1.Mai-Demo in Heide (SH)

muss ausgefüllt werden 02.05.2006 02:18 Themen: Antifa
Etwa 200 Menschen nahmen an der 1. Mai-Demo in Heide (Holstein) teil. Die Demo hatte wegen des letztjährigen Naziaufmarsches am 1. Mai und der seitdem verstärkten Aktivitäten von Nazis in Dithmarschen neben der Forderung nach sozialer Gerechtigkeit auch die Bekämpfung von Rassismus und Faschismus zum Thema.
Der DGB hatte die Demo angemeldet und führte diese in Kooperation mit dem Antifaschistischen Bündnis Dithmarschen durch. Neben Antifa und Gewerkschaften waren ausserdem Frauenhaus, MLPD, Grüne und Attac sichtbar vertreten.

Der diesjährige Maifeiertag wurde nazifrei begangen: Bei der Kundgebung auf dem Südermarkt tauchten jedoch zwei Neonazis auf, die schnell zum Verlassen des Platzes bewegt werden konnten. Etwa 25 Antifas folgten den Beiden.

Die Bullen versuchten dies zu verhindern, was ihnen aber nicht gelang. Einige Meter entfernt von der Kundgebung am Südermarkt kam es zu einer Festnahme eines Antifaschisten, der Mitglieder von Team Green beleidigt haben soll. Er soll an Sprechchören "Deutsche Polizisten - Mörder und Faschisten!" beteiligt gewesen sein.

Team Green war völlig überfordert. Die Situation eskalierte weiter vor dem Haus der Nazis in der Marienstraße 5. Einige Antifas wurden mit Reizgas angegriffen und ein weiterer Antifaschist festgenommen. Daraufhin kam es zu einer Sitzblockade in der Marienstraße.

Die Situation entspannte sich erst, als auch einer der Nazis abgeführt wurde und beide Antifaschisten nach Feststellung der Personalien wieder frei gelassen worden waren.

Nicht nur in Ostdeutschland, wie zuletzt in Potsdam und Wismar werden MigrantInnen und Andersdenkende von Nazis gewalttätig angegriffen, sondern auch in Dithmarschen. So gab es am Ostermontag in Meldorf einen Überfall von drei Nazis auf zwei AntifaschistInnen. Ende Februar ist ein 16-jähriges Mädchen in Heide von einem Nazi-Skin angegriffen und zwei Wochen später erneut bedroht worden. Am 6. April fand eine Veranstaltung im Kreishaus unter Polizeischutz statt, da Heider Neonazis diese unter Anleitung des zur Zeit wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht stehenden stellvertretenden NPD-Landesvorsitzenden Ingo Stawitz stören wollten.

Wie der Verfassungsschutz in seinem am 20. April veröffentlichten Bericht für 2005 feststellte, ist der Kreis Dithmarschen einer der drei Schwerpunkte des Neo-Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein. Die Stadt Heide stand dabei in Dithmarschen im Zentrum rechtsextremistischer Aktivitäten.
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Ergänzungen

Pressebericht

muss ausgefüllt werden 02.05.2006 - 13:53
Aus der Dithmarscher Landeszeitung (DLZ) vom 02. Mai 2006:

Mai-Kundgebung fast ohne Zwischenfälle

"Deine Würde ist unser Maß": 100 Teilnehmer folgen dem Aufruf der Gewerkschaft

Von Alicia Anker

Heide – Unter dem Motto "Deine Würde ist unser Maß" begleiteten gestern rund 100 Demonstranten bei strahlendem Sonnenschein den vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) organisierten Demonstrationszug anlässlich des 1. Mai.

Kurz nach 10 Uhr setzte sich die Menschenmenge in Bewegung. Begleitet von wehenden Fahnen und Sprechchören ging es durch die Heider Innenstadt bis zum Südermarkt, auf dem die Mai-Kundgebung stattfand. Während Vertreter von Interessenverbänden und Gewerkschaften an eigenen Ständen Informationsmaterial anboten, lauschte die inzwischen noch größer gewordene Zuhörerschaft den Reden der angereisten Referenten. Allen voran Kai Petersen von der IG Metall, der das Motto der Veranstaltung aufnahm und erklärte, man solle nicht erlauben, dass "das Diktat der Betriebswirtschaft [...] auch noch die Würde der Menschen nimmt". Er betonte die Wichtigkeit der Gewerkschaften, denn es sei ihnen möglich, so Petersen weiter, sich Gehör zu verschaffen. Seine Ausführungen zu den aktuellen Diskussionen um Kündigungsschutz und Renteneintrittsalter fasste er in einem gemeinsamen Fazit zusammen: "Mit Würde hat das nichts zu tun!"

Petersens Aufruf, "vor der eigenen Tür die Dinge in die Hand zu nehmen" erntete tosenden Beifall.

"Es ist unverantwortlich, wenn die Interessen einzelner auf dem Rücken aller ausgetragen werden", begann Jochen Penke, zweiter Referent und Ver.di-Vertreter, seinen Vortrag. Er kritisierte die Arbeitsweisen mancher Arbeitgeber im Umgang mit ihren Angestellten und empfahl diesen: "Es wäre besser, wenn sie mit uns verhandeln würden. Wir werden den Streik fortführen bis die Würde durch einen Tarifvertrag wiederhergestellt wird."

Anders als im vergangenen Jahr gab es keine nennenswerten Aktionen von rechter Seite. Die Neo-Nazis seien alle nach Rostock gefahren, um an einem NPD-Aufmarsch teilzunehmen, berichtete die Polizei auf Nachfrage unserer Zeitung. Lediglich zwei kahlgeschorene junge Männer wurden in Gewahrsam genommen, weil sie lautstark gegen den Demonstrationszug pöbelten.

Die Ausschreitungen vom vergangenen Jahr waren aber allen Beteiligten noch gut im Gedächtnis. So warnte Georg Gerchen vom "Bündnis gegen Rechts", dass man die rechte Gefahr in Dithmarschen nicht unterschätzen dürfe: "Die Rechten organisieren sich!" Die "Strategie des Wegschauens" wolle man endgültig zu Grabe tragen. Die soziale Ungerechtigkeit mache es den Rechten leicht, Jugendliche für sich zu gewinnen. Deshalb, so Gerchen weiter, müsse man nicht nur für gleiche, sondern für gute Chancen sorgen. Denn, so Gerchen abschließend, "Demokratie heißt immer auch Solidarität mit den Schwachen".

Zwei Nazis aus Heide

mein Name 02.05.2006 - 17:40
Diese Beiden schlenderten Richtung Kundgebung mit ihren Bierchen und wollten es sich bequem machen, war aber nichts!

Marienstr. 5

abc 02.05.2006 - 20:34
neben dem einsatz von pfefferspray gab es an diesem tage noch einige weitere merkwürdigkeiten zu beobachten:

- einigen antifas wurde mit der begründung:"ihr seit nicht mehr bei der demo! also her damit!" ein transpi entrissen und beschlagnahmt. als aber eben diese antifas ein zweites transpi aus ihrem rucksack holten und ausbreiteten, wurde von der grün/blauen seite aus keinerlei Protest mehr angemeldet...

- der bulle der das pfefferspray benutzte ist extra aus seinem wagen gestiegen (obwohl die straße schon geräumt war) um die antifas anzugreifen

- einem antifa sollte aufgrund "unerlaubter portraitaufnahmen von Polizisten" aus ca. 15m entfernung das handy beschlagnahmt werden. wurde dann aber doch nicht durchgesetzt...

- die bullen auf der wache weigerten sich eine anzeige wegen Körperverletzung gegen einen ihrer "kameraden" aufzunehmen...

- die in der hausnummer 5 eingeschlossenen nazis (die auf dem Foto)bekamen zwischenzeitlich noch eine pallette bier gliefert (taxi tamms)die unter Polizeischutz ins haus gebracht wurde...

- die beiden zivi bullen sollen angeblich von einer spezialeinheit für rechtsextremismus gewesen sein

- einer der bullen hatte plötzlich einen flyer einer bis dahin geheimen party in den händen. der/die jenige der/die den flyer überreicht hat sollte mal darüber nachdenken was er damit angerichtet hat!!!!


positiv festzuhalten ist, das viele neue gesichter auf der demo (und danach) zu sehen waren und so gezeigt haben, das mit der brutalität der nazis und der einschüchterungstaktik der bullen auch der entschlossene widerstand gegen verfolgung und kriminalisierung wächst und das es trotz ständiger bullen+ nazi provokation zu keinen gewaltsamen auseinandersetzungen gekommen ist und alle friedlich geblieben sind!!!!

NAZIS RAUS!+ DIE PRESSE LÜGT!


es wurde noch jemand festgenommen

tut nichts zur sache 03.05.2006 - 14:20
vor dem Nazi-Haus wurde noch ein weiterer Antifaschist entführt.
Später hieß es dann, dass er vorläufig Festgenommen sei, da er auf der Wache Widerstand geleistet hätte.