Hass- und Hetzkonzert in Halle verhindert

eQual ! Halle 27.04.2006 23:21 Themen: Gender Kultur
Auf Druck von Rosalinde e.V. Leipzig, eQual! Halle und anderen wurde vom Veranstalter "Verein zur Förderung von Jugend-Musik-Kulturen Halle e.V.", der vor wenigen Tagen noch in einem statement den Aufruf Schwule zu töten und Lesben zu vergewaltigen als "schwarzen Humor" gerechtfertigt hatte, das geplante Konzert der Band "Impaled Nazarene" abgesagt.
Auf Druck von Rosalinde e.V. Leipzig, eQual! Halle und anderen wurde vom Veranstalter "Verein zur Förderung von Jugend-Musik-Kulturen Halle e.V.", der vor wenigen Tagen noch in einem statement den Aufruf Schwule zu töten und Lesben zu vergewaltigen als "schwarzen Humor" gerechtfertigt hatte, das geplante Konzert der Band "Impaled Nazarene" abgesagt.
Auf der website des Vereins findet sich nun folgender, absurder Kommentar: Das Konzert ist doch schon lange aus dem Terminkalender gestrichen und wird auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt nach geholt! Eure Proteste haben uns erreicht!
Sollten die Hetzaufrufe nicht sofort eingestellt werden, werden wir rechtliche Schritte gegen die Betreffenden einleiten!

Damit reagierte der Veranstalter auf zwar lächerliche Weise auf Aufrufe, das Konzert abzusagen, die in den letzten Tagen getätigt wurden. Auf die Presseerklärung von eQual! Halle folgten Erklärungen u.a. von den Grünen im Stadtrat, die sich gegen das Konzert richteten. Noch gestern waren kritische Kommentare aus dem Gästebuch der online-Präsenz des Vereins gelöscht worden.

Wir freuen uns, dass viele Konzerte abgesagt wurden, möchten aber gleichzeitig betonen, dass mindestens ebensoviele Konzerte stattfanden bzw. stattfinden, einige selbst in angeblich "linken" Schuppen (AJZ Bahndamm).

Auch in Halle hat die Diskussion um homophobe Hetze wieder einmal aufgezeigt, wie weit in Deutschland die Ablehnung von und der Hass auf Schwule und Lesben verbreitet sind - quer durch alle Bevölkerungsschichten und politischen Lager. Gerade vermeintlich alternative Personen haben in verschiedenen Diskussionen in Halle gezeigt, dass sie Kritik an Mordaufrufen gegen Schwule auf einer Dancehallparty oder in den Texten von ImpNaz so wichtig finden, "als ob in China ein Sack Reis umfällt".

Wir finden es traurig, dass in Deutschland Homophobie nicht ebenso geächtet ist wie Antisemitismus (wenn auch nur in der Öffentlichkeit und nicht in den Köpfen bzw. hinter verschlossenen Türen) oder (plumper) Rassismus.

Wir werden am 8. Mai auch der über 10000 homosexuellen Opfer des NS-Terrors gedenken, von denen nur ca. 4000 von den Alliierten aus den KZ befreit werden konnten.

Nie wieder ! muss auch heißen: Nie wieder Rede vom Unnormalen und Abartigen!
(In Halle sprach eine Person von der Annormalität der Schwulen, die sich nicht reproduzierten)

Gegen Homophobie, Rassismus und Antisemitismus!

eQual! Halle
Initiative lesbischer und schwuler Studenten
an der Martin-Luther-Universität und
der HfKD Burg Giebichenstein
 equal_halle@gmx.net

Die Presseerklärung:  http://de.indymedia.org/2006/04/144883.shtml
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Ergänzungen