut. glaubt jemand im ernst das alles wird entwickelt damit ein paar cops am 1.mai mit weniger blauen flecken nach hause gehen oder das auto von irgendwem die nacht heil übersteht? wie wär's mal die dinge im zusammenhang sehen: am 1.mai zeigen in kreuzberg tausende, so sehr sie sich auch untereinander unterscheiden (was es für die herrschenden NOCH bedrohlicher macht!), was sie an anderen tagen so nicht gemeinsam zeigen können, eben was sie von diesem system und seinen lakaien halten: NICHTS! NICHTS! NICHTS! das das nicht nur leuten aus der herrschenden klasse angst macht sondern mittlerweile auch so vielen ach so linken, zeigt wo das system steht: am abgrund! da können sich all die angesprochen fühlen die sich in ihrer politischen praxis so sehr für "soziale rechte weltweit" einsetzen aber z.b. zum irak-krieg nicht einmal den arsch hochgekriegt oder das maul aufgemacht haben. um mit brecht zu enden: stell dir vor es ist krieg und keiner geht hin. dann kommt der krieg zu dir!

auch nächstes jahr: 1.mai straße frei! kein frieden mit dem system!