1. Mai in Leipzig

riLle 02.05.2006 10:00 Themen: Antifa
Am 1. Mai versuchten in Leipzig ca. 500 Neonazis unter Christian Worch und Steffen Hupka zwei Demonstrationen in den Leipziger Süden zu führen.
Dank mindestens 12.000 Gegendemonstranten ist dies aber, wie immer in Leipzig, nicht gelungen.
Ein Sternmarsch sollte es werden. Eine ganz "neue Taktik", mit der der "Feind" dann erhebliche Mobilisierungsschwierigkeiten haben sollte, und es endlich für die Nazis gelingen sollte, den Leipziger Süden zu erreichen. 500 Teilnehmer je Demonstrationsroute wurden erwartet.
Am Ende waren es nur halb so viele Nazis, und die Gesamtstrecke wurde nichteinmal zu einem Zehntel abgelaufen.

Am Sonntag sammelten sich am Hauptbahnhof ca. 200 Nazis um den, lange Zeit in der Versenkung verschwundenen, Steffen Hupka. Zur gleichen Zeit sammelten sich am anderen Nazitreffpunkt, dem Ostplatz, ca. 300 Faschisten.
Hupka kam vom Hauptbahnhof nicht los, da seine Strecke von rund 5000 Gegendemonstranten blockiert wurde. Daraufhin zog sich Hupka in den Bahnhof zurück und fuhr mit seinen Anhängern nach Hause.

Am Ostplatz dagegen schien es zunächst erfolgreicher für die Nazis zu werden: Da die Polizei die Johannisallee schon recht früh gesperrt hatte, war dort ein Eindringen kaum möglich. Da aber die Polizei die zwischenzeitlich auch schon gesicherte Phillip-Rosenthal-Straße wieder räumte, war es den Demonstranten/-innen möglich zur Kreuzung Phillip-Rosenthal-Straße/Johannisallee vorzudringen, an der die Naziroute vorbeiführte. Auf dem Weg dahin errichteten Black-Blockler/-innnen die ersten Barrikaden auf der Phillip-Rosenthal-Straße. Durch die herbeieilenden Polizeieinheiten wurden diese Barrikaden jedoch recht schnell gesichert und gelöscht. Nachdem eine weitere kleine Blockade, allerdings nicht-brennend, auf der Straße des 18. Oktober recke Johannisallee entstanden war, versuchten Polizeieinheiten mehrfach Gegendemonstranten/-innen zu greifen. Die Menschenblockade an der Phillip-Rosenthal-Str. ecke Johannisallee wurde allerdings langsam unruhig, da die Nazis immer noch nicht zu sehen waren. Nach ca. 15 Minuten löste sich die Blockade wegen des Bestätigten Gerüchtes, die Nazis seinen umgeleitet worden, auf und strömte in Richtung der Nazis. Diese waren unterdessen, von vielen Gegendemonstranten/-innen unbemerkt, über die Linneé-Str., am Friedenspark vorbei, auf die Phillip-Rosenthal-Straße geführt worden. Von dort aus bogen sie recht zügig über die Semmelweisstraße in die Straße des 18. Oktober ein um den Bayrischen Bahnhof zu erreichen. Auf der Straße des 18. Oktober hatten sich in Höhe Hausnummer 25 allerdings schon unzählige Gegendemonstranten/-innen zu einer Sitzblockade gesammelten. Zur gleichen Zeit wollten zudem noch viele Gegendemonstranten/-innen, die am Bayrischen Platz warteten, zur Nazidemo vordringen. Nachdem dann auch noch die Gegendemonstrant/-innen vom Hauptbahnhof dazustießen, gab es einen Ausbruchsversuch am Bayrischen Platz. Dieser gelang allerdings nur Teilweise und die Polizei setzte Tränengas ein. Nach rund 25 bis 30 Minuten, vielen Sprechchören und Unterhaltung seitens der "Apfelfront", zogen die Nazis sich wieder über die Semmelweisstraße bis zur Kreuzung mit der Phillip-Rosenthal-Straße an der Russischen Kirche und am Friedenspark zurück. Am Friedenspark stürmten dann urplötzlich MEK Beamte mit unglaublicher Brutalität in eine ca. 500 Menschen starke Menge. Gestürzte und am Bodenliegende Gegendemonstranten/-innen wurden getreten, alles was noch stand umgeboxt. Daraufhin flogen Steine als auch Leuchtspurmunition von Seiten der Gegendemonstranten/-innen zurück.
Die Polizei versuchte dann, nach einigen Jagdszenen im Friedenspark, diesen zu sichern. Viele Gegendemonstranten/-innen waren daraufhin verstreut und Sammelten sich sowohl am Ostplatz, am Johannisplatz und entlang der Prager Straße bis hin zum Augustusplatz. Nach einiger Zeit wurde ein Teil der Nazis mit drei Bussen herausgefahren. Da aber der verbleibende Teil offensichtlich zum Hauptbahnhof musste, wurden auf der Prager Straße zwischen Grassimuseum und Augustusplatz zeitversetzt 2 größere und eine kleinere Barrikade errichtet. Nachdem diese gelöscht waren und die Polizei die Gegendemonstranten/-innen abgedrängt hatten, wurden die restlichen Nazis zum Hauptbahnhof geführt.

Fazit:
2 Nazidemos blockiert. Statt der erwarteten 1000 Nazis nur 500. 12.000 Gegendemonstranten/-innen.
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Ergänzungen

Anmerkung

Gruppe 12 02.05.2006 - 11:50
Anzumerken wäre noch dies: Die eingesetzten Polizisten, speziell das Bayrische USK fiel einmal mehr durch offene Brutalität auf. Gerade nach den Ereignissen des letzten Jahres, wo Polizeikräfte und ihr Vorgehen sich ebenfalls durch Brutalität ausgezeichnet haben, müsste das Vorgehen des Staates mehr Augenmerk bekommen. Das sächsische Innenminesterium und die Polizeiführung werden sich wieder gegenseitig Zucker in die Taschen füllen.. die durch "friendly Fire" verletzten Polizeikräfte werden als "unvermeidbare" und "ertragbare" Ereignisse abgetan... und von verletzten Demonstrationsteilnehmern wird man wahrscheinlich erst gar nicht lesen... obwohl die Zahlen dort wahrscheinlich in die Hunderte laufen....! Es kann nicht hingenommen werden, das dieser repressive Polizeieinsatz unbeantwortet bleibt...

Im nächsten Jahr wird die Prügelgarde das gleiche Spielchen wieder veranstalten... Vielleicht wäre es wieder Zeit sich einmal eingehender mit bereits exestierenden Lösungsansätzen zu beschäftigen... In anderen europäischen Regionen wird das Prinzip der Passiven Bewaffnung und des Schutzens vor kreisenden Polizeiknüppeln weitaus eingehender besprochen... Es kann nicht sein das beim nächsten Mal wieder Platzwunden das Hauptargument sind, wenn man sich an den 1. Mai 2007 erinnern wird.... Natürlich wird das Hauptargument Worchs Wanderzirkus sein.. und das natürlich einer der Hauptgründe das sich so viele organisierte und unorganisierte Kräfte auf den Straßen Leipzigs befinden.. Aber wir dürfen nicht vergessen das der Staat natürlich ein Interesse daran hat, seine LAW and ORDER Politik mit Ereignissen wie in Leipzig zu rechtfertigen.... Wir fordern keinen Gewaltverzicht... wir denken nur das wir alle, da wir die Polizeitaktiken ja kennen, uns besser darauf einstellen.... Wie heißt es so schön "Widerstand braucht Phantasie" . Die Nazis die mittlerweile an jedem Wochende in irgendeinem Winkel dieser "Republik" marschieren kann entgegengearbeitet werden.. aber nicht um den Preis das kasernierte Bullen ihr Testosteron an uns abarbeiten können....Es geht nicht nur um die Nazis es geht genauso um autoritäre Strukturen wie den Staat und seine Paramilitärs..... und darauf sollten wir uns besser einstellen....

Eines sollte uns allen klar sein.. die Nazis sind nicht einfach aus einem Hut gezaubert worden.. Wenn wir die Nazis bekämpfen wollen.. dürfen wir dieses Systenm, was immer mehr Nazis und faschistoide Gedankenspiele reproduziert nicht außer Acht lassen... Der Kampf gegen den erstarkten Nationalsozialismus ist auch der Kampf gegen den Staat... Wir wollen nicht das werfen mit Steinen und Flaschen favorisieren... die Geschichte hat gezeigt das wir auch viel phantasievoller mit diesen Geschichten umgehen können... Selbst eine pazifistische Bewegung wie diejenige die sich in Indien um Gandhi bildete, schaffte es mit seinen Mitteln eine Armee zu besiegen... das sind bereits einige Schritte mehr als diejenigen die wir bereits gegangen sind. und mal unter uns.. die Soldaten des "Britischen Empire" setzten nicht nur Knüppel ein... dort ging es nicht um Platzwunden sondern um Einschusslöcher in Kopf und Körper...

Die Linke, anarchistisch wie kommunistisch, ist derzeit schwach.. es wird Zeit das wir erkennen das unsere Grabenkämpfe zwar sinnvoll sind (Antideutsche.. ihr habt ja vielerorts recht mit dem antisemitismusvorwurf) aber wir dürfen uns nicht in dogmatische Zirkel zurückziehen und uns untereinander zerfleischen.. oder handlungsunfähig machen. Auch wenn es uns gelingt viele Menschen auf die straßen zu bekommen.. von diesen vielen Menschen sind die wenigsten organisiert... Wir müssen erkennen das die Windrichtung sich gedreht hat... Der Wind weht stärker.. und es wird Zeit sich selbst zu reflektieren, und reinen Tisch zu machen.. und es wird Zeit nach der reflektion weiter zu machen... wir sind viele.. aber wenn wir uns umschauen... sind wir doch nur alle einzelne Menschen.. unsere Solidarität bleibt mitunter immer häufiger auf der Strecke... Wie bei der Geschichte mit den Ästen..die einzelnd leicht zu brechen sind.. aber als Bündel nur schwer zu zerstören sind..genauso müssen wir uns in Erinnerung rufen das es noch mehr gibt als die Ellenbogengesellschaft die wir so verurteilen aber dennoch in uns aufgenommen haben... Viele von uns sind in der Konsumgesellschaft angekommen.. Fragt euch doch selber was ihr in eurer Freizeit macht.. Seid ihr nicht auch den Großteil mit der Konsumierung von diesem oder jenem beschäftigt? Die Spassgesellschaft ist etwas was auch an uns nicht vorbeizieht.. aber bedenkt... Die Gesellschaft die uns umgibt ist kein Spass.. sie ist bitterer Ernst.. Für einige blutiger Ernst.. für andere ist es die latente Armut in der sie sich befinden... Was haben wir den zu verlieren? Unsere Angst? unsere Dauerkarten für die ussballmannschaft unserer Wahl? Den Kühlschrank oder die lieb gewordenen Teesorten? Wir haben nichts zu verlieren... es sei den man hat sich damit abgefunden.. das es ist wie es ist..


mit freundlichen Gruß

Gruppe 12

@rille

Richtigsteller der II 02.05.2006 - 12:42
Es flogen ZUERST Steine und Leuchtspurmunition auf die Nazis dann griff das MEK erst in die Menge an, um die Nazis zu beschützen. Nicht umgekehrt!

Park

ich 02.05.2006 - 12:45
Die Situation im Park war auch untereinander sehr verwirrend.
Es hieß Nazis wären im Park und just in dem Moment kam auch eine ordentlich Meute auf uns zu.(um die 100)
Waren dann aber doch keine Nazis,sondern ein ordentlich sportlicher Mob...

Stadtteil Connewitz

leipziger 02.05.2006 - 13:30
Eine Inhaltliche Ergänzung noch:

Die Route der Nazis war immer (die ganzen letzten Demos) nur bis zur Richard-Lehmann-Straße genehmigt, dahinter fängt Connewitz aber eigentlich erst an. Die Stadtteile davor sind Südvorstadt und Zentrum-Süd.

Die Strecke, die sie diesen 1. Mai gelaufen sind, dürfte so in etwa max. 700 Meter lang gewesen sein, aber davon nur ca. 200 wirklich Richtung Connewitz, da sie einen Bogen über Phillip-Rosenthal-Str./Semmelweisstraße/Straße des. 18 Oktober gekrochen sind.

Insgesamt haben sie 5% der Strecke geschafft. ( Wenn Mensch es auf dem Routenplan nachmisst )

Also mit Connewitz kanns eben erst was werden wenn die Nazis mal rausfinden wo der denn eigentlich liegt...

MEK

blubB 02.05.2006 - 13:47
"Am Friedenspark stürmten dann urplötzlich MEK Beamte mit unglaublicher Brutalität in eine ca. 500 Menschen starke Menge."

Es waren USK bzw. BFE Einheiten.

kritik an gegenwehr

stfu 02.05.2006 - 15:37
yo, wir waren auch bei der umleitung an der linnéstr. als die nazis schon nach hause sollten. sicherlich war unsre sitzblockade auf der phi.rosenthalstr. nicht reiflich überlegt. es schien uns jedoch sinnvoll, die nasen vor dem abzug noch eine weile stehen zu lassen und setzten uns deshalb vor den abzweig in die linnéstr. auf die straße.
trotz hunderter leute unserer seite in hör- und sehweite fanden sich nur etwa 20 leute zusammen, die daraufhin rigoros weggebracht/tragen worden. haare ziehen, genitaltritte und gesichtsquetschungen waren kein einzelfall. die eingesetzten polizistinnen schwiegen über ihre dienstnummern und bedrohten die fordernden mit pfeffergas.
einige fotografen hielten die vorgänge fest.

schade, dass sich in diesem moment sowenige solidarisierten, angesichts des brutalen einsatzes mglw verständlich.

...nie und nimmer...

dr. robotnic 02.05.2006 - 15:40
Niemals waren das 500 Nazis. Am Umkehrpunkt von Worch's Affenzoo stand ich keine 10 Meter von diesen entfernt und bin die Affenparade mehrmals auf und ab gegangen. Es waren vielleicht 200 - 250, wenn überhaupt. Mit Hupkas 100 Eierköppen waren es max. 300 - 350.

Und direkt am Umkehrpunkt (wo die Nasen mind. 30 Minuten dumm rumstanden) habe ich keinen von der Apfelfront gesehen. Vielmehr waren es vereinzelte Antifas (und Anwohner), die es geschafft hatten an die Nazis ran zu kommen (und diese die ganze Zeit "unterhielten"), bevor die Bullen zw. Blockade und Nasendemo Ketten bildeten und gut 100 Meter zw. Blockade und Nasendemo lagen. Fakt ist, dass die Bullen keine Chance hatten die Straßenblockade zu räumen, d.h. es war ein "Erfolg" A?ller und nicht nur von einer Gruppierung!

Selbstbeweiräucherung nervt!

Mob im Park ?

@ich 02.05.2006 - 17:16
Während MEK-Einheiten hunderte Leute durch den Friedenspark jagten, kam noch aus dem nichts ein Mob von ca. 80-120 Leuten in den Park reingestürmt. Die sahen aus wie durchtrainierte Bodybuilder und erinnerten eher an Hooligans oder Straßengangs, weshalb sie für Nazis gehalten wurden. Diese Gruppe wurde aber ebenfalls von den MEK-Einheiten zurückgedrängt und kam nicht an die Nazi-Demo ran.

Anwesende Naziprominenz

paparazzi 02.05.2006 - 18:11
An Naziprominenz waren die beiden Anmelder Christian Worch (HH) und Steffen Hupka natürlich anwesend. Zudem liefen/fuhren bei Worch noch "SS-Siggi" und Axel Reitz mit. Wobei letzterer doch eigentlich im Knast hocken müsste?!

Mob im Park

XXX 02.05.2006 - 18:51
Es war ein Mob aus Antifaschistischen Fußballfans aus dem Ultra- und Hooliganumfeld von verschiedenen Vereinen aus dem ostdeutschen Raum. Wer oder was -tut nichts zur Sache, hauptsache sie waren da!

@dr. robotnic

Red 02.05.2006 - 21:36
ich selbst war bei der Sitzblockade Str. d. 18 Oktober´s dabei und die Apfelfront saß mit Ganz vorn dann Kam TEAM GREEN dann die NAZIS

die apfelfront war die Ganze zeit immer mit vorn ( johannisallee, str. d. 18. o.´s )

das nächste mal besser die Augen auf machen!

Übrigens hier auf indymedia bei irgend nen Foto bericht ist die Apfelfront mit Ihren Banner auch gut zu erkennen bei einer Sitzblockade und das war die Blockade gegenüber den NAZIS!

wir sehen uns nächstens jahr eventuell in leipzig ich glaub nich dran das nazis nochmal versuchen nach leipzig zu kommen am 1 mai wenn sie dieses jahr so kampflos aufgegeben haben....
denke mal Halle oder Magdeburg wird jetzt Aktuell sein!


we love ANTIFA!

@Red

dr. robotnic 02.05.2006 - 22:13
...ja es gab aber auch Antifas die noch weiter vorne waren, direkt vor und neben den Nasen. Ich streite doch gar nicht die Wichtigkeit der Blockade oder den Einsatz der Apfelfront ab. Aber es war eben nicht NUR die Apfelfront!

@xxx

Hooligan 04.05.2006 - 01:36
Die Sportler-Gruppe hatte einige "mobile Späher" unterwegs, die dann die Leute im Park mit Rufen aufmersam machten, dass es sich um freundlich gesinnte Leute handelt...

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 8 Kommentare an

Aus Naziforum... — antifa

@ antifa — lala

Solidarität — Autonom

Zum Mob im Park — xxx

No passare — bensidad

sehr gute... — unorganisierter