Revolution feiert Kinderfasching in Osnabrück

(maximal 45 zeichen) 01.05.2006 22:38
Kritik an der "Revolutionären 1. Mai Demonstration in Osnabrück".
Es sollte die erste Revolutionäre 1. Mai Demonstration in Osnabrück werden, gut geplant, stimmungsvoll & Revolutionär.

Was daraus entstand war wohl die erste "Love Parade" Osnabrücks.
Viele weiter angereiste AktivistInnen beschwerten sich sehr schwer über die falsche Mobilisierung in der mehrmals aufgefordert wurde die Demonstration auch von weiter her zu unterstützen aufgrund der eventuell gering ausfallender
Teilnehmerzahl.

Schon am Demobeginn merkte Mensch wie unkoordiniert alles ablief, 20 Autonome AntifaschtInnen bildeten die Spitze.
2 Transparente wahren von der "Techno-Rave-Party-Leitung" nur Organisiert worden.
Die örtlichen Antifas waren wohl auch nicht wirklich von der Demonstration begeistert….

Vor dem Lautiwagen setzte sich nun die Demonstration in Bewegung, kurze Sprechchöre, kurze Laufeinlagen bildeten
den Höhepunkt der Demonstration.

Etwa 50, die Interesse an der Politik und nicht den "Technobeats" hatten, bildeten die Demonstrationspitze, es folgte der Lautiwagen und 200 tanzende Menschen.

Die Forderungen sich ein wenig aufzuteilen so das auch vor dem Lautiwagen mehr Menschen laufen würden wurden verneint denn die Musik wäre ja nur hinter dem Lautiwagen so schön, völlig verständlich das es zu Konflikten kam, nach der ersten Stunde Techno-Beats, schlechter Organisation, Alkohol und Tiere auf der Demonstration und völliger Planlosigkeit der "Raver-Party-Leitung" kam es so zu ersten Provokationen zwischen Punks und Tänzern.

Die "Demonstration" zog nun mit Redebeiträgen die für die Umgebung kaum zu hören waren durch die Stadt.
Im späterem Verlauf wurde von der " teils desinteressierten Masse" signalisiert das Sprechchöre wie "Alles für Alle und zwar umsonst" unerwünscht auf einer "Revolutionären 1. Mai Demonstration" sind und es wurde über die "wie ziehen die sich überhaupt an" Schwarz gekleideten Menschen gehetzt.

Teilweise konnte Mensch sich nur über die Vorurteile und die Beleidigungen wundern, die sich die Menschen, anhören mussten, die versuchten aus der Angekündigten "Revolutionären 1. Mai Demonstration" auch eine zu machen.

Wenn dies die Zukunft der Linksradikalen Bewegung sein soll bediene ich mich eines Spruches der Faschisten "Good night, left side!".
Versuche auch Linke -Themen an den Mensch zu bringen wurden grandios unterbunden denn "Es ist eine Party und keine Demonstration" war des Öfteren zu vernehmen.
Sicherlich werden mir die inhaltlich motivierten AktivistInnen zustimmen.

Eine Bewertung

Musik: 0/10
Vorbereitung: 4- 5/10
Verbreitung der Thematik:3/10
Sonstiges: 0/10
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Ergänzungen

So ein quatsch

abc 01.05.2006 - 23:51
Schlechter hätte man die Streetparade wohl nicht beschreiben können.
Wie der Name "Streetparade" schon sagt, war dies keine normale Demo.
Was ist dagegen zu sagen, wenn die Linke mal aus ihrem eigenen Sumpf rauskommt und auch andere Menschen anspricht(fast 300 Teilnehmer), die auch Rassismus, Sexismus, Kapitalismus etc. kritisieren, aber keinen Bock ständig die gleichen Punk Klassiker zu hören wie schon vor 20 Jahren. Ich habe selten eine demo erlebt, auf der eine so gute Stimmung war, die so viel Spass gemacht hat und dabei in Redebeiträgen und einer umfangreichen Demozeitung sehr fundierte Inhalte rüberbringen konnte.
Super Demo, super Orga, danke schön!
Nächstes Jahr bitte wieder!

nazifake! bitte löschen!

osnax 02.05.2006 - 00:12
die demo war super geil und es gab auch keine internen auseinandersetzungen!

Super Demo

I will dance! 02.05.2006 - 02:07
Im Aufruf ist die Rede von "Die Verhältnisse zum Tanzen bringen". Ausserdem wurde das Ganze als Streetparade und nicht als Demo angekündigt. Es ging darum alte Muster aufzubrechen und etwas "Neues" (ähnlich den Maydayparaden) zu machen. Politische Inhalte wurde trotzdem duch 3 Redebeiträge (Forderung nach Autonomen Zentrum, rassistische deutsche Politik, gesellschaftlicher deutscher Scheiß + Arbeitshetze, Hartz IV, etc.), sowie durch eine kurze Begrüßungs- und eine kurze Abschlußrede und durch Transpies vermittelt. Die "Revolution" soll auch mal Spaß machen und nicht immer nur aus stumpfem Latschen bestehen. Dies ist heute sehr gut gelungen. Leute die nerven, weil sie dumme Sprüche (oder ähnliches) machen, hast du auch auf allen anderen Demos. Genauso wie Sufassis, die heute nicht mehr waren als sonst auch. Der heutige Tag war sehr gelungen und ist darüber hinaus ausbaufähig fürs nächste Jahr. Dann hoffentlich wieder als "Streetparade" mit DJs, guten Redebeiträgen und noch mehr Leuten als dieses Jahr. "Wenn ich nicht tanzen kann, ist es nicht meine Revolution" (Achtung Zitat!)

Und top organisation???

Blablabla 02.05.2006 - 07:52
Die TOP!!! Organisation oder zumindest Leute aus der Gegend Osna. hatte während der Wochen vor der Demo GRANDIOS verbreitet wie dringend sie es noch nötig hätten hilfe von aussen zu bekommen wiel die Teilnehmerzahl sonst zu gering ausfallen würde, anschliessend kommen diese Leute reisen teils über 2 stunden an und finden eine Love parade vor bei der weder Parolen gerufen werden sollen, noch neues einfliessen darf (zum Thema was neues versuchen) und es auch nicht in Ordnung ist sich so zu kleiden wie mensch will.

- Kein Nazifake, das trifft die Meinung vieler!

War doch super

BausD-Town 02.05.2006 - 11:23
Also ich hab die Sache sehr genossen. Es war als Streetparade mit DJs angekündigt und hat als solches auch super geklappt. Die Musik ist sicherlich geschmackssache, aber gerade da können auch bestimmte "linke" Kreise vielleicht mal toleranter sein.
Nur wenn ch bunt angemalt bin, hab ich noch lange kein Problem mit radical-black-block-autonomen und besoffenen Punks. Wenn einige von denen (zum glück bei weitem nicht alle) dann aber meinen rumpöbeln zu müssen und alles schlecht reden zu müssen, dann is da schlicht und einfach irgendwas nicht verstanden worden.
ich hatte meinen spaß und mit mir viele andere auch.

Angst vor neuem?

chilly 03.05.2006 - 16:32
Also alles was hier so steht...
Dazu noch ein paar Worte zu den Kritikern von einem dabeigewesenem:
Also zum einen kann ich die Kritiker ja durchaus verstehen. 2 Stunden Anreise und in Erwartung harter "politischer"(?) action - sich aber dann mit dieser bunten und friedlichen Demo konfrontiert sehen - keine altbekannten Rituale abzuspulen können, mag sicherlich zu recht enttäuschend sein.
Wer vielleicht schon den Berliner 1. Mai mitgemacht hat und sich gern am Mariannenplatz vor schweren Kopfwunden in Acht nehmen möchte und öffentlich seinen Hass zelebrieren will, welcher dann bereitwillig von den bürgerlichen Medien aufgegriffen wird um jegliche Linke Argumentation damit zu verbinden und zu diskredetieren, dem wird verständlicherweise die Osnabrücker Streetparade nicht gefallen haben.
Aber.
Ich habe von keinem einzigen Kritiker ein stichhaltige Argument lesen können, warum die Demo so schlecht sein sollte. Ich lese nur zwischen den Zeilen, dass die Musik einfach nicht aller Geschmack war.
Ist den Kritikern bewusst, welche Arbeit einige Menschen geleistet haben um alles Vorzubereiten? Lauti-wagen mit live-DJ, schöne inhaltlich gelungener Demozeitung, 10.000 verteilte und geklebte Flyer, funktionierende Vokü für mehr als 100 Mann (hat einer der Kritiker seinen eigenen Teller abgewaschen?), Theke und Musik bis 22 Uhr, anschliessend aufräumen und säubern. Alles eine Art Infrastruktur für die dutzende Menschen mitunter viele Stunden und Tagen ihres Lebens geopfert haben. Die Form in der diese Demo hier verurteilt und verunglimpft, wird dieser Leistung in keinem Falle gerecht.
Gerne hätte ich von den Kritikern die Frage beantwortet wie und auf welche (andere?) Weise sich denn 100 und mehr Menschen am 1. Mai gemeinsam auf die Strasse begeben sollten um etwas zu verändern. Sehr gern hätte ich auch eine Antwort auf die Frage, mit welchen Mitteln eine effiziente Meinungsbildung in der heutigen Zeit der totalen medialen Reizüberflutung überhaupt noch möglich ist, ohne die langfristigen Ziele aus den Augen zu verlieren.
Ich bin mir sicher diese Demo hat viele der beobachtenden Menschen neugierig gemacht und ein neues frisches Bild vor Augen geführt und somit den Boden besser vorbereitet, um in der Folge mit inhaltlichen Diskussionen eine Saat sähen zu können, dessen Früchte später auch tatsächlich geerntet werden können.
Ich freue mich auf die nächste Demonstration dieser Art in Osnabrück und vielleicht kann ja beim nächsten Mal ein weiter Musikwagen mehr Geschmäcker zufriedenstellen.
Oder glaubt einer der Kritiker tatsächlich es wäre mit wenigen hundert Menschen möglich all das "kaputt zu machen, was uns kaputt macht" solange viele Diskussionsbeiträge grade mal Stammtischniveau haben und das Muster durchscheint, das doch "der Bauer nicht frisst, was er nicht kennt".
Solange kein Weg gegangen wird oder auch nur annähernd beschrieben werden kann, der nicht nur duzende sondern Millionen und Milliarden von Menschen jenseits der heRRschenden Verhältnisse miteinander Leben lassen kann, braucht mir hier eh keiner den Begriff der Revolution in den Mund nehmen.
Und jeder Erfolg ist nur das Ergebnis einer ausreichenden anzahl von Versuchen.
keep fighting, moving, thinking!

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