Berlin: Graffiti-Aktionsnacht - Heute!
Ab morgen wird in Berlin der "2. Internationale Anti Graffiti-Kongress", initiiert von den Ordnungs- und Sauberkeits-Fanatiker_innen von "Nofitti e.V.", stattfinden. Um diesem einen gebührenden Startschuß zu geben, wird seit längerem zu einer Graffiti-Aktionsnacht - die Nacht auf morgen - aufgerufen.
Die Ordnungsfanatiker_innen von "Nofitti e.V." scheinen schon im letzten April mit ihrem "Anti-Graffitti-Kongress" die richtige Parole ausgegeben zu haben: Grafftiti ist ein Verbrechen!
Nächtliche Hubschraubereinsätze über Wohngebieten in Berlin, die Auslobung von Kopfgeldern für das Ergreifen von Graffiti-Sprüher_innen, eine umfassende Videoüberwachung des öffentlichen Raums, Diskussionen über ein Verbot des nächtlichen Mitführens von Sprühdosen und die Forderungen nach härteren Strafen fürs Sprühen allgemein waren die Folge. Auf gesetzlicher Ebene wuden diese Diskussionen zum Anlass genommen, wieder öffendlichkeitswirksam an der Kriminalisierungsschraube zu drehen: Graffiti wurde kurzerhand von einer Ordnungswidrigkeit zum Straftatbestand geadelt. Und so ist es mittlerweile Gang und Gäbe, bei jedem ertappten 14-jährigen, sofort mit Hausdurchsuchung und ED-Behandlung zu reagieren. Aktuell nimmt die BVG eine neue Statistik zum Anlass, wieder zu jammern: Die Strafen seien zu niedrig und die Verurteilungsquote zu gering. Ab Ende März sollen nun auf fast der hälfte aller U-Bahnhöfe die Videobilder für 24 Stunden aufgezeichnet werden. Die Berliner Zeitung dazu hämisch: Nun "müssen Graffitisprayer, Drogenhändler und andere Straftäter damit rechnen, dass ihr Treiben aufgezeichnet wird".
Deshalb ist dieser 2. Kongress - genauer die Nacht davor - auch ein willkommener Anlass, zu verdeutlich:
Graffiti ist tatsächlich keine Kunst, die sich zufällig in den illegalen Raum verirrt hat, sondern sie agiert gegen das Gesetz, weil sie sich der herrschenden Ordnung widersetzt, oder sie zumindest ignoriert. Und genau das ist ja das Gute. Graffiti hat nicht den Anspruch populär zu sein, also einem allgemeinen ästhetischen Empfinden zu entsprechen. Es geht uns also nicht um den Wunsch nach Akzeptanz von Graffiti als Stadtverschönerung oder um Anbiederei und das Betteln nach legalen Wänden. Graffiti ist nicht nur eine bestimmte Variante von Kunst, die einen bestimmten Stil verfolgt. Writing zeichnet sich vor allem durch die Praxis aus: illegal und subversiv. So begann die Geschichte von Graffiti nicht an legalen Wänden, die dann fürs Malen gesperrt wurden, sondern an unzugänglichen, verbotenen Orten. An Schienennetzen und Dächern, an Fensterscheiben und Häuserwänden, kurzum an fremdem Eigentum. Fakt ist, dass die Bedingungen und Umstände unter denen heute illegal gemalt werden kann, zunehmend schwieriger werden. Kameras, Zivibullen, Sicherheitsdienste, graffitigeschützte Scheiben, Wände, Sitze und nicht zuletzt die vorbildliche Bürgerin mit Blockwartmentalität sind zu einer lästigen Dauergefahr bei jeder Tour geworden.
Graffiti ist ein Problem, weil es die Bahn, das Einkaufszentrum, die Stadt daran hindert, sich als sauber und sicher zu präsentieren. Kaufkraft und Investition brauchen eine gepflegte Ordnung, um sich der Abwesenheit von Schmutz, Schmierereien und Armut, also allem Nichtkompatiblen und Subversiven, zu versichern. Jedoch nicht nur einem ökonomischen Interesse ist das Tag oder Scratching ein Dorn im Auge. Auch so mancher deutscher Papi würde für seine saubere Straße töten, weil ihm alles verhasst ist, was einen anderen Lebensstil oder Nonkonformität sichtbar macht.
Bleibt nur noch zu sagen:
GRAFFITI IST EIN VERBRECHEN - UND WIR STEHEN DRAUF!
...also, die Dosen zur Hand und... Euch wird schon was einfallen heute Nacht!!!!
Weitere Infos:
http://www.graffiti-hates-germany.tk/
http://www.pro-graffiti.tk/
zu nofitti:
http://nofitti.blogspot.com/
zur Demo am 13.4.:
http://www.de.indymedia.org/2006/04/144576.shtml
http://www.de.indymedia.org/2006/04/144687.shtml
Nächtliche Hubschraubereinsätze über Wohngebieten in Berlin, die Auslobung von Kopfgeldern für das Ergreifen von Graffiti-Sprüher_innen, eine umfassende Videoüberwachung des öffentlichen Raums, Diskussionen über ein Verbot des nächtlichen Mitführens von Sprühdosen und die Forderungen nach härteren Strafen fürs Sprühen allgemein waren die Folge. Auf gesetzlicher Ebene wuden diese Diskussionen zum Anlass genommen, wieder öffendlichkeitswirksam an der Kriminalisierungsschraube zu drehen: Graffiti wurde kurzerhand von einer Ordnungswidrigkeit zum Straftatbestand geadelt. Und so ist es mittlerweile Gang und Gäbe, bei jedem ertappten 14-jährigen, sofort mit Hausdurchsuchung und ED-Behandlung zu reagieren. Aktuell nimmt die BVG eine neue Statistik zum Anlass, wieder zu jammern: Die Strafen seien zu niedrig und die Verurteilungsquote zu gering. Ab Ende März sollen nun auf fast der hälfte aller U-Bahnhöfe die Videobilder für 24 Stunden aufgezeichnet werden. Die Berliner Zeitung dazu hämisch: Nun "müssen Graffitisprayer, Drogenhändler und andere Straftäter damit rechnen, dass ihr Treiben aufgezeichnet wird".
Deshalb ist dieser 2. Kongress - genauer die Nacht davor - auch ein willkommener Anlass, zu verdeutlich:
Graffiti ist tatsächlich keine Kunst, die sich zufällig in den illegalen Raum verirrt hat, sondern sie agiert gegen das Gesetz, weil sie sich der herrschenden Ordnung widersetzt, oder sie zumindest ignoriert. Und genau das ist ja das Gute. Graffiti hat nicht den Anspruch populär zu sein, also einem allgemeinen ästhetischen Empfinden zu entsprechen. Es geht uns also nicht um den Wunsch nach Akzeptanz von Graffiti als Stadtverschönerung oder um Anbiederei und das Betteln nach legalen Wänden. Graffiti ist nicht nur eine bestimmte Variante von Kunst, die einen bestimmten Stil verfolgt. Writing zeichnet sich vor allem durch die Praxis aus: illegal und subversiv. So begann die Geschichte von Graffiti nicht an legalen Wänden, die dann fürs Malen gesperrt wurden, sondern an unzugänglichen, verbotenen Orten. An Schienennetzen und Dächern, an Fensterscheiben und Häuserwänden, kurzum an fremdem Eigentum. Fakt ist, dass die Bedingungen und Umstände unter denen heute illegal gemalt werden kann, zunehmend schwieriger werden. Kameras, Zivibullen, Sicherheitsdienste, graffitigeschützte Scheiben, Wände, Sitze und nicht zuletzt die vorbildliche Bürgerin mit Blockwartmentalität sind zu einer lästigen Dauergefahr bei jeder Tour geworden.
Graffiti ist ein Problem, weil es die Bahn, das Einkaufszentrum, die Stadt daran hindert, sich als sauber und sicher zu präsentieren. Kaufkraft und Investition brauchen eine gepflegte Ordnung, um sich der Abwesenheit von Schmutz, Schmierereien und Armut, also allem Nichtkompatiblen und Subversiven, zu versichern. Jedoch nicht nur einem ökonomischen Interesse ist das Tag oder Scratching ein Dorn im Auge. Auch so mancher deutscher Papi würde für seine saubere Straße töten, weil ihm alles verhasst ist, was einen anderen Lebensstil oder Nonkonformität sichtbar macht.
Bleibt nur noch zu sagen:
GRAFFITI IST EIN VERBRECHEN - UND WIR STEHEN DRAUF!
...also, die Dosen zur Hand und... Euch wird schon was einfallen heute Nacht!!!!
Weitere Infos:
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http://nofitti.blogspot.com/ zur Demo am 13.4.:
http://www.de.indymedia.org/2006/04/144576.shtml
http://www.de.indymedia.org/2006/04/144687.shtml
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Die Stasi macht sauber ...
Berlin bleibt bunt (und dreckig). Wählt CBS!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Unterschied Linke - Sprüher — ..
??? — blaschnak