1. Mai Demos in Kreuzberg am Abend (Spontan)
In Berlin-Kreuzberg gab es zum Revolutionären 1. Mai 2 große Spontandemos am Abend. Bericht und Bilanz.
Revolutionäre 1. Mai in Berlin-Kreuzberg K36
Bilanz
mit Fotos aus der Presse
Ein Autonomes 1. Mai Plenum hatte zu einer unangemeldeten Demonstration um 18 Uhr auf dem Oranienplatz aufgerufen. Der gesamte Kreuzberger Kiez war bereits total voll von feiernden und neugierigen Massen wegen des sog. "Myfest" aber auch wegen dem traditionellen Fest mit Politständen auf dem Mariannenplatz, aber natürlich auch wie in jedem Jahr in Erwartung auf eine Revolutionäre 1. Mai Demo im Kiez.
Bereits vor 18 Uhr saßen Zivilpolizisten am Oranienplatz herum und kauten Sonnenblumenkörner oder taten so als ob sie Bier tranken. Angekündigt war es, eine Spontandemo am O-Platz schon bei Beginn verhindern zu wollen.
Derweil spazierten viele Menschen wegen der angekündigten Spontandemo Richtung O-Platz oder warteten in der Oranienstraße.
Jedoch ging es in für "Autonome" erstaunlicher Pünktlichkeit um ca. Punkt 18 Uhr am Rande des Oranienplatzes los, ein Transpi und zahlreiche Fahnen tauchten auf und im schnellen Tempo zogen ein paar hundert Menschen durch die Oranienstraße. Die Demo ging lautstark mit dem Transpie "Kein Krieg, Kein Hartz! Kein Demoverbot! 1. Mai - Straße frei" durch die Straßen im Kiez, zahlreiche Parolen wie "Hoch die Internationale Solidarität" oder "1. Mai Straße frei - nieder mit der Polizei" wurden gerufen, teils waren Menschen vermummt. Schnell schlossen sich immer mehr Menschen der Demo an, bei der 2. Runde durch das "Myfest", welches ebenfalls angekündigt hatte, mittels Bühnen und sog. "friedlich Feiernden" die Spontandemo verhindern zu wollen, waren es bis zu 1.500 Menschen.
Die Zivilpolizisten und PMS (Berliner Sondereinheit) und ihr Einsatzchef liefen irgendwann seitlich an der Demospitze und hatten vor, Menschen aus der Demospitze herauszugreifen um die Demo zu beenden. Jedoch mußte sich diese Zivieinheit bei der 2. Demorunde in der Oranienstraße zurückziehen, sie hatten die Order vom Polizeipräsident bekommen, zu diesem Zeitpunkt im Myfest nicht die Demo zu eskalieren, da sich bereits zu viele Demonstranten angeschlossen hatten und es natürlich auch überall Zustimmung von den ZuschauerInnen des Festes gab.
Diese Spontandemonstration führte auf das Mariannenplatzfest, wo sie dann aufgelöst wurde. Weitere Gruppen der Berliner Zivil-Sondereinheiten (PMS und Co) - ca. 50 wie es hieß, waren in der Naunynstraße und sind dann zum Mariannenfest geeilt um dort auf dem Fest als auch drumherum noch "OrganisatorInnen" der Spontandemo ausfindig zu machen, was ihnen allerdings nicht gelang. Es gab keine Festnahmen.
Protection 05 - arbeitslose Jugendliche die vom "Myfest", Kotti e.V., der Naunynritze (bezirkliches Jugendzentrum) und der Polizeidirektion 5 ausgebildet wurden, auch um sich DemonstrantInnen in den Weg zu stellen, hatten von ihrem Chef die Order bekommen, sich doch nicht einzumischen, damit sie nicht Ziel von Attacken durch "Autonome" oder durch MigrantInnen-Kids aus Kreuzberg werden - letztere haben ebenfalls kein Bock auf diese angehenden Hilfspolizisten. Im Internet wurde im Vorfeld ausführlich über die Funktion von Protection05 und dem Myfest als "Aufstandsbekämpfungsprojekt" aufgeklärt, so dass die Myfest-Organisatoren angesichts der breiten Zustimmung im Kiez für eine Revolutionäre 1. Mai Demo in K36 wohl kalte Füße bekommen hatten - sie wollten nicht zur Zielscheibe werden.
Das Myfest füllte sich immer weiter.
Inzwischen hatte sich auch Körting & Co und verschiedene Politiker diverser Parteien in ihrer Stammkneipe am 1. Mai, der Tapas-Bar "Sol y Sombra" westlich vom Oranienplatz eingefunden und sinnierten teils über alte Zeiten. Traditionell treffen sich in dieser Kneipe/Restaurant jedes Jahr die Politiker und Behördenmenschen um ebenfalls live am 1. Mai dabei zu sein, wahrscheinlich berichtete dort auch Bullenpräsident Glitsch von seiner Erfahrung, angeblich auf der 1. Spontandemo - zumindest seitlich und in Sichtweite mit der PMS-Sondereinheit - dabei gewesen zu sein.
Gegen 20 Uhr entstand spontan eine weitere Revolutionäre 1. Mai Spontandemonstration mit dem Fronttranspi: "Myfest ist Scheiße - Für einen Revolutionären 1. Mai". Die Demo wurde angeführt von zahlreichen Jugendlichen - es schlossen sich nach einer Runde durch den Kiez an den Bühnen vorbei immer mehr Jugendliche aber auch "Berufsjugendliche" jeglichen Alters an. Vor allem gab es jetzt die berühmte "Kreuzberger Mischung" von kurdisch-, türkisch- und arabischstämmigen Jugendlichen, Jungprolls, Präkarisierte, Studenten, Altprolls, Autonomen, Antifas, Punks, Revolutionäre-1.-Mai-Touristen aus verschiedenen Ländern usw. Inhalte wurden auf die Straße getragen indem durchgängig Parolen gerufen wurden, wie "Viva la Revolucion" "Hoch die Internationale Solidarität" "USA - Internationale Völkermordzentrale" "1. Mai Straße frei - nieder mit der Polizei" oder "Randale - Bambule - Rütlischule", "Abschiebung ist Folter, Abschiebung ist Mord" "Nie wieder Deutschland" , etc.
Die Demo drehte bis zur Dämmerung mehrere Runden durch den gesamten Kiez an sämtlichen Bühnen vorbei von wo aus sich immer mehr Menschen der Demo anschlossen, so manche Bühne am Rand begrüßte die Demo, bei den Kurden gabs revolutionäres Liedgut. Zeitweilig waren bis zu 3.500 oder 4.000 Menschen auf dieser 2. Spontandemonstration. Der Bullenpräsident hatte die Order an seine Zivil-Bullen-Einheiten herausgegeben auf keinen Fall diese Demonstration anzugreifen, damit den DemonstrantInnen kein "Anlaß geboten" werde, sie anzugreifen und somit das "Myfest" außer Ruder laufen würde.
Die Zivil-Bullen-Gruppen und PMS waren teils bekannt und konnten daher nicht unentdeckt agieren, da einige von ihnen mit Foto im Vorfeld auf einer Internetseite veröffentlicht wurden:
http://sondereinheit.fateback.com , wie ein Artikel auf Indymedia berichtete:
http://de.indymedia.org/2006/05/145183.shtml
Eine Einsatzzentrale wurde dieser Einheit von "Kotti e.V." (Kreuzberger Präventionsprojekt in Zusammenarbeit mit Quartiersmanagement und der Polizeidirektion 5) in der Adalbertstraße 87 zur Verfügung gestellt.
Irgendwo flogen die 1. Flaschen. Am Heinrichsplatz wurden die am Autohaus stehenden Bullenwannen mit Steinen und Flaschen angegriffen, als dies massiver wurde stürmte die 1. Einheit der Polizei auf den Mariannenplatz. Dort eskalierte die Polizei weiter so daß immer mehr Menschen sich an den Scharmützeln beteiligten. Die postierten Ziviaufklärer hatten keine Handhabe mehr. Irgendwann nach mehrmaligem Hin- und Her brannten die ersten Müllcontainer die in der Oranienstraße Richtung Görlitzer Bahnhof auf die Straße geschoben wurden. Das rießige Feuer und die Rauchschwaden machte immer mehr Menschen aus den umliegenden Straßen aufmerksam auf den Kampf gegen die Bullen so daß immer mehr hinzukamen als auch in anderen Straßen die sich nach und nach verteilenden Bullengruppen von Menschen angegriffen wurden bzw. versucht wurde, diese Bullen aus den Kiez zu drängen.
Die Bühnen spielten wärend der Auseinandersetzungen mit den Bullen ihre Musik weiter und boten so gute Aufenthaltsflächen für alle, um sich von den Bullen zurückzuziehen. Erstmal war ein Flutlicht von den Bullen am Heinrichsplatz installiert worden, da der Platz wahrscheinleich von oben aus einer Wohnung südlich des Heinrichsplatz heraus von Bullen abgefilmt wurde.
Wie immer endete alles zu später Stunde, in irgendeiner Kreuzberger Lieblinkskneipe.
Fazit:
Eine Spontandemo und Revolutionäre 1. Mai Demonstration im Kreuzberger Kiez lässt sich nicht verbieten oder blockieren, auch nicht durch das Myfest - im Gegenteil: durch die vielen Menschen im Kiez ist es jederzeit möglich eine Demonstration anzufangen. Da es in diesem Jahr Drohungen seitens der Sicherheitsbehörden via Presse gab, hatten sich wohl viele bei der 1. Spontandemo relativ zurückgehalten bzw. wurden nicht so viele Transpis und Fahnen mitgenommen, um nicht im Vorfeld aufzufallen. Die 2. Demo, die mit ein paar Fahnen und einem Transpi gestartet wurde und schnell auf ca. 3500 Menschen anwuchs zeigte aber, daß es zu jeder Zeit ab 18 Uhr möglich ist eine große und lautstarke Demo zu organisieren, im nächsten Jahr sollten daher noch mehr Fahnen und Transparente in diese Demos mitgebracht werden, und Megafone.
Mit dem Revolutionären 1. Mai 2006 wurde eine weitere "Tradition" der Revolutionären 1. Mai Spontandemos in Kreuzberg 36 eingeführt: sich den Kiez nicht nehmen zu lassen und einfach mal auf das "überflüssige Ritual der Anmeldung" - wie es im Vorfeld in einer Pressemitteilung des "Autonomen 1. Mai Plenum" hieß, "zu verzichten"!
Im nächsten Jahr sind es 20 Jahre Revolutionärer 1. Mai und kurz danach sind die Proteste, Demos und Aktionen gegen den kommenden G8 Gipfel 2007 in Heiligendamm. Viele Gruppen haben bereits jetzt für den Revolutionären 1. Mai 2007 zu einer großen gemeinsamen Demo in Berlin-Kreuzberg aufgerufen, um einen Auftakt für die Anti-G8-Proteste im nächsten Jahr in Berlin am 1. Mai zu organisieren.
HERAUS ZUM REVOLUTIONÄREN 1. MAI 2007!
SPONTANDEMO: 18 UHR ORANIENPLATZ
HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!
Bilanz
mit Fotos aus der Presse
Ein Autonomes 1. Mai Plenum hatte zu einer unangemeldeten Demonstration um 18 Uhr auf dem Oranienplatz aufgerufen. Der gesamte Kreuzberger Kiez war bereits total voll von feiernden und neugierigen Massen wegen des sog. "Myfest" aber auch wegen dem traditionellen Fest mit Politständen auf dem Mariannenplatz, aber natürlich auch wie in jedem Jahr in Erwartung auf eine Revolutionäre 1. Mai Demo im Kiez.
Bereits vor 18 Uhr saßen Zivilpolizisten am Oranienplatz herum und kauten Sonnenblumenkörner oder taten so als ob sie Bier tranken. Angekündigt war es, eine Spontandemo am O-Platz schon bei Beginn verhindern zu wollen.
Derweil spazierten viele Menschen wegen der angekündigten Spontandemo Richtung O-Platz oder warteten in der Oranienstraße.
Jedoch ging es in für "Autonome" erstaunlicher Pünktlichkeit um ca. Punkt 18 Uhr am Rande des Oranienplatzes los, ein Transpi und zahlreiche Fahnen tauchten auf und im schnellen Tempo zogen ein paar hundert Menschen durch die Oranienstraße. Die Demo ging lautstark mit dem Transpie "Kein Krieg, Kein Hartz! Kein Demoverbot! 1. Mai - Straße frei" durch die Straßen im Kiez, zahlreiche Parolen wie "Hoch die Internationale Solidarität" oder "1. Mai Straße frei - nieder mit der Polizei" wurden gerufen, teils waren Menschen vermummt. Schnell schlossen sich immer mehr Menschen der Demo an, bei der 2. Runde durch das "Myfest", welches ebenfalls angekündigt hatte, mittels Bühnen und sog. "friedlich Feiernden" die Spontandemo verhindern zu wollen, waren es bis zu 1.500 Menschen.
Die Zivilpolizisten und PMS (Berliner Sondereinheit) und ihr Einsatzchef liefen irgendwann seitlich an der Demospitze und hatten vor, Menschen aus der Demospitze herauszugreifen um die Demo zu beenden. Jedoch mußte sich diese Zivieinheit bei der 2. Demorunde in der Oranienstraße zurückziehen, sie hatten die Order vom Polizeipräsident bekommen, zu diesem Zeitpunkt im Myfest nicht die Demo zu eskalieren, da sich bereits zu viele Demonstranten angeschlossen hatten und es natürlich auch überall Zustimmung von den ZuschauerInnen des Festes gab.
Diese Spontandemonstration führte auf das Mariannenplatzfest, wo sie dann aufgelöst wurde. Weitere Gruppen der Berliner Zivil-Sondereinheiten (PMS und Co) - ca. 50 wie es hieß, waren in der Naunynstraße und sind dann zum Mariannenfest geeilt um dort auf dem Fest als auch drumherum noch "OrganisatorInnen" der Spontandemo ausfindig zu machen, was ihnen allerdings nicht gelang. Es gab keine Festnahmen.
Protection 05 - arbeitslose Jugendliche die vom "Myfest", Kotti e.V., der Naunynritze (bezirkliches Jugendzentrum) und der Polizeidirektion 5 ausgebildet wurden, auch um sich DemonstrantInnen in den Weg zu stellen, hatten von ihrem Chef die Order bekommen, sich doch nicht einzumischen, damit sie nicht Ziel von Attacken durch "Autonome" oder durch MigrantInnen-Kids aus Kreuzberg werden - letztere haben ebenfalls kein Bock auf diese angehenden Hilfspolizisten. Im Internet wurde im Vorfeld ausführlich über die Funktion von Protection05 und dem Myfest als "Aufstandsbekämpfungsprojekt" aufgeklärt, so dass die Myfest-Organisatoren angesichts der breiten Zustimmung im Kiez für eine Revolutionäre 1. Mai Demo in K36 wohl kalte Füße bekommen hatten - sie wollten nicht zur Zielscheibe werden.
Das Myfest füllte sich immer weiter.
Inzwischen hatte sich auch Körting & Co und verschiedene Politiker diverser Parteien in ihrer Stammkneipe am 1. Mai, der Tapas-Bar "Sol y Sombra" westlich vom Oranienplatz eingefunden und sinnierten teils über alte Zeiten. Traditionell treffen sich in dieser Kneipe/Restaurant jedes Jahr die Politiker und Behördenmenschen um ebenfalls live am 1. Mai dabei zu sein, wahrscheinlich berichtete dort auch Bullenpräsident Glitsch von seiner Erfahrung, angeblich auf der 1. Spontandemo - zumindest seitlich und in Sichtweite mit der PMS-Sondereinheit - dabei gewesen zu sein.
Gegen 20 Uhr entstand spontan eine weitere Revolutionäre 1. Mai Spontandemonstration mit dem Fronttranspi: "Myfest ist Scheiße - Für einen Revolutionären 1. Mai". Die Demo wurde angeführt von zahlreichen Jugendlichen - es schlossen sich nach einer Runde durch den Kiez an den Bühnen vorbei immer mehr Jugendliche aber auch "Berufsjugendliche" jeglichen Alters an. Vor allem gab es jetzt die berühmte "Kreuzberger Mischung" von kurdisch-, türkisch- und arabischstämmigen Jugendlichen, Jungprolls, Präkarisierte, Studenten, Altprolls, Autonomen, Antifas, Punks, Revolutionäre-1.-Mai-Touristen aus verschiedenen Ländern usw. Inhalte wurden auf die Straße getragen indem durchgängig Parolen gerufen wurden, wie "Viva la Revolucion" "Hoch die Internationale Solidarität" "USA - Internationale Völkermordzentrale" "1. Mai Straße frei - nieder mit der Polizei" oder "Randale - Bambule - Rütlischule", "Abschiebung ist Folter, Abschiebung ist Mord" "Nie wieder Deutschland" , etc.
Die Demo drehte bis zur Dämmerung mehrere Runden durch den gesamten Kiez an sämtlichen Bühnen vorbei von wo aus sich immer mehr Menschen der Demo anschlossen, so manche Bühne am Rand begrüßte die Demo, bei den Kurden gabs revolutionäres Liedgut. Zeitweilig waren bis zu 3.500 oder 4.000 Menschen auf dieser 2. Spontandemonstration. Der Bullenpräsident hatte die Order an seine Zivil-Bullen-Einheiten herausgegeben auf keinen Fall diese Demonstration anzugreifen, damit den DemonstrantInnen kein "Anlaß geboten" werde, sie anzugreifen und somit das "Myfest" außer Ruder laufen würde.
Die Zivil-Bullen-Gruppen und PMS waren teils bekannt und konnten daher nicht unentdeckt agieren, da einige von ihnen mit Foto im Vorfeld auf einer Internetseite veröffentlicht wurden:
http://sondereinheit.fateback.com , wie ein Artikel auf Indymedia berichtete:
http://de.indymedia.org/2006/05/145183.shtml Eine Einsatzzentrale wurde dieser Einheit von "Kotti e.V." (Kreuzberger Präventionsprojekt in Zusammenarbeit mit Quartiersmanagement und der Polizeidirektion 5) in der Adalbertstraße 87 zur Verfügung gestellt.
Irgendwo flogen die 1. Flaschen. Am Heinrichsplatz wurden die am Autohaus stehenden Bullenwannen mit Steinen und Flaschen angegriffen, als dies massiver wurde stürmte die 1. Einheit der Polizei auf den Mariannenplatz. Dort eskalierte die Polizei weiter so daß immer mehr Menschen sich an den Scharmützeln beteiligten. Die postierten Ziviaufklärer hatten keine Handhabe mehr. Irgendwann nach mehrmaligem Hin- und Her brannten die ersten Müllcontainer die in der Oranienstraße Richtung Görlitzer Bahnhof auf die Straße geschoben wurden. Das rießige Feuer und die Rauchschwaden machte immer mehr Menschen aus den umliegenden Straßen aufmerksam auf den Kampf gegen die Bullen so daß immer mehr hinzukamen als auch in anderen Straßen die sich nach und nach verteilenden Bullengruppen von Menschen angegriffen wurden bzw. versucht wurde, diese Bullen aus den Kiez zu drängen.
Die Bühnen spielten wärend der Auseinandersetzungen mit den Bullen ihre Musik weiter und boten so gute Aufenthaltsflächen für alle, um sich von den Bullen zurückzuziehen. Erstmal war ein Flutlicht von den Bullen am Heinrichsplatz installiert worden, da der Platz wahrscheinleich von oben aus einer Wohnung südlich des Heinrichsplatz heraus von Bullen abgefilmt wurde.
Wie immer endete alles zu später Stunde, in irgendeiner Kreuzberger Lieblinkskneipe.
Fazit:
Eine Spontandemo und Revolutionäre 1. Mai Demonstration im Kreuzberger Kiez lässt sich nicht verbieten oder blockieren, auch nicht durch das Myfest - im Gegenteil: durch die vielen Menschen im Kiez ist es jederzeit möglich eine Demonstration anzufangen. Da es in diesem Jahr Drohungen seitens der Sicherheitsbehörden via Presse gab, hatten sich wohl viele bei der 1. Spontandemo relativ zurückgehalten bzw. wurden nicht so viele Transpis und Fahnen mitgenommen, um nicht im Vorfeld aufzufallen. Die 2. Demo, die mit ein paar Fahnen und einem Transpi gestartet wurde und schnell auf ca. 3500 Menschen anwuchs zeigte aber, daß es zu jeder Zeit ab 18 Uhr möglich ist eine große und lautstarke Demo zu organisieren, im nächsten Jahr sollten daher noch mehr Fahnen und Transparente in diese Demos mitgebracht werden, und Megafone.
Mit dem Revolutionären 1. Mai 2006 wurde eine weitere "Tradition" der Revolutionären 1. Mai Spontandemos in Kreuzberg 36 eingeführt: sich den Kiez nicht nehmen zu lassen und einfach mal auf das "überflüssige Ritual der Anmeldung" - wie es im Vorfeld in einer Pressemitteilung des "Autonomen 1. Mai Plenum" hieß, "zu verzichten"!
Im nächsten Jahr sind es 20 Jahre Revolutionärer 1. Mai und kurz danach sind die Proteste, Demos und Aktionen gegen den kommenden G8 Gipfel 2007 in Heiligendamm. Viele Gruppen haben bereits jetzt für den Revolutionären 1. Mai 2007 zu einer großen gemeinsamen Demo in Berlin-Kreuzberg aufgerufen, um einen Auftakt für die Anti-G8-Proteste im nächsten Jahr in Berlin am 1. Mai zu organisieren.
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Ergänzungen
Lob & Tadel
a) die erste Demo ist vielleicht zu schnell losgelaufen (ok, wegen verbot nachvollziebar), aber wurde auf jeden fall zu früh aufgelöst. ausserdem sollten wir langsamer laufen, vor allem bei den bühnen wo es eng wird. trotzdem war diese demo im allgemeinen super. viele vermummte, transparente, ketten , geschlossenes und kollektives auftreten. trotzdem war das ende am mariannenplatz zu früh und hat die stimmung ins negative gekippt. letztes jahr wurde mit springer über das ziel hinausgeschossen, dieses jahr wurde mit 2 runden durch den kiez nicht genug gewagt: da wär mehr drin gewesen.
Zur 2ten Demo: Echt süss, paar Kids, viel kreuzberger und neuköllner "rütli-schule" publikum. Die hatten auf jeden Fall ihren spass. Aber die Zweite Demo war zu schnell und zu unstrukuriert. Teilweise war nur die Demospitze mit ca 100 Leuen zu erkennen. Der Rest hing an irgendwelchen Bühnen fest und musste immer hinterher rennen. War ein bisschen wie eine autonome polinäse. Zwar viele Leute aber wir hätten uns mehr platz auf den strassen nehmen müssen. Langsamer und kollektiver das nächste mal. Die Bullen und Securitys verbreiten doch eh nur heisse luft und können uns nicht stoppen. Pyro schiessen und Flaschen werfen muss auch noch geübt werden, es gingen dauern pyros in der demo nieder. Zeitweise hatte mensch das gefühl das die Demo sich verläuft weil die spitze so schnell war. Geil war das Ende: Nach dem vollflop von letzten Jahr (Stichwort Springer) hat die Demospitze die Bullen diesmal kollektiv und entschlossen angegriffen. Bis die verpeilten Bullen die Lage im Griff hatten hats ne weile gedauert. Die Zivis standen auch nur Dumm rum obwohl sie leute bei straftaten gecheckt haben aber nicht festgenommen. Und das die Bühnen weiter Mucke gemacht haben war auch cool, das war wirklich ein Kreuzberger "Myfest" für jeden was dabei. Das bringt mich auch gleich zum nächten Kritikpunkt: Das Fronttranspis "Myfest ist Scheisse - Für einen revolutionären 1.Mai" war ja mal komplett daneben. Anstatt mit den Leuten die sich von PDS&Co verarschen lassen versuchen was zusammen auf die Beine zu kriegen gegeneinander. Dabei hat das Myfest fettes Potential für den Kreuzberger 1.Mai, die Deckungsmasse stand und Bullen und Zivis kammen darauf nicht klar.
Fazit: Weniger Festnahmen.
Zwar nicht der Überriot, aber auch kein Festnahmen zugucken wie letztes Jahr. Die Spontan-Demo ist auf jeden Fall ausbaufähig....
Festnahmen
Die Angaben dürften wohl von der Polizeipressestelle stammen und sind daher noch nicht gesichert.
Artikel in der Süddeutschen zum 1. Mai in Kreuzberg:
Festnahmen, Friedlicher, Gehobener Mittelklasse wagen abgefackelt
...das sagt das Handelsblatt
Schaulustige büßen für ihre Neugier
Und sie schreiben darin:
"Schaulustige wurden von Flaschen getroffen und mussten von Sanitätern behandelt werden."
Als es einen Verletzten am Heinrichsplatz gab der in ohnmacht gefallen war und die Sanitäter diesen behandelten stürtzte sich gleich die ganze behelmte Pressemeute darauf. Wahr ist aber: es handelte sich um einen Aktivbürger wahrscheinlich vom "Myfest"-Team, der versuchte Menschen die Vermummung runterzuziehen und selbst eingreifen wollte gegen Leute, die Widerstand gegen die Bullen leisteten. Er wurde daraufhin wahrscheinlich umgeboxt.
1. Mai schweiz | schweden
Estrem verzerrter Bericht
- es gab keine "großen Spontandemos", sondern es gab 2 Spontandemos mit jeweils einigen hundert Teilnehmern, von denen die meisten aber nut mitliefen, weil sie irgendwie auf Randale hofften.
- revolutionär waren sie gar nicht (es sei denn "Fotze" ein neuer kommunistischer Kampfbegriff)
- die Demo war nicht spontan, sondern es wurde in den Tagen zuvor dazu aufgerufen - interessanterweise auch in der Springerpresse ("am 1.Mai wollen die Chaoten ab 18.00 das Myfest überfallen und Berlin in Brand setzen"), aus der Fotos für diesen peinlich-pubertären Artikel geklaut sind
Prinzipiell ist die Idee eigentlich gant gut - aber nicht auf diesem Niveau und zusammen mit randalierenden Hooligans.
Spontandemo???
Abgesehen vom sonstigen Blödsinn dieses Artikels amüsiert mich die Verwendung des Begriffes "Spontan" in höchsten Maße. Ein Aufruf zu einer Spontan-Demo 2007 grenzt nun wirklich an Realsatire!
@oifreeyouth wg. Gesichter unkenntlich
video kreuzberg - heinrichplatz, 22.00 uhr
Fotos und Video von Spontandemo 2005 und 2004
Hier Fotos und Video von 2005 von Spontandemo:
ca. 1.500 TeilnehmerInnen
und hier von 2004:
ca. 800 oder 1000 TeilnehmerInnen
Fotos, Bericht, Video:
Fotos, Bildergalerie:
Und wegen den Zahlen 2006:
die Presse behauptet was von zwischen 100 oder 500 oder so, aber auf der 1. Spontandemo waren es sicher ca. 1000 Menschen, ein bißchen weniger als bei der Demo von 2005 und bei der 2. Spontandemo ca. 2500 Menschen (oder mehr??)
persönliche Anmerkung
Die paar People die dort gelaufen sind waren und sind ein Witz, wenn auch wirklich nur die Hälfte dabei gewesen wäre, dann wäre die Prügelei ganz anders ausgegangen.
Also hört endlich auf hier so eine Scheiße zu schreiben. Ihr merkt nicht, wie lächerlich das alles ist.
Es ist und bleibt ein riesen Flop!!!! Und ein riesen Erfolg für die Polizei und Anwohner, denn die wollten wirklich nur in Ruhe feiern, ob bei Musik oder Getränken - alles nur ruhig und ohne irgendwelche Halbgaren, die glauben ihnén gehört die Stadt. Es ist vorbei - die Linke hat sich gemausert und drescht nicht mehr sinnlos auf Polizisten, denn in der Realität gewinnt ohnehin immer die Staatsmacht. Und wer etwas anderes behauptet sollte sich einmal auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen, denn die Realität beweist es - täglich!
Und es wird nichts durch Barrikaden, Feuer und Steinen verändert - nichts - absolut NICHTS! Im Gegenteil denn im nächsten Jahr werden es noch weniger werden und auf der anderen Seite werden es immer mehr, die feiern und friedlich für die Sache des 1.Mai auf die Straße gehen und es einfach einen "FEIERTAG" lassen - also Betonung liegt auf "FEIER" - nicht Randale oder etwas anderes.
Und wenn man die ganzen betrunkenen Kinder mitzählt, dann wart ihr einfach ein NICHTS - würde noch nicht einmal Erwähnung in den Medien finden!
Also hört auf endlich diesen Schwachsinn zu verzapfen und zu glauben ihr bekommt 1000 Leute auf die Straße - nichts von alledem ist wahr - nichts - alles nur rein Fantasie - und wenn ihr jetzt wieder anfangt gleich rumzustänkern und gegen alle zu hetzen, die kritisch mit Euren Fantasiemeldungen sich auseinandersetzen, dann beweist ihr eigentlich wessen Geistes Kind ihr seid.
Für Freiheit und Frieden - Gegen jede Gewelt - Kreuzberg gehört dem Volk und nicht Hirnlosen Randalisten!!!!
Fakten
polizeimitteilung aus der schweiz
Vorläufige Bilanz zu den Ereignissen im Anschluss an den offiziellen 1. Mai-Anlass (Nachtrag zur Medieninformation vom 1. Mai 2006, 17:45 Uhr)
Die Ausschreitungen im Anschluss an die unbewilligte Nachdemonstration zeichneten sich durch ein enormes Aggressionspotenzial aus. An einzelnen Gebäuden in der näheren Umgebung des Kanzlei-Schulhauses entstand beträchtlicher Sachschaden und bis anhin kam es zu insgesamt 48 Festnahmen.
Nach Auflösung der unbewilligten Nachdemonstration zogen sich die Unruhen rund ums Kanzlei-Areal und den Helvetiaplatz bis kurz vor 20.00 Uhr hin. Immer wieder schwärmten kleinere Gruppen von zumeist vermummten Personen vom Festareal aus und gingen gewaltsam gegen die polizeilichen Einsatzkräfte vor. Das erhebliche Aggressionspotenzial der Krawallanten richtete sich auch immer wieder gegen verschiedene Gebäude. Nebst einer Bankfiliale und einem Kleidergeschäft an der Langstrasse wurden auch das Bezirksgebäude sowie die Regionalwache Aussersihl der Stadtpolizei beschädigt. Daneben wurden viele weitere Sachbeschädigungen an parkierten Fahrzeugen begangen. Es ist zur Zeit noch nicht möglich, die Höhe der entstandenen Sachschäden zu beziffern. Da sich die gewaltsamen Aktionen stets in unmittelbarer Nähe zu den verschiedenen Festanlässen abspielten, gestaltete sich das Eingreifen für die Polizeikräfte enorm schwierig. Auf keinen Fall wollte man eine unverhältnismässige Beeinträchtigung des Festbetriebs durch polizeiliche Aktionen riskieren. Wegen einer Störaktion von Vermummten musste die Rede des Bundespräsidenten Moritz Leuenberger in der Bäckeranlage abgebrochen werden. Kurz nach Redebeginn waren zwischen 70 und 100 Krawallanten in die Bäckeranlage eingedrungen. Sie sorgten offenbar gezielt für Tumult, indem sie Fahnen herunterrissen und Zuhörer anrempelten. Die Vermummten drängten dann in Richtung des Rednerpultes. Die für den Personenschutz des Bundespräsidenten zuständigen Beamten der Stadtpolizei Zürich entschieden daraufhin auf sofortigen Abbruch der Rede. Sie konnten den Bundespräsidenten rechtzeitig und unversehrt in Sicherheit bringen, bevor die ersten Eier beim Rednerpult auftrafen. Bis 20.30 Uhr kam es zu insgesamt 48 Festnahmen durch uniformierte wie auch zivile Einsatzkräfte von Stadt- und Kantonspolizei Zürich. Es handelt sich dabei um 40 Männer und 8 Frauen im Alter zwischen 16 und 39 Jahren. 38 Personen stammen aus der Schweiz, 10 sind fremder Nationalität. Sie wurden wegen Straftatbeständen wie Teilnahme an einer unbewilligten Demo, Landfriedensbruch, Gewalt und Drohung gegen Beamte, Körperverletzung, Diebstahl und Sachbeschädigung festgenommen. Bei der Kantonspolizei Zürich wurde eine Beamtin durch einen Steinwurf leicht verletzt, ein Stadtpolizist erlitt einen Nasenbeinbruch. Über mögliche verletzte Personen auf Seiten der Demonstrierenden liegen nach wie vor keine Erkenntnisse vor.
stapo zürich
rotes tuch
Auch in Zürich gabs Riots
Besoffene Hools als revolutionäres Subjekt?
War da
Nochmal Realitätscheck!!
1.
Jeder, der zwischen 18:00 und 20:00 am Heinrichplatz und Umgebung war, weiß, dass die Anzahl der Teilnehmer der 1. sog. "Spontan-Demo" bei wohlwollender Schätzung vielleicht bei 500 Personen lag (ca. 200 Autonome und der Rest wahrscheinlich tatsächlich spontan mitgelaufene Festbesucher). Die Zahl von über 3000 aus dem Artikel ist schlicht absurd und reine Propaganda!!
2.
Zum Thema "Spontan-Demo" bei gleichzeitiger mehrwöchiger Ankündigungsphase, ist hier ja schon trefflich gelacht worden.
3.
Die Taktik der Polizei ist voll aufgegangen. Weniger Polizisten nötig als im letzten Jahr, weniger Verletzte, weniger Festnahmen. Ungestörte Festatmosphäre im Kiez bis zum Abend gewährleistet. Alles ok.
4.
Bei den späteren Unruhen wurden lediglich gezielt Straftäter herausgezogen, bei denen die Beweislage klar seinen dürfte (Videoeinsatz etc.). Von wilden Polizeiattacken und gewollter Provokation kann also nicht die Rede sein.
5.
Als Kreuzberger (61'er) bin ich froh, dass die Zeit der unkontrollierten Gewalteskalation nun endlich der Vergangenheit angehören. Wenn das Myfest es noch schaffen sollte ein paar Bands zu organisieren, die schon etwas mehr drauf haben als dieses teilweise schlimme Schülerbandniveau, dann kann das ganze noch viel besser werden. (Aber ok. ist Geschmackssache. Ein paar Nachwuchsmusiker stören nicht, aber wenigsten EINE Bühne mit ordentlichen Berliner Bands ("Marianenplatz", "Die Türen", "Mediengruppe Telekommander", "Seeed", "5 Bugs" was weiß ich...) wäre nett.
6. Last but not least: Der Mythos vom Polizeifreien 1. Mai
Das Lieblingsargument unser autonomen Freunde ist ja jedes Jahr, die angeblich provozierende Anwesenheit der Polizei. Frei nach dem Motto: "Wenn die Scheißbullen komplett verschwinden würde, dann gäbe es auch keine Gewalt. Die Bullen sind IMMER selber schuld!"
Anscheinend muss es nochmal gesagt werden. Was würde denn passieren, wenn tatsächlich kein einziger Polizist auf dem Myfest anwesend wäre und die Autonomen in der Demo ihre Runden ziehen?
Ziemlich einfach. Da ein erheblicher Teil von Ihnen ja gerade den 1. Mai als Guerilla-Tag begreift und den Nervenkitzel in der direkten Auseinandersetzung mit einem übermachtigen Feind sucht, (um sich dann in gewohnter Manier als Märtyrer zu gerieren) müsste früher oder später ein Ersatzobjekt zum Aggressionsabbau herhalten, z.B. in Form von oberen Mittelklassewagen ("Bonzenschleuder"), Schaufenster von Einzelhändlern ("sorry, hatte eigentlich auf den Mercedes gezielt") etc.
Davon abgesehen, selbst der linkeste und verständnisvollste Polizeipräsident kann nicht einfach sagen: "da feiern zwar ca. 10.000 Menschen bei Musik und Alkohol, aber wir haben dieses Jahr auf kompletten Urlaubsantritt unserer Beamten bestanden. Im Übrigen vertrauen wir auf die spontanen Selbstregulierungskräfte der vernunftbegabten Masse (die dürften ja alle "Der Herr der Fliegen" im Schulunterricht gelesen haben, und dementsprechend wissen sie schon, wie sie sich zu verhalten haben)".
Dream on!
Zuletzt:
"Die Polizei ist ein Exekutivorgan eines Staates. Sie hat in den meisten Staaten die Aufgaben, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten und als Strafverfolgungsbehörde zu ermitteln. (...)
Im Gegensatz zu fast allen anderen Personen oder Organen ist der Polizei als Exekutivorgan des staatlichen Gewaltmonopols die Anwendung unmittelbarer Gewalt durch unmittelbaren Zwang innerhalb gesetzlicher Grenzen erlaubt." (Wikipedia)
Sie kann nicht anderes. Sie ist nun mal, was sie ist. Auch und gerade am 1. Mai!!
Wer wissen will, was ein echter Polizeistaat ist, der sollte mal nach Weißrussland schauen!!! Wir leben hier in Deutschland, trotz aller sozialen und politsichen Probleme (Hartz IV, Militäreinsätze etc.) in einem demokratischen und freien Rechtsstaat höchsten Niveaus.
Und wer mich jetzt einen Reaktionär, Spießer, Neokon oder sonstwas schimpft, der kann das ruhig tun. Denn anders als in einem wirklichen Schweinesystem, ist das ja wohl noch erlaubt.
Bis zum nächsten Jahr,
Marvin:)
Kreuzberg
Zur indy.ch Version und zum Thema allgemein:
Grübel...
Dieser Artikel ist am 3. Mai unter nem Beitrag mit Bildern zum 1. Mai in Berlin verlinkt worden
Weil hier der Originaltext steht, setze ich darunter, was mir zu dieser Hartnäckigkeit im Verbreiten von Übertreibungen eingefallen ist und zuerst als Ergänzung zu den Ergänzungen in
Hier fängt's an:
Nochmal "Spontandemos" in Kreuzberg... ein schon viel relativierter Artikel... jetzt in der Schweiz mit voll romantischer Bildparade...
Da wird ein überarbeiteter Artikel angekündigt. Ich denke: "Sicher Zahlenangaben und und und revidiert..." und sehe nach, aber stelle fest: Nichts von alledem. Weiterhin heißt es dort u.a.: "Zeitweilig waren es ca. 3000 Menschen auf dieser 2. Spontandemonstration. Der Bullenpräsident hatte die Order an seine Zivil-Bullen-Einheiten herausgegeben auf keinen Fall diese Demonstration anzugreifen, damit den DemonstrantInnen kein "Anlaß geboten" werde, sie anzugreifen und somit das "Myfest" außer Ruder laufen würde".
So ein Stuss auch. Nein, nein nein. Ich war da (wie andere auch, die das genau so wie ich sehen). NIEMALS 3000 und auch sonst kann Mensch bei Lektüre des Berichts an manchen Stellen nur noch rätseln: Syndrom des verblendeten Propagandisten? Berichterstatter mit galoppierenden (kollektiven) Realitätsverlusterscheinungen? Satire, geschrieben von welchen, die das nicht können, so dass es wie voller ernst rüberkommt?
Und zur "Order" des Herrn "Bullenpräsidenten": hoffentlich glauben die LeserInnen den Scheiß nicht. Die Polizei war mehr als präsent, aus taktischen Gründen klar auf ZurückhaltungsSHOW (d.h. vorgegebene, also gespielte Zurückhaltung) eingestellt aber deshalb echt nicht weniger offensiv und ging genau bei diesem verzweifelten Versuch ein riot anzuzetteln sowas von zynisch vor... Die sind nicht mehr oder weniger offensiv, sondern nur DIFFERENZIERT offensiv - schon gar nicht in Kreuzberg am 1. Mai - das ist ein absoluter Schwerpunkt ihrer "neuen" Methoden ("Neue" steht in Anführungsstrichen, weil die Methoden sooo neu mittlerweile gar nicht mehr sind, aber viele offenbar noch gar nichts davon gecheckt haben!). Wie schon in der Vergangenheit ist die so genannte Spontandemo - die keine war, weil sie vielmehr eine sogar von Mainstreammedien angekündigte "nicht angemeldete" Demo war - denen direkt in die Arme gelaufen. Die Gesa stand nicht von ungefähr direkt hinterm Heini (Für NichtberlinerInnen: Heinrichplatz) samt Hundestaffeln, der ganzen Palette Spezialoperateure vom Dienst, Einsatzinfrastruktur für die relevanten Bereiche etc.
Wie schon in der Vergangenheit haben sie diese "Demo", die um die Häuserblöcke lief, schlicht und einfach abgepasst und hopp, hopp, hopp, ganz schnell, solide organisiert und dauerhaft unter Kontrolle gekriegt! Das alles, gekonnt unauffällig: dass ausgerechnet janz radikale Kämpfer wie die, die hier schreiben, offenbar tatsächlich glauben, es habe eine Zurückhaltungsorder gegeben ist schon ganz schön komisch... 50-60 Festnahmen sprechen dagegen, erst recht weil es nur Kurzzeitig ein ganz klein bißchen Action gab, die aber mit Riot nix zu tun hatte.
Ich fand es NICHT gerade zurückhaltend, wie da cops ne augenscheinlich mäßige (aber - ich wiederhole: höchst effektiv und offensiv organisierte) Präsenz aufstellen, die das absolut unangefochtene Abführen von Menschen durch die Menge über ganz weite Strecken erlaubt hat. Da wurde nicht rausgezogen und schnell raus aus'm Getümmel. Nee, ich habe mehrere Festnahmen beobachtet, bei denen die Leute mir nichts dir nicht über echt lange Strecken DURCH DIE MENGE abgeführt wurden. Die Festnahmetrupps waren von den Trupps, die in Abständen herumstanden, natürlich bestens abgesichert, der Zusammenhang war aber anscheinend den Wenigsten klar. Bei den eher seltenen und inhaltlich meist sehr hilflosen verbalen kritischen Äußerungen bzw. Protesten von Herumstenden stellten sie seelenruhig einfach auf Durchzug. Das war keine Zurückhaltung, das war hoch professionelle "Beseitigung" und um die Ecke dann "Abfertigung" (die immer noch möglichst unauffällig umgesetzt wurde, aber gleich deutlich ruppiger von Statten ging) von sehr routiniert herausgefilteterten und -gezogenen Leuten. Das Gante durchgeführt von dem anwesenden Kollektiv (die Menge im Ganzen, vom Festbesucher bis zum Streetfighter in spe) im weitesten Sinne gegenüber sehr zynisch und abfällig einggestellte Cops.
Das mit dem Feuer habe auch ich beobachtet. Gerade deshalb sind die Übertreibungen schade, die dem Bericht die Glaubwürdigkeit nehmen. Das Feuer hat eine riesige Anziehungskraft bewirkt. Ich habe aber zig Stimmen aufgeschnappt, die bemerkten, wie lange es brannte und dass es Absicht war. Auch ich habe das über eine sehr lange Zeit beobachtet und aus den Flammen auch noch sehr lange eine unglaublich dunkle und stinkige, ohne Frage giftige Rauchwolke aufsteigen gesehen und haargenau dasselbe gedacht. Die Bullen hatten dabei zweifellos die Möglichkeit - auch ohne eskalatorische Auftritte - für eine Löschung zu sorgen, aber nichts getan.
Die meisten Leute, die das kritisch interpretierten, blieben bei der Vermutung, man wolle der Presse das nötige Futter liefern. In der Tat hatte die Presse Zeit sehr Stimmungsvolle Bilder anzufertigen. Ich habe auch eine zusätzliche Vermutung: Die Festnahmetrupps arbeiten Schulter an Schulter mit den Bedo-Trupps zusammen, die nicht umsonst Beweis- und Dokumentationstrupps heißen. Nun, während sich alle mehr oder weniger kritisch wirklich ewig lange der Faszination des Feuers hingaben, wurden zumindest einige (mehrere) der Festnahmen organisiert. Die Zivis am Heini etwa, waren superaktiv und fotografierten was das Zeug hält. Auch ihre Backgroundinfrastruktur war in nächster Nähe positioniert. Die Steuerung der Festnahmetrupps konnte während alle auf das Feuer starrten noch einen ganzen Zahn ruhiger vorbereitet werden.
Nach den ersten Schüben dessen, was ich für nicht viel mehr als ein Versuch, Bullenterror und große Gegenaction vom Zaun zu reißen halte,(Das Anliegen, gegen die Maidemoverbote zu Handeln halte ich für absolut berechtigt, ich finde aber nicht, dass wirklich dieses Anliegen Kern und Funke war) hypnotisierte das Feuer die Leutz in der Nähe so lange, wie es die Bullen brauchten, um Phase zwo zu organisieren. Ich weiß leider nichts verlässliches über die Gefangenen. Ich wette aber, die meisten, die NACH dem Feuer abgeführt wurden (ich habe mehrere beobachtet) werden wegen Actions VOR dem Feuer belangt.
Es war schon sehr interessant. Unschön, echt unschön - und traurig sowieso - aber sehr interessant. Wie mitten in der Menge Pulke in Grün auch noch Schnelldurchsuchungen durchführten, und Rechts und Links kaum ein Mensch das merkte, geschweige denn eine Reaktion zeigte falls doch, war auch schon sehr beeindruckend und meines Erachtens keinesfalls ein Hinweis auf Zurückhaltung der Polizei. Also Augen auf und wenn's geht, Romantik bei Seite legen und die Realität mal gemauer erfassen! Bei angeblich so vielen für radikale Aktion offenen Leuten war angesichts dessen soviel Reaktionslosigkeit erstaunlich oder aber ein Zeichen für das nicht vorhanden sein von Leuten, die dem Anspruch wirklich genügen und auf ihre Weise auch "befriedet" sind, weil sie auser hit and run nicht viel können, was mir weit übler aufstößt als der Teil des Festvolks, der soviel nach Befriedung schreit. Wie scheiße das Pyroschießen abgegangen ist hat schon mal jemand gesagt. Ich kann das nur bestätigen und zwar aufgrund von eigenen Beobachtungen aus nächster Nähe. Leider ist dieser nicht der Ort für genauere Bemerkungen, die aber schon nötig wären!
Ansonsten noch eine Sache, wenn ich nun schon so viel Zeit zum Thema "Spontandemos" aufgebracht habe. Bei der ersten Runde war ich nicht dabei, bei der zweiten schon. Ich bin flink genug und habe es bis zum Heini geschafft, mitzugehen und das Ganze ein Mal ganz und ein Mal halb an mir vorbei ziehen zu lassen und wieder aufzuholen. Auch hier werde ich Details über die Dynamik des "Anwachsens" der Demo nicht erläuern, weil es einfach nicht der richtige Ort ist, aber so viel dürften die zahlreichen verdeckten Beobachter schon von sich aus registriert haben, so dass es kein Beinbruch ist, wenn ich das laut sage: Die Stimmung war irgendwann echt beeindruckend - Touristen bei Seite, die aber meiner Meinung nach nicht die waren, die DIESEN Braten fett gemacht haben - und es waren nicht nur eher ziemlich junge Leute, sondern auch weitestgehend Männer. Das habe ich mir echt von oben bis unten angeguckt. Frauen waren ganz ganz wenige dabei und eigentlich immer mit mindestens nem Mann unterwegs, was ich für eine Sache halte, die einiges aussagt.
Die Stimmung war auf ihre Weise schon ziemlich heftig. Davon ging das, was meiner Wahrnehmung nach die meiste "Seele" hatte - von den Kids mit Migrationshintergrund aus, die sich angeschlossen hatten, ganz gleich, wie schräg mache drauf sein mögen (Schräge Leute gibt es grundsätzlich viele). Die waren "tense", sehr tense (ich verwende den englischen Ausdruck, weil er besser passt). Sie waren nicht aggro, sie waren "tense". So habe ich das zumindest wahrgenommen. In der Naunynstraße war es irgendwann mächtig still, aber die Luft vibrierte regelrecht. Schwer, die Stimmung zu beschreiben, die ich meine, gespürt zu haben. Jedenfalls habe ich gedacht, sie haben Sehnsucht. Sie sehnen sich nach Paris. Ehrlich. Es war das Einzige, das zu der Stimmung passte, die ich da wahrnahm und sie war stark. Aber Paris am Heini, im Schlepptau von so ner komischen "Spontandemo" die alle Jahre wieder am ersten Mai an der Tagesordnung ist und im Angesicht vonner Polizei, die nur wartet, dass sie kommt und voll den Plan hat, ist einfach nicht Paris. Ich hoffe, es hat nicht zuviele von den Kids erwischt, die Paris - (Banlieue) Ende 2005 - herbeisehnten und - wie alle anderen eigentlich auch - nur sehr mäßig auf ihre Kosten gekommen sind.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
sinn
Viel spaß beim sachen abfackeln...
Schon lustig...
Komisch
"Die 2. Demo, die mit ein paar Fahnen und einem Transpi gestartet wurde und schnell auf ca. 3500 Menschen anwuchs zeigte aber, daß es zu jeder Zeit ab 18 Uhr möglich ist eine große und lautstarke Demo zu organisieren..."
Ja, weil rund 10.000 Menschen auf der Straße sind und immer irgendwelche in die gleiche Richtung laufen. Aber aufgepasst: auf jeden Fall vor 20:30 die Maßnahme beenden und ordentlich Krawall anzetteln, danach können die "revolutionären Masen" nämlich kaum noch laufen (Alkoholvergiftung).
Mensch kann sich natürlich immer eine gewisse Wichtigkeit Herbeiphantasieren. Bei einen versuchens mit Demos durch eine Fest- und Thresenmeile, die anderen suchen sich ne professionelle Hilfestellung (Ärztin, Arzt).
Krieg spielen macht Spaß ! ?
Emanzipiertes Verhalten? - Nein Danke!
Manchmal wäre ich...
@ 61er
Deine Reflexreaktion von wegen "wer mich kritisiert kann ja nur von CIA, BKA oder PDS sein" lässt mich ahnen, daß du eines dieser unreflektierten Kids bist, die gestern abend im Vollrausch Fahrräder kaputtgetreten und Flaschen auf Balkone geworfen haben.
Wenns in Berlin eine autonome Szene wie die aus den 80ern geben würden, dann würden die euch genauso die Fresse polieren, wie stressenden Cops oder anderem Unrat. Damals waren die Riots nicht grundlos und hatten einen politischen Hintergrund. Das heute sind dagegen nur unpolitische Hoolkinder mit teilweise rechtsextremen Überzeugungen.
verfremdung
Randale Kids wohnen nunmal in xberg
weil sie hier wohnen. Geh doch mal zu den Bolzplätzen im Kiez und unterhalte dich mit deinen jüngeren Mitbürgern. Oder zieh zurück zum hackeschen markt...
@partisan
@normalo
Näxtes jahr wenn 20 Jahre revolutionärer 1. mai ist kannste ja auch ma zur demo kommen, die wird bestimmt ganz fett und danach gegen den g8, damit hier nicht noch mehr privatisiert wird und die mieten steigen ...
@36er und andere Anwohner
Was an dem ganzen Myfest-Mist ärgert, ist, dass es nun ausgerechnet die PDS-Bürgermeisterin zusammen mit einem SPD-Mitglied (Silke Fischer) ist, die halb Berlin und Kreuzberg zusammensparen und sich nun als Befrieder des Kiezes verkaufen. Wenn die ALB oder andere irgendwann mal eingestanden hätten, dass 1.Mai-Konzept verbraucht oder gescheitert ist, anstatt es stillschwiegend zu beerdigen, könnte es die radikale Linke heute als ihren Erfolg verbuchen, politische Ideen auch selbst wieder beerdigt zu haben. So aber erscheint die neoliberale Bürgermeisterin als Kriegsgewinnlerin. Da ist es mir fast lieber, der ganze Unsinn geht noch etwas weiter...
Protest gegen Bullenzusammenarbeit
Blöd ist nur die Zusammenarbeit von Fischer und Co und Bezirk mit der Polizei, dass die ne Einsatzzentrale von Kotti e.V. zur Verfügung gestellt bekommen und offen gesagt wird, dass die Demos verhindert werden sollen!!!
Was spräche dagegen im nächsten Jahr einfach eine legale Demo im Kreuzberger Kiez zuzulassen!!! Würden die Bullen komplett sich aus dem Stadtteil raushalten, dann würde es auch nicht zu Krawall kommen. Eines kapier ich nicht: wenn die Bullen schon merken, dass SIE das Angriffsziel sind und SIE somit den Krawall provozieren, weil die ersten Flaschen ja auf SIE fliegen - warum verpissen die sich dann nicht einfach aus Kreuzberg: ja und dann wäre es tatsächlich der friedlichste 1. Mai, weil es keine Angriffsfläche gäbe.
Summa summarum: niemand hat das Fest angegriffen und alle Kreuzberger sind für ein Fest und für eine politische Demo abends in Kreuzberg die nunmal zum 1. Mai dazugehört, schließlich ist der 1. Mai ein politischer Tag!
typ auf erstem bild: staatschützer oder idiot
2.) der gleiche typ (ist echt kein scheiß, ich hab n gutes gesichter gedächtnis) war letztes jahr bei der "springerdemo" dabei. dort kam von ihm die tolle idee sich nach dem scharmützel vor dem springer hochhaus an der tanke, die vorher passiert wurde zu sammeln. da standen dann etliche zivis als autonome verkleidet...
also ich bin davon überzeugt, dass der typ als "stimmungsmacher" vom vs immer zum 1.mai nach x-berg geschickt wird um den bullen nen grund zu geben reinzuhauen, oder er ist einfach nur n zivicop. oder n vollidiot! dass der jetzt auch noch in der bildzeitung ist find ich schon wieder lustig.
ich mein das wirklich ernst, der typ lässt nicht mit sich reden und bringt andere in gefahr, wenn ihr ihn auf demos seht schickt ihn weg!!! wenn jemand fotos von ihm ohne vermummung hat, posten.
@ "Spiel"verderber
Weißt du eigentlich was das ist, Krieg? Beschreibe doch mal bitte!
Und vergleichst Irak-Brainwash-Kriegsvorbereitung mit dem was da passiert ist. Ich glaube du spinnst (und das ist ganz normativ gemeint!).
Schau dir doch mal bitte unsere behelmten Ordnunghüter an, was wollen die wohl? Ach is ja ganz einfach die wollen die Bürger vor den chaoten schützen, nich war? Und überhaupt immer geht sämtliche gewalt von den männlichen chaoten aus. Echt mal so ne Sauerei!
Ich schlage Dir vor dich bei der nächsten begegnung mit einem Bullen- Handschuh oder Tonfa oder Stiefel emanzipatorisch in den Weg zu stellen und die Situation kommunikativ lösen. Besonders bei der Bullerei wirst du damit enorm weit kommen. Du wirst das Gute in ihnen zum vorschein bringen und sie zum einlenken bewegen könen, ganz bestimmt.
Du hast wahrscheinlich noch nie versucht dich mit einem Bullizisten emanzipatorisch zu unterhalten, denn sonst hättest du gemerkt das dies überhaupt nichts bringt, im Gegenteil!
KURZ: Ich habe volles Verständniss für Wutausbrüche! Die "ganze scheiße" kann einen auch nur noch ankotzen! Meines erachtens sind diese Ausbrüche viel zu zackhaft (hat halt Gründe)!
Nur die Bullen und der Staat nennen das Krieg! Um ihre Kriegsmachinerie dagegen in Stellung zu bringen! => Bundeswehr im Inneren, obwohl die Bullen doch eh schon (teilweise) paramilitärisch gedrillt werden, und das auch gerne sind wie man oft zu gesicht bekommt.
PS: Recht- sowie groß- und Kleinschreibung sind polizeilich gewählt.
Warum...
@normalo
traurig
den Ausfuehrungen von "Normalo" ist nichts hinzuzufuegen und er ist einer der wenigen, die hier mal etwas Realitaetsdenken in die Postings bringt. DANKE!
Schaut doch mal ueber den grossen Teich in euere ach so verhasstes Amerika. Dort demonstrierten am 1. Mai Millionen von Menschen (!!) friedlich (!!) gegen Einwanderungsgesetze und schafften es damit, eine breite Diskussion auszuloesen, die sich in einem Dialog mit den bestehenden Problemen in den USA auseinander setzt.
Alle Medien (links - mitte - rechts) berichteten den gesamten Tag ueber diese Proteste und es waren gute Berichte.
Eure Krawalle schaffen es gerade noch als Randartikel in die Bild.
Eure Randale interessieren einfach nicht und euren Forderungen wird keine Beachtung geschenkt, da ihr doch eh nur auf Randale aus seit.
Trefft euch doch mit Gleichgesinnten auf nem alten Flugplatz und startet eure Riots dort. Gruendet euren eigenen "Fight CLub" aber lasst die, die am 1.Mai friedlich feiern wollen, ihr Recht auf Feiern.
Die Randalemacher denken wirklich, sie haben das Recht, ihre Meinung als die Alleingueltige darzustellen und das ist einfach nur traurig und bringt die Linke schnell an den Rand der Rechten, die aehnlich denken.
Der Abstand zwichen den Extremen ist ja nie weit, wie juengtste Beispiele zeigen, wo Mitglieder der WASG zur NPD wechseln....oder Horst Mahler, der einst die Mitglieder der RAF verteidigte...(kennt ihr die ueberhaupt noch?)
Es ist natuerlich schwer einzugestehen, dass man nicht von Bedeutung ist, aber so ist die Realitaet nun mal. Mit Randale erreicht ihr absolut nichts!
Naechstes Jahr wird es noch ruhiger werden und das ist auch gut so!
@ egalität / Muss nich sein / anti
@ich/homer
@ Muss nich sein
naja
kuchen für die bullen...
natürlich bringen auf die stunde genau vorherzusehnde ausschreitungen nix. aber wenn angemeldete spaziergänge, aka revolutionäre 1.mai demo, von anfang an abgefilmt werden, die bullen die ganze zeit in ihrer kriegsmontur, in horden zwischen friedlich feiernden stehen etc., dann muss mensch sich das nicht gefallen lassen.
zum thema friedlich: was wird denn friedlich verhindert? sozialdumping, studiegebühren, nazidemos, abschiebungen....? meint ihr allen ernstes, dass hartz4 zurück genommen wird oder kein castor mehr fährt weil wir so friedlich sind und so gute argumente haben? (nicht dass es heißt immer nur anti-. es wird auch nix erkämpft oder geändert) da können noch so viele auf die straße gehen, ohne die nötige entschlossenheit geht nix.
wilkommen in der realität!
in Amerika war gar nicht gut
Tja, in Amerika demonstrierten Millionen Menschen friedlich, aber nichts hat das erreicht. Statt der revolutionäre Fahnen gabs die amerikanischen Fahnen, weil viele die EinwanderInnen beweisen wollten, dass sie Amerikaner sind. Ja, alle sind stolz, amerikanisch zu sein: das macht ein schlechter 1. Mai! Revolutionäre Aktivitäten ging nicht. Statt das revolutionäres Wort "Keine Grenzen" sagte man "wir brauchen mehre legale Methoden nach Amerika zu einwandern." Die amerikanischen Medien sagen noch heute, dass die Mexican-Amerikaner ein Problem für die Ökonomie sind. Die amerikanischen Medien sagen auch heute, dass die Mexican-Americaner, die bei der Demonstrationen gegangen sind, solln hinauswerfen werden.
Die amerikanischen MayDay Demonstationen warn gar nicht gleich im Jahr 1886.
Ich war am 1. Mai bei einer der Demos in Amerika. Ich und meine etwa 15 Freunde hielten die wenige rote und schwarze Fahnen.
Wer dem Tagesspiegel glaubt...
"Hinsichtlich des Täterklientels handelt es sich bei den Festgenommenen zum überwiegenden Teil um Deutsche mit Wohnsitz in Berlin, gefolgt von Brandenburg und Sachsen-Anhalt."
www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/39213/index.html
Also nix angereiste Krawalltouris - und von Besoffenen ist da auch nicht die Rede. Ausnahmen bestätigen die Regel.
@ fischers friend
soso
zu icke
@ Michael
Es gilt auch fuer dich, wenn deine Meinung nicht vertreten wird oder die Revolution nicht gestartet wird, sind Demonstrationen nutzlos...
traurig traurig.
Die Diskussion ueber die Einwanderungsgesetze ist in den USA in vollem Gange und gerade die Millionen Demonstranten mit ihrem Bekenntnis zu den USA, tragen dazu bei, dass sie gehoert und ernst genommen werden. Denn sie sind es, die durch ihre Arbeit etc. einen entscheidenen Beitrag in den USA leisten.
Wieso muss es immer eine Revolution geben, um auf Missstaende hinzuweisenß? Wieso werden friedliche Demonstrationen von Millionen von Menschen von dir diskreditiert? Wann versteht die extreme linke endlich, dass mit Gewalt nichts erreicht werden kann. So blind kann man doch nicht sein.
Hintergründe
Im Mai 1987 wurde der Mythos des „revolutionären 1 Mai“ geboren. Die Rebellion in Kreuzberg setzte andere Signale als die Demos des DGB mit Würstchenbuden und Blasmusik. Das Signal war nicht die Gewalt an sich, die in massiver Form angewandt wurde, sondern der Rückzug des Staates in Form seiner bewaffneten Formationen.
Der erste Mai ist jedoch immer nur aus der jeweiligen Zeitgeschichte heraus zu verstehen. Bis letztes Jahr stritten sich diverse Organisationen um das Alleinvertretungsrecht diesen 1 Mai zu imitieren. Inzwischen sind jedoch lediglich maoistische Gruppen noch existent diese Tradition fortzusetzen. Organisationen wie die der „Antideutschen“ haben sich inzwischen als eine reine Agentenorganisation disqualifiziert. Ebenso sind die „Autonomen“ auf ein Nullpotential reduziert.
So kam es dass 2006 lediglich Maoisten eine revolutionäre Demo anmeldeten. Hier schlossen sich auch unorganisierte an.
Zum Ablauf.
In der Tradition der Linken ging diese Demo mit über einer Stunde Verspätung los. Sie wuchs auf cirka 4 000 Teilnehmer an. Bei der Abschlusskundgebung waren dann wieder nur einige hundert Leute da, die Maoisten unter sich.
Dann pünktlich um 18 Uhr wie aus dem Nichts bildete sich die erste „spontane“ Demo. Sie wuchs auf cirka 3 000 Teilnehmer an. Nach einigen Runden durch den Kiez endete sie unvermittelt auf dem Mariannen platz.
Später so um 20 Uhr wiederholte sich das ganze. Die zweite spontane Demo entstand. Diesmal echt spontan. Sie wuchs auf cirka 4000 Leute an. Die teilweise auch als Block in Erscheinung traten und sich im Rennen übten. Allerdings panikartig und ungekonnt. Nach mehreren Runden wurde dann am Heinrichplatz die Konfrontation gesucht und gefunden.
Bilanz: Es entstand kaum Sachschaden. Die Aktionen bestanden im Werfen von Flaschen und ein oder zwei Mollis. Alle Aktionen waren vereinzelt ohne Organisation. Die Naivität der „Initiatoren“ (Kids) zeigte sich als sie mit dem Transparent bis unmittelbar vor die Bullenreihe liefen und auch prompt dort geschnappt wurden.
Soweit zum Ablauf. Zur Kritik ist zu sagen. Wer hat dabei welches Ziel?
In der Kritik wird vorgetragen. Es fehle dieser Demo an Inhalt auch der Krawall wäre unpolitisch. Nun ein Inhalt ist immer da, fragt sich nur welcher. Und wenn das ganze Jahr über das politische Niveau fehlt dann ist auch am 1 Mai nix anders. Der erste Mai ist nichts anderes als der Rest des Jahres. Gewalt dagegen ist a priori politisch. Sie hat ein Ziel, setzt das Gewaltmonopol des Staates in Frage. Allein dies ist schon politisch.
Von Schreiberlingen mit phantasiereichen Zuweisungen wird „Kritik“ geübt wie die Leute wollen feiern, etc. Alles misslungen, wie auch immer. Diese Schreiberlinge sind jedoch nicht aktiv in Erscheinung getreten, ja haben auch gar nicht diesen Anspruch.
Welches Ziel kann ein erster Mai haben um revolutionär zu wirken?
Nun er muss die brennenden Probleme erfassen, beim Namen nennen und anprangern. (Früher sagte man dazu entlarven) Diese Probleme sind globaler Natur, wer die Rolle des Imperialismus nicht durchschaut wird auch nichts vermitteln können, Wer dies dann in Phrasen bringt wie „Imperialismus, Kapitalismus, Revolution etc.“ Der kann alleine schon wegen der mangelnden Vermittelbarkeit nichts bewirken. Also die Sprache muss die sein welche die Leute verstehen, einfach und schlicht.
Die lernt man nicht am 1 Mai, dies muss man das ganze Jahr über „üben“. (Hier sind die „Maoisten“ gemeint.)
Wenn sämtliche Organisationen und eine Vielzahl von Individuen sich das ganze Jahr über der Politik enthalten, dann ist auch der 1 Mai „enthaltsam“.
Dieses mangelnde politische Bewusstsein drückte sich nicht nur in Phrasendrescherei aus, sondern auch in handfester Nichtsolidarität, Leute wurden schon vor der 13 Uhr Demo offen von der Polizei verhaftet ohne dass durch Umstehende auch nur die geringste Reaktion erfolgte. Peinlich! Sie haben es nicht gelernt.
Zum Thema lernen.
Erstens der politische Gegner, also Senat und Polizei in Berlin.
Sie haben in der Tat gelernt. Die Strategie des Rückzugs hat fast perfekt gewirkt. Zivilbullen in Halbuniform gekleidet, wie die Kiezleute, anbiedernd. Kein martialisches Verhalten, das erinnert an den Stier der dann wenn der Torero sich nicht mehr bewegt irritiert stehen bleibt. (Feind ist weg) Wären die Bullen nicht am Heinrichplatz gestanden, es hätte kein Ziel gegeben. Und auch hier war die Strategie die, den Konflikt zu binden und auf den Heinrichplatz zu konzentrieren. Und auch klar der gesamte Kiez war gecleant. Es gab keine Bauwägen oder dergleichen also nix da für Barrikadenbau oder zum Abfackeln.
Und hier wäre zu lernen. Früher wurden Aktionen vorbereitet. Man sammelte Sperrmüll im Hinterhof um ihn dann bei Bedarf herbeizuholen.
Gelernt haben auch die Demonstranten. Sie ermahnten Mitdemonstrierende nicht aggressiv auf Leute einzuwirken. Es wurde kein Eigentum des kleinen Mannes angegriffen. Und die Demo blieb im Kiez was angesichts der Kräftesituation das Beste war. Gelernt aus 2005.
Richtig ist auch dass cirka 50 Prozent der Maifestleute nicht aktiv sich der Demo anschlossen. Hier ist die Vermittelbarkeit politischer Themen zu beklagen auch die Vorgehensweise einfach loszurennen, anstatt die anderen aufzufordern zu verbessern. Auch fehlen klare materielle Ziele die im Vorfeld abzustecken sind. Zum Beispiel lief der Polizeipräsident in der Demo mit!! Und noch ne ganze Menge anderer Ziele. So ne Demo besteht nicht nur aus Rennen und Hüpfen.
Nun zu dem Gefühl, weg von der Ratio
Ja klar der 1 Mai 2006 war auch für die Demoleute ein Erfolg. Nicht weil nix zerstört wurde sondern weil es einfach ein tolles Gefühl war aus dem Nichts heraus eine Stärke von einigen tausend Leuten zu entwickeln und weil auch 2006 für einige Zeit ein rechtsfreier Raum entstand. Die Staatsmacht hielt sich zurück, Vermummung war frei, Parolen waren frei. Eigentlich war erst mal alles frei. Wobei diese Freiheit nur durch Cleverness bestehen konnte. Also zusammengefasst. Der Erlebnischarakter „Staat ist schwach“ war auch 2006 voll zu spüren. Ansonsten war im Mai 2006 eine spielerische Komponente der Gewalt zu sehen: Der Tanz vor den Bullenreihen, der Tanz um die brennende Barrikade, die pulverige Atmosphäre der Gewalt verdrängte das Gefühl der Ohnmacht und gab Kraft, Freude und für einen Augenblick eine andere Wirklichkeit.
Und dies ist das innere Feuer welches auch das Signal ist für 2007. Aber dann bitte im Vorfeld zusammenarbeiten. Und lasst eure ideologischen Klugscheißereien zu Hause.
Inhaltliche Ergänzung im grauen Bereich
Ergänzung 23:08
Diese Ergänzung ist definitiv eine inhaltliche Ergänzung direkt zu dem Artikel hier oben. Dass sie versenkt wurde, ist nicht nachvollziehbar. Das zu erwartende Argument, sie sei bereits unter dem Link
Nochmal: Die Ergänzung enthält nichts rassistisches, sexistisches usw. und sie ist inhaltlich definitiv auf diesen Text hier oben bezogen.